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Facebook zensiert Venus von Willendorf als Pornografie

01.03.2018 | 14:11 Uhr |

Facebook entfernt ein Foto der 30.000 Jahre alten Statue Venus von Willendorf als Pornografie aus dem sozialen Netzwerk.

Facebooks Zensur-Wahn fallen neben Brustkrebsvorsorge-Kampagnen auch immer wieder Kunstwerke zum Opfer. Im jüngsten Fall löschte das soziale Netzwerk ein Foto der Venus von Willendorf. Der Grund: Das Bild sei „pornografisch“. Die rund 30.000 Jahre alte Statue stellt eine üppige Frau mit großen Brüsten und prominent herausgearbeiteter Scheide dar. Die Venus ist Teil der Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM). Die Statue wurde 1908 in Österreich entdeckt. Wegen der realistischen Darstellung und der detaillierten Ausarbeitung gilt sie als Steinzeit-Kunst.

Facebook-Nutzerin Laura Ghianda – eine selbsternannte „Artivistin“ – hatte ein Foto der Venus von Willendorf auf ihrem Profil gepostet, wo es wenig später von Facebook wieder entfernt wurde. Neben Ghianda und zahlreichen Facebook-Nutzern stört sich auch das Naturhistorische Museum Wien an Facebooks „Kunst-Zensur“. Laut Museumsdirektor Christian Koeberl hätten sich bislang noch keine Museumsbesucher an der nackten Steinzeit-Frau gestört. Bei der Ausstellung im NHM müsse die Venus von Willendorf nicht verhüllt werden, das sollte laut Koeberl auch in den sozialen Medien nicht nötig sein.

Facebooks Kunst-Zensur war in den vergangenen Jahren sogar der Anlass mehrerer Klageversuche gegen das Social-Network. Der französische Lehrer Frédéric Durand-Baïssas versucht den Konzern bereits seit 2011 vor Gericht zu ziehen. Facebook hatte den Account des Lehrers vor sieben Jahren gelöscht, weil er ein Foto des Gemäldes von Gustave Courbet "L’Origine du Monde" gepostet hatte. Das Bild aus dem Jahr 1866 zeigt eine realistische Abbildung der weiblichen Genitalien.

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