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Drohnen werden immer gefährlicher für Flugzeuge

20.09.2017 | 11:12 Uhr |

Drohnen behindern immer öfter den Flugverkehr. Bis Ende August 2017 gab es bereits fast genauso viele Störungen des Flugverkehrs durch Drohnen wie im gesamten Jahr 2016. Fluglotsen fordern eine Registrierungspflicht für Drohnen.

Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden 2016 in Deutschland 400.000 Drohnen verkauft, 2017 sollen weitere 600.000 Drohnen hinzukommen. Die stark wachsende Zahl von Drohnen führt zu immer mehr Vorfällen, bei denen der Flugbetrieb über Flughäfen gestört oder sogar gefährdet wird. So zählte die DFS im Jahr 2015 14 Konflikte mit dem regulären Flugverkehr, für 2016 stellte die Flugsicherung bereits 64 Behinderungen fest. Das teilte die DFS, in der alle in Deutschland tätigen Fluglotsen erfasst sind, mit.

Bis Ende August 2017 waren es sogar schon 60 Störungen des Flugbetriebs durch Drohnen, wie RP Online berichtet. Demnach wird es 2017 zu einer neuen Rekordzahl bei Flugstörungen durch Drohnen kommen. Die hier genannten Zahlen beziehen sich nur auf Vorfälle über Flughäfen. Dazu kommen also noch alle anderen Behinderungen durch Drohnen außerhalb des von Lotsen überwachten Flughafenbereichs.

Neben der stark wachsenden Zahl von Störungen des Flugverkehrs durch Drohnen machen die beliebten Fluggeräte auch noch aus einem anderen Grund negativ von sich reden: Sie werden immer öfter für zwielichtige beziehungsweise illegale Zwecke benutzt,  beispielsweise für Drogen- und Waffentransporte über Gefängnismauern hinweg. Die Gefängnisse denken deshalb bereits über Abwehrmaßnahmen nach. Zudem ist zu befürchten, dass Drohnen auch für Terroranschläge verwendet werden können. Dagegen sind Spanner-Aktionen wie das Filmen von nackten Menschen beim Sonnenbaden oder im Schlafzimmer durch Drohnen noch eher harmlose Belästigungen.

Zwar gelten ab dem 1. Oktober 2017 Kennzeichnungspflicht und Kenntnisnachweis für Drohnen. Doch die Deutsche Flugsicherung fordert darüber hinaus eine Registrierungspflicht für Drohnen, damit Täter bei mit Drohnen begangenen Straftaten zweifelsfrei identifizierbar sind. Ein weiteres Problem laut DFS: Drohnen sind zu klein für Radar, sie werden von den Radarschirmen der Lotsen also nicht erfasst. Die DFS experimentiert deshalb zusammen mit der Deutschen Telekom an der Ortung von Drohnen durch Mobilfunksignale.

Drohne sollte Waffen, Drogen und Pornos ins Gefängnis schmuggeln

Das ist die DFS

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5.550 Mitarbeitern (Stand 31.12.2016), darunter die rund 2000 in Deutschland tätigen Fluglotsen.


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