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E-Sport: "Wir müssen den Begriff ausradieren"

28.11.2018 | 12:06 Uhr | René Resch

Der hessische Innenminister Peter Beuth von der CDU stellt sich gegen eine Gleichstellung von E-Sport und klassischem Sport.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat im Rahmen des Turn- und Sportkongresses in Darmstadt auch über den E-Sport gesprochen. Wenn es nach ihm ginge, sollte der Begriff „E-Sport“ gar nicht mehr verwendet werden: „E-Sport hat mit Sport nichts zu tun. Wir müssen diesen Begriff ausradieren“, sagte Beuth laut dem Darmstädter Echo. Gaming und klassischer Sport sollten strikt getrennt werden.

Weiterhin führt Beuth aus: „Auf diesem Kongress geht es um Bildung und Gesundheit. Wir wollen die Kinder in die Turnhalle und auf den Sportplatz kriegen. Gaming hat seinen Wert. Aber es gehört nicht in eine Sportorganisation als solche hinein. Weil es sich mit einem Titel schmückt, dessen Werte ich dort vermisse.“

Die Pläne der großen Koalition, die dem E-Sport auch Vereins- und Verbandsrecht zusprechen möchte, beschreibt Beuth als „katastrophal“.

„E-Sportler sind keine Sportler, da bleibe ich konservativ. Und diese Gemeinschaft im E-Sport ist ja nicht das, was Millionen von Kindern machen. Sondern die sitzen alleine vor der Konsole und haben vielleicht einen Spielpartner, der sonstwo auf diesem Planeten sitzt. […] Ich möchte meinem Sohn nicht erlauben, dass er zu mir sagen kann: 'Ich betreibe Sport', wenn er vor Fifa 19 sitzt und gerade Barcelona gegen Madrid spielt.“

Es gibt auch Gegenstimmen

In der E-Sport-Szene kommt die Wortwahl von Peter Beuth natürlich schlecht an. Hans Jagnow vom E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) kommentierte auf Twitter Peter Beuths Beitrag folgendermaßen: „Diese unangemessene Wortwahl von Peter Beuth hat mit einer sachlichen Debatte nichts mehr zu tun. Diese Rhetorik treibt einen Keil in den Dialog mit dem Sport. Unfassbar!“

Auch der Vizepräsident des hessischen Landessportbundes, Ralf-Rainer Klatt äußerte sich gemäßigter. E-Sport ist ein „Teil des Digitalisierungsprozesses unserer Gesellschaft“, und dieser sei „eben auch im Sport angekommen“.


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