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Die besten Fototipps für den Urlaub

14.07.2017 | 10:20 Uhr |

Im Urlaub bieten sich uns so viele Fotosituationen wie sonst nie und nirgends. Dabei ist es egal, wo Sie Ihre Ferien verbringen. Wir geben Ihnen Fototipps für die häufigsten Ziele.

Überlegen Sie auch vor jeder Ferienreise, ob Sie sich nun doch endlich eine neue Kamera kaufen sollten? Der Gedanke liegt ja nahe, denn schließlich bieten sich gerade im Urlaub in fernen Ländern die interessantesten Fotomotive.

Doch meist bedarf es gar nicht mal einer neuen Kamera, um bessere Bilder zu schießen. Ein paar Einstellungen am alten Apparat verändern – und schon leuchten Ihre Motive in schöneren Farben, zeigen reizvoillere Perspektiven und coolere Effekte. Und das Beste: Die meisten Tipps können Sie auch mit dem Smartphone umsetzen! Sie benötigen höchstens eine zusätzliche Kamera-App wie „ A Better Camera “ oder „ Adobe Photoshop Lightroom “, die oft mehr Funktionen als die Standardanwendung Ihres Smartphones bietet.

Wir haben uns mit den typischen Fotomotiven im Urlaub beschäftigt und sagen Ihnen, wie Sie in den Bergen, beim Baden am Meer, während eines Städtetrips und im Wellnessurlaub die perfekten Erinnerungsfotos machen.

Natur pur: Urlaub in den Bergen

Auch in der Naturfotografie geben Sie einer Aufnahme Tiefe, wenn Sie beispielsweise einen Bach nach hinten kleiner werden lassen.
Vergrößern Auch in der Naturfotografie geben Sie einer Aufnahme Tiefe, wenn Sie beispielsweise einen Bach nach hinten kleiner werden lassen.
© Verena Ottmann

Frühmorgens den Gipfel erklimmen und sich von den ersten Sonnenstrahlen das Gesicht wärmen lassen – für viele Urlauber ist diese Vorstellung der Inbegriff des perfekten Ausflugs. Und den will man schon mal mit der Kamera festhalten.

Doch kann gerade die Sonne, die auf dem Gipfel für Glücksmomente sondergleichen sorgt, beim Fotografieren empfindlich stören – etwa, wenn sie direkt von vorne kommt oder sich auf der Skitour in den Bergen im Schnee reflektiert.

Aber auch mit passender Stellung der Sonne gibt es in den Bergen Fotosituationen, die etwas Können erfordern. Sie möchten Nahaufnahmen von Tieren oder Pflanzen machen? Dann kommt es bei den einen auf Schnelligkeit, bei den anderen auf die perfekte Perspektive an. Und wer gleich ein 360-Grad-Bergpanorama anfertigen will, muss auch das einiges beachten. Wir geben Ihnen Hilfestellung bei verschiedenen Fotosituationen, die Ihnen in den Bergen vor die Linse kommen können.

Schnee und Sonne: Reflexionen können blenden

Jede Naturaufnahme steht und fällt mit der richtigen Ausleuchtung. Auf Bergwanderungen und Skitouren müssen Sie sich mit dem zufriedengeben, was die Sonne so liefert. Viel Spielraum haben Sie hier daher nicht. Haben Sie beim Fotografieren die Sonne beispielsweise im Rücken, kommen Farben und Helligkeitsabstufungen optimal zur Geltung. Feine Strukturen werden dabei allerdings vernachlässigt, was die Aufnahmen oft langweilig aussehen lässt.

Steht die Sonne vor Ihnen, können Sie damit eine besonders spannungsgeladene Atmosphäre erzeugen, da helle und dunkle Motivteile stark voneinander abgesetzt werden. Allerdings haben Fotos, die Sie gegen die Sonne machen, meist das Problem, dass Objekte im Vordergrund zu dunkel werden und nur wenig Details zeigen. Daran ändert übrigens auch eine Gegenlichtblende nichts, die üblicherweise Wechselobjektivkameras beiliegt. Sie soll lediglich Streulicht und Blendenflecken vermeiden, ändert jedoch nichts an der Belichtung an sich.

Mehr Details erzielen Sie mit einer längeren Belichtungszeit. Das setzt jedoch voraus, dass Ihre Kamera das manuelle Einstellen der Belichtungszeit erlaubt. Ist dies nicht der Fall, können Sie die die Belichtungskorrektur Ihrer Kamera nutzen, um das Bild etwas heller zu machen. Oder Sie verwenden den Blitz: Dann bekommt der durch das Gegenlicht zu dunkle Vordergrund zusätzliche Beleuchtung. Spielen Sie hier am besten mit der Blitzintensität, um die richtige Stärke und damit Ausleuchtung zu erreichen.

Spiegelt sich das Sonnenlicht im Schnee, geht es darum, diese Reflexionen in den Aufnahmen zu verhindern. Nutzen Sie auch hier die Belichtungskorrektur, jedoch dieses Mal, um das Bild um eine bis zwei Stufen dunkler zu machen. Scheint die Sonne nicht, setzen Sie die Belichtungskorrektur, wie bereits beschrieben, um eine bis zwei Stufen hinauf. Das verhindert, dass Schneebilder grau und trist werden.

Test: Die besten Foto-Smartphones im Vergleich

Fauna und Flora: Tiere und Pflanzen fotografieren

Beim Thema „Bergvegetation“ denkt jeder bestimmt sofort an Edelweiß und Enzian. Doch werden Sie bei Ihren Wanderungen vermutlich eher auf diverse Distelarten, Gräser und wilde Rosengewächse stoßen – und die sind nicht weniger fotogen! Der Makromodus einer Digitalkamera ist ideal, um eine Blüte oder einen Samenstand in Nahaufnahme abzubilden. Er sorgt, abhängig vom Kameramodell, ab einem Zentimeter Abstand vom Motiv für knackig scharfe Bilder und erhöht die Farbsättigung für die nötige Dramatik.

Allerdings eignet sich der Makromodus nicht für alle Motive: Eine Biene, die auf einer Blüte sitzt, wird wegfliegen, wenn Sie ihr mit der Kamera auf den Pelz rücken. Ein weiterer Nachteil des Makromodus: Er lässt Ihnen nur wenig Einfluss auf die Belichtung, ein Anpassen der Blende ist oft nicht möglich. Doch gerade mit einer offenen Blende können Sie tolle Nahaufnahmen zaubern, wenn Sie beispielsweise die Biene auf der Blüte scharf stellen, das Blütenmeer im Hintergrund jedoch unscharf lassen.

Eine möglichst offene Blende hilft auch, wenn Ihnen auf Ihrer Bergtour ein Reh oder anderes Wild begegnet. Denn eine offene Blende von f/2,8 oder weniger lässt eine kurze Verschlusszeit zu – so haben Sie das Bild im Kasten, bevor das Tier verschwinden kann. Alternativ setzen Sie die Lichtempfindlichkeit des Sensors hoch – damit vergrößert sich jedoch die Gefahr des Bildrauschens.

Noch ein Tipp zum Fotografieren von (scheuen) Wildtieren: Schalten Sie bei Ihrer Kamera – falls vorhanden – den sogenannten Lautlos-oder Ruhemodus an. Dadurch verhindern Sie den Gebrauch des Blitzes sowie sämtlicher Betriebstöne, die eine Kamera macht. Alternativ können Sie alles Störende auch manuell abschalten. Bitte beachten Sie jedoch, dass nicht jede Kamera alle Einstelloptionen bietet, die wir Ihnen hier vorstellen.

Das Piepsen bei der Fokussierung deaktivieren Sie meist in den Geräteeinstellungen unter „Ton“. Hier sollten Sie auch die Tastentöne abstellen können. Alternativ finden Sie das AF-Piepsen zusammen mit dem Autofokus-Hilfslicht in den Einstellungen für die Fokussierung beziehungsweise den Autofokus. Falls Sie das AF-Hilfslicht ausschalten, sollten Sie jedoch bedenken, dass die Kamera dieses Licht nicht nur zum Spaß einsetzt, sondern tatsächlich für eine bessere und schnellere Fokussierung benötigt. Das Piepsen ist dagegen nur für Sie ein Hinweis, dass der AF die korrekte Einstellung gefunden hat und Sie nun auslösen können. Da dies aber auch im Display angezeigt wird, können Sie das Piepsen bedenkenlos abschalten. Als letzte Maßnahme, um möglichst unauffällig zu fotografieren, sollten Sie auf den Blitz verzichten.

Panorama: Perfekte Rundumansichten erstellen

Vor allem im Gebirge bietet es sich an, Panoramabilder aufzunehmen: Sie stehen am Gipfel und fangen die komplette 360-Grad-Rundumsicht ein. Die meisten Digitalkameras besitzen dazu einen Panoramamodus. Dieser kann in verschiedenen Modi vorhanden sein: Am häufigsten ist der Modus, der aus mehreren Einzelbildern eine Panoramaansicht zusammenfügt. Dazu machen Sie ein Bild, und der Anschlussbereich des nächsten Bilds wird Ihnen im Display angezeigt – bei höherwertigen Kameras ist dieses Verfahren sowohl horizontal, als auch vertikal möglich. Manche Modelle verfügen auch über einen sogenannten „Schwenkpanoramamodus“. Ist er aktiviert, müssen Sie die Kamera lediglich mit gedrücktem Auslöser schwenken, um ein Rundumbild aufzuzeichnen. Das Zusammenfügen übernimmt ebenfalls die Kamera.

Bietet Ihr Kameramodell keinen speziellen Panoramamodus, können Sie auch aus Einzelbildern eine Rundumansicht anfertigen. Dabei gilt jedoch: Ein Panoramabild ist nur so gut wie seine Einzelbilder. Daher ist es für gute Panoramafotos besonders wichtig, bei allen Einzelbildern möglichst identische Lichtverhältnisse zu haben. Empfehlenswert sind Panoramaaufnahmen um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Dadurch verhindern Sie, die Sonne einmal im Rücken zu haben und einmal direkt in die Sonne fotografieren zu müssen – was natürlich zu unterschiedlichen Lichtverhältnissen führt. Gleiches gilt für Wolken: Achten Sie darauf, dass Sie alle Teilbilder entweder mit oder ohne Wolke vor der Sonne machen.

Was die Kameraeinstellungen angeht, so sollten Sie diese zwischen den Teilaufnahmen keinesfalls ändern, da sonst kein schöner Übergang zwischen den Einzelbildern möglich ist. Wählen Sie die Blende möglichst klein (große Zahl), um eine hohe Tiefenschärfe zu erzielen. Für eine gleichmäßige Schärfe stellen Sie den Fokus auf „unendlich“ (?).

Noch ein Hinweis zum Bildausschnitt: Vermeiden Sie dominante Objekte oder Personen im Vordergrund. Sie lenken nur vom Hauptmotiv ab. Auch Wind kann den Gesamteindruck stören, wenn sich beispielsweise die Halme einer Wiese auf dem fertigen Panoramabild in verschiedene Richtungen neigen.

Zum Zusammensetzen der Einzelbilder verwenden Sie am besten eine Software wie Panorama Factory , Autostitch oder den Microsoft Image Composite Editor .

Siehe auch: So posten Sie Instagram-Fotos mit dem PC

Badespaß: Urlaub am Meer

Der klassische Familienurlaub findet am Strand statt: Die Kinder planschen im Meer, während die Eltern endlich den angestauten Lesestoff abarbeiten können. Im günstigsten Fall scheint während des gesamten Urlaubs die Sonne, sodass Sie zumindest aus fotografischer Sicht die optimalen Bedingungen haben. Allerdings ist direkte Sonneneinstrahlung nicht für jedes Fotomotiv ideal. Und auch sonst gibt’s hinsichtlich Sonne, Strand und Meer einiges zu beachten, was die korrekte Belichtung der Bilder angeht.

Strand: Direkte Sonne und Sonnenuntergang

Möchten Sie einen Sonnenuntergang fotografieren, können Sie den Farbverlauf und die warme Stimmung mit einem Farbfilter noch verstärken.
Vergrößern Möchten Sie einen Sonnenuntergang fotografieren, können Sie den Farbverlauf und die warme Stimmung mit einem Farbfilter noch verstärken.
© Verena Ottmann

Was dem Badeurlauber normalerweise ein Grund zur Freude ist, kann den Strandfotografen schon mal zur Verzweiflung treiben: direktes Sonnenlicht. Denn fotografieren Sie bei grellem Sonnenschein zur Mittagszeit, entstehen besonders harte Schatten und Kontraste. Verschieben Sie die Fotosession daher lieber in die Abendstunden oder warten Sie gleich bis zum nächsten Morgen. Dann ist der Strand vermutlich auch noch nicht überfüllt.

Sind Sie zeitlich nicht flexibel, kann der HDR-Modus einer Digitalkamera eine Lösung sein. Mittlerweile bieten nahezu alle aktuellen Modelle diese Funktion. Sie gleicht die Belichtung derart aus, dass zu dunkle Stellen aufgehellt werden, die hellen Bereiche dabei jedoch nicht überstrahlen, sondern eher etwas abgeschwächt sind. Das Ergebnis ist idealerweise eine gleichmäßig ausgeleuchtete Aufnahme. In manchen Situationen kann auch der Blitz für weichere Kontraste sorgen. Spielen Sie mit der Intensität, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Ein Fotomotiv, das besonders am Strand zur Geltung kommt, ist der Sonnenuntergang. Manche Digitalkameras besitzen dafür wieder ein eigenes Motivprogramm. Sie können einen Sonnenuntergang aber auch ohne Automatik einfangen. Stellen Sie den Fokus auf unendlich und – falls möglich – aktivieren Sie den Rotfilter. Das sorgt für eine besonders warme Stimmung.

Wasser: Wellen verursachen Reflexionen

Das Hauptproblem, wenn Sie Wasser fotografieren, sind die Reflexionen, die den Belichtungsmesser Ihrer Kamera in die Irre führen. Denn der nimmt dadurch mehr Licht wahr, als tatsächlich vorhanden ist, wodurch die Bilder meist zu dunkel werden. Korrigieren Sie also – falls möglich – die Belichtung mithilfe des Histogramms. Alternativ machen Sie eine Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Belichtungszeiten.

Wollen Sie die fließende Bewegung des Wassers in Ihrem Bild darstellen, müssen Sie eine längere Verschlusszeit wählen.
Vergrößern Wollen Sie die fließende Bewegung des Wassers in Ihrem Bild darstellen, müssen Sie eine längere Verschlusszeit wählen.
© Verena Ottmann

Besitzen Sie eine Kamera mit Wechselobjektiv, können Sie gegen die Reflexionen auch einen Polfilter einsetzen. Zu starke Kontraste kann ein Grauverlaufsfilter abmildern.

Was die Bildgestaltung angeht, so sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass der Horizont möglichst gerade im Bild ist. Die Mitte empfiehlt sich dagegen nicht, eher nach 1/3 oder 2/3 des Bildes. Auch eine andere Perspektive kann ein Bild interessant gestalten. Möchten Sie den Übergang von nass zu trocken im Sand abbilden, können Sie das sonst so verpönte Gegenlicht zu Ihrem Vorteil nutzen, da es die Kontraste noch stärker betont.

Wellen können Sie entweder mit kurzer Belichtungszeit „einfrieren“ oder mit langer Belichtungszeit in der Bewegung zerfließen lassen. Spielen Sie hier mit den Einstellungen.

Unter Wasser: Anderes Farbspektrum

Soll in Ihrer Aufnahme Wasser wie „eingefroren“ wirken, ist für diesen Effekt eine kurze Belichtungszeit nötig.
Vergrößern Soll in Ihrer Aufnahme Wasser wie „eingefroren“ wirken, ist für diesen Effekt eine kurze Belichtungszeit nötig.
© Verena Ottmann

Wer seine freien Tage gerne am Meer verbringt, geht vielleicht auch gerne mal schnorcheln oder tauchen. In diesem Zusammenhang ist auch das Fotografieren unter Wasser ein Thema. Dazu benötigen Sie natürlich in erster Linie eine wasserfeste Kamera oder ein entsprechendes Gehäuse, das die Kamera vor eindringendem Wasser schützt.

Es gibt aber auch bei der Belichtung unter Wasser einiges zu beachten: Grundsätzlich herrscht unter Wasser ein anderes Farbspektrum als über Wasser. Da Wasser die roten Farbanteile des Lichts herausfiltert, verschiebt sich die Farbgebung in Richtung Blau – sprich, Bilder werden blaustichig. Hat Ihre Kamera also keinen speziellen Unterwassermodus, wie viele wasserfeste Modelle ihn haben, wählen Sie den Weißabgleich so, dass ein Bild über Wasser eher rotstichig wird.

Aber nicht nur die Farbgebung, auch die Brennweite verlängert sich durch die Brechung des Lichts im Wasser. Machen Sie also unbedingt Probeaufnahmen, um den tatsächlichen Bildausschnitt festzustellen und gegebenenfalls anzupassen.

Städtetrip: Urlaub mit Anspruch

London, Paris, New York – für viele Menschen ist ein Städtetrip der Inbegriff des perfekten Urlaubs. Sie lieben den Trubel der Großstädte und verbringen jede freie Minute an Sehenswürdigkeiten, in Museen und an anderen Orten mit historischer Bedeutung.

Fotobegeisterte Touristen stellt so ein Städtetrip vor eine ganz besondere Herausforderung: Wie kann man Motive, die zuvor schon tausendfach fotografiert wurden und die mit Sicherheit auch in Zukunft noch in unzähligen Bildern festgehalten werden, möglichst einzigartig darstellen? Wir setzt man ein Gebäude, ein Denkmal oder ein anderes kulturelles Highlight so in Szene, dass das fertige Foto nicht exakt genauso in jedem Bildband und in jedem Fotobuch zu finden ist? Und es gilt nicht, einfach den Partner ins Bild zu schieben. Wir geben Ihnen Tipps für die häufigsten Motive beziehungsweise Fotosituationen auf Städtereisen.

Architektur: Das Motiv optimal in Szene setzen

Da das Treppengeländer nicht parallel zur Aufnahmeebene verläuft, kommt es zum Phänomen der „stürzenden Linien“ – das Geländer scheint nach oben enger zu werden.
Vergrößern Da das Treppengeländer nicht parallel zur Aufnahmeebene verläuft, kommt es zum Phänomen der „stürzenden Linien“ – das Geländer scheint nach oben enger zu werden.
© Verena Ottmann

Bei Architekturaufnahmen kommt es darauf an, was Sie mit dem Bild ausdrücken wollen: Geht es Ihnen darum, eine besondere Stimmung einzufangen, ein schönes Detail festzuhalten oder einfach ein Gebäude als Bauwerk möglichst realistisch zu fotografieren? Für eine besondere Stimmung sollten Sie den Kontrast und die Farbsättigung verstärken. Haben Sie ein interessantes Detail entdeckt, das Sie abbilden möchten, kommt es auf den optimalen Bildausschnitt und die Perspektive an. Fragen Sie sich: Ist das Bild auch interessant und reizvoll für Menschen, die das Gesamtbauwerk nicht kennen?

Am schwierigsten ist jedoch die realistische, meist frontale Abbildung eines Bauwerks. Dabei kommt es häufig zu den sogenannten „stürzenden Linien“, einem Phänomen, das immer dann entsteht, wenn parallele Linien eines Motivs – etwa die Seiten eines Turms oder eines Fensters – nicht parallel zur Aufnahmeebene verlaufen. Dann wirken diese eigentlich parallelen Linien, als würden sie aufeinander zulaufen.

Versuchen Sie, Sehenswürdigkeiten, nicht immer aus dem Standard- Blickwinkel abzubilden. Hier bilden Sie Bäume eine Art Rahmen.
Vergrößern Versuchen Sie, Sehenswürdigkeiten, nicht immer aus dem Standard- Blickwinkel abzubilden. Hier bilden Sie Bäume eine Art Rahmen.
© Verena Ottmann

Handelt es sich bei Ihrem Motiv um ein Kirchenschiff, eine Brücke oder eine Straße, fangen Sie dessen Tiefe gemäß dem Prinzip „vorne groß, hinten klein“ ein: Je breiter beispielsweise eine Straße im Vordergrund des Bildes zu sehen ist und je kleiner sie gegen den oberen Rand der Aufnahme wird, desto besser kommen die Dimensionen des Motivs zur Geltung. Die Straße ist sozusagen ein roter Faden, der Sie durch das Bild führt. Setzen Sie zudem eine Person oder einen Gegenstand möglichst nahe an den unteren Rand der Aufnahme, verstärkt dies die Tiefenwirkung noch. Für die benötigte Tiefenschärfe wählen Sie eine möglichst kleine Blende (große Zahl).

Sie können aber auch mit Farben Tiefe erzeugen. Blau und Grün beispielsweise sind kühle Farbtöne, die von selbst in den Hintergrund treten. Wählen Sie für den unteren Bildrand etwas Rotes, Orangefarbenes oder Gelbes – warme Töne also –, drängen diese Gegenstände in den Vordergrund und „ziehen“ das Bild optisch weiter in die Länge.

Siehe auch: Panorama-Bilder mit Google Photo Sphere anfertigen

Museum und andere Innenräume: Bei wenig Licht fotografieren

In Innenräumen, in denen das Blitzen nicht gestattet oder erwünscht ist, sollten Sie immer mit langen Belichtungszeiten arbeiten.
Vergrößern In Innenräumen, in denen das Blitzen nicht gestattet oder erwünscht ist, sollten Sie immer mit langen Belichtungszeiten arbeiten.
© Verena Ottmann

Befinden Sie sich im Inneren eines Gebäudes, etwa in einem Museum oder einer Kirche, müssen Sie – falls das Fotografieren überhaupt gestattet ist – mit dem vorhandenen Licht auskommen. Blitzen ist dann in der Regel nicht gestattet und würde auch die anderen Besucher stören. Um trotzdem keine unterbelichteten Bilder zu bekommen, können Sie die Lichtempfindlichkeit Ihrer Kamera erhöhen. Da mit höherer Lichtempfindlichkeit jedoch auch das Risiko des Bildrauschens steigt, sollten Sie hier sehr behutsam vorgehen.

Besser ist es, mit einer längeren Belichtungszeit zu arbeiten. Haben Sie kein Stativ dabei und können Sie sich auch nicht mit der Umgebung zur Stabilisierung der Kamera behelfen, orientieren Sie sich an der Formel „Brennweite = 1/Verschlusszeit“. Sie sagt aus, bei welcher Brennweite Sie ein scharfes Bild noch „aus der Hand“ auslösen können, also ohne Stativ.

Ist Blitzen dagegen erlaubt, verursacht es jedoch Reflexionen (etwa auf Glaskästen oder anderen glänzenden Oberflächen), so behelfen Sie sich hier mit einem Polfilter für Objektiv und Blitz. Für Letzteren reicht auch eine Polfilterfolie, die Sie vor dem Blitz befestigen. Wählen Sie außerdem eine möglichst kurze Belichtungszeit, um das Umgebungslicht nicht miteinzufangen.

Nacht mit Lichtern: Stativ ist unerlässlich

Wenn Sie nachts ein wenig beleuchtetes Motiv fotgrafieren, sollten Sie für die optimale Belichtung eine lange Verschlusszeit wählen und ein Stativ verwenden.
Vergrößern Wenn Sie nachts ein wenig beleuchtetes Motiv fotgrafieren, sollten Sie für die optimale Belichtung eine lange Verschlusszeit wählen und ein Stativ verwenden.
© Verena Ottmann

Wenn die Lichter entlang der Seine in Paris romantisch leuchten oder an Silvester am Times Square in New York Raketen und Böller den Nachthimmel erhellen, greift man gerne zur Kamera, um das Spektakel festzuhalten. Doch meist zeigen die Bilder nur kaum erkennbare Farbschlieren. Um Lichter bei Nacht richtig einzufangen, sollten Sie unbedingt ein Stativ verwenden. Nur so können Sie die benötigten langen Belichtungszeiten einsetzen, ohne dass die Bilder unscharf werden. Deaktivieren Sie nun – falls möglich – den Autofokus, und stellen Sie die Schärfe auf „unendlich“ (?).

Lassen sich bei Ihrer Kamera Blende und Verschlusszeit manuell anpassen, wählen Sie die längste mögliche Verschlusszeit und Blende 8 bei ISO 100. Bei ISO 60 oder ISO 80 können Sie die Blende auch weiter öffnen. Bietet Ihre Kamera keine manuelle Belichtungssteuerung, kann die Belichtungskorrektur einer Überbelichtung vorbeugen. Am besten machen Sie mehrere Bilder mit verschiedenen Einstellungen, um die optimale Belichtung zu finden.

Wellness: Urlaub für die Seele

Spricht ein Städtetrip vor allem den Intellekt an, ist ein Wellnessurlaub in erster Linie dazu da, um die Seele baumeln zu lassen. Dass dabei auch der Körper nicht zu kurz kommt, nimmt man gerne in Kauf: Massagen, gutes Essen, Spaziergänge in der Natur – hier kommt man wieder zu Kräften, körperlich und seelisch.

Wer beim Wellnessaufenthalt mit dem oder der Liebsten seine Kamera dabeihat, wird hier deswegen auch weniger hektische Alltagssituationen oder Sehenswürdigkeiten festhalten, sondern eher ruhige Landschaften, leckeres (und gesundes!) Essen und das eine oder andere Bild mit dem Partner. Stichwort: Selfie! Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei diesen Motiven achten sollten.

Landschaft: Die Stimmung macht’s

Bei Landschaftsbildern muss das Wetter nicht immer perfekt sein. Wolken können beispielsweise für eine tolle Stimmung sorgen.
Vergrößern Bei Landschaftsbildern muss das Wetter nicht immer perfekt sein. Wolken können beispielsweise für eine tolle Stimmung sorgen.
© Verena Ottmann

Bei einer Landschaftsaufnahme geht es darum, Natur möglichst stimmungsvoll abzubilden. Sei es eine sonnengeflutete Blumenwiese, ein verschneites Bergpanorama oder ein düsterer, wolkenverhangener Waldrand – die Weite der Landschaft und ihre Farben sowie Kontraste wollen optimal eingefangen werden. Dabei spielt der Bildausschnitt eine wichtige Rolle. Überlegen Sie daher vor der Aufnahme, was für Sie der wichtigste Teil der Landschaft ist: Möchten Sie den verwitterten Baum in der Talsenke einfangen oder die Wolkenformation am Himmel? Wählen Sie dann den Bildausschnitt so, dass der wichtigste Teil die Hauptrolle im Bild spielt. Wollen Sie einfach nur die Weite der Landschaft einfangen, kann ein Detail im Bildvordergrund – ein Felsen, eine Wurzel – dies unterstützen, da es die Dimensionen vorgibt.

Um Landschaften angemessen ablichten zu können, bieten fast alle aktuellen Digitalkameras ein spezielles Motivprogramm, das die Farbsättigung verstärkt und den Fokus auf unendlich stellt, um eine gleichmäßige Schärfe zu erzielen. Außerdem sollten Sie bei Landschaften die Brennweite möglichst kurz halten, was den Eindruck von Weite noch verstärkt.

Essen: Bitte nicht blitzen!

Bei der Food-Fotografie sollten Sie auf jeden Fall auf den Blitz verzichten. Ein erhöhter Kontrast und mehr Farbsättigung lässt die Speisen dagegen appetitlicher aussehen.
Vergrößern Bei der Food-Fotografie sollten Sie auf jeden Fall auf den Blitz verzichten. Ein erhöhter Kontrast und mehr Farbsättigung lässt die Speisen dagegen appetitlicher aussehen.
© Verena Ottmann

Der Bereich „Food“ stellt eine relativ neue Motivkategorie in der Fotografie dar. Mittlerweile ist das Internet jedoch voll von Food-Blogs, die die Darstellung von Lebensmitteln und Gerichten zur Kunstform erhoben haben. Falls Sie das leckere Essen während Ihres Wellnessurlaubs in Erinnerung behalten möchten, sollten Sie für die Fotos den Makromodus Ihrer Kamera verwenden, um möglichst nahe an das Motiv herangehen zu können.

Zusätzlich helfen eine hohe Farbsättigung und oft ein etwas erhöhter Kontrast, um ein Gericht besonders appetitlich darzustellen. Und ganz wichtig: Lassen Sie die Finger vom Blitz, es sei denn, Sie besitzen spezielles Equipment, das indirektes Blitzen erlaubt. Direkt geblitztes Essen sieht oft wenig ansprechend aus.

Porträt: Mit oder ohne Partner

Ein Porträt Ihres Miturlaubers unterliegt nicht den gleichen strengen Regeln wie ein Porträt, das beispielsweise in einer Bewerbung verwendet wird. Doch möchte vermutlich auch Ihre Begleitung möglichst vorteilhaft abgebildet werden. Achten Sie also darauf, dass der Kopf leicht gedreht zur Kamera zeigt. Durch die Drehung des Halses ist dieser etwas gestreckt, wodurch sich auch ein leichtes Doppelkinn kaschieren lässt.

Die meisten Digitalkameras bieten einen speziellen Porträtmodus, der die Gesichtserkennung einsetzt und Hauttöne hervorhebt. Achten Sie zudem darauf, dass der Hintergrund nicht zu dominant wird. Eine offene Blende, die den Fokus auf die scharf gestellte Person im Vordergrund richtet, sorgt hier für gewollte Unschärfen, .

Möchten Sie ein Selfie machen, sollten Sie auf das richtige Licht achten, damit das Bild nicht zu dunkel wird. Halten Sie die Kamera gerade vor sich – Aufnahmen von oben nach unten sehen oft unvorteilhaft aus.

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