2257571

Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie erfindet Festkörper-Akku

06.03.2017 | 16:21 Uhr |

Eine Festkörper-Batterie hat die dreifache Energiedichte aktueller Batterien und bietet mehr Sicherheit.

John Goodenough, Fermi-Award-Gewinner und Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie forscht mit seiner Kollegin Maria Helena Braga an einer neuen Batterie-Technologie . Goodenough entdeckte damals Lithium-Cobalt(III)-oxid, das als chemische Verbindung von Lithium, Cobalt und Sauerstoff als Material für die positive Elektrode in Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz kommt. Zusammen mit seiner Forschungspartnerin entwickelt er nun eine Batterie, bei der Glas als Elektrolyt zum Einsatz kommt.

Die Technologie, an der unter anderem auch Samsung und das MIT forschen, soll gleich mehrere Probleme lösen. Festkörper-Batterien sollen so unter anderem mehr Sicherheit bieten als ihre Lithium-Ionen-Pendants. Vorfälle wie beim Galaxy Note 7 , deren Akkus durch Kurzschlüsse Feuer fingen, sollen damit der Vergangenheit angehören. Durch das Festkörper Elektrolyt können keine Metallhaare – so genannte Dendriten – mehr entstehen, die sich in herkömmlichen Akkus willkürlich bilden können und durch die Elektrolyt-Barriere stechen, die Kathode und Anode voneinander trennen. Wird diese Barriere durchstochen, entsteht ein Kurzschluss, der wie bei Samsungs Galaxy Note 7 zu einem Brand führen kann. Eine Elektrolyt-Barriere aus solidem Glas würde dieses Problem beheben.

Laut aktuellen Tests haben Festkörper-Batterien zudem eine dreimal so hohe Energiedichte wie Lithium-Ionen-Batterien. Die Zellen überstehen außerdem bis zu 1.200 Ladezyklen und halten auch Temperaturen bis -20 Grad ohne Beeinträchtigung stand. Festkörper-Batterien sind laut den Forschern auch umweltfreundlicher und einfacher zu produzieren. Unternehmen, die die neue Technologie herstellen wollen, haben sich bislang jedoch noch nicht gefunden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2257571