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Drohne mit Nuklearantrieb soll Saturnmond erkunden

25.08.2017 | 15:42 Uhr |

Eine autonome Drohne namens Dragonfly soll auf dem Saturnmond Titan nach Lebensformen suchen.

Das Johns Hopkins Applied Physics Laboratory (APL) hat der NASA einen Vorschlag für eine autonome Drohne namens Dragonfly unterbreitet, die mit acht Rotoren und einem Nuklearantrieb ausgestattet ist. Dragonfly könnte schon bald den Saturnmond Titan erforschen und über der Oberfläche kreisen. 

Der Saturnmond Titan könnte fremde Lebensformen beherbergen.
Vergrößern Der Saturnmond Titan könnte fremde Lebensformen beherbergen.
© nasa.gov

Im Herbst will die US-Raumfahrtorganisation alle Vorschläge auswerten und sich im Anschluss für ein Projekt entscheiden. Auf Titan finden sich viele Kohlenstoffverbindungen, der Saturnmond besitzt eine Oberfläche aus gefrorenem Wasser, unter der sich ein riesiger Ozean verbergen soll. Dort könnte sich außerirdisches Leben befinden. 

Dragonfly kann seine Batterien nach jedem Flug über einen eingebauten Nuklearantrieb aufladen. Zusätzlich ist die Drohne mit Bohrern ausgestattet, um Proben von der Oberfläche zu entnehmen. Dragonfly besitzt außerdem zahlreiche Sensoren, um die Atmosphäre und das Wetter auf Titan zu untersuchen. Da die Anziehungskraft des Mondes geringer ist als auf der Erde, wären Flüge mit weniger Energie möglich. Der Reaktor würde dadurch eine Missionsdauer von mehreren Jahrzehnten erlauben. Die dicke Atmosphäre von Titan reduziert zusätzlich das Risiko gefährlicher Strahlung, die die Elektronik stören könnte. Im Gegenzug erwarten die Drohne eine Oberflächentemperatur von -180 Grad Celsius sowie Regengüsse aus flüssigem Methangas. Titan entspricht damit dem Stadium der Erde vor mehreren Milliarden Jahren, bevor das Leben für eine Atmosphäre aus Sauerstoff gesorgt hat. Trotz seines Namens ist Titan deutlich kleiner als die Erde: Der Durchmesser des Saturnmondes beträgt nur 5.150 Kilometer (Erde 12.756 Kilometer). Sollte sich die NASA für Dragonfly entscheiden, wäre ein Start für Mitte 2020 möglich. Auf Titan ankommen würde die Drohne jedoch erst 2030. 

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