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Experte: Waffe im 3D-Drucker ausdrucken ist eine Straftat

31.07.2018 | 15:59 Uhr |

Wer in Deutschland eine Waffe am 3D-Drucker ausdruckt, der begeht eine Straftat. Davor warnen Experten.

Die Non-Profit-Organisation Defense Distributed wird am 1. August die Pläne für eine funktionierende Plastik-Waffe aus dem 3D-Drucker veröffentlichen. Damit wird ein jahrelanger Streit mit der US-Regierung beendigt, allerdings wollen mehrere Staatsanwälte aus acht US-Bundesstaaten dies noch mit Eilklagen gegen die Trump-Regierung verhindern. Ob sie damit Erfolg haben, wird sich in den nächsten Stunden zeigen.

Waffen aus dem 3D-Drucker: Wie sieht die Rechtslage in Deutschland aus?

Wer in Deutschland am 3D-Drucker eine Waffe ausdruckt, der macht sich strafbar. Darauf weist Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter in einem Interview mit der Zeitung Die Welt hin. Bisher ist offenbar noch keine Straftat bekannt geworden, die mit einer so gefertigten Waffe durchgeführt wurde. Waffen aus einer solchen Herstellung, so Fiedler, seien aber noch kein grundlegendes Problem, weil die Anschaffung der geeigneten 3D-Drucker noch zu teuer sei und eine ausgedruckte Waffe eine Gefahr für die Person darstelle, die die Waffe nutze.

In Deutschland sei grundsätzlich die Fertigung einer Waffe strafbar. Dabei spiele auch keine Rolle, ob diese aus Plastik oder Metall gefertigt werde. Mit der Zeit werde sicher auch die Verbreitung von 3D-Druckern zunehmen, die Metall verarbeiten. Daher müsse das Problem beobachtet werden. Fiedler fügt aber auch hinzu, dass es auch heute schon möglich sei, mit normalen Haushaltsmitteln großes Unheil anzurichten. Dazu gebe es im Internet genügend Anleitungen, wie man beispielsweise mit einem Messer einen Polizisten töten oder einen Sprengstoff selbst herstellen könne. "Schusswaffen aus dem 3D-Drucker wären dann in der Zukunft 'nur' eine zusätzliche Facette", so Fiedler.

Fiedler erklärt auch, dass Waffen aus Plastik sehr wohl bei Kontrollen an Flughäfen mit der bereits verfügbaren Technik erkannt werden können. Ein weiteres Problem stellen 3D-Drucker aber etwa bei der Produktion von Ersatzteilen dar, beispielsweise für ein Auto, die dann illegal verkauft werden.

Derzeit sei es laut Fiedler auch viel einfacher für einen Kriminellen, eine Waffe über das Darknet zu erwerben, als diese selbst herzustellen. Für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels im Internet seien mehr Polizisten notwendig, allerdings habe diese Bekämpfung aktuell keinen hohen Stellenwert in der Politik.

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