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FAQ: 10 Antworten zur aktuellen TV-Technik

17.11.2018 | 10:22 Uhr |

Wer sich derzeit für Fernseher interessiert, ist mit technischen Schlagworten, kryptischen Kürzeln und vielen Logos konfrontiert. Sie werfen unwillkürlich Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten.

1. Sind UHD und 4K austauschbare Begriffe?

Die beiden Bezeichnungen werden oft als Synonyme benutzt. Das ist eigentlich nicht korrekt. Denn der Begriff 4K stammt aus der professionellen Kinofilmproduktion und ist vom amerikanischen Filmstudioverband DCI (Digital Cinema Initiatives) festgelegt worden. 4K-DCI gibt eine Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln bei einem Seitenverhältnis von 17:9 vor. Unter 4K finden sich aber auch alle Auflösungen wieder, die bei etwa 4000 x 2000 Bildpunkten liegen – kurz 4K2K. Streng genommen dürfte der Begriff nur für Displays gelten, die tatsächlich 4096 Pixel in der Horizontale darstellen können.

Ultra High Definition (UHD) wurde von der Internationalen Telekommunikationsunion (ITU) zum Standard erklärt. Sie versteht unter UHD sowohl 3840 x 2160 Pixel (UHD-1) als auch 7680 x 4320 Bildpunkte (UHD-2) – im Sprachgebrauch auch als 8K bezeichnet. In beiden Fällen gilt ein Seitenverhältnis von 16:9. Vergleichen wir die Auflösungen mit HDTV-Bildformaten, erreicht UHD-1 die vierfache Pixelanzahl von Full-HD, UDH-2 löst sogar 16fach so fein auf.

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2. Hat UHD etwas mit HDR zu tun?

Nur bedingt. HDR steht für High Dynamic Range oder Hochkontrast. Der hohe Dynamikumfang bewirkt, dass sich besonders feine Abstufungen im hellen und dunklen Bereich darstellen lassen. Um das zu schaffen, benötigt das Panel eine Helligkeit von tausend Candela pro Quadratmeter.

Erste UHD-Panels erreichten diesen Wert nicht. Erst UHD-Displays, in denen ein 10-Bit-Panel steckt, können die hohen Kontraste ohne störende Helligkeitsschwellen erreichen. Und diese sind ausschließlich in UHD-Fernsehern etwa ab dem Jahr 2016 eingebaut.

3. Handelt es sich bei Qled um eine Oled-Technik?

Nein. Die Kürzel klingen nur ähnlich. Qled-TVs sind nach wie vor LCD-Fernseher, die LEDs als Hintergrundbeleuchtung nutzen. Zwischen dem Backlight und dem Panel sorgen Folien für eine bessere Lichtverteilung. Auf diesen Folien sind bei Qled-Fernsehern Nanopartikel aufgebracht, die selbst Licht abgeben, sobald sie in Schwingung geraten, sogenannte Quantum Dots. Dabei hängt es von der Partikelgröße ab, wie stark sie schwingen und welche Farbe sie erzeugen. Im Ergebnis lassen sich mehr Farbnuancen auf der Schirmfläche darstellen. Dazu besteht bei Fernsehern mit Qled-Technik die Hintergrundbeleuchtung aus blauem Licht. In Kombination mit den satteren Grundfarben Rot und Grün entsteht ein sehr reines Weiß, das stärker leuchtet als bei herkömmlichen LED-Fernsehern. Die starke Leuchtkraft zusammen mit dem größeren Farbraum bilden wiederum die Grundlage für den Hochkontrast (HDR).

4. Wie funktioniert ein Oled-Fernseher?

Das Kürzel steht für Organic Light Emitting Diode. Jeder Bildpunkt besteht aus zwei Elektroden – eine davon ist transparent. Dazwischen sind organische Halbleiterschichten angeordnet. Wird niedriger Gleichstrom angelegt, leuchten die Schichten. Das erzeugte Licht tritt in Richtung der transparenten Elektrode aus. Wie intensiv es leuchtet, hängt vom Material der Schichten ab. Ein Backlight wie bei LCD-Fernsehern ist nicht nötig. Deshalb sind Oled-Bildpunkte selbstleuchtend.

Der Vesa-Standard „DisplayHDR“ gilt derzeit nur für Desktop-Monitore und Notebook-Schirme. Er könnte bald auch auf Fernseher erweitert werden, da die TV-Hersteller Interesse bekundet haben.
Vergrößern Der Vesa-Standard „DisplayHDR“ gilt derzeit nur für Desktop-Monitore und Notebook-Schirme. Er könnte bald auch auf Fernseher erweitert werden, da die TV-Hersteller Interesse bekundet haben.

5. Statisches und dynamisches HDR – was ist der Unterschied?

Im Bereich HDR treffen Sie unvermeidlich auf die Formate HRD10, Dolby Vision, HLG und HDR10+. Am Rande tauchen mit Advanced HDR oder Technicolor HDR weitere Schlagworte auf. Die Formate existieren derzeit parallel. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie sie die Bildparameter für den Hochkontrast festlegen. Dabei zählt HDR10 zu den bekanntesten Verfahren. Hier sind nur einmal zu Beginn eines Films Metadaten hinterlegt. Deshalb wird das Format als „statisch“ bezeichnet. Die Parameter werden auf das gesamte Bildmaterial angewendet.

Ändern sich im Gegensatz dazu die Vorgaben zum Hochkontrast abhängig vom Bildinhalt, eventuell von Szene zu Szene oder sogar von Bild zu Bild, spricht man von „dynamischem“ HDR – etwa bei Dolby Vision oder HDR10+.

HLG (Hybrid Log Gamma) und Advanced HDR betreffen das Senden von HDR-Inhalten über TV-Kanäle. Wiederum unterteilen sie sich mit HLG in statische und Advanced HDR in dynamische Formate.

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6. Welche HDR-Formate unterstützt mein Gerät?

Bei einem Format können Sie sicher sein: HDR10 bringen alle Fernseher mit, wenn sie als HDR-fähig beworben werden. Danach wird es schwieriger, denn es kommt auf den Hersteller und die Geräteserie an. Dolby Vision finden Sie in der Regel als Logo prominent auf dem Karton Ihres Fernsehers oder Players sowie auf UHD-Blu-rays abgebildet. Der Grund: Das HDR-Verfahren ist lizenzpflichtig. Unterstützung findet es bei LG, Loewe und Sony sowie bei den Filmstudios Disney, Lionsgate, Paramount, Sony Pictures, Universal und Warner.

HDR10+ geht auf eine Initiative von Samsung zurück. Angeschlossen haben sich derzeit Panasonic und Philips mit den aktuellen Premium-Gerätegenerationen. Trotzdem kann es sein, dass das Format nicht von Anfang an unterstützt, sondern erst später als Firmware-Update nachgeliefert wird. Von der Inhalteseite her setzen darauf 20th Century Fox, Amazon Video und erneut Warner.

7. Was hat es mit HFR und VRR auf sich?

Aktuelle Premium-TVs werben mit HFR und VRR. Ersteres steht für High Frame Rate, Letzteres für Variable Refresh Rate. Mit HFR lassen sich derzeit UHD-Inhalte mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz anzeigen. Das Mehr an Bildern pro Sekunde empfiehlt sich für Sportsendungen und Actionfilme, da gerade schnelle Inhalte flüssiger wahrgenommen werden.

VRR ist ein Verfahren, das ähnlich funktioniert wie Freesync oder G-Sync bei Desktop-Monitoren. Die Technik synchronisiert die Bildausgabe mit angeschlossenen Geräten und ist für Gamer wichtig, die per Konsole am TV spielen wollen.

In beiden Fällen sind starke Prozessoren nötig. Derzeit sind die Funktionen nur teilweise kombinierbar. So sind HFR-Videos nur entweder in UHD oder HDR möglich. Für das Zuspielen per HDMI reicht die Bandbreite über bisherige Kabel nicht aus. Das wird erst mit HDMI 2.1 und damit mit neuen Kabeln möglich sein.

8. Haben aktuelle TVs schon HDMI 2.1?

Nein, die Verabschiedung des Standards hat sich von Mitte auf Ende des Jahres 2017 verzögert. Das war zu spät für die Fernsehergenerationen, die seit dem Frühjahr 2018 in den Läden stehen. Dafür sind HFR sowie VRR in den Spezifikationen berücksichtigt. Maximal unterstützt der Standard Auflösungen bis 10K mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde plus variablen Bildwiederholraten. Das entspricht 10 240 x 4320 Bildpunkten. Der Datentransfer ist zwar komprimiert, lässt sich aber mit herkömmlichen Kabeln (18 GBit/s) nicht übertragen. Deshalb setzt HDMI 2.1 auf neue Kabel mit einer Datenrate von bis zu 48 GBit pro Sekunde.

9. Kann ein TV auch ohne eARC Dolby Atmos?

Bei HDMI ist ARC (Audio Return Channel) seit einigen Generationen integriert. Darüber lassen sich Audiosignale vom TV auf ein Audiogerät wie etwa eine Soundbar senden. eARC steht für Enhanced Audio Return Channel und aktualisiert die Audio-Fähigkeiten von HDMI 2.1 auf objektbasierte Audiotechniken wie Dolby Atmos oder DTS:X. Sie müssen aber nicht erst auf die neue HDMI-Version warten, um dreidimensionalen Sound zu genießen. Es hängt vom Hersteller ab, ob er bestehende TV-Generationen oder Playerserien per Firmware-Update mit einer Funktion nachrüstet oder aktuelle Geräte ab Werk damit ausliefert. Denn die Übertragung etwa von Dolby Atmos funktioniert grundsätzlich bereits über den derzeitigen Standard HDMI 2.0.

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10. Kommt der Vesa-Standard DisplayHDR auch für TVs?

Die Standardisierung „DisplayHDR“ gilt derzeit für PC-Monitore und Notebook-Displays. Sie teilt die HDR-Darstellung in drei Stufen ein: 400, 600 und 1000. Die Zahlen stehen dabei für die Leuchtdichte, die in einem Teilbereich der Schirmfläche erreicht wird. Ein Schirm mit DisplayHDR 600 erzeugt 600 Nits und hat ein 10-Bit-Panel. Für den Monitorkäufer ist dank des Vesa-Logos schnell ersichtlich, was das Display leistet. Die im TV-Bereich verbreitete Spezifikation „UHD Premium“ verzichtet dagegen auf eine stufenweise Einteilung. Deshalb haben die TV-Hersteller bereits Interesse an der Vesa-Standardisierung angemeldet. Sie versprechen sich vom Logo eine leichtere Orientierung für den Käufer. Allerdings gilt der Vesa-Standard derzeit nur für LCD-Schirme. Der Grund: Im Monitorbereich sind Oled-Displays zu wenig verbreitet. Trotzdem glaubt die Vesa, dass der Standard auch im Heimkinobereich demnächst eingeführt werden könnte.

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