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Facebook-Datenskandal größer als gedacht – deutsche Nutzer betroffen

05.04.2018 | 09:44 Uhr |

Facebook hat mitgeteilt, dass bis zu 87 Millionen Nutzer von dem Datenskandal um Cambridge Analytica betroffen sind. Auch die Daten von deutschen Facebook-Nutzern sollen in die Hände der Datensammler geraten sein.

Facebook hat mitgeteilt, dass Cambridge Analytica die Daten von noch viel mehr Facebook-Nutzern abgegriffen habe, als ursprünglich gemeldet wurde. Demnach soll Cambridge Analytica auf die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern unrechtmäßig zugegriffen haben. Bisher war von rund 50 Millionen betroffenen Nutzern die Rede.

Die meisten betroffenen Nutzer stammen aus den USA: Fast 71 Millionen Nutzer (81,6 Prozent). Danach folgen mit großem Abstand die Philippinen (1.175.870 Nutzer; 1,4 Prozent), Indonesien und Großbritannien (1.079.031 Nutzer; 1,2 Prozent) als die Länder mit den meisten betroffenen Nutzern.

Und was ist mit Nutzern aus Deutschland? Zwar haben nur 65 Nutzer aus Deutschland die strittige Umfrage-App, von der Cambridge Analytica die Daten bezogen hat, genutzt. Doch weil eben alle deren Facebook-Kontakte ebenfalls erfasst wurden, können damit die Daten von bis zu 309.815 Facebook-Nutzern aus Deutschland Cambridge Analytica in die Hände gefallen sein, wie Spiegel Online berichtet. Cambridge Analytica habe die Daten 2016 an das Wahlkampfteam von Donald Trump für zielgerichtete Wahlwerbung weitergereicht – so der Vorwurf.

Das heftig kritisierte englische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica hat Facebooks Darstellung widersprochen. Es habe nach eigenen Angaben "nur" die Daten von bis zu 30 Millionen Facebook-Nutzern „lizenziert“. Und keine dieser Daten seien für den Wahlkampf von Donald Trump verwendet worden, so Cambridge Analytica. Die Engländer hätten zudem alle Roh-Daten gelöscht, als Facebook Cambridge Analytica auf das illegale Sammeln der Daten hinwies.Cambridge Analytica arbeitete 2016 für das Wahlkampfteam von Trump.

Facebook teilte im gleichen Atemzug mit, dass es ab sofort Maßnahmen ergriffen habe, um Datenmissbrauch künftig zu erschweren. So können zum Beispiel Apps, die die Event-Programmierschnittstelle nutzen, nicht mehr auf die Gästeliste für den Event zugreifen. Außerdem können Apps, die die Groups API nutzen, nicht mehr auf die Mitgliederlisten einer Gruppe zugreifen. Insgesamt will Facebook mit einer Reihe von Maßnahmen für Apps den Zugang zu Information der Nutzer einschränken. Facebook will zudem Apps, die Facebook nutzen, genauer überprüfen.

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