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Drucker im Netzwerk verfügbar machen - so geht's

22.12.2018 | 09:09 Uhr | Roland Freist

Jeder Rechner braucht Zugriff auf einen Drucker, allerdings meist nur einige Minuten am Tag. Es liegt also nahe, den Printer auch den anderen Netzwerkteilnehmern zugänglich zu machen.

Jedem Arbeitsplatz einen eigenen Drucker zu geben, ist zwar bequem, aber teuer. In einem Netzwerk haben Sie die Möglichkeit, einen gemeinsamen Drucker für alle Benutzer einzurichten. Am einfachsten gelingt dies bei Geräten mit einem integrierten Netzwerkanschluss. Neuere Drucker verfügen meistens über einen WLAN-Adapter, aber auch Ethernet-Anschlüsse sind weitverbreitet. Diese Printer werden wie ein PC ins Netz gehängt. Danach installieren Sie auf jedem Rechner, der Zugriff auf den Drucker haben soll, den mitgelieferten Treiber. Alles Weitere erledigt die Software.

Doch wie bindet man einen Drucker ins Netzwerk ein, der keinen LAN-oder WLAN-Adapter mitbringt? Um dieses Problem zu lösen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wir stellen Ihnen hier die drei populärsten Lösungen vor.

Drucker unter Windows freigeben

Sie können einen Drucker unter Windows genauso freigeben wie einen Ordner. Schließen Sie das Gerät über ein USB-Kabel an und richten Sie den Treiber ein. Rufen Sie im Anschluss daran in den „Einstellungen“ von Windows 10 die „Geräte“ auf und achten Sie darauf, dass auf der linken Seite „Drucker & Scanner“ markiert ist. Klicken Sie auf der rechten Seite den Eintrag für den Drucker an und gehen Sie nun auf „Verwalten“. Klicken Sie auf „Druckereigenschaften“, wechseln Sie zum Register „Freigabe“, setzen Sie ein Häkchen vor „Drucker freigeben“ und bestätigen Sie mit „OK“.

Auf den anderen Rechnern im Netzwerk öffnen Sie in der Systemsteuerung „Geräte und Drucker“ und klicken daraufhin auf „Drucker hinzufügen“. Nach einem ergebnislosen Suchvorgang klicken Sie auf „Der gewünschte Drucker ist nicht in der Liste enthalten“, markieren im nachfolgenden Fenster „Freigegebenen Drucker über den Namen auswählen“ und klicken auf „Durchsuchen“. Klicken Sie dann auf den Namen des Computers, an dem der Drucker angeschlossen ist, markieren Sie den Printer und gehen Sie per Klick auf „Auswählen“. In den beiden folgenden Fenstern klicken Sie auf „Weiter“, dabei holt sich Windows die Treiber von dem entfernten PC. Zum Schluss können Sie mit „Testseite drucken“ noch feststellen, ob alles geklappt hat. Im nächsten Schritt beenden Sie die Installation mit „Fertig stellen“.

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Was kann dabei schiefgehen? Sehr wenig. Falls Sie keine Verbindung zu dem anderen Rechner oder dem Drucker bekommen, so sitzt in den meisten Fällen irgendwo ein Kabel locker. Außerdem muss die Datei-und Druckerfreigabe von Windows aktiviert sein. Sie finden diese im Netzwerk-und Freigabecenter über „Adaptereinstellungen ändern“. Klicken Sie Ihre Netzwerkverbindung mit der rechten Maustaste an, öffnen Sie die „Eigenschaften“ und stellen Sie sicher, dass vor „Datei-und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke“ ein Häkchen steht. Überprüfen Sie gegebenenfalls, wie im Artikel „Netzwerk einrichten: So klappt’s“ ab Seite 2 erläutert, ob der andere Rechner im Netzwerk erreichbar ist. Bei Netzwerkdruckern mit eigenem Adapter können Sie auch den Ping-Befehl verwenden, um die Erreichbarkeit zu prüfen.

Die Druckerfreigabe von Windows ist erprobt und robust, hat jedoch zwei gravierende Nachteile. Zum einen muss der Computer, an dem der Drucker hängt, eingeschaltet und Windows gestartet sein, damit im Netzwerk gedruckt werden kann. Da USB-Kabel in der Regel relativ kurz sind, muss der Printer darüber hinaus in der Nähe eines Arbeitsplatzes stehen. Sie können höchstens einen eigenen Rechner als speziellen Druckerserver nutzen, den Sie dann an beliebiger Stelle positionieren können. Dagegen sprechen allerdings der Stromverbrauch eines PCs und in vielen Fällen auch seine Geräuschentwicklung. Ein Printserver ist da die wesentlich elegantere Lösung.

NAS-Laufwerk als Printserver

Unter Windows ist die Freigabe eines Druckers für andere Benutzer im Netzwerk mit wenigen Mausklicks erledigt. Gehen Sie dazu in die Eigenschaften des Geräts und auf das Register „Freigabe“.
Vergrößern Unter Windows ist die Freigabe eines Druckers für andere Benutzer im Netzwerk mit wenigen Mausklicks erledigt. Gehen Sie dazu in die Eigenschaften des Geräts und auf das Register „Freigabe“.

Sowohl NAS-Geräte als auch die Fritzbox bringen einen oder mehrere USB-Anschlüsse mit, die Sie auch für den Anschluss eines Druckers verwenden können. Da ein NAS-Laufwerk oder ein Router normalerweise ohnehin immer eingeschaltet ist, benötigen Sie keine zusätzliche Hardware und haben des Weiteren den Vorteil, dass der Stromverbrauch auf diese Weise nur minimal erhöht wird.

Schließen Sie den Drucker an das NAS-Gerät an und sehen Sie in dessen Software nach, ob der Printer erkannt wurde. Installieren Sie auf dem Rechner den Druckertreiber und wählen Sie dabei als Anschlussart USB. Sobald Sie zum Anschließen des Druckers aufgefordert werden, brechen Sie das Setup ab. Öffnen Sie nun stattdessen den Windows-Explorer und klicken Sie unter „Netzwerk“ auf den Eintrag des NAS-Laufwerks sowie als Nächstes doppelt auf den Drucker. Windows meldet nun, dass es keinen Treiber für das Gerät gefunden hat, was Sie mit „OK“ bestätigen. Anschließend öffnet sich der Installationsassistent, mit dem Sie den Printer als Netzwerkdrucker einrichten.

Die Fritzbox als Printserver

Für die Benutzung der Fritzbox als Printserver hat AVM den USB-Fernanschluss entwickelt, eine Kombination aus einer Funktion der Firmware mit einem Windows-Programm, mit dem es möglich ist, einen per USB angeschlossenen Drucker über das Netzwerk anzusteuern. Dadurch lässt sich der Printer zentral neben der Box platzieren, sodass er für jeden Arbeitsplatz einfach erreichbar ist. Allerdings gibt es einen Haken: Der Drucker kann immer nur von einem Computer genutzt werden. Nach einem fertigen Druckauftrag müssen Sie die Verbindung manuell kappen, damit ein anderer Rechner drucken kann. Das lässt sich jedoch umgehen, indem Sie den Drucker ganz einfach über einen speziellen Port ansteuern.

Installieren Sie den Drucker zunächst einmal als lokal angeschlossenes Gerät. In den älteren Windows-Versionen öffnen Sie sodann die Systemsteuerung beziehungsweise das Startme-nü und darin „Geräte und Drucker“. In Windows 10 finden Sie die eingerichteten Printer ebenfalls in den „Einstellungen“ unter „Geräte -> Drucker & Scanner“. Klicken Sie das Icon Ihres Druckers mithilfe der rechten Maustaste an und rufen Sie die „Druckereigenschaften“ beziehungsweise „Eigenschaften“ auf. Wechseln Sie zum Register „Anschlüsse“ und klicken Sie dann auf „Hinzufügen“. Im folgenden Fenster klicken Sie doppelt (!) auf „Standard TCP/IP Port“ und starten den Assistenten mit „Weiter“. Tippen Sie neben „Druckername oder IP-Adresse“ den Host-Namen fritz.box ein, wahlweise können Sie auch die IP-Adresse der Box angeben. Windows versucht daraufhin einige Zeit, den Port zu erkennen, was ihm allerdings nicht gelingt. Das spielt aber keine Rolle.

Tipp: Windows 10 erkennt Scanner nicht - was tun?

Aktivieren Sie im nächsten Fenster unten die Option „Benutzerdefiniert“ und rufen Sie die „Einstellungen“ auf. Stellen Sie sicher, dass als Protokoll „Raw“ markiert ist und neben Portnummer „9100“ steht. Bestätigen Sie die Einstellungen mit „OK“, klicken Sie auf „Weiter“ und „Fertigstellen“ und schließen Sie das Fenster „Druckeranschlüsse“. Gehen Sie noch einmal zum Register „Anschlüsse“ Ihres Druckers. Dort ist nun der neue Port „fritz.box“ markiert. Löschen Sie das Häkchen bei „Bidirektionale Unterstützung aktivieren“ und klicken Sie auf „Übernehmen“. Wenn alles geklappt hat und der Drucker an die Fritzbox angeschlossen und eingeschaltet ist, erscheint neben „fritz.box“ sein Name. Schließen Sie sodann die Einrichtung mit „OK“ ab. Wiederholen Sie diese Schritte auf sämtlichen Computern, die auf den Drucker zugreifen sollen.

Im Folgenden bleibt lediglich noch eine wichtige Sache zu erledigen: Vergewissern Sie sich bitte, dass im Menü der Fritzbox unter „Heimnetz -> USB-Geräte -> USB-Fernanschluss“ der Fernanschluss deaktiviert ist. Anschließend können Sie den Drucker am USB-Port der Fritzbox ohne zusätzliche Software direkt aus Windows heraus ansteuern. Falls gleichzeitig mehrere Druckaufträge eingehen, so arbeitet der Printer sie nacheinander ab.

Achtung: Sie können auf diese Weise nur drucken. Eine Scanfunktion, wie sie von den Multifunktionsgeräten angeboten wird, lässt sich nicht nutzen. In einigen Fällen gelingt das mithilfe des USB-Fernanschlusses von AVM, aber nicht bei jedem Modell. Ein Ausweg ist dann die Anschaffung eines externen Printservers (siehe dazu auch Kasten).

Netzwerkdruck per separatem Printserver

Um einen Drucker ohne Netzwerkschnittstelle über LAN oder WLAN anzusteuern, können Sie sich auch für etwa 25 bis 100 Euro einen speziellen Printserver zulegen. Es handelt sich dabei um ein kleines Kästchen mit einem Ethernet-Anschluss und meist auch einem integrierten WLAN-Adapter für die Einbindung in ein Netzwerk. Zusätzlich verfügt ein Printserver noch über einen oder mehrere USB-Ports zum Anschluss eines Druckers. Über seinen Treiber leitet er die Druckaufträge über das Netzwerk an den Printer weiter. Solche Geräte verbrauchen nur wenig Strom, sie sind geräuschlos, und Sie können sie nahezu beliebig platzieren. Außerdem unterstützen die meisten Modelle auch das Scannen über das Netz.

Externe Hardware-Printserver nehmen die Druckaufträge übers Netzwerk entgegen und leiten sie per USB an den Printer weiter.
Vergrößern Externe Hardware-Printserver nehmen die Druckaufträge übers Netzwerk entgegen und leiten sie per USB an den Printer weiter.
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