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Drucker-Tipp: Das bedeutet der Weißgrad von Papier

31.08.2017 | 13:34 Uhr |

Unser Tipp erklärt den Begriff Weißgrad beim Druckerpapier und wie Sie daraus die Qualität des Papiers erkennen.

Immer wieder liest man in den technischen Daten zu Papier von einem Weißgrad nach ISO 11475:2004. Was bedeutet das? Aufgrund dieser Norm ist es möglich, den Grad der Weißheit von Papier festzuhalten. Der Wert gibt an, wie weiß das Papier erscheint – sprich: wie stark das Licht auf dem Papier reflektiert wird. Auf Papierpackungen begegnet uns die Angabe auch als CIE-Wert. Dabei steht das Kürzel für „Commission Internationale de l’Eclairage“ oder „Internationale Beleuchtungskommission“.

Dieses Verfahren unterscheidet sich von der ISO-Norm, beschreibt allerdings im Ergebnis auch den Weißgrad von Papier. Die beiden Verfahren beziehen sich auf das Normlicht D65, um zu definieren, unter welchen Umständen der Reflexionsgrad des Papieres festgehalten wird. D65 beschreibt einen Strahler, der mit einer Farbtemperatur von 6504 Kelvin arbeitet. Das entspricht in etwa den Lichtverhältnissen, wie wir sie von einem mit grauen Wolken verhangenen Himmel her kennen.

Grundsätzlich gilt hierbei: Je höher die angegebenen Werte sind, desto weißer erscheint das Papier.Sehen Sie eine Angabe von 55 bis 140, entspricht dies einem eher grauen oder gelblichen Ton des Papiers, wie es bei recycelten Qualitäten vorkommt. Deshalb spricht man hier auch von Presseweiß, da dieser Weißgrad für Tageszeitungen verwendet wird, die einen hohen Anteil von Altpapier enthalten.

Werte im Bereich von 140 bis 150 stehen für Papiere, die sich universell einsetzen lassen, das heißt für Verpackungen genauso wie zum Bedrucken. Im Geschäftsumfeld kommen in erster Linie Papiere mit Werten von 160 bis 167 zum Einsatz. Diese gelten als hochweiß und damit als sehr reflektierend.Papiere mit Werten darüber sind dem Premium-Bereich vorbehalten. Darunter finden sich auch hochweiße Fotopapiere, die die Druckfarben besonders leuchten lassen.

Die Verfahren zur Definition des Weißgrades von Papier sind vielfältig. Neben ISO und CIE gibt es Verfahren nach Berger, nach Hunter, nach Stensby, nach Stephanson und andere mehr. Sie alle kommen in der Druckindustrie vor. Die Angaben lassen sich nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen oder umrechnen. Der Grund dafür: In jeder Messung wird ein gewisser Farbstich zugrunde gelegt. Allerdings ist er unterschiedlich und lässt sich nicht einfach durch eine Formel herunterrechnen.

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Grundsätzlich dient der Weißgrad als Qualitätsmerkmal in der Papierindustrie. Deshalb ist die Feststellung dieses Wertes hier auch eine Standardprüfung und zeigt den Erfolg von Bleichvorgängen. Bei Recyclingpapier bleibt meistens ein Rest der alten Druckfarbe erhalten. Den Prozess des Entfernens von Farbpartikeln aus Papier nennt man „De-Inking“. Je höher der Anteil an Farbe in der Papiermasse, desto schlechter fällt die Lesbarkeit aus, wenn es erneut bedruckt wird. Daher ist das Floating auch der wichtigste Schritt beim Papierrecycling. Dieser mechanische und chemische Prozess trennt die Farbpartikel vom Papier. Das zerkleinerte Papier wird mit Wasser und Chemikalien vermischt. Druckfarbe und Chemikalien sind meist wasserabweisend. Führt man Luft in das Wasser, lagern sich die Farbpartikel zusammen mit den Chemikalien an der Wasseroberfläche an den entstandenen Luftbläschen ab und können so abgeschöpft werden. Je öfter der Vorgang wiederholt wird, desto sauberer und damit „weißer“ wird die Papiermasse.

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