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Digitale KFZ-Kennzeichen: Der gläserne Autofahrer wird getestet

11.04.2018 | 13:05 Uhr |

Ab Mai beginnt Dubai Tests mit digitalen KFZ-Kennzeichen. Die Autos werden ständig überwacht. Die gesamte Lebensgeschichte des Autos inklusive aller Verkehrsverstöße, Unfälle und Reparaturen und alle Routen sind mit dem smarten KFZ-Kennzeichen dauerhaft verbunden. Der gläserne Autofahrer.

Der Wüstenstaat Dubai plant den gläsernen Autofahrer. In Zukunft sollen alle Autos in Dubai digitale Nummerschilder besitzen und durchgehend vernetzt sein. Die Autos lassen sich damit ständig überwachen, die gesamte Lebensgeschichte des Autos inklusive aller Verkehrsverstöße, Unfälle und Reparaturen sowie alle gefahrenen Routen sind mit dem smarten KFZ-Kennzeichen dauerhaft verbunden.

Dubai (das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört) testet hierzu ab Mai 2018 digitale KFZ-Kennzeichen ("smart number plates") in seinem Wüstenstaat. Sie sollen die bisher üblichen Nummernschilder aus Metall ersetzen. Dubai ist damit weltweit das erste Land, das smart number plates erprobt, wie die zuständige Überwachungsbehörde Roads and Transport Authority’s (RTA) mitteilt. Die smart number plates sind mit der Tag2Connect-Plattform (T2C) verbunden, die das Rückgrat für die ständige Konnektivität bildet.

Doch der Unterschied zwischen den digitalen und den blechernen KFZ-Kennzeichen besteht keineswegs nur darin, dass die Identifizierungsnummer samt Buchstaben auf einem Display angezeigt wird, anstatt sie fest ins Blech zu stanzen. Nein, die digitalen Nummernschilder dienen auch dazu, das Auto durchgehend überwachen zu können.Wird ein Auto mit dem digitalen Nummernschild in einen Unfall verwickelt, so ruft das Fahrzeug automatisch die Polizei und eventuell auch den Rettungswagen. Somit übernimmt das digitale Nummernschild Aufgaben, für die bei uns seit 31. März 2018 der eCall zuständig ist.

In der finalen Ausbaustufe sollen alle in Dubai fahrenden Autos digitale Nummernschilder mit Display besitzen, die außerdem mit GPS, einem Sender und Empfänger sowie einem Mikrochip ausgestattet sind. Die Autos werden damit Bestandteil des Internet of Things (IoT).

Über T2C kommunizieren die Autos in Echtzeit untereinander und mit der Überwachungszentrale Traffic Monitoring Centre. Dort weiß man mit Hilfe der Daten von den smart number plates jederzeit über die Verkehrslage in der Stadt Bescheid. Die Behörde kann dann gegebenenfalls die Ampelschaltung an den Verkehr anpassen oder andere Maßnahmen ergreifen, um Staus zu vermeiden. Zudem hat die Behörde über die smart number plates immer und überall das Fahrverhalten der Autofahrer im Auge und kann die Route jedes Autos genau verfolgen. Für Verkehrsrüpel und Ganoven, die ein Auto für ein Verbrechen benutzen, dürften damit harte Zeiten anbrechen.

Die Fahrer sollen über ihr smartes Nummernschild auch bezahlen und mit den Zulassungsbehörden kommunizieren können. Das smart plate ist also digitale Geldbörse und Akte zugleich. Über das smart plate kann man Fahrzeuge an- und abmelden, Geldbußen bezahlen und auch Mautgebühren entrichten.

Zudem soll der gesamte Lebenszyklus eines Autos mit einem smart plate verbunden sein. Mit allen Daten von Zulassungsbehörden, Versicherungen, Händlern und Werkstätten, Hersteller, Polizei und von den Fahrzeugbesitzern. Damit kann ein Gebrauchtwagenkäufer sofort die vollständige Lebensgeschichte des ins Auge gefassten Wagens einsehen. Tacho-Manipulationen wie in Deutschland weit verbreitet werden damit unmöglich. Der Verkäufer kann damit auch keine Reparaturen mehr vor dem Käufer seines Fahrzeugs verheimlichen.

Der große Vorteil der smart number plates gegenüber fest im(!) Auto verbauten Telemetrielösungen: Mit den smarten Kennzeichen lassen sich alle Autos unabhängig von ihrem Alter und ihrer elektronischen Ausstattung vernetzen und überwachen. Auch Oldtimer werden damit digital, ohne dass ein Eingriff in die Fahrzeugtechnik nötig wird.

Die Erprobungphase läuft von Mai 2018 bis zum Jahresende. Mit dem Testlauf wollen die Behörden ermitteln, wie zuverlässig das System mit den digitalen KFZ-Kennzeichen funktioniert und wo es noch hakt. Außerdem will Dubai die Kosten für den flächendeckenden Rollout ermitteln und herausfinden, wie sich das System am besten betreiben lässt.

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