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Explorer aktualisiert sich nicht - das können Sie tun

08.01.2018 | 15:12 Uhr |

Schon seit Windows 7 tritt bei einigen Rechnern das Phänomen auf, dass der Windows-Explorer das Dateisystem nicht mehr korrekt abbildet. Bereits gelöschte Files und Ordner sind nach wie vor zu sehen, bearbeitete Dateien tragen immer noch das alte Datum.

Dieses Problem ist so weit verbreitet, dass es in den Foren schon mit der Abkürzung „WEDR“ geführt wird: Windows Explorer Doesn’t Refresh. Eine Aktualisierung der Anzeige erfolgt erst nach einigen Minuten, wobei der Explorer dann in den meisten Fällen neu geladen wird. Bis hin zu Windows 10 hat Microsoft den Fehler nicht beheben können. Dies liegt unter anderem daran, dass der Fehler verschiedene, sehr unterschiedliche Ursachen haben kann.

Der erste Lösungsansatz führt über die Registrierdatenbank. Dort können Sie Windows über einen Eintrag zwingen, regelmäßig Aktualisierungen durchzuführen. Tippen Sie regedit in das Suchfeld der Taskleiste ein und rufen Sie anschließend den Registrierungs-Editor auf. Falls Sie mit einem 32-Bit-Windows arbeiten, gehen Sie zum Schlüssel „HKEY_CLASSES_ROOT\CLSID“. Bei einem 64-Bit-Windows rufen Sie „HKEY_CLASSES_ROOT\Wow6432Node\CLSID“ auf. Klicken Sie den Schlüssel „CLSID“ mithilfe der rechten Maustaste an und wählen Sie „Suchen“. In das nächste Suchfeld tragen Sie dont refresh ein. Falls Sie einen entsprechenden Eintrag finden, klicken Sie ihn doppelt an und setzen seinen Wert auf „0“.

Falls dieser Wert bei Ihnen nicht vorhanden sein sollte, so müssen Sie ihn an der richtigen Stelle erzeugen. Klicken Sie hierzu einfach mit der rechten Maustaste auf „CLSID“, wählen Sie „Neu –› Schlüssel“ aus und geben Sie dem Schlüssel den Namen „{BDEADE7F-C265-11D0-BCED-00A0C90AB50F}“. Klicken Sie ihn auch mit rechts an, erzeugen Sie einen Unterschlüssel und nennen Sie ihn „Instance“. Klicken Sie daraufhin mit rechts auf „Instance“ und wählen Sie auf einem 32-Bit-System den Befehl „Neu –› DWORD“, bei einem 64-Bit-Windows hingegen „Neu –› QWORD“. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das neue DWORD beziehungsweise QWORD und nennen Sie es dontrefresh. Klicken Sie es doppelt an und vergeben Sie den Wert „0“. In den meisten Fällen behebt dies den Fehler. Falls nicht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine Erweiterung der Explorer-Shell die Ursache ist, also ein Befehl, den ein Programm in das Kontextmenü des Dateimanagers geschrieben hat. Um nun nach dieser Erweiterung zu fahnden, installieren Sie am besten das Freewaretool Shell Ex View . Dieses zeigt Ihnen wenige Sekunden nach dem Start eine Liste der vorhandenen Erweiterungen an. Aktivieren Sie im nachfolgenden Schritt unter „Options“ den Befehl „Mark Non-Microsoft Extensions“. Alle Befehle, die nicht von Microsoft stammen, werden jetzt blassrosa hervorgehoben.

Die Freeware Shell Ex View liefert eine Übersicht der aktuellen Explorer-Erweiterungen und markiert die Programme von Fremdherstellern in einem leichten Pink.
Vergrößern Die Freeware Shell Ex View liefert eine Übersicht der aktuellen Explorer-Erweiterungen und markiert die Programme von Fremdherstellern in einem leichten Pink.

Darauf folgt ein Trial-and-Error-Spiel: Markieren Sie die gekennzeichneten Erweiterungen und klicken Sie als Nächstes in der Symbolleiste auf den roten Punkt, um sie zu deaktivieren. Arbeiten Sie wie gewohnt weiter und achten Sie nun darauf, ob die Aktualisierung funktioniert. Falls ja, schalten Sie die Erweiterungen nach und nach mit einem Klick auf den grünen Punkt wieder ein, bis Sie die Ursache gefunden haben.

Falls das nicht funktioniert, öffnen Sie bitte den Task-Manager von Windows (Rechtsklick auf die Taskleiste, „Task-Manager), wechseln danach zu „Details“, markieren „explorer.exe“ und klicken auf „Task beenden“. Bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage mit „Prozess beenden“.

Klicken Sie auf „Datei –› Neuen Task ausführen“ und geben Sie explorer ein. Bestätigen Sie nun mittels „OK“, um das Programm wiederum zu starten. Zusätzlich klicken Sie im Explorer auf „Datei –› Ordner- und Suchoptionen ändern“ und drücken dort den Button „Standardwerte“, um das Programm zurückzusetzen. Teilweise hilft hier ebenfalls ein Reset des Icon-Cache von Windows: Gehen Sie hierzu im Explorer zu dem Ordner „C:\Benutzer\[Benutzername]\AppData\Local“ und löschen Sie dort die Datei „IconCache.db“. Achtung: Den Ordner und die Datei finden Sie nur, wenn Sie im Explorer unter „Ansicht –› Optionen –› Ansicht“ die Option „Ausgeblendete Dateien ... anzeigen“ aktiviert haben. Öffnen Sie zusätzlich den Ordner „C:\Benutzer\[Benutzername]\AppData\Local\Microsoft\Windows\Explorer“ und löschen Sie dort alle Files, deren Namen mit „IconCache“ oder „ThumbCache“ beginnen. Als Nächstes folgt eine Fehlermeldung, dass die Dateien nicht gelöscht werden können, da sie im Explorer geöffnet sind. Gleichzeitig legt Windows einen neuen Ordner „IconCacheToDelete“ an. Klicken Sie auf „Abbrechen“ und lassen Sie das System neu starten, um den vorhandenen Cache zu löschen und ihn neu aufzubauen.

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