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Ethernet am Notebook: So geht's mit USB-Adapter

09.02.2018 | 14:12 Uhr |

Diesmal bekommen Notebooks mehr Aufmerksamkeit: USB-Adapter rüsten bei besonders kompakten Modellen den oft fehlenden Ethernet-Anschluss nach. Und ein Überwachungstool behält unter Ubuntu und Co. die Entladekurve des Akkus im Blick.

Micro-SD-Karten: Android-Smartphone als Kartenleser

Unterwegs ist nicht immer ein Kartenlesegerät oder eine Adapterkarte für SDHC-Karten zur Hand. Zur Not tut es aber auch ein Android-Smartphone oder -Tablet mit SDHC-Slot. Linux kann Android-Geräte nach dem Anschluss via USB wie einen Kartenleser einbinden und eine eingesteckte Karte sogar direkt mit dem Kommandozeilentool dd lesen und beschreiben.

Damit das Smartphone oder Tablet von Linux als externer Kartenleser eingebunden wird, stecken Sie die Karte in das Android-Gerät und verbinden dieses per USB-Kabel mit dem Linux-Rechner. Auf dem Display erscheint dann der Auswahldialog, um den Übertragungsmodus des Android-Geräts auszuwählen. Die richtige Option ist hier „Massenspeicher (MSC)“. Daraufhin zeigt Android noch einen Hinweis zur Bestätigung an, dass der Zugriff auf die Speicherkarte nur per USB erfolgen kann und währenddessen im Android-System nicht zur Verfügung steht.

Anschließend taucht das Gerät im Linux-System als Massenspeicher auf und die eingesteckte SD-Karte bekommt einen gewöhnlichen Device-Pfad im Stil von „/dev/[X][N]“ zugewiesen. Die Eingabe von

lsblk

im Terminal zeigt diesen Device-Pfad an, anhand dessen sich die Karte auch mit dd lesen und beschreiben lässt.

Hinweis: Es sind von Herstellern angepasste Versionen von Android im Umlauf, in welchen der Massenspeichermodus für SD-Karten deaktiviert wurde. In diesem Fall hilft es oft weiter, in den Android-Einstellungen die Entwickleroptionen und dort das „USB-Debugging“ zu aktivieren. Diese Optionen zeigen sich nach einem siebenmaligen Antippen der „Build-Nummer“ im Untermenü „Über das Telefon/Geräteinformationen“.

Server-Übersicht: Systeminfos beim Log-in

Arbeitet man mit mehreren Linux-Servern, so ist eine Übersichtsseite hilfreich, um das System gleich zu identifizieren. Das Script Screenfetch liefert dazu im Terminal Hardware- sowie Systeminformationen – auf Wunsch gleich nach der Anmeldung per SSH. Neben einem Distributionslogo im Textformat gibt Screenfetch die Kernel-Version, die bisherige Laufzeit (Uptime), die Anzahl der installierten Pakete, die verwendete Shell und Informationen zu CPU, Grafikchip und RAM aus.

Das Bash-Script Screenfetch sammelt die wichtigsten Daten auf einer Übersichtsseite im Terminal.
Vergrößern Das Bash-Script Screenfetch sammelt die wichtigsten Daten auf einer Übersichtsseite im Terminal.

In nahezu jeder Linux-Distribution steht Screenfetch zur Installation über den jeweiligen Paketmanager bereit. So ist es in Debian und Ubuntu mit

sudo apt-get install screenfetch

schnell eingerichtet. Die Eingabe von

screenfetch

im Terminal präsentiert eine farbige Übersichtsseite. Soll diese bei jeder Anmeldung am System angezeigt werden, dann öffnen Sie die Konfigurationsdatei „/etc/bash.bashrc“ („/etc/bashrc“ unter Fedora Linux) mit root-Recht in einem Texteditor und fügen die Zeile „/usr/bin/screenfetch“ ganz am Ende der Datei hinzu.

Lesetipp Linux-Top-20: So finden Sie Ihr Lieblings-Linux

Notebooks: Ethernet über USB-Adapter nachrüsten

Ein großer Teil der Notebooks im handlichen 13-Zoll-Fomat verzichtet auf einen Ethernet-Anschluss. Zum Übertragen großer Datenmengen ist die gelegentliche kabelgestützte Netzwerkverbindung aber unschlagbar. Bei regelmäßigen, umfangreichen Backups und beim weitgehend stationären Einsatz eines Notebooks auf dem Schreibtisch macht sich ein Ethernet-Adapter für den USB-Port schnell bezahlt.

USB-Ethernet-Adapter mit einem Chip von Asix Electronics funktionieren auch unter Linux.
Vergrößern USB-Ethernet-Adapter mit einem Chip von Asix Electronics funktionieren auch unter Linux.

Solche Adapter für USB 2.0, USB 3.0 und USB 3.1 mit USB-C-Port funktionieren unabhängig von Modell und Hersteller des Notebooks. Allerdings verlangen diese Adapter stets nach einem Treiber und deshalb funktionieren nicht alle mit Linux. Schon beim Kauf muss man daher darauf achten, dass der Netzwerkchip eines USB-Adapters im Linux-Kernel Unterstützung findet.

Die Erfahrung zeigt, dass die Chips von Asix Electronics unter Linux gut funktionieren, da der Halbleiterhersteller einen eigenen Linux-Treiber entwickelt hat und diesen regelmäßig aktualisiert.

In den verbreiteten Linux-Distributionen ist der Treiber als Kernel-Modul schon vorhanden. Erfreulicherweise ist der Netzwerkchip in zahlreichen erschwinglichen Ethernet-Adaptern verbaut.

USB 2.0: Für Notebooks mit dem älteren USB-Standard ist ein LAN-Adapter von Ugreen mit bis zu 100 MBit/s ausreichend, der im Versand rund 11 Euro kostet.

USB 3.0: Mit bis zu 1000 MBit/s können Ethernet-Adapter an einem USB-3.0-Port arbeiten, der an Notebooks an seiner blauen Farbe leicht zu erkennen ist. Für diese Anschlüsse ist unter Linux ein Adapter von CSL für 10 Euro empfehlenswert.

USB 3.1 (USB-C): Generell sind Geräte mit USB-C-Anschluss teure, als die nahe Verwandtschaft mit USB 3.0. Die günstigste Lösung ist der Adapter von Dodocool zu 14 Euro, der ebenfalls einen Asix-Chip nutzt und bis zu 1000 MBit/s leistet.

Nach dem Anstecken des Adapters zeigt der Befehl lsusb im Terminal das Gerät mit Hersteller und eindeutiger Geräte-ID an. Diese hexadezimale ID im Format „[XXXX]:[YYYY]“ eignet sich außerdem dazu, unbekannte Adapter eindeutig zu identifizieren.

Die Onlinedatenbank https://usb-ids.gowdy.us/read/UD hilft dabei, Hersteller-ID „[XXXX]“und Modell-ID „[YYYY]“ nachzuschlagen. Generell sollte das Drahtlosnetzwerk im Network-Manager komplett deaktiviert werden, wenn ein Ethernet-Adapter angeschlossen ist, damit das Linux-System den Netzwerkverkehr konsequent über das kabelgebundene Ethernet routet.

Notebookakku: Der Aptik Battery Monitor

Wie steht es um die Batterie eines Notebooks und deren Entladung unter Berücksichtigung der CPU-Auslastung? Diese Frage beantwortet unter Ubuntu und Co. der Aptik Battery Monitor. Dieses Überwachungstool besteht aus zwei Komponenten: Ein Systemdienst protokolliert im Hintergrund die Entladekurve des Notebook-Akkus und die CPU-Auslastung.

Akku und Auslastung: Der Aptik Battery Monitor protokolliert Entladung und CPU-Last.
Vergrößern Akku und Auslastung: Der Aptik Battery Monitor protokolliert Entladung und CPU-Last.

Zur Auswertung und Anzeige dieser Daten gibt es das grafische Programm „/usr/bin/aptikbattery-monitor-gtk“, das man über das Anwendungsmenü der verwendeten Desktopumgebung aufruft. Ein angezeigtes Zeitdiagramm überlagert die Entladekurve des Akkus mit der Prozessoraktivität. Diese Auswertung gibt Aufschluss darüber, wieviel Laufzeit unter Last von einem alternden Akku noch zu erwarten ist.

Zur Installation des „Aptik Battery Monitor“ stellt der Entwickler ein PPA (externes Repository) für Ubuntu 16.04 und 17.10 bereit.

In einem Terminal nimmt das Kommando

sudo apt-add-repository ppa:teejee2008/ppa

das Repository auf und die beiden Befehle

sudo apt-get update
sudo apt-get install aptik-battery-monitor

installieren das Überwachungstool. Aktiv ist der Dienst zur Protokollierung der Daten aber erst nach einem Neustart des Systems.

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