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DJI Inspire 2: Wenn ein Profi Drohne fliegt und filmt

18.07.2017 | 15:16 Uhr |

Der Moment, in dem man denkt, man sei ein guter Drohnenpilot - und dann einen Profi trifft, der das Ganze hauptberuflich macht! Wir waren mit DJI bei der WRC Rally Polen 2017 mit der Drohnencrew unterwegs.

Der erfolgreiche Drohnenhersteller aus China – DJI – ist offizieller Partner der WRC Rally und filmt Teile der Rennen mit der Profidrohne DJI Inspire 2 als Ergänzung zum Helikopter und den stationären Kameras.

Wer sich jetzt fragt: „Moment, wenn doch schon ein Helikopter eingesetzt wird, wofür braucht man dann eine Drohne für Luftaufnahmen?“ Das ist durchaus eine berechtigte Frage, aber auch schnell beantwortet: Eine Drohne kann dort fliegen, wo ein Helikopter nicht hinkommt. Sie ist viel dynamischer, kann nah ran und genau dadurch entstehen diese spektakulären Aufnahmen, die Sie in dem nachfolgenden Video sehen:

WRC Rally in Polen mit DJI Inspire 2

Beeindruckende Videoaufnahmen, oder? Wir hatten die Möglichkeit, die Drohnencrew bei der Rally in Polen zu begleiten, die genau diese Szenen einfängt. Das Team besteht aus einem erfahrenen Drohnenpiloten, der die Inspire 2 steuert. Sowie einem Gimbal-Operator, der nur die Kamera bedient. Einfach wird es dadurch trotzdem nicht. So ein Kombiflug gelingt nur mit genügend Erfahrung sowie Training einwandfrei. Die beiden Piloten sprechen insgesamt wenig miteinander, was aber auch daran liegt, dass sie perfekt aufeinander eingespielt sind, um optimale Aufnahmen zu bekommen. Und bei der Rally gibt es keine zweite Chance!

DJI Inspire 2 - Profidrohne
Vergrößern DJI Inspire 2 - Profidrohne
© DJI

Der Pilot steuert die Inspire 2 im Sportmodus, mit dem hohe Beschleunigungen sowie hohe Geschwindigkeiten von bis zu rund 100 km/h möglich sind. Und genau die sind nötig, um den Rally-Autos folgen zu können, die mit einem unglaublichen Speed über Schotter und Schnee durch Wälder und die Hänge hinauf rasen.

DJI Mavic Pro: Faltbare Drohne im Test

Mit den beiden Akkus ist eine Flugzeit von knapp über 20 Minuten möglich. Es werden zwei Akkus verwendet, um einerseits die Flugzeit zu verlängern und eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten. Fällt eine Batterie aus, ist zumindest die zweite noch aktiv.

Die Flugzeit reicht aus, um pro Stage alle Autos zu filmen, die vorbeikommen. Zwischendurch wird die Drohne aber auch gelandet, um Akku zu sparen, eventuell zu wechseln oder die Kameralinse zu reinigen.

Sind alle Autos durch und gefilmt, geht das Videomaterial per Motorradkurier zurück in den Service-Park, in dem das Material im Schnitt für die Fernseh-Ausstrahlung weiterverarbeitet wird. Und die Crew fährt zu der nächsten Stage, bei der gefilmt werden soll.

Und wenn es besonders schnell gehen muss – weil etwa ein Unfall passiert ist – kommt mal eben der Heli vorbei, lässt einen Korb herunter, während er in der Luft schwebt und sammelt die Speicherkarte auf. Ja, das ist schon ziemlich verrückt, kann aber tatsächlich vorkommen.

WRC Rally Jump
Vergrößern WRC Rally Jump
© DJI / FIA WRC

Das Videomaterial für die Fernsehbilder wird in Full-HD abgespeichert. Die Inspire 2 kann jedoch zwei Auflösungen auf unterschiedlichen Speichermedien gleichzeitig sichern. Auf der eingesetzten SSD wird nämlich zusätzlich eine hochauflösende Aufnahme gespeichert, die anschließend für den eigenen DJI-Youtubekanal verwendet wird.

Das Wetter in Mikolajki in Polen war sehr regnerisch, weshalb nicht klar war, ob die Drohne überhaupt fliegen und filmen kann. Erst, als der Regen zumindest etwas nachließ, konnte die Drohne in die Luft. Tatsächlich ist der Regen weniger ein Problem für die Drohne, die das Wasser zumindest halbwegs abkann. Sondern viel eher für die Kamera, auf deren Linse die Regentropfen haften bleiben und das Bild dadurch beeinträchtigen.

WRC Rally-Wagen
Vergrößern WRC Rally-Wagen
© DJI / FIA WRC

Phantom 4 Pro auch im Einsatz: Neben der Inspire 2 für die "Action-Szenen", setzt die Drohnencrew den Phantom 4 Pro für Schwebeflüge ein. Der bleibt an einer Stelle in der Luft und filmt beispielsweise Sprünge oder Kurven aus der Luft. Die Aufnahmen stehen dann unter anderem zur Analyse und Vergleich der unterschiedlichen Sprunggeschwindigkeiten sowie Linienwahl zur Verfügung - sehr interessant!

DJI Inspire 2 im Sportmodus ordentlich Power

In Polen hatten wir außerdem Gelegenheit, die Inspire 2 selbst zu fliegen – natürlich auch im Sportmodus bei doch recht starkem Wind. Bis 110 km/h konnten wir die Drohne mit etwas Rückenwind treiben. Gegen den starken Wind waren noch bis zu 85 km/h möglich. Die Drohne fliegt sich sehr leicht und bietet alle möglichen Features wie Sensoren zur Hinderniserkennung und smarte Flugmodi. Die Flugzeit mit den beiden Batterien liegt je nach dem, wie man fliegt, bei bis zu 27 Minuten – also sehr ordentlich!

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