2292163

Falcon-9-Rakete fliegt heute Super-Computer zur ISS

14.08.2017 | 13:15 Uhr |

Eine Falcon-9-Rakete von Spaxe X bringt heute einen Hochleistungsrechner zur ISS. Für ein spannendes Experiment: Wie robust ist ein Rechner ohne spezielle Schutzmaßnahmen gegen kosmische Strahlung?

Eine Falcon-9-Versorgungsrakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX startet heute von Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Sie bringt neben diversen anderen Versorgungsgütern auch einen Super-Computer zur Raumstation ISS.

Dieser Spaceborn Computer ist ein Gemeinschaftsprojekt von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und der NASA. Der Spaceborn Computer soll aber nicht etwa die Rechenleistung auf der internationalen Raumstation steigern. Sondern die Maschine dient zur Erprobung: Die Wissenschaftler wollen erforschen, wie sich ein kommerzieller Rechner, dessen Hardware nicht speziell für die Zwecke der Raumfahrt angepasst wurde, im Weltall schlägt.

Weil die ISS sich außerhalb der schützenden Erdatmosphäre befindet, verursacht die kosmische Strahlung eine schnellere Alterung der im Computer verbauten Elektronik. Die bisher im Weltall verwendeten Rechner werden deshalb besonders robust gefertigt, doch diese spezielle Weltraum-Festigkeit kostet viel Zeit und Geld. Zudem sind derartige Weltraum-Rechner schwerer als normale Modelle und weniger leistungsfähig. Deshalb starten HPE und NASA nun einen Versuch mit einem Hardware-seitig nicht speziell Weltall-tauglich gemachten Hochleistungs-Rechner.

Nur Software wurde speziell ertüchtigt

Auf dem Super-Computer läuft eine Linux-Distribution, die softwaremäßig so angepasst wurde, dass sie einen Anstieg der Strahlung, der beispielsweise durch einen Sonnensturm verursacht wird, erkennt und sofort die Rechenleistung reduziert. Das soll Schäden am System vermeiden und auch den Energieverbrauch senken.

Der HPE-Super-Computer, der übrigens wassergekühlt ist, soll ein Jahr auf der ISS arbeiten. Danach wird er zurück zur Erde gebracht und daraufhin untersucht, wie stark er im Vergleich zu einem baugleichen Super-Computer auf der Erde gealtert ist. Eine derartige 1:1-Vergleichsmaschine lässt HPE auf der Erde laufen.

Sollte der Rechner mit den Bedingungen im Weltall wie der Schwerelosigkeit oder der Strahlung klar kommen, dann wäre der Einsatz vergleichbarer Super-Computer, die lediglich softwaremäßig speziell für den Weltall vorbereitet wurden, für künftige Missionen tief in die Weiten des Weltalls denkbar. Konkret denkt die NASA an die Mars-Mission: Die Kommunikation zwischen der Erde und den Astronauten auf dem Mars würde insgesamt 40 Minuten dauern: Ein Signal benötigt jeweils 20 Minuten bis zum Mars und weitere 20 Minuten zurück zur Erde.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2292163