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Leck in ISS: Pfusch beim Bau der Sojus-Rakete war Grund

04.09.2018 | 09:08 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Auf der ISS wurde ein Leck entdeckt, das zu einem leichten Druckabfall führte. Die Astronauten konnten das Leck provisorisch schließen. Der Grund für den Riss war Pfusch beim Bau.

Wie spiegel.de unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, ist der Grund für das Leck in der Außenwand des Orbital Moduls von Sojus MS-09, die an der ISS angedockt ist, gefunden. Demnach hatte ein Monteur beim  Zusammenbau der Sojus-MS-09-Rakete auf der Erde die zwei Millimeter große undichte Stelle bereits gefunden, diese jedoch nicht weitergemeldet. Stattdessen schmierte er den Riss mit Kleber zu, so dass dieser bei der Endkontrolle nicht bemerkt wurde. Dieses Provisorium hielt bis letzten Donnerstag durch – dann wurde der Riss wieder frei und der Druck in der ISS fiel ab. Die Astronauten schlossen die Lücke mit Bordmitteln.

Glück im Unglück: Der Riss befindet sich in einem Teil von Sojus MS-09, der für die Rückkehr der drei Astronauten Oleg Germanowitsch Artemjew (Russland), Andrew J. Feustel (USA) und Richard R. Arnold (USA) zur Erde nicht benötigt wird, wie welt.de schreibt. Denn mit Sojus MS-09 müssen diese drei seit dem 21. März 2018 auf der ISS lebenden Astronauten zur Erde zurückfliegen. Diese Rückkehr ist durch den Riss also nicht gefährdet. Mit Sojus MS-09 kamen Sergei Walerjewitsch Prokopjew (Russland), Alexander Gerst (Deutschland) und Serena Auñón-Chancellor (USA) zur ISS. Diese drei lösen Artemjew, Feustel und Arnold also ab. Derzeit befinden sich also sechs Astronauten beziehungsweise Kosmonauten auf der ISS.

So wurde das Leck entdeckt: Die Bodenkontrollstationen in Houston und Moskau bemerkten zuerst einen leichten Druckabfall, der auf ein winziges Leck in der ISS-Außenhülle hinwies, wie die NASA schreibt. Als die Mitarbeiter der Bodenstationen den leichten Druckabfall bemerkten, schliefen die Astronauten auf der ISS. Die Mitarbeiter auf der Erde weckten die Astronauten aber nicht, sondern ließ sie weiterschlafen, weil keine unmittelbare Gefahr drohte.

Nachdem die Astronauten, darunter der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst, wie gewohnt aufgewacht sind, informierte sie die Bodenstation von dem Druckverlust. Die Experten auf der Erde arbeiteten dann das Procedere aus, nach dem die sechs Astronauten sich auf die Suche nach der undichten Stelle machten. Die Astronauten versammelten sich im russischen Abschnitt der ISS und konnten nach intensivem Suchen ein Leck mit zwei Millimeter Durchmesser in einem der beiden angedockten russischen Sojus-Raumschiffen, nämlich in Sojus MS-09 entdecken. Der betroffene Abschnitt der Sojus kehrt nicht mehr zur Erde zurück. Mit dieser Rakete war übrigens Alexander Gerst zur ISS gekommen.

Die NASA betont in einer weiteren Stellungnahme , dass während der ganzen Zeit keine Gefahr für die Besatzung bestand, alle Systeme würden stabil arbeiten. Die Bodenstation behält den Druck immer im Auge und die Astronauten machen mit ihrer gewohnten Arbeit weiter.

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