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Die besten Update-Manager im Vergleich

07.11.2018 | 08:07 Uhr | Roland Freist

Update-Manager versprechen, den PC auf dem neuesten Stand zu halten. Doch nur wenige können das auch einhalten.

Der Programmcode von Software wird ständig weiterentwickelt. Die Hersteller und Autoren erweitern ihre Produkte um neue Funktionen, passen sie an die aktuelle Betriebssystemversion an, beheben neu entdeckte Bugs und schließen Sicherheitslücken. Ab und zu veröffentlichen sie dann ein frisches Release, das sämtliche Änderungen umfasst und einfach über die vorhergehende Version installiert wird. Im Fall von kleineren Tools und einfachen Anwendungen ist das Update sogar kostenlos. Und die Anwender sollten diese Aktualisierungen auch möglichst schnell herunterladen und einrichten, denn sie bringen ihnen nicht nur eine erweiterte Funktionalität, sondern machen Windows auch stabiler und sicherer.

Das gilt sogar noch mehr für Treiber-Updates. Hier spielen Sicherheit und Funktionalität eine untergeordnete Rolle, umso wichtiger ist dafür aber der Aspekt der Stabilität. Denn wenn Windows abstürzt und der gefürchtete blaue Bildschirm mit einer Fehlermeldung erscheint, ist in den meisten Fällen ein fehlerhafter oder falsch ausgewählter Treiber die Ursache.

Allerdings hat kaum ein Anwender die Zeit, regelmäßig die aktuellen Versionsnummern seiner Software zu überprüfen, um immer up to date zu sein. Daher hat sich die Gattung der Update-Manager entwickelt, das sind kleine Tools, die auf Knopfdruck die installierten Programme scannen und nachsehen, ob bereits eine neuere Version verfügbar ist. Einige Vertreter bleiben auch im Hintergrund aktiv und überprüfen kontinuierlich die Entwicklung der Programmversionen. Spezielle Treiber-Updater erledigen das für die vorhandene Treiber-Software.

Treiber immer aktuell: Tipps zur Suche und Installation

Verschiedene Arten von Updatern

Update-Manager werden zum einen als separate Programme angeboten, sind aber auch Teil von einigen Tool-Paketen. Darüber hinaus installieren einige Anwendungen und Firmen eigene Update-Programme, die ständig im RAM aktiv bleiben und regelmäßig auf dem Server des Herstellers nach neuen Versionen suchen. Das kann sinnvoll sein, wie etwa bei einem Antiviren-Produkt, aber auch eine ärgerliche Ressourcen-Verschwendung, wie etwa der Java-Updater von Oracle, der in der Voreinstellung nur einmal wöchentlich nach neuen Versionen sucht.

Das übernehmen dann die externen Tools. Ihr wichtigster Bestandteil ist eine Datenbank, die normalerweise online auf einem Server liegt und – ständig aktualisiert – die Versionsnummern von Tausenden Programmen beziehungsweise Treibern sowie ihre Bezugsquellen verzeichnet. Je umfangreicher die Datenbank, desto besser ist der Update-Manager. Findet er ein veraltetes Programm oder einen entsprechenden Treiber, meldet er das dem Benutzer und zeigt ihm entweder, wo er eine neuere Version findet, oder er lädt das Update auf einen Mausklick hin selbsttätig herunter und startet die Installationsroutine. Für den Anwender bringt ein solches Tool mehr Bequemlichkeit und Sicherheit; Administratoren hingegen bekommen eine dezentrale Lösung, die sich für sie um die Aktualisierung der PCs in ihrer Organisation kümmert.

Für diesen Artikel haben wir uns fünf Update-Manager für Anwendungen und drei Treiber-Updater angesehen und stellen sie Ihnen der Reihe nach vor. Dazu gibt es jeweils Tipps, wie Sie die Programme so einstellen, dass Sie den größten Nutzen daraus ziehen.

PC-WELT-Tipp: Bei den Programm-Updatern hat uns das Tool Sumo gut gefallen. Bei den Treiber-Updatern gefällt uns Iobit Driver Booster besonders gut.

Filehippo App Manager

Filehippo krankt vor allem an seiner kleinen Datenbank.
Vergrößern Filehippo krankt vor allem an seiner kleinen Datenbank.

Die verwendete Version 2.0 der Freeware Filehippo lag zum Zeitpunkt des Tests lediglich in einer Betaversion vor, lief jedoch bereits stabil. Das Tool ist sehr einfach gestrickt und konzentriert sich auf die von Windows unter „Programme und Features“ registrierten Einträge. Seine Datenbank ist allerdings äußerst beschränkt, von den 27 installierten Programmen kennzeichnete es gerade einmal drei als „kompatibel“. Unter „Alle installierten Anwendungen“ finden Sie die Liste der Applikationen. Die Titel, bei denen Filehippo eine direkte Update-Installation anbietet, sind mit einem grünen Häkchen gekennzeichnet. In der Voreinstellung durchsucht die Software allerdings lediglich die Standardordner „Programme“ und „Programme (x86)“ nach Anwendungen. Klicken Sie auf „Einstellung“, und wählen Sie „Benutzerdefinierte Orte“ und „Hinzufügen“, damit Filehippo weitere Verzeichnisse berücksichtigt.

Patch My PC Updater

Das Tool ist nur mit einer englischen Bedienoberfläche erhältlich. Immerhin bietet es in den „Options“ unter „Application Languages“ an, gezielt nach deutschsprachigen Versionen der zu installierenden Programme zu suchen. In den Optionen findet man noch eine Reihe weiterer sinnvoller Funktionen, unter anderem „Create Restore Point Pre-update“ für das Anlegen eines Wiederherstellungspunkts vor dem Update. Patch My PC ist jedoch nicht nur ein Update-Manager – tatsächlich ist diese Funktion einer der schwächsten Teile des Programms, da die zugehörige Datenbank gerade einmal 300 Einträge umfasst. Kein Wunder also, dass das Programm in unserem kleinen Test keine einzige veraltete Software fand.

Darüber hinaus lässt sich die Software aber auch zum Installieren verwenden. Dazu setzen Sie im Abschnitt „Apps“ ein Häkchen vor den Titel des gewünschten Programms und klicken unten auf „Perform 1 Update“. Patch My PC lädt die gewünschte Anwendung herunter und installiert sie, ohne dass Sie sich mit der Suche nach einer passenden Download-Quelle aufhalten müssten. Weiterhin ist ein Unistaller integriert, der allerdings lediglich die interne Deinstallationsroutine der Programme aufruft, sowie ein Scheduler mit umfangreichen Optionen für den zeitgesteuerten Start von Anwendungen.

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Sumo

Sumo arbeitet mit einer stark verdichteten Oberfläche.
Vergrößern Sumo arbeitet mit einer stark verdichteten Oberfläche.

Der Software Update Monitor ist nur ein kleines Tool, leistet aber gute Arbeit. Das Programm fand im Test sechs nicht mehr aktuelle Anwendungen; nach einem „Deep Check“, den man über das Menü „Datei“ auslösen kann, kam noch eine siebte hinzu. Die Oberfläche ist in 33 Sprachen verfügbar; die Suche nach Updates lässt sich über ein gutes Dutzend Optionen steuern. Nach einem Rechtsklick auf ein nicht mehr aktuelles Programm können Sie mit „Update holen“ einstellen, ob die Software von der Sumo-Website oder beim Hersteller geladen werden soll. Außerdem kann man einzelne Programme von der Update-Suche ausnehmen, etwa wenn die Aktualisierungen kostenpflichtig sind. Sumo gibt es auch in einer Bezahlversion, die jedoch lediglich ein automatisches Eigen-Update und einen direkten Zugriff auf die Website hinzufügt. Aber bereits die kostenlose Ausführung ist eines der besten Programme dieses Typs auf dem Markt.

Updatestar Freeware Edition

Update Star ist umfangreich, aber erst nach dem Kauf.
Vergrößern Update Star ist umfangreich, aber erst nach dem Kauf.

Der Updatestar sucht nicht nur nach Programm-Updates, sondern berücksichtigt auch Treiber – allerdings nur dann, wenn Windows sie in der Liste der installierten Software führt. Im Testlauf fand das Tool zwei Updates, eines für eine völlig veraltete Version von Paint Shop Pro und eines für einen Chipsatz-Treiber von Intel. Die Installation übernahm es allerdings nicht; das ist wie einige andere Funktionen der Premium Edition für 29,90 Euro vorbehalten. Immerhin lässt sich die Software auch als Uninstaller nutzen: Klicken Sie dazu einen der Einträge in der Programmliste mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie „Deinstallieren“. Über das gleiche Kontextmenü können Sie die Option „Bei Update-Suche einbeziehen“ deaktivieren und so einzelne Programme aus der Suche herausnehmen. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn Sie die Software wie etwa Office 365 abonniert haben oder die Updates kostenpflichtig sind. Und noch ein Tipp: In den „Einstellungen“, erreichbar über die Icon-Leiste „Programme“, können Sie im Register „Sonstiges“ den Autostart von Updatestar deaktivieren.

Treiber-Updater

Leider existiert derzeit kein Tool, das gleichzeitig nach veralteter Software und nicht mehr aktuellen Treibern sucht und auch gleich entsprechende Updates anbietet. Stattdessen benötigt man für beide Aufgaben separate Programme. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei Treiber-Updater vor.

Ashampoo Driver Updater

Auf seiner Website verkündet Ashampoo stolz, dass sein Driver Updater auf eine Sammlung von mehr als 400 000 Treibern für 150 000 Geräte zurückgreifen kann. Im Test fand die Software fünf Aktualisierungen für die installierten Treiber. Die Bedienoberfläche ist übersichtlich und verständlich gestaltet. Vor die Treiber, die ein Update erfahren sollen, setzt man ein Häkchen und klickt dann auf „Jetzt aktualisieren“. Die Suchläufe nach neuen Treibern können Sie über „Einstellungen –› Aufgabenplaner“ voreinstellen, und über eine „Ignorierliste“ nehmen Sie einzelne Treiber von der Suche aus.

Lobenswert ist die Möglichkeit, die vorhandenen Treiber zu sichern. Auf diese Weise ist immer noch eine Sicherungskopie vorhanden, wenn sich ein neu installierter Treiber einmal als nicht kompatibel erweist. Wer die Vollversion für rund 30 Euro (im Sonderangebot 18 Euro) erwirbt, kann für den Backup-Ordner einen frei wählbaren Standardordner angeben. Außerdem lässt sich dann über „Einstellungen –› Treiber“ erreichen, dass vor jeder Installation zunächst ein Wiederherstellungspunkt angelegt wird.

Iobit Driver Booster

Genau wie der Driver Updater von Ashampoo bietet auch der Driver Booster an, die vorhandenen Treiber vor einer Aktualisierung zu sichern – allerdings nur in der Proversion für rund 27 Euro. Außerdem gibt es im „Rettungscenter“, erreichbar über den Button „Retten“ an der linken Fensterseite, einen direkten Link zur Systemwiederherstellung von Windows.

Im Testlauf fand die Software zehn nicht mehr aktuelle Treiber, der Spitzenwert in diesem kleinen Vergleich. Neben jedem Fund steht ein Auswahlmenü, über das man unter anderem „Details“ zu der gefundenen Software abrufen kann. In den „Einstellungen“, die Sie über einen Klick auf die drei waagerechten Striche in der linken oberen Ecke öffnen, finden Sie mehrere Optionen, welche Treiber wann aktualisiert werden sollten. Als einziges Programm verfügt Driver Booster an dieser Stelle über eine Auswahlmöglichkeit, ob lediglich WHQL-zertifizierte Treiber angezeigt werden sollen.

Interessant ist auch der Bereich „Werkzeuge“, wo Iobit eine praxisorientierte Herangehensweise an die Treiber-Aktualisierung ausprobiert. Nach einem Klick auf einen Button wie „Tonstörung beheben“ oder „Netzwerkausfall beheben“ versucht die Software, durch ein Update der entsprechenden Treiber die betreffenden Systemfehler zu reparieren.

Driver Easy

Auf unserem Testrechner fand Driver Easy sieben veraltete Treiber, lag also zwischen den beiden anderen Kandidaten in diesem Vergleich. Alle drei Programme listeten jedoch die gleichen Mainboard-Treiber von Intel auf, sodass die Vermutung naheliegt, dass sie einfach unterschiedliche Zählweisen haben.

Aktuelle Treiber lädt Driver Easy von der Website des Herstellers. In der Proversion für rund 30 Euro können Sie das Programm vor der Installation einen Systemwiederherstellungspunkt anlegen lassen und ihm auch die Installation der Treiber übergeben. In der Freeversion müssen Sie das manuell erledigen.

Der Update-Manager von Windows

Auch Windows besitzt einen Update-Manager, der in den neueren Versionen jedoch nahezu unbemerkt im Hintergrund läuft. Sie erreichen ihn über die „Einstellungen“ im Startmenü und die Auswahl von „Update und Sicherheit“. Die Funktion sucht einmal pro Tag auf den Microsoft-Servern nach verfügbaren Aktualisierungen für Windows; die von Microsoft mitgelieferten Treiber und die Office-Programme und lädt sie herunter. Alle anderen Anwendungen und Programme bleiben außen vor. Über „Nutzungszeit ändern“ können Sie einstellen, zu welchen Zeiten Sie Ihren PC normalerweise verwenden. Das Windows-Update führt dann keinen Neustart für die Installation durch.

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