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Facebook: Mögliches neues Datenleck durch Persönlichkeitsquiz

15.05.2018 | 15:50 Uhr |

Die durch ein Persönlichkeitsquiz gesammelten Daten von drei Millionen Facebook-Nutzern waren schlecht geschützt.

Eigentlich waren die Daten, die durch den Facebook-Persönlichkeitstest myPersonality gesammelt wurden, für die Auswertung durch Wissenschaftler gedacht. Wie das Magazin  New Scientist  nun herausfand, waren sie jedoch so schlecht geschützt, dass beliebige Dritte darauf hätten zugreifen können. Dem Bericht zufolge wurden von dem Persönlichkeitsquiz nicht nur die Antworten der Nutzer, sondern auch teilweise deren Beziehungsstatus, ihr Alter, ihr Geschlecht – und bei 150.000 Mitgliedern auch deren Status-Updates – erfasst.

Sie wurden auf einer zugehörigen Website veröffentlicht, auf die eigentlich hätten nur zugelassene Wissenschaftler per Login hätten Zugriff haben sollen. Diese Login-Daten waren laut New Scientist jedoch so schwach, dass jeder Nicht-Zugriffsberechtigte sie nach einer kurzen Online-Suche ermitteln konnte. Auf diese Weise hätten sich auch Dritte an den persönlichen Daten bedienen können.

Den Angaben zufolge hatten rund sechs Millionen Facebook-Nutzer an dem Quiz teilgenommen. Rund die Hälfte stimmte zu, dass ihre Daten zur anonymen Auswertung von Wissenschaftlern verwendet werden dürfen. Das Team hinter myPersonality genehmigte jedem Wissenschaftler einen Login-Zugang zum Datenschatz, der wiederum einwilligte, die Daten anonym für seine Studien zu verwenden. Laut New Scientist hatten am Ende rund 280 Menschen Zugriff auf die Testergebnisse – darunter auch Facebook-Angestellte und Mitarbeiter von großen Technik-Konzernen.

Die Parallelen zum Marktforschungsunternehmen Cambridge Analytica sind unverkennbar. Auch hier wurden persönliche Informationen durch ein Facebook-Quiz gesammelt. In beiden Fällen wurden die Tests von Forschern der University of Cambridge entwickelt und sie hatten einen Forscher gemeinsam: Aleksandr Kogan. Der Entwickler des Cambridge-Analytica-Tests thisisyourdigitallife hatte bis Mitte 2014 auch an myPersonality mitgewirkt. Die Universität betont jedoch in einer Stellungnahme, dass der Persönlichkeitstest bereits 2009 ins Leben gerufen wurde – bevor Kogan Teil des Teams wurde.

Bislang ist nicht bekannt, ob die Daten durch unbefugte Dritte abgegriffen wurden. Wie ein Facebook-Sprecher gegenüber New Scientist erklärt, werde die App nun einer Untersuchung unterzogen. Sollten die Entwickler nicht kooperieren, würde myPersonality dauerhaft gebannt. Facebook gab in einem Statement heute morgen außerdem bekannt , dass im Zuge der Untersuchungen zu möglichem Mißbrauch von Nutzerdaten mittlerweile mehr als 200 Apps von Facebook verbannt wurden. Die Untersuchungen zu diesen Apps dauern aktuell noch an – myPersonality ist eine von ihnen.

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