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Digitalisierung bei KMU: Warum an der Cloud kein Weg vorbeiführt

04.10.2017 | 10:30 Uhr |

Die digitale Transformation ist Thema Nummer 1 in der IT. Ohne Anbindung an die vernetzte Welt laufen Unternehmen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), auf lange Sicht Gefahr, den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren und riskieren damit den Fortbestand des eigenen Unternehmens. Doch was bedeutet digitale Transformation nun konkret und welche Rolle spielt die Cloud dabei?

Digitale Transformation heißt „Cloud-Transformation“

Als „digitale Transformation“ lässt sich die erstmalige oder verbessernde Integration von digitalen Technologien in die internen Prozesse eines Unternehmens zusammenfassen. Diese Technologien bilden eine zentrale Basis für die Zusammenarbeit mit Lieferanten, Partnern und Kunden, da sie beispielsweise die Kommunikation mit diesen Stakeholdern sowie den Verkauf von Produkten effizienter und leichter gestalten. Das gibt einem Unternehmen den notwendigen Raum, seine Kernkompetenzen auszubauen. So kann sich etwa ein Schreinereibetrieb mit Onlineshop ganz der Fertigung und dem Verkauf seiner Möbel zuwenden.

KMU verfügen oft nur über sehr begrenzte personelle und finanzielle Mittel. Entsprechend suchen sie nach Lösungen, die sich so einfach wie möglich administrieren lassen, etwa wenn IT-Ressourcen bedarfsgerecht vergrößert oder reduziert werden sollen. Dabei sollen die entstehenden Kosten möglichst gering ausfallen und für die Planung transparent sein. Der Weg führt hier über die Cloud. Sie liefert genau das hohe Maß an Flexibilität, das KMU für ihre Infrastruktur benötigen und macht die Cloud zum „Motor“ der digitalen Transformation.

Hosting-Anbietern kommt nun die Aufgabe zu, ihre Kunden auf ihrer Reise in die Cloud zu begleiten, um ihren Umzug dort hin so reibungslos und sicher wie möglich zu gestalten. Der Hoster stellt die passende Cloud-Technologie zur Verfügung mit auf den Kunden zugeschnittenen Funktionen, überlässt jedoch dem Kunden, welche Daten er in die Cloud überträgt und wie er sie dort für seinen Unternehmenserfolg nutzt. Für den Kunden haben hier die Aspekte Sicherheit, Verfügbarkeit der Daten, Benutzerfreundlichkeit und Kostentransparenz eine zentrale Bedeutung. Er möchte bestimmen, wo und unter welchen datenschutzrechtlichen Bedingungen seine Datensätze gespeichert sind und wer auf welche Weise darauf zugreifen kann.

Es geht dabei aber nicht nur um die sichere und einfachere Verwaltung von Datenbeständen in der Cloud. Ihr problem- und verlustloser Umzug beispielsweise von einer On-premises-Architektur - etwa einem eigenen Rechenzentrum - in die Cloud ist genauso wichtig. Der Kunde erwartet, danach seine Daten in vollständigem, unversehrtem, unverändertem sowie strukturell identischem Zustand vorzufinden – und das, ohne digitale Spuren auf der „alten“ Plattform zurückzulassen.

Dies gilt auch beim Transfer von Daten zwischen den Systemen verschiedener Hosting-Anbieter. Ein sogenannter Vendor-Lockin ist eines der meistgenannten Argumente gegen externe Datenhaltung. Zudem möchte der Kunde jederzeit seine Daten schnell abrufen können – das soll mithilfe der Cloud-Lösung einfach von der Hand gehen und nicht viel Zeit kosten.

Die Kostentransparenz ist sowohl im Entscheidungsprozess als auch im laufenden Betrieb von hoher Relevanz, da KMU generell nicht die finanziellen Spielräume für ein risikofreudiges Agieren am Markt haben. So muss der Kunde jederzeit den aktuellen Stand seiner Ausgaben kontrollieren können. Das in der Cloud übliche nutzungsbasierte Bezahlmodell (Pay-per-Use) unterstützt dieses Kontrollbedürfnis des Kunden, da er nur das zahlt, was er auch tatsächlich an Ressourcen nutzt.

All dies fördert eine erfolgreiche Digitalisierung auf Kundenseite, die auf einer starken Partnerschaft zwischen Hosting-Anbieter und Kunden aufbaut.

Starke Partnerschaft auf dem Weg in die Cloud

Hosting-Anbieter stehen den Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation zur Seite, indem sie ihnen auf ihre Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnittene Lösungen zur Verfügung stellen. Moderne Hosting-Anbieter müssen ihren Kunden jedoch mehr bieten als einfach nur bestehende Strukturen 1:1 auf eine externe Infrastruktur zu übertragen.

Als Partner ihrer Kunden müssen sie diesen auch einfach und kostengünstig Zugang zu neuen Technologien bieten, die es dem Kunden ermöglichen, seine IT-Prozesse effizienter zu gestalten – und das, ohne hierfür zusätzliches Fachwissen oder Personal aufbauen zu müssen. Aktuell erleben wir mit der Container-Technologie einen Umbruch in der IT, der KMU eine solche Verschlankung und Effizienzsteigerung ermöglicht.

Container steigern die Effizienz der IT

Im Allgemeinen werden Softwarelösungen immer komplexer. Dies spiegelt sich in der Applikationsentwicklung wider, die zusammen mit Systemwartung und Entwicklung von Erweiterungen steigende Kosten verursacht. Es bedarf also neuer Ansätze der IT-Architektur, die die IT an sich effizienter machen: Container funktionieren in der IT ähnlich wie ihre Vorbilder aus der Schiffslogistik: Sie dienen Entwicklern als Universalbehälter, die man mit den verschiedensten Applikationen wie Anwendungen, Webserver oder Datenbanken „befüllen“ kann. Derart „verpackt“ lassen sie sich zwischen Systemen oder Plattformen von einem Ort zum anderen bewegen.

Der große Vorteil für den Entwickler ist dabei, dass er sich voll und ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann, das Entwickeln von Lösungen. Um die Komponenten, die die Applikationen und den Server funktionstüchtig halten, wie Betriebssystem, Bibliotheken, Treiber, Kompatibilität der Programmiersprache, Patches sowie Updates und dergleichen, muss er sich nicht mehr kümmern. Er wird dadurch in seiner Tätigkeit enorm entlastet. Das wiederum führt dazu, dass die Entwicklungsabteilung wesentlich agiler beim Programmieren vorgehen kann.

Aus der übergeordneten Perspektive der Geschäftsführung heraus bedeutet das geringere Kosten, die Einsparung von Ressourcen, schnellere Produktzyklen und eine weitaus höhere Flexibilität. So profitiert etwa ein Online-Händler von Containern, da er durch die Möglichkeit, die Infrastruktur in Sekunden hochzuskalieren, extrem schnell auf Auftragsspitzen – wie sie beispielsweise im Weihnachtsgeschäft auftreten – reagieren kann.

Die Cloud ist vor allem durch ihre hohe Verfügbarkeit und Flexibilität die perfekte Basis für den Einsatz von Container-Technologien. Sie macht es möglich, dass bei Ausfall einer virtuellen Maschine einfach eine andere übernehmen kann, um so einen Dienst verfügbar zu halten. Durch ihre Skalierbarkeit ist es zudem jederzeit möglich, weitere Container hinzuzufügen.

Nachdem die Container-Technologie anfangs nur ein Thema für einen sehr ausgewählten Kreis von Unternehmen und Entwicklern war, wird die Technik heute bereits in Unternehmen aller Größenordnungen eingesetzt: von öffentlichen Einrichtungen über engagierte Mittelständler bis hin zu Weltkonzernen – sie alle steigern damit die Effizienz ihrer IT.

Container werden eine zunehmend wichtigere Rolle in der Softwareentwicklung und der IT generell einnehmen. Dem Hosting-Anbieter wiederum kommt die Aufgabe zu, technologische Trends mit Innovationspotenzial auf dem Markt zu beobachten und sie den Unternehmen verfügbar zu machen.

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