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Digitale Zukunft: Was bleibt, was wird sich ändern?

15.11.2017 | 14:10 Uhr |

Die Welt ist im Wandel, doch vollzieht sich dieser Wandel heute schneller als je zuvor. Werden wir vom Fortschritt getrieben oder können und wollen wir unsere Zukunft mitgestalten?

Wo sich frühere Generationen noch über Jahrzehnte hinweg langsam an technische Neuerungen gewöhnen konnten, werden wir heute in rasantem Tempo mit neuen Technologien konfrontiert – und sind oft fasziniert und verängstigt gleichermaßen.

Wie wird unsere Zukunft aussehen, was wird vom Menschen bleiben in einer voll technisierten Welt? Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar meint in seinem Buch „ Nächste Ausfahrt Zukunft “ (ab 18,99 Euro), dass wir keine Angst vor dem Morgen haben sollten, weil wir in einer der aufregendsten Zeiten leben, die es je gab.

Nur wenige Menschen hierzulande glauben daran, dass die Welt durch Fortschritt und Digitalisierung besser wird. Das verwundert nicht, denn führt nicht die ständige Forderung nach Wirtschaftswachstum dazu, dass Roboter mehr und mehr unsere Arbeitsplätze einnehmen, weil sie nie ermüden und nie Burn-out bekommen? Wird nicht eines Tages die Künstliche Intelligenz übernehmen, und wir sind dann überflüssig? 

Veränderung macht Angst, Bewährtes hat oft keinen Wert mehr, und das Neue kennen wir noch nicht und können es nicht einschätzen. Und doch haben wir viel Neues schon akzeptiert und in unser Leben integriert wie das Internet oder das Smartphone.

Online können wir uns alles Wissen dieser Welt anzueignen - alles lässt sich googeln, zu fast allen Themen findet sich ein Eintrag in Wikipedia usw. - ein Bildungsvorteil gegenüber früheren Generationen. Oder besteht die Gefahr, dass wir kritiklos und ohne nachzufragen aufsaugen, was uns vorgesetzt wird, ohne Zweifel, ohne eigene Erfahrungen, ohne realen Austausch? Wie wird das Schulsystem der Zukunft aussehen - flexibel via Internet, mit dem Lehrer im Videochat?

Ein Leben ohne Smartphone scheint nicht mehr möglich zu sein. Was macht das mit uns, wenn wir uns den ganzen Tag damit beschäftigen, Belangloses zu posten und zu liken und zu teilen? Wird uns das nicht mehr und mehr in Filterblasen ziehen, die unseren Horizont begrenzen? Wir sind zwar unterwegs in sozialen Netzwerken - aber wissen wir noch, was soziales Verhalten bedeutet?

Mehr und mehr organisieren wir unseren Alltag über mobile Geräte und nehmen in Kauf, dass unsere Interessen und Vorlieben und unser Verhalten detailliert aufgezeichnet werden. Sind wir also künftig noch leichter manipulierbar, wenn wir so viel von uns preisgeben und uns immer weiter vernetzen, weil uns Komfort wichtiger ist als unsere Privatsphäre? Lassen wir uns nicht doch von der Industrie im Fortschrittsmodus vor ihr hertreiben, begeistert jede neue Technologie aufgreifend, jedes neue Produkt kaufend?

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Viele der Entwicklungen, die Ranga Yogeshwar in den Geschichten in seinem Buch aufgreift, müssen auf den Prüfstand, sagt er, "denn moderne Technologien bergen das Potenzial, unsere Welt entweder drastisch zu verbessern oder sie ebenso massiv zu verschlechtern“. Wie wird es also ausgehen: Werden künftige Entwicklungen ein Fortschritt für die Gesellschaft oder lediglich ein Gewinn für eine Minderheit sein? Es wird von jedem einzelnen abhängen: Jeder von uns, schreibt Yogeshwar, sollte bei der Suche nach Antworten seine Verantwortung erkennen und sich aktiv in diese Debatte einbringen – eine aufregende Zeit steht uns bevor.

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