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Facebook-KI soll Selbstmorde verhindern

01.03.2017 | 18:02 Uhr |

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz will Facebook künftig Selbstmorde über seinen Live-Streaming-Dienst verhindern.

Im Januar streamte ein 12 Jahre altes Mädchen aus Miami ihren Selbstmord live über Facebook . Erschreckende Taten wie diese will das soziale Netzwerk künftig verhindern. Status-Meldungen in Textform wurden bereits mit entsprechenden Tools erweitert, mit deren Hilfe Freunde und Bekannte einen selbstmordgefährdeten Nutzer melden können.

Selbst wenn Beiträge noch nicht gemeldet wurden, analysiert sie Facebook mit Hilfe von Mustererkennung nach Passagen, die auf Selbstmordgedanken hindeuten könnten. Das Community-Operations-Team schaut sich auffällige Beiträge laut Facebook anschließend persönlich an und versorgt selbstmordgefärdete Nutzer mit Adressen von Ansprechpartnern.

Live Videos werden nun ebenfalls um Möglichkeiten zur Selbstmordprävention erweitert . Nutzer können fragwürdige Streams melden oder ihren Freund selbst kontaktieren. Der betroffene Live-Streamer bekommt daraufhin Hilfestellungen auf seinem Bildschirm. Er kann auf Wunsch einen Freund oder die Telefonseelsorge kontaktieren. Der Person, die den Stream gemeldet hat, hilft Facebook eigenen Angaben zufolge ebenfalls mit Tipps zum Umgang mit dem selbstmordgefährdeten Freund.

In den USA stehen über den Facebook Messenger außerdem Live-Chat-Möglichkeiten mit Crisis Text Line, der National Eating Disorder Association und der National Suicide Prevention Lifeline zur Verfügung. Laut der World Health Organization nehmen sich jährlich weltweit mehr als 800.000 Menschen selbst das Leben. Umgerechnet passiert so alle 40 Sekunden irgendwo auf der Welt ein Selbstmord. Facebook sieht sich eigenen Aussagen zufolge in einer besonderen Position. Dadurch, dass sich im sozialen Netzwerk Freunde miteinandere vernetzen, gibt es dort auch mehr Menschen, die im Ernstfall Hilfestellung geben können.

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