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Facebook führt neue Anti-Selbstmord-Funktion ein

29.11.2017 | 10:59 Uhr | René Resch

Eine von Facebook neu entwickelte KI soll erkennen, wenn Nutzer suizidgefährdet und mögliche Gegenmaßnahmen einleiten.

Facebook sammelt viele Informationen seiner Nutzer, so viele, dass es in Zukunft sogar erkennt, wenn Suizidgefahr bestehe. Eine KI soll Posts, Video und Live-Streams identifizieren, in denen Selbsttötungsabsichten geäußert werden und die entsprechenden Gegenmaßnahmen einleiten, indem beispielsweise Freunde, Bekannte sowie Psychologen informiert werden, die den Selbstmord verhindern sollen. Zumindest bei den Live-Streams ist diese Idee nicht ganz neu.

Das System soll in den USA und vielen anderen Ländern aktiviert werden. In Ländern der EU wird diese Technologie aufgrund des Datenschutzes aber nicht eingesetzt werden.

Facebook testet Anti-Suizid-KI bereits monatelang

Die neue Technologie soll wohl bereits über Monate hinweg getestet worden sein. Facebook hat an ihrem Hauptsitz geschultes Personal eingestellt, die mit den suizidgefährdeten Personen direkt in Kontakt treten. Zudem arbeitet Facebook eng mit Organisationen wie „Save.org“, National Suicide Prevention Lifeline“ und „Forefront“ zusammen, die selbst einiges Know-How in der Prävention von Selbstmorden haben.

„Im vergangenen Monat hat Facebook mehr als 100 "Wellness-Checks" durchgeführt, bei denen die Ersthelfer die betroffenen Benutzer aufsuchten.“ zitiert Techcrunch den Facebook Produktchef Guy Rosen. „In vielen Fällen habe der Nutzer noch mit anderen Nutzern gechattet, als Ersthelfer am Einsatzort eintrafen und mit den betroffenen Personen sprechen konnten.“

Heikel an der Sache: Es gibt keine Option den Anti-Suizid-Scan auszuschalten. Es gehe Facebook darum, Nutzer zu retten. Ein Ausstieg sieht Facebook laut einem Unternehmens-Sprecher nicht vor.

Facebook geht es auch um das Image

Immer wieder hört man von Selbstmorden vor laufender Kamera. In Zukunft möchte Facebook solche Szenarien möglichst verhindern. Wer sich umbringt, soll keine Chance bekommen, im Nachhinein glorifiziert zu werden. Und auch die rasante Weiterverbreitung soll so Einhalt geboten werden.

Es geht also nicht nur um den möglichst besten Schutz der User, sondern natürlich auch um das Saubermann-Image des Unternehmens. Das soziale Netzwerk trägt allerdings natürlich mit seiner immensen Größe auch eine riesige Verantwortung. Ob die neue KI auch Kehrseiten mit sich bringt, wird wohl nur die Zukunft zeigen.

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