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Drucker gibt PDF-Dokument nicht aus – das können Sie tun

22.10.2018 | 13:34 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Beim Druck von PDFs verweigert der Drucker in manchen Fällen den Dienst und zeigt vielmehr am Bedien-Panel eine Fehlermeldung wie beispielsweise „Systemfehler“ an. Wir verraten Ihnen, was dahintersteckt.

Sie drucken regelmäßig PDF-Dateien aus, welche von unterschiedlichen Programmen erzeugt wurden – etwa durch ein Layoutprogramm wie Adobe Indesign oder von einer Office-Anwendung wie etwa Word. In der Regel haben Sie kein Problem, das entsprechende PDF-Dokument an Ihrem Drucker auszugeben. In manchen Fällen verweigert das Ausgabegerät allerdings den Dienst und zeigt vielmehr am Bedien-Panel eine Fehlermeldung wie beispielsweise „Systemfehler“ an. Oftmals erhalten Sie zusätzlich die Aufforderung, den Drucker aus- und wieder einzuschalten, um den Betrieb fortzusetzen. Aber auch nach einem Neustart des Druckers lässt sich das Dokument nicht am Gerät ausgeben.

Reader aktualisieren: In der Regel nutzen Sie für das Ausdrucken einer PDF-Datei den Acrobat Reader. Achten Sie bitte darauf, dass das Programm auf dem aktuellen Stand ist. Sie überprüfen den Update-Status, indem Sie den Reader öffnen und dann unter der Rubrik „Hilfe“ die Option „Nach Updates suchen…“ anklicken. Die Abfrage dauert eine Weile. Erhalten Sie die Meldung „Keine Updates verfügbar“, so ist Ihre PDF-Software auf dem aktuellen Stand. Ist dies nicht der Fall, installieren Sie das angezeigte Update.

Statt des Ausdrucks des PDFs erhalten Sie nur die Meldung „Systemfehler“ am Druckerdisplay. Als Ursachen kommen Drucker, Windows und Acrobat infrage.
Vergrößern Statt des Ausdrucks des PDFs erhalten Sie nur die Meldung „Systemfehler“ am Druckerdisplay. Als Ursachen kommen Drucker, Windows und Acrobat infrage.

Windows Updates aufspielen: Hier handelt es sich erneut um eine Vorsichtsmaßnahme. Der Grund: Microsoft integriert in die regelmäßigen Updates für Windows 10 nicht selten Aktualisierungen, die sowohl den Acrobat Reader als auch Druckertreiber betreffen. Der Update-Status lässt sich prüfen, indem Sie Windows Update in das Suchfeld neben dem Windows-Symbol eingeben und als Nächstes aus der vorgeschlagenen Liste „Windows Update-Einstellungen“ auswählen. Lesen Sie im nachfolgenden Fenster die Meldung: „Sie sind auf dem neuesten Stand“, ist keine weitere Aktion notwendig. Trifft dies nicht zu, klicken Sie einfach auf „Nach Updates suchen“. Die weiteren Vorgänge können je nach Stand des Systems eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und mehrere Rechnerneustarts benötigen.

Druckertreiber checken: Wollen Sie sich auf die Windows-Updates zur Druckertreiberpflege allein nicht verlassen, prüfen Sie, ob ein Update für den Drucker vorliegt. Hierfür kommen mehrere Wege infrage: In manchen Druckertreibern finden Sie ein Register für Zusatzfunktionen – zumeist mit „Utility“ bezeichnet. Klicken Sie hier auf „Software updaten“ oder „Driver update“ und folgen Sie den Anweisungen. Bei einigen Druckermodellen ist die Update-Funktion auch in ein Hilfstool ausgelagert. Sie finden das Programm, indem Sie den Druckerhersteller in das Suchfeld neben dem Windows-Symbol eingeben – wie beispielsweise HP, Brother oder Canon. Wenn es bei Ihrem Druckermodell diese Möglichkeit nicht gibt, sehen Sie am besten auf der Installations- CD nach. Möglicherweise finden Sie darauf eine Auswahloption, um nach einem aktuellen Treiber suchen zu lassen. Des Weiteren sind im Service-Bereich auf der jeweiligen Herstellerwebsite unter Ihrem Modell die aktuellsten Treiber gelistet.

Druckspooler neu starten: Behebt die aktuelle Treiberversion Ihr Druckproblem nicht, so kann dies auch am Druckspooler von Windows liegen. Sollten sich im Betriebssystem noch alte Spooldateien befinden, können diese den Ausdruck Ihres PDFs verhindern. Der Spooler steuert unter Windows die Druckwarteschlange. Um den Spooler zu bereinigen, müssen Sie ihn zuerst stoppen. Dazu geben Sie in das Suchfeld neben dem Windows-Symbol Dienste ein und wählen die Windows-Dienste aus. Suchen Sie in der Liste nach „Druckwarteschlange“. Klicken Sie den Eintrag doppelt an und wählen Sie im nachfolgenden Fenster unter „Allgemein“ das Feld „Beenden“ aus. Bestätigen Sie mittels „OK“. Geben Sie daraufhin im Suchfeld neben dem Windows-Symbol diesen Pfad ein: %WINDIR%\system32\spool\printers

Löschen Sie sämtliche Dateien, die sich in diesem Verzeichnis befinden. Um den Druckspooler anschließend neu zu starten, geben Sie erneut Dienste in das Suchfeld neben dem Windows-Symbol ein, wählen nunmehr aus den Diensten „Druckwarteschlange“ aus und klicken zudem doppelt auf den Eintrag. Mithilfe eines Klicks auf „Starten“ sowie „OK“ beginnt der Dienst dann wieder zu arbeiten.

Bei vielen Druckern übernimmt ein Hilfstool das Treiber-Update. Es sucht nach der Aktualisierung, wenn Sie bei „Software herunterladen“ den Anweisungen folgen.
Vergrößern Bei vielen Druckern übernimmt ein Hilfstool das Treiber-Update. Es sucht nach der Aktualisierung, wenn Sie bei „Software herunterladen“ den Anweisungen folgen.

Druckereigenschaften ändern: Schafft ein Neustart des Windows-Druckerspoolers keine Abhilfe, kann auch das Abschalten dieses Dienstes die Lösung Ihres Druckproblems sein. Dazu gehen Sie auf „Systemsteuerung –› Drucker und Geräte“ und wählen Ihren Drucker aus. Per Rechtsklick auf das Symbol öffnen Sie das Kontextmenü und wählen hier „Druckereigenschaften“ aus. Unter dem Reiter „Erweitert“ ist sowohl die Funktion „Über Spooler drucken, um Druckvorgänge schneller abzuschließen“ als auch „Drucken, nachdem letzte Seite gespoolt wurde“ standardmäßig markiert. Wählen Sie hier stattdessen die Option „Druckaufträge direkt zum Drucker leiten“. Jetzt übergehen Sie Windows beim Managen der Druckwarteschlange. Das Dokument wird, ohne vorherigen Check, wie beschäftigt der Drucker ist, an das Ausgabegerät gesendet. Alternativ können Sie den Spooler aktiv lassen und hierfür die Option „Erweiterte Druckfunktionen aktivieren“ abschalten. Gerade Netzwerk-Administratoren berichten, dass sich durch das Abschalten von erweiterten Druckfunktionen viele Druckprobleme lösen lassen.

Workaround 1: Wenn keiner dieser Lösungswege zum Erfolg führen sollte, dann können Sie sich nur mit weniger befriedigenden Workarounds behelfen. So lassen sich etwa widerspenstige PDF-Dokumente aus Acrobat Reader über die Funktion „Als Bild drucken“ überlisten. Sie finden diese im Druckmenü neben dem Feld „Eigenschaften“ unter „Erweitert…“.

Workaround 2: Gerade bei Dokumenten, die im Original ein Sonderformat darstellen, entstehen oftmals Probleme beim Druck. Dabei klappt das Verkleinern auf A4 in der Regel ohne Weiteres, wenn Sie im Acrobat Reader im Druckmenü auf „Anpassen“ klicken. Möchten Sie dagegen das Dokument in Originalgröße auf einem A3-Papier ausgeben und haben dazu im Reader-Druckmenü unter „Seite einrichten…“ und „Größe:“ die Auswahl „A3“ getroffen, schlägt der Druck fehl. Hier empfehlen wir folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Definieren Sie das Papierformat direkt im Druckertreiber. Dazu klicken Sie im Acrobat-Reader-Druckmenü als Erstes auf „Eigenschaften“ und wählen unter „Druckformat“ die gewünschte Größe aus.

Schritt 2: Wenn Sie jetzt ausdrucken würden, so wäre der Druck vollflächig auf A3 hochskaliert. Da Sie jedoch Ihr Dokument in Originalgröße erhalten wollen, stellen Sie im Reader-Druckermenü den „Benutzerdefinierten Maßstab“ ein. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass Ihr Dokument auf dem A3-Papier zentriert und nicht in eine Ecke geschoben wird. Für das genaue Einstellen müssen Sie im Folgenden allerdings einige Probeläufe in Kauf nehmen, denn der Maßstab lässt sich nur in Prozentschritten, nicht in Millimetern festlegen. Es kann deshalb gut sein, dass Sie erst bei einem etwas krummen Wert von zum Beispiel 69,5 Prozent Ihr Sonderformat originalgetreu aufs Papier bekommen.

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