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Die besten Senioren-Handys im Überblick

15.04.2022 | 15:15 Uhr |

Große Tasten, kontrastreiche Displays und SOS-Funktionen - wir stellen empfehlenswerte Smartphones und Handys für die ältere Generation vor.

Für Senioren gibt es spezielle Mobiltelefone, die an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst sind. Solche Smartphones und Handys haben extra große Tasten, eine vereinfachte Benutzerführung und - ganz wichtig - eine Notfall-Taste, mit der man im Ernstfall mit nur einem Knopfdruck Hilfe rufen kann. Die Geräte sind bei der Generation 65+ beliebter denn je. Über 65 Prozent (im Jahr 2021) nutzen hierzulande im Rentenalter ein Handy oder Smartphone. Tendenz steigend. Wir haben uns verschiedene Gerätetypen angesehen und stellen darüber hinaus praktische Alternativen vor.

Gigaset GS4 Senior: Allrounder mit guter Preis-Leistung

Große Tasten schön und gut - doch nicht für jeden der Generation 65+ ist das das Richtige. Auffällig gestaltete Senioren-Geräte können auch stigmatisieren — und aufgrund fehlender Funktionen und Möglichkeiten bestimmte Gruppen ausschließen. Ist also das vereinfachte Smartphone das richtige Mittel für die digitale Inklusion älterer Menschen in die Welt von Whatsapp und Co.?

Wenn es nach dem Hersteller Gigaset geht, ja. Mit dem GS4 Senior hat der Hersteller ein Smartphone mit moderner Optik im Portfolio, das eine seniorengerechte Bedienung und solide Smartphone-Funktionen unter einen Hut bringt. Damit die ältere Generation nicht lange suchen muss, bietet die hauseigene Oberfläche extragroße Schriften und Symbole sowie eine Notruftaste. Diese lässt sich mit einer definierten Rufnummer belegen.

Technisch ist das GS4 Senior ein solider Kandidat. So gibt es zwar Smartphones mit helleren Displays und moderneren Kamerasystemen; der 4.300 mAh starke — und austauschbare —  Akku mit Laufzeiten von über 9 Stunden macht das aber wieder wett.

Alles in allem: Für rund 280 Euro erhalten Senioren ein modernes Smartphone inklusive Schutzhülle.

Doro 8050 und 8080: Smartphones mit durchdachter Notruf-Funktion

Mittelgroße Displays, Android 9.0 als Betriebssystem und zwei brauchbare Kameras  — Doro liefert mit dem 8050 und 8080 zwei einfache Smartphones, die aber das Wesentliche erfüllen. Die Geräte sind mit 16 GB Speicher ausgestattet und bieten zusätzlich einen Steckplatz für eine Speicherkarte. Das reicht, um viele Apps zu installieren, Whatsapp und Co. zu nutzen und auch Bilder auf dem Handy zu sichern.

Wie das Gigaset haben die beiden Geräte spezielle Funktionen für ältere Menschen an Bord. So können diese im Notfall an definierte Kontakte mit einem Fingertipp eine Nachricht samt Position abschicken. Im Gegensatz zum Gigaset ist die Notruftaste allerdings eine mechanische. Wenn der Empfänger den Alarm akzeptiert, wird ein Anruf aufgebaut und die Freisprech-Funktion aktiviert.

 

Darüber hinaus soll das Gerät besonders Hörgeräte-kompatibel sein (lauter und klarer Klang) und mit einem besonders lauten Klingelton punkten. Ebenso lassen sich die Telefone in der Ladeschale von Doro laden. Das erspart Kabelgefummel beim Anstecken.

Für rund 145 Euro ist das Doro 8050 zu haben. Das Doro 8080 kostet etwa 50 Euro mehr.

Tipp: Über den My-Doro-Manager lässt sich das Smartphone auch über den PC konfigurieren. In Kombination mit Tools wie Teamviewer können Kinder und Enkel dann die eine oder andere gewünschte Einstellung auch schnell mal vom heimischen PC aus erledigen.

Emporia Smart 5: Senioren-Smartphone mit praktischer Hülle

Einen einfachen Zugang zur Smartphone-Welt verspricht Emporia mit seinem Smart.5, dem Nachfolger des Smart.4. Wie die Konkurrenten von Doro und Gigaset setzt das Smart 5 ebenfalls auf eine vereinfachte Android-Oberfläche mit großer Schrift und simplem Menü. Ein Highlight ist das Smart Cover — eine Hülle, die einerseits das Display schützt und andererseits bestimmte Funktionen bildet. So können Nutzer einen Bereich auf dem Cover mit der Schnellwahl für bestimmte Kontakte belegen oder auf Knopfdruck die Kamera aufrufen.

Darüber hinaus befindet sich auf der Smartphone-Rückseite eine mechanische SOS-Taste. Drückt der Nutzer diese, telefoniert das Smartphone der Reihe nach fünf definierte Notfall-Kontakte ab und gibt einen Warnton aus. Mitgedacht: Der Notfall-Kontakt erhält nach Anrufannahme einen Sprachhinweis, dass er den Notruf mit seiner Tastatur bestätigen muss, damit dieser nicht fälschlicherweise auf einem Anrufbeantworter landet.

 

Technisch ist das Smartphone mit der Android-Version 10.0, dem 1,8 GHz Octa-Core-Prozessor, einer Dreifach-Hauptkamera (13+2+2 MP) und seinem Speicherkarten-Slot gut ausgestattet.

Für 225 Euro ist das Gerät erhältlich.

Olympia Neo: Günstiger Smartphone-Einstieg für die Generation 65+

Das Olympia Neo ist ein einfaches Smartphone für die Zielgruppe 65+. Mit einem Preis von 138 Euro ist es als Einstiegs-Gerät ein interessanter Kandidat.

Sofort ins Auge springt der einfach gestaltete Startbildschirm, der die wichtigsten Apps und Informationen auf einen Blick und in der richtigen Schriftgröße zeigt. Praktisch ist auch die eigene Medikamenten-App, die an die Pilleneinnahme erinnert.
Wie bei der Konkurrenz gibt es auch hier eine Notruf-Taste. Wer viel mit dem Smartphone hantiert, sollte allerdings skeptisch auf den 2400 mA großen Akku blicken.

Artfone CS182: Großtasten-Handy mit Farb-Display

Beim Artfone CS182 fällt sofort auf: Es dominieren die Tasten. Diese sind übersichtlich angeordnet und bedecken über die Hälfte der Handyfront. Oberhalb sitzt ein Farbdisplay, das auch für schwächere Augen Inhalte und Schriften einfach und ausreichend groß darstellt. Auch an die Ohren hat der Hersteller gedacht: Das Handy soll Töne und Stimmen besonders laut wiedergeben.

Zum Laden legt man das Artfone CS 182 einfach in die mitgelieferte Ladeschale
Vergrößern Zum Laden legt man das Artfone CS 182 einfach in die mitgelieferte Ladeschale
© Amazon

Rund 36 Euro kostet das Senioren-Handy derzeit bei Amazon.

Was die Software betrifft, bietet es alle gängigen Funktionen: FM-Radio, Taschenrechner, Wecker, Kalender und einen Speicher für bis zu 100 Telefonnummern. Auf der Rückseite des Geräts gibt es eine Notfall-Taste. Wird sie eineinhalb Sekunden lang gedrückt, ruft das Handy fünf definierte Notfall-Kontakte der Reihe nach an und verschickt zudem automatisch eine SOS-SMS.

Gigaset GL590 GSM Telefon: Dual-SIM-Klapphandy mit Komfortfunktionen

Mit dem GL590 GSM Handy zum Aufklappen hat Gigaset neben seinem Smartphone einen klassischen Vertreter für Senioren-Handys im Portfolio. Der Fokus liegt ganz klar auf dem mobilen Telefonieren. Mit hilfreichen Funktionen wie der extra großen Textanzeige, großen Einzeltasten, lauten Klingeltönen und SOS-Notruf-Funktionen wurde das Hörgeräte-kompatible Handy an die besonderen Ansprüche des Alters angepasst.

Die SOS-Taste für den Notfall, hinter der zusätzlich fünf Rufnummern abgespeichert werden können, befindet sich auf der Rückseite. Wie beim Emporia Smart 5 ruft das Handy nach Drücken dieser Taste nacheinander hinterlegte Nummern an und sendet gleichzeitig eine SMS. Gleichzeitig löst das Drücken der Taste einen Alarmton aus, so dass auch Menschen in der Umgebung aufmerksam werden.

Neben der Notruf-Taste sind eine Kamera und ein Micro-SD-Kartenslot an Bord. Ebenso ist Platz für zwei gleiche SIM-Karten. Zum Lieferumfang gehört eine Ladeschale.

Mit rund 60 Euro liegt das GL590 GSM preislich im unteren Segment unserer vorgestellten Senioren-Handys.

Maxcom MM735: Senioren-Handy mit wasserdichtem Notruf-Armband

Neben der üblichen Grundausstattung wie Kamera, Taschenlampe, Wecker und Taschenrechner bietet Maxcom mit dem wasserdichten Notruf-Armband und GPS-Funktion eine Besonderheit.

Sind die fünf eingespeicherten Notfall-Kontakte nicht erreichbar, werden alle drei Minuten Standortangaben per SMS versendet und so eine Fernortung ermöglicht. Das über Bluetooth 5.0 mit dem Handy verbundene Armband löst durch Druck auf den SOS-Knopf den Notruf aus. So ist es im Falle eines Sturzes nicht nötig, erst das Handy zu suchen oder es aus der Tasche zu holen. Wird ein Notruf gesendet, schaltet das Handy zudem automatisch in den Freisprechmodus.

Mit einem Preis von rund 150 Euro ist das Maxcom Senioren-Handy sicher kein Schnäppchen. Für gebrechliche Senioren, die durch das Notfall-Armband ein erhöhtes Sicherheitsgefühl im Alltag erleben, kann es dennoch die richtige Wahl sein.

Apps oder Funktionen für vereinfachte Bedienung (Android)

Nicht immer muss es gleich ein spezifisches Senioren-Smartphone sein. Auch auf Android-Smartphones können Sie mit wenigen Klicks die Menüoberfläche ändern. Dafür lädt man aus Google Play einen sogenannten Launcher herunter. Für ältere Menschen gibt es einige Angebote, die die Nutzung einfacher machen sollen - meist, indem sie Symbole und Schriften größer darstellen und wesentliche Funktionen in den Vordergrund rücken.

Bekannte Vertreter sind Big Launcher oder Senior Safety Phone . Hundertprozentig ersetzen können diese ein Senioren-Smartphone jedoch nicht. Oft greifen sie unnötig Daten ab, vereinfachen nur einen Teil des Smartphones oder SOS-Funktionen arbeiten nicht zuverlässig. Zudem fehlen Basisfunktionen am Gerät wie eine SOS-Taste oder eine erhöhte Lautstärke.

Samsung- oder Huawei-Smartphones haben bereits ab Werk einen sogenannten einfachen Modus mit an Bord. Dieser hinterlässt einen besseren Eindruck als die angesprochenen Launcher und wirkt sich auch auf die Untermenüs aus.

Smartphone-Lernen: Kurse und Austausch 

Man lernt ein Leben lang - und am besten gemeinsam. Neben speziellen Smartphone-Kursen für Senioren - sowohl online als auch offline - haben sich mittlerweile zahlreiche interessante Projekte herausgebildet. Eine gute Idee hat beispielsweise der Seniorenbeirat Meinersen bei Gifhorn in Niedersachsen umgesetzt. Hier sitzen Schüler mit Senioren an einem Tisch und erklären, wie iPhone, Galaxy und Co. funktionieren. Solche Austauschprojekte und Kurse sind auf dem Vormarsch.

Fazit 

Ob Großtasten-Handy, Senioren-Smartphone oder das konventionelle Smartphone: So lange Sprachassistenten wie Google Assistant, Siri und Co. noch nicht alles können, hängt die Wahl des richtigen Mobilfunkgeräts unter anderem stark von den sensomotorischen Fähigkeiten des Nutzers ab.

Bei der Wahl des Geräts geht Probieren über Studieren: Es schadet keinesfalls, mit technikaffinen Familienmitgliedern verschiedene Geräte zu testen, sei es im Laden oder mit einer bestellten Auswahl aus dem Internet.

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