2297126

DVB-T2 HD am PC: Das brauchen Sie dafür

21.09.2017 | 10:49 Uhr |

Das digitale Antennenfernsehen ist schärfer denn je. Am Rechner fordert DVB-T2 HD viel Power und neue Hardware. Wir machen den Check mit aktuellen Geräten und geben hilfreiche Tipps.

Egal, ob Sie DVB-T2 HD am Fernseher oder am Rechner genießen wollen, stets setzt die neue Technik relativ aktuelle Hardware voraus. So darf Ihr Fernsehgerät nicht älter als zwei Jahre sein, wenn der eingebaute TV-Tuner das hochauflösende Antennenfernsehen unterstützen soll. Ist er älter, zieht das eine Investition in einen Receiver nach sich. Die Geräte liegen zwischen rund 50 und 300 Euro.

Ähnlich sieht es beim hochaufgelösten Antennenfernsehen am Rechner aus. In der Regel werden Sie nicht um den Kauf neuer Hardware herumkommen. Für Besitzer von Notebooks sowie Mini-Rechnern empfiehlt sich ein USB-Stick, der sich ganz einfach in einen freien Port stecken lässt. Desktop-Rechner lassen sich alternativ auch mit einer PCI-Express-Netzwerkkarte erweitern. Wer beides nicht möchte, der kann sich für einen Netzwerk-Tuner entscheiden. Das Zusatzgerät stellt das Antennenfernsehen im Heimnetz zur Verfügung. Die Mehrkosten sind mit einer Receiver-Box für den TV vergleichbar: Sie starten bei rund 50 Euro für einen Stick und schrauben sich bis zu einigen hundert Euro für einen Netzwerk-Tuner hinauf. Eine Auswahl erhältlicher Geräte finden Sie in der Tabelle.

Hardwareanforderungen für den DVB-T2-HD-Empfang

Für DVB-T2 HD am Rechner lässt sich alternativ zu einem USB-Stick auch eine PCI-Express-Netzwerkkarte einbauen. Viele Varianten bieten mehr als einen Tuner – wie die Digital Devices Octopus Twin für rund 300 Euro.
Vergrößern Für DVB-T2 HD am Rechner lässt sich alternativ zu einem USB-Stick auch eine PCI-Express-Netzwerkkarte einbauen. Viele Varianten bieten mehr als einen Tuner – wie die Digital Devices Octopus Twin für rund 300 Euro.

Doch bevor Sie nun eine Komponente Ihrer Wahl ordern, überprüfen Sie bitte den PC oder das Notebook, mit dem Sie das hochauflösende Antennenfernsehen empfangen möchten. Denn der PC muss mit einer zusätzlichen Hürde zurechtkommen – dem Dekodieren von HEVC-Material (High Efficiency Video Coding). Dies setzt weitaus potentere Rechenleistung voraus als das alte Antennenfernsehen mit H.264 (MPEG-4) und MPEG-2. Sie benötigen dazu einen Rechner, der Inhalte entschlüsseln kann, die in H.265 kodiert sind. Ist Ihr Rechner ungefähr zwei Jahre alt oder jünger, stehen die Chancen gut, dass er einen HEVC-Decoder integriert hat, der Full-HD-Material mit 8 Bit pro Farbkanal verarbeiten kann – zum Beispiel mit den CPUs der Intel Skylake-oder Kabylake-Serien und mit den Grafikkarten der Reihen AMD Radeon RX400 sowie Nvidia Geforce 900 und aktueller.

Bei allen älteren PCs und Notebooks hilft Ihnen für einen ersten Check das kostenlose Tool DXVA Checker . Mit ihm lassen sich zumindest die Videofähigkeiten der Grafikkarte abklären. Haben Sie das Programm auf dem Rechner installiert, rufen Sie das Register „Decoder Device“ auf. Finden Sie hier den Eintrag „HEVC_VLD_Main“ sowie den Vermerk „FHD“, ist die Grafikkarte grundsätzlich geeignet für DVB-T2 HD. Am besten überprüfen Sie zusätzlich anhand eines Full-HD-Videos, ob die Power von Prozessor und Grafikkarte ausreicht. Sehen Sie schon bei Youtube-Videos Ruckler oder hören Sie, wie die Lüfter hochfahren, eignet sich Ihr Rechner mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht für DVB-T2 HD. Das gilt auch für ältere Windows-Tablets und kostengünstige Notebooks mit älteren Dual-Core-oder Atom-CPUs. Sie schaffen die Entschlüsselung entweder gar nicht oder nur bei sehr hoher CPU-Last. Sie sehen dann entweder ein schwarzes oder ein stehendes Bild.

DVB-T2 HD: 10 Fakten, die Sie wissen müssen

Vermeintlicher Königsweg über den Freenet-TV-Stick

Wer Privatsender sehen möchte, dem bleibt derzeit nichts anderes übrig, als zum TV-Stick des Anbieters Freenet für rund 60 Euro zu greifen. Im ersten Monat können Sie die Privaten kostenfrei damit empfangen, im Anschluss daran werden Gebühren fällig. Der Stick selbst ist recht breit gebaut. Stecken Sie ihn am Notebook in einen freien USB-Port, dann überdeckt er leicht die Nachbarschnittstellen, sodass Sie dort keine weiteren Peripheriegeräte anstöpseln können. Im Paket ist eine Antenne enthalten, die Sie mit dem Stick verbinden. Diese lässt sich entweder per Saugnapf am Tisch oder mit einem Klipp am Monitor befestigen.

Ihr PC muss zur Erstinstallation mit dem Internet verbunden sein. Denn zur passenden Software kommen Sie lediglich über einen Download unter www.freenet.tv/software . Das Viewer-Programm, das es für Windows-und Mac-Betriebssysteme gibt, lässt sich kostenlos herunterladen. Zum Testzeitpunkt findet sich auf der Webseite von Freenet der Hinweis, dass sich das Programm noch im Beta-Stadium befindet, weshalb es „bei der Audio-und Bildwiedergabe zu Verzögerungen kommen kann“. Öffnen Sie das Programm zum ersten Mal, fordert es Sie auf, sich zu registrieren, um die einmonatige kostenlose Probephase für das gesamte Programmangebot zu starten.

Check der Grafikpower für DVB-T2 HD: Mithilfe der Freeware DXVA Checker können Sie grundsätzlich abklären, ob die Grafik Ihres Rechners auf den Umgang mit HEVC-Material in Full-HD ausgelegt ist.
Vergrößern Check der Grafikpower für DVB-T2 HD: Mithilfe der Freeware DXVA Checker können Sie grundsätzlich abklären, ob die Grafik Ihres Rechners auf den Umgang mit HEVC-Material in Full-HD ausgelegt ist.

Klicken Sie auf das Feld „Registrieren (als Neukunde)“, öffnet sich das entsprechende Browser-Fenster, in welchem Sie den Stick mit Ihrer Mailadresse und Freenet-TV-ID registrieren. Die Identifikationsnummer findet sich auf der Kundenkarte, die dem Stick beiliegt. Um das Freenet-Konto zu erstellen, geben Sie zusätzlich ein Passwort ein. Danach versendet Freenet eine Freischaltbestätigung an Ihre Mailadresse. Im nächsten Schritt melden Sie sich in der Software als registrierter Kunde an. Bevor der Player endgültig startet, fordert er in unserem Versuch ein Update. Das ist etwas seltsam, wenn Sie das Programm gerade erst von der Webseite heruntergeladen hatten, jedoch nicht zu ändern. Ist der Update-Prozess beendet, startet die Programmsuche automatisch. In unserem Fall findet das Programm mal 41, mal 34 Sender. Das zeigt, wie entscheidend der Standort ist. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind sofort einsatzbereit. Anders sieht es mit den Privaten aus. Klicken wir einen Kanal an – zum Beispiel Super RTL HD–, erscheint der Hinweis, dass dieser nicht freigeschaltet ist. Es gibt also eine Latenz zwischen der Anmeldung und der Freischaltung. Sie können den Prozess selbst erneut anstoßen, indem Sie sich auf der Freenet-Webseite in Ihrem Kundenkonto einloggen und den Status überprüfen. Wenn bei Ihrem Stick „Guthaben aktiviert“ steht, dann klicken Sie auf den Link unter „Sie empfangen kein freenet TV trotz Aktivierung?“. Es erscheint nun ein Ausklappfenster, in dem Sie bitte auf „Jetzt aktivieren“ klicken. Davor öffnen Sie die Software und wählen einen privaten Sender wie etwa RTL aus. Unmittelbar danach sollte die Freischaltung erfolgreich sein. Freenet selber spricht hier von einer Zeitdauer von dreißig Minuten, bis die Kanäle laufen.

Nach der Erstinstallation des Freenet-TV-Sticks sind die Privaten trotz Gratis-Monat nicht automatisch freigeschaltet. Sie können den Prozess aber über Ihr Kundenkonto selbst anstoßen.
Vergrößern Nach der Erstinstallation des Freenet-TV-Sticks sind die Privaten trotz Gratis-Monat nicht automatisch freigeschaltet. Sie können den Prozess aber über Ihr Kundenkonto selbst anstoßen.

Die Bildwiedergabe auf unserem Test-Ultrabook mit Intel-i5-4200U-CPU und 8 GB Arbeitsspeicher weist deutliche Ruckler auf und zeigt zeitweise sogar Standbilder. Der Ton läuft dann entweder weiter oder macht unvorhersehbare Pausen. Keine Sendung war auf Dauer auszuhalten. Aber selbst unser potentes Testsystem mit Intel-i7-4770k-CPU und 3,5 GHz Taktung, AMD-Radeon-R9-200-Grafikkarte sowie 16 GB Arbeitsspeicher schafft keine wirklich flüssige Wiedergabe, obwohl die CPU dem Windows-Task-Manager zufolge beim Fernsehen nur mit rund zehn Prozent belastet wird.

Wollen Sie das Programm wechseln, so klicken Sie im Hauptmenü einfach von einem Kanal auf den anderen. Der Wechsel geht an beiden Rechnern nicht gerade schnell vonstatten. Derzeit ist das Aufnehmen von Sendungen noch nicht möglich. Die Funktion soll allerdings mit späteren Updates nachgeliefert werden. Das gilt genauso für die internetbasierten Zusatzprogrammangebote von Freenet Connect, die perspektivisch Apps sowie zusätzliche TV-und Radiosender umfassen sollen.

Tipp: TV-Inhalte an jedes Gerät im Netzwerk streamen

Kommentar: Zukunftschancen von DVB-T2 HD

Das terrestrische Digitalfernsehen in Full-HD ist nur einer von mehreren Wegen, um Fernsehbilder zu empfangen. Es muss sich mit Satellit, Kabel und IPTV messen. Bei der Beliebtheit der Empfangswege liegen dem Digitalisierungsbericht 2016 der Landes-Mediengesellschaften zufolge Satellit und Kabel vorne. Es folgen in weitem Abstand DVB-T und IPTV mit leichten Vorteilen für das digitale Antennenfernsehen.

So jedenfalls vor dem Regelbetrieb von DVB-T2 HD. Daran wird sich auch mit der Freischaltung des hochaufgelösten Antennenfernsehens nichts ändern. Denn es ist fraglich, ob das Zuckerl einer echten Full-HD-Auflösung tatsächlich ausreicht, um Boden zu IPTV gutzumachen, geschweige denn den Abstand zu Kabel und Satellit zu verringern. Jedenfalls für den Empfang am Rechner wohl eher nicht, solange die Hürden mit quengeliger Hardware und Zusatzinvestitionen in Grafikkarte und CPU so hoch sind.

Außerdem bleiben noch zu viele Fragen offen: So ist derzeit nicht klar, für welche Sendungen von privaten Kanälen Aufnahmen erlaubt sind und was die Zusatzdienste tatsächlich bieten, die von Freenet TV Connect versprochen werden. Die Gebühren sind dabei nicht das Abschreckende. Denn für das Gesamtangebot in HD über die anderen Empfangswege sind auch Zuzahlungen fällig. Wenn DVB-T2 HD den Anteil von gut 3,4 Millionen Nutzern in Deutschland halten kann, den das alte Antennenfernsehen erreicht hat, wäre das derzeit schon ein Erfolg. Dabei gibt es eine echte Chance auf einen Durchbruch: Denn immerhin ist DVB-T2 HD der erste Empfangsweg, über den eine flächendeckende Versorgung in Ultra-HD-Auflösung gelingen könnte. Die Anzeichen dafür stehen nicht so schlecht. Bei den Sendern wird jedenfalls genau darüber nachgedacht.

Alle anderen Module nur für Free-TV-Empfang

Da sich private Sender ausschließlich über den Freenet-TV-Stick empfangen lassen, erhalten Sie bei allen Alternativen nur frei empfangbare Sender auf den Rechner, sprich die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Spartenkanälen. Mit den Ansteckmodulen bekommen Sie immer auch ein Viewer-Programm wie etwa den DVB-Link Player beim Micro-USB-Modul Terratec Cinergy T2 Stick micro für rund 50 Euro. Hier ist die Ersteinrichtung komplizierter als beim Freenet-TV-Stick, weil Sie Tuner und Software zusammenbringen müssen. Im Falle des Terratec-Geräts müssen Treiber und Software zunächst auf den Rechner geladen werden. Die Treiber gibt es auf der Webseite des Herstellers, die Software dagegen nicht. Beides finden Sie alternativ auch auf der beiliegenden CD, allerdings haben viele Notebooks gar kein entsprechendes Laufwerk mehr eingebaut, was die Installation erschwert.

Den Micro-Stick verbinden Sie mit dem USB-Adapter, wenn Sie keine Micro-USB-Schnittstelle haben. Dann stecken Sie noch das Antennenverbindungsstück an und daran die Antenne selbst. Ist das Konstrukt mit dem Rechner per USB verbunden, geht es ans Aktivieren der Software. Dies klappt nur im Zusammenspiel mit dem Stick. Ist die Software gestartet und hat sie den Stick erkannt, so lässt er sich unter dem Register „Produkte“ markieren. Daraufhin klicken Sie auf „Aktivieren“ und geben nun den Ziffern-/Zahlencode ein, den Sie im Lieferumfang finden. Anschließend müssen Sie im Register „Quelle“ die Empfangsart definieren – in unserem Fall „Terrestrial DVB-T/T2“. Das klappt bei uns nicht immer. Denn an einem Rechner wird der Stick nur als DVB-S und -C erkannt. Ist der Tuner-Typ richtig auswählbar, müssen Sie noch den TV-Anbieter definieren – beispielsweise „DVB-T Germany“. Sollten Sie den Stick aus irgendeinem Grund mal abgezogen haben, dann finden Sie ihn möglicherweise mehrmals als Quelle eingetragen. Stellen Sie sicher, dass er nur einmal zu finden ist, ansonsten misslingt die Kanalsuche mit dem Hinweis: „Tuning fehlgeschlagen“. Zum Löschen klicken Sie auf das Symbol neben dem Produkteintrag und wählen das Papierkorbsymbol aus.

Die Software DVD-Link Player bietet Ihnen viel mehr Einstellungsmöglichkeiten als das derzeitige Player-Programm von Freenet, ist jedoch weniger intuitiv in der Bedienung. Sie haben einen elektronischen Programmführer (EPG), können daraus Sendungen aufnehmen oder Kanäle mit einem Code versehen – beispielsweise aus Jugendschutzgründen. In unserem Versuch empfangen wir 21 Sender. Qualitativ ergibt sich das gleiche Bild wie beim Freenet-Stick: Wenn die Hardware zu schwach ist, ruckelt das Bild oder es steht einfach.

Übers Heimnetz fernsehen: TV-Stick für das NAS

Über den Stick TV Butler 100TC von DVB Logic lässt sich die Netzwerkfestplatte als DVB-T2-HD-Server verwenden. Die Serversoftware finden Sie bei zahlreichen Geräten direkt im jeweiligen NAS-App-Store.
Vergrößern Über den Stick TV Butler 100TC von DVB Logic lässt sich die Netzwerkfestplatte als DVB-T2-HD-Server verwenden. Die Serversoftware finden Sie bei zahlreichen Geräten direkt im jeweiligen NAS-App-Store.

Wollen Sie auf mehr Geräten in Ihrem Heimnetz DVB-T2 HD empfangen, aber lediglich einen Stick installieren, können Sie Ihre Netzwerkfestplatte als Tuner-Zentrale einsetzen – etwa über den TV Butler 100TC von DVB-Logic für rund 100 Euro. Der ist mit den meisten gängigen NAS-Systemen von Qnap, Synology, Netgear oder WD kompatibel. Den Empfänger stecken Sie in einen freien USB-Port Ihres Netzwerkspeichers und verbinden ihn mit der mitgelieferten Antenne. Im einfachsten Fall bietet der App-Store des NAS die Software DVB-Link Server zum Download. In unserem Versuch mit der Synology DS216+II lässt sich das Tool über das „Paket-Zentrum“ aufs NAS-System laden. Öffnen Sie das Tool und konfigurieren Sie Software und Empfänger wie beim Terratec Cinergy T2 Stick micro. Achten Sie darauf, dass die Serversoftware auf dem neuesten Stand ist.

DVB-T2-HD-Sticks sind immer mit Software gebundelt. Das Programm muss die Empfangshardware eindeutig als DVB-T-Tuner erkennen, damit die Konfiguration gelingt. Klingt selbstverständiich, ist es aber in der Praxis nicht.
Vergrößern DVB-T2-HD-Sticks sind immer mit Software gebundelt. Das Programm muss die Empfangshardware eindeutig als DVB-T-Tuner erkennen, damit die Konfiguration gelingt. Klingt selbstverständiich, ist es aber in der Praxis nicht.

In der Empfängersoftware auf dem NAS haben Sie einen digitalen Programm-Guide und können Aufnahmen starten, die dann auf der Netzwerkplatte gespeichert werden. Es lassen sich aber keine Sendungen direkt anschauen. Vielmehr erscheint ein Hinweis auf Player-Software für den Client, wenn Sie auf das Play-Symbol klicken. Der Stickhersteller empfiehlt das eigene Programm DVB-Link Viewer oder den freien VLC-Player . Das Viewer-Programm vom Hersteller lässt sich über dessen Webseite auf den Client-PC laden. Wenn DLNA aktiviert ist, findet es den Stick am NAS automatisch. Über die „TV und Medienbibliothek“ können Sie nun Streams abspielen. Damit ein anderer Medienspieler wie der VLC Player Sendungen anzeigen kann, benötigt er die Quelle des Streams. Am einfachsten ist es, die gewünschte Sendung im EPG auszuwählen und die angezeigte M3U-Datei auf Ihrem Client-Rechner zu speichern. Sie enthält alle erforderlichen Informationen für den Stream und lässt sich im VLC-Player über „Medien -> Datei öffnen“ abspielen.

Gibt es Probleme mit der mitgelieferten Viewer-Software, bietet sich DVB Viewer Pro als gute Alternative an, auch wenn Sie das Programm nach einer einstündigen Testphase kaufen müssen.
Vergrößern Gibt es Probleme mit der mitgelieferten Viewer-Software, bietet sich DVB Viewer Pro als gute Alternative an, auch wenn Sie das Programm nach einer einstündigen Testphase kaufen müssen.

Abhängig von der eingesetzten Player-Software unterscheidet sich in unserem Test die Empfangsqualität. Am DVB-Link Viewer laufen die Streams zwar nicht ganz ohne Ruckler, jedoch weitestgehend störungsfrei ab. Im VLC-Player sehen wir deutliche Verzögerungen, teils sogar richtige Klötzchenbildung im Fernsehbild. Das hauseigene Abspielprogramm ist also deutlich besser mit dem NAS-Stick abgestimmt.

Alternative IP-TV: Besser als DVB-T2, Kabel- und Satellitenfernsehen?

DVB-T2 HD: Das müssen Sie wissen

Seit Ende März 2017 ist das bisherige DVB-T-Signal in vielen Ballungsgebieten Deutschlands ab-geschaltet und durch DVB-T2 HD ersetzt worden. Hier ist die Versuchsphase in den Regelbetrieb übergegangen. Schrittweise folgen bis Ende 2019 die restlichen Gebiete der Bundesrepublik. Die nächste Umstellungswelle ist für November 2017 vorgesehen. Haben Sie als DVB-T-Fernsehzuschauer jetzt noch ein Bild, kann es demnächst weg sein. Denn das alte Signal wird bei Inbetriebnahme des neuen abgeschaltet.

Der Übergang ist im ersten Moment ärgerlich, gerade wenn Sie das Signal nur zeitweise – etwa in der Ferienwohnung – benötigen. Dafür zeigt das neue Antennenfernsehen die TV-Bilder in echter Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und mit 50 Vollbildern pro Sekunde. Das ist theoretisch das derzeit beste Bild überhaupt, denn die Wege über Satellit oder Kabel liegen in den Auflösungen darunter. So speisen die öffentlich-rechtlichen Sender die Bilder nur mit 720p50 ein. Das sind zwar auch 50 Vollbilder pro Sekunde, aber nur in HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln. Die Privaten liefern ihre HD-Kanäle dagegen mit 1920 x 1080 Bildpunkten aus, senden allerdings nur mit 50 Halbbildern pro Sekunde (1080i). Das Empfangsgerät muss jeweils eingreifen, um echtes Full-HD auf die Scheibe zu bringen. So ist es bei DVB-T2 HD derzeit auch. Denn die Sender ändern ihre Einspeisungsarten derzeit nicht. Verglichen mit dem alten DVB-T-Signal erhalten Sie jedoch ein deutlich besseres Bild.

Zudem gibt es im Vergleich zum Vorgänger mehr Kanäle. Allein im frei empfangbaren Bereich sind es zurzeit zwanzig unterschiedliche Sender der Öffentlich-Rechtlichen – ARD und ZDF inklusive deren Regional-und Spartensendern. Für die Privaten geht gleichzeitig das Licht des Free-TVs aus, sie werden zahlungspflichtig. Es gibt keine kostenlose Sparversion in SD-Qualität mehr. Dafür ist das Kostenkonstrukt von Anbieter Freenet TV etwas flexibler als HD-TV über Kabel und Satellit. So können Sie zwischen jährlichen 69 Euro oder monatlichen 5,75 Euro wählen. Die monatliche Variante soll sich jederzeit online kündigen lassen. Damit bietet sie sich für den zeitweisen Genuss an.

Universal-Player-Software bei Empfangsproblemen

Manchmal kommt es vor, dass der Sendersuchlauf bei Ihrem DVB-T2-HD-Empfangsgerät mit der mitgelieferten Software nicht klappt. Dann können Sie sich unter Windows mit DVB Viewer Pro Demo behelfen. Der Universal Player ist Shareware und bietet kostenlos nur eine Demoversion, kommt aber mit einer Vielzahl von Sticks, Netzwerkkarten und Netzwerk-Tunern zurecht. Zudem ist das Tool nicht nur für TV-Sendungen, sondern auch für die Wiedergabe von Videos und Musik gedacht. In der Demoversion sind einige Funktionen wie HbbTV oder eine umfangreiche Medienverwaltung nicht verfügbar. Des Weiteren ist spätestens nach einer Stunde Schluss mit dem Hinweis auf die Vollversion, die 20 Euro kostet.

Die Investition lohnt sich allerdings, weil das Programm übersichtlich gestaltet ist und viele Funktionen besitzt, ohne überfrachtet zu sein. Es nutzt unter Windows die Videobeschleunigung Direct-X VA 2.0 (DXVA2) und installiert gleichzeitig das freie LAV-Codec-Paket, mit dem sich HEVC-Material dekodieren lässt. Praktisch: Während des Fernsehempfangs zeigt das Fenster unter anderem die Auflösung und die gegenwärtige Bit-Rate an. Manko: Mit dem Freenet-TV-Stick lässt es sich nicht einsetzen, weil dieser DVB-T2-HD-Tuner nicht erkannt wird.

DVB-T2-HD: Geräte für den TV-Empfang am PC

Produkt

Hardwaretyp

Preis

Aver Media TD310

USB-Stick

55 Euro

Digital Devices Cine C2/T2 V7

PCI-Express-Karte

169 Euro

Digital Devices Octopus Twin CI & Duoflex C/C2/T/T2

PCI-Express-Karte

298 Euro

Digital Devices Octopus V2 Net C2

Netzwerk-Tuner

299 Euro

Digital Devices Octopus V2 Net C2 4T

Netzwerk-Tuner

399 Euro

Digital Devices Octopus Net A8

Netzwerk-Tuner

599 Euro

DVB-Logic TV Butler 100TC DVB-C/T/T2

TV-Stick fürs NAS

99 Euro

Freenet TV USB-TV-Stick

USB-Stick

60 Euro

Hauppauge WinTV-DualHD

USB-Stick

60 Euro

Hauppauge WinTV-SoloHD

USB-Stick

55 Euro

Hauppauge WinTV-QuadHD

PCI-Express-Karte

135 Euro

PCTV Triple Stick (292e)

USB-Stick

80 Euro

Silicon Dust HD Homerun Connect

Netzwerk-Tuner

130 Euro

Technotrend TT-TV-Stick CT2-44000

USB-Stick

60 Euro

Terratec Cinergy TC2-Stick

USB-Stick

50 Euro

Terratec Cinergy T2-Stick micro

Micro-USB-Modul

50 Euro

Wir erklären Ihnen die Vorteile von DVB-T2 HD und und verlosen in Kooperation mit freenet TV ein Gaming-Notebook im Wert von über 3000 Euro sowie 10 DVB-T2 USB-TV-Sticks.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2297126