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Fachbegriffe zur Tastatur verständlich erklärt

10.11.2018 | 09:00 Uhr |

Wollen Sie sich eine neue Tastatur zulegen, werden Sie mit Fachbegriffen konfrontiert, die Ihnen im ersten Moment vielleicht wenig sagen. Hier finden Sie die Erklärungen.

Der wichtigste Aspekt beim Kauf einer Tastatur ist die Schaltervariante. Hier haben Sie die Wahl zwischen einem mechanischen Keyboard und einer „normalen“ Tastatur, die die sogenannte Rubberdome-Technik nutzt. Bei letztgenanntem Tastaturtyp liegt unter den Tasten eine Gummimatte (auf Englisch Rubber), die kleine Kuppeln unter jeder Tastenkappe vorsieht. Durch den Druck auf die Kappe und somit gleichzeitig auf die Gummikuppeln lösen Sie den Kontaktpunkt auf der Platine aus. Sie wiederum registriert die Eingaben und leitet sie an das System weiter – vorausgesetzt, Sie haben die Taste komplett durchgedrückt.

Vorteile einer Rubberdome-Tastatur: Keyboards mit dieser Funktionsweise haben vergleichsweise leise Schalter. Gleichzeitig kommen Eingaben darüber recht schnell beim System an. Zudem sind Tastaturen mit Rubberdome-Schaltern deutlich günstiger in der Anschaffung als mechanische Tastaturen.

Nachteile: Gerade im Gaming-Bereich sind diese Tastaturen oft nicht präzise genug, denn sie haben meist einen schwammigen Druckpunkt. Das kann zu Fehleingaben führen. Und noch ein Punkt spricht gegen Rubberdome-Tastaturen: Sie verschleißen vergleichsweise schnell.

Tastaturen sind nicht gleich: Sie unterscheiden sich in den Schaltermechanismen. Sie haben die Wahl zwischen Rubberdome- und mechanischen Schaltern.
Vergrößern Tastaturen sind nicht gleich: Sie unterscheiden sich in den Schaltermechanismen. Sie haben die Wahl zwischen Rubberdome- und mechanischen Schaltern.

Etwas robuster und auch genauer sind dagegen mechanische Schalter. Bei ihnen sitzt jede einzelne Tastenkappe auf einem eigenen Schalter. Die Taste wird durch einen Federmechanismus wieder hochgedrückt.

Vorteil: Tastaturen mit mechanischen Schaltern lassen Eingaben auch dann fehlerfrei ankommen, wenn Sie schnell tippen. Deshalb sind sie vor allem beim Gaming sehr beliebt, da es insbesondere für E-Sport-Profis darauf ankommt, dass Eingaben fehlerfrei und unmittelbar ausgeführt werden.

Nachteile: Im Gegensatz zu Rubberdome-Switches sind mechanische Schalter teurer in der Anschaffung. Gleichzeitig können sie – je nach Modell – recht laut sein, was sich beispielsweise in einem Großraumbüro als störend erweist.

Egal ob Spieler oder Vieltipper – wer tagtäglich mehrere Tasten auf dem Keyboard drückt, sollte die Begriffe Anti-Ghosting und Key-Rollover kennen.
Vergrößern Egal ob Spieler oder Vieltipper – wer tagtäglich mehrere Tasten auf dem Keyboard drückt, sollte die Begriffe Anti-Ghosting und Key-Rollover kennen.

Bei der Wahl der richtigen Tastatur begegnet Ihnen mit einiger Sicherheit der Begriff „Anti-Ghosting“.

Gemeint ist damit eine Technik, die das Phänomen Ghosting unterbinden soll: Darunter ist das ungewollte Weiterleiten von Tasteneingaben an das System zu verstehen. Der Fehler entsteht, wenn Sie mehrere Tasten gleichzeitig gedrückt haben. Denn mit den beabsichtigten Tastenbefehlen lösen Sie hier auch ungewollte aus. Wer viel am PC spielt oder schnell und viel tippt, sollte aus diesem Grund darauf achten, dass die Tastatur Anti-Ghosting mitbringt, um diese Fehleingaben zu verhindern. Zum Glück ist diese Funktion in zahlreichen aktuellen Tastaturen integriert.

Weiterer Vorteil: Tastaturen mit Anti-Ghosting ermöglichen die einwandfreie gleichzeitige Eingabe mehrerer Tasten. Auf diese Weise werden ganze Zahlen- und Zeichenfolgen korrekt weitergeleitet, die Sie für komplexe Aktionen oder Befehle in Spielen oder in anderen Anwendungen, wie etwa in der Tabellenkalkulation oder in Multimedia-Programmen benötigen.

Im Zusammenhang mit dem Tastendruck begegnet Ihnen zudem häufig der Begriff „Key-Rollover“.

Er beschreibt, wie viele gleichzeitig gedrückte Tasten vom Gerät korrekt registriert werden. Normalerweise finden Sie den Key-Rollover als Zahlen- oder Buchstabenangabe vor: So bedeutet beispielsweise ein 6-Key-Rollover, dass Sie sechs Schalter gleichzeitig betätigen können, ohne dass die Tastatur hierbei eine Taste „verschluckt“. Die Angabe begegnet Ihnen auch als Kürzel – etwa „6KRO“. Bei der Zählung außen vor bleiben Modifier-Tasten wie Shift, Strg, Alt oder auch Windows.

Die Luxusvariante ist „N-Key-Rollover“.

Letzteres bedeutet, dass eine beliebige Anzahl von parallelen Tasteneingaben erfolgen kann, ohne eine zu verlieren. Im Prinzip lassen sich hier also alle Tasten gleichzeitig drücken. Wer viel spielt und/oder schreibt sowie oft Tastenkombinationen verwendet, der sollte deshalb zu einer Tastatur greifen, die mindestens einen zweistelligen Key-Rollover bietet. Oder Sie greifen am besten gleich zur N-Key-Rollover-Variante, denn damit sind Sie garantiert auf der sicheren Seite und können sich darauf verlassen, dass eine Erfassung aller Eingaben erfolgt und korrekt an das System weitergeleitet wird.

Tipp: Fachbegriffe zur Maus verständlich erklärt

Makros sind selbst programmierte Tastenfolgen.

Mit ihnen lassen sich ganze Befehlsfolgen auf nur eine Taste legen. Der Vorteil: Sie können vor allem während des Spiels schneller reagieren. Makros sind gerade bei MMO-Spielen (Massive Multiplayer Online Game) verbreitet, weil hier zahlreiche Zauberspruch- Kombinationen zum Einsatz kommen, die mit einem einzigen Tastendruck ausgeführt werden. Sie können das meistens ziemlich einfach über die Gerätesoftware umsetzen: In dem jeweiligen Keyboard-Treiber wählen Sie eine Makro-Taste aus, drücken danach den Knopf für die Aufnahme im Programm und tippen die Tastenfolge ein. Durch das Einfügen einer Pause können Sie sogar Fähigkeiten oder Tränke in die Reihe einbauen, die erst nach einer sogenannten Cool-down-Phase (die Zeit bis zur nächstmöglichen Benutzung) wieder zum Einsatz kommen können. Die entsprechenden Tastaturen sind entweder nur Makro-fähig oder sie bringen sogar separate Makro-Tasten mit. Die erstere Ausführung lässt Tastenfolgen nur als Doppelbelegung von regulären Tasten zu. Hierfür verwenden Sie den Nummernblock oder die F-Tasten, weil Sie diese nicht so häufig benötigen. Um jedoch Verwirrungen vorzubeugen, gibt es Keyboards mit dezidierten Makro-Tasten, die meist von Beginn an ohne Funktion sind – und damit ausschließlich für die speziellen Befehlsfolgen vorgesehen sind.

Tastaturen mit Makro-Tasten lassen sich mit ganzen Befehlsfolgen belegen, die beim Spielen dann mit einem Druck ausgelöst werden.
Vergrößern Tastaturen mit Makro-Tasten lassen sich mit ganzen Befehlsfolgen belegen, die beim Spielen dann mit einem Druck ausgelöst werden.

Sollten Sie beim Tastaturkauf über den Begriff „Tenkeyless“ – kurz: TKL – stolpern, hat das mit der Anzahl der Tasten zu tun. Denn hier handelt es sich um ein Tastaturmodell, das keinen Nummernblock auf der rechten Seite mitbringt. Diese Tastaturvariante bietet sich an, wenn Sie häufiger mit Ihrer Tastatur unterwegs sind – beispielsweise auf Gaming-Turnieren oder Geschäftsreisen. Auch für beengte Arbeitsplätze bietet sich eine TKL-Tastatur an, denn sie beansprucht weitaus weniger Platz auf dem Schreibtisch, da auch die Distanz zwischen Tastatur und Maus verringert ist.

Bei einer RGB-Tastatur handelt es sich hingegen um ein vielfarbig beleuchtetes Keyboard. Dabei geht es allerdings weniger darum, auch im Dunkeln die richtigen Tasten zu treffen. Vielmehr lassen sich hier individuelle farbige Akzente setzen. Je nach Modell kann eine RGB-Beleuchtung bis zu 16,8 Millionen verschiedene Farben darstellen, die Sie über die Gerätesoftware oft sogar pro Taste personalisieren können. Ihre RGB-Tastatur erstrahlt somit in einer Vielzahl verschiedener Farben, die entweder statisch leuchten oder in einer stimmungsvollen Welle über die Schalter fließen.

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