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Die besten Dashcams für Ihr Auto

17.04.2018 | 10:01 Uhr |

Dashcams werden immer beliebter, die rechtliche Situation ist in Deutschland jedoch kompliziert. In diesem Ratgeber erklären Ihnen, wann Sie eine Dashcam einsetzen dürfen und zeigen Ihnen die aktuell besten Modelle.

Dashcams werden auch hierzulande immer beliebter. Dabei handelt es sich um kleine Kameras, die an der Windschutzscheibe oder am Armaturenbrett angebracht werden und das Geschehen auf der Straße aufzeichnen. Viele erhoffen sich dadurch im Falle eines Unfalls einen Vorteil in der Beweisführung. Doch Vorsicht: die Verwendung von Dashcams ist in Deutschland rechtlich umstritten, Rechtssicherheit wird frühestens im Mai erwartet . In diesem Ratgeber erläutern wir, wie Sie Dashcams nutzen können, worauf Sie beim Kauf achten sollten und stellen Ihnen schließlich die neuesten und besten Modelle vor.

Die rechtliche Situation von Dashcams in Deutschland

Sind Dashcams in Deutschland nun erlaubt oder verboten? Diese Frage lässt sich nicht ganz so einfach beantworten, denn die rechtliche Situation in Deutschland ist sehr komplex. Eine gute Zusammenfassung der wichtigsten rechtlichen Punkte bietet der ADAC. Hier in Kürze das Wichtigste.

Laut Bundesdatenschutzgesetz verstößt ein Verkehrsteilnehmer dann gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, wenn er einen anderen Verkehrsteilnehmer ohne dessen Wissen filmt und die Aufnahmen anschließend ins Internet stellt oder der Öffentlichkeit zugänglich macht. Verboten ist der Einsatz von Dashcams also dann, wenn deren Verwendung nicht ausschließlich für persönliche Zwecke erfolgt.

Ebenfalls nicht erlaubt sind Aufzeichnungen, die dazu dienen sollen, das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer bei der Polizei anzuzeigen. Als Beweissicherung im Falle eines Unfalls stellt sich die Frage, ob die Aufzeichnungen überhaupt in einen Prozess eingeführt werden können. In einigen Fällen erlaubten dies deutsche Gerichte, in anderen wiederum nicht.

Private Aufnahmen sind grundsätzlich erlaubt, jedoch muss beachtet werden, dass im Falle einer Kontrolle nicht unbedingt klar ist, welchem Zweck die Aufnahmen dienen.

Wie viel kostet eine Dashcam?

Die Preise bewegen sich in der Großenordnung von 20 Euro bis 200 Euro, es ist also für jeden Geldbeutel etwas dabei. In den günstigsten Modellen sind jedoch oft qualitativ minderwertige Linsen eingebaut. Außerdem ist deren Auflösung oft so niedrig, dass Sie Details in den Aufnahmen kaum erkennen können. In diesen Youtbube-Dashcam-Videos aus Großbritannien können Sie sehen, wie sehr die Qualität der Aufnahmen variiert.

Es lohnt sich daher, etwas mehr Geld auszugeben. Für 70 bis 100 Euro erhalten Sie eine ordentliche Dashcam mit GPS. Wenn Sie Wert auf zusätzliche Funktionen wie eine rückwärtige Kamera legen, müssen Sie noch etwas mehr Geld auf den Tisch legen.

Auf welche Funktionen sollte ich achten?

Die meisten Modelle haben einen kleinen Akku verbaut, so dass Sie nach Ausschalten des Motors eine Datei fertig abspeichern können.

Auf die folgenden Dinge sollten Sie beim Kauf achten:

GPS

Mit dem GPS-Signal wird Ihr Standort und Ihre Geschwindigkeit aufgezeichnet. Wenn Sie Ihre Aufnahmen mit der mitgelieferten Software abspielen, sehen Sie so immer den jeweiligen Standort auf einer Karte eingeblendet.

Beschleunigungssensor

Der Beschleunigungssensor registriert Zusammenstöße und Aufpralle. Das aufgenommene Videomaterial wird dabei gesichert und kann so nicht mehr verloren gehen. Im Gegensatz zu Actioncams haben Dashcams den Beschleunigungssensor eigentlich immer mit an Bord.

Parkmodus

Der Parkmodus nutzt häufig den Beschleunigungssensor und dient speziell dazu, Zusammenstöße aufzuzeichnen, wenn Ihr Auto geparkt ist. Das ist aber noch keine Garantie, dass Sie erkennen können, was Ihrem Fahrzeug zugestoßen ist. Daher kann es vorteilhaft sein, am Heck des Autos eine zweite Cam zu installieren.

Feste Verkabelung

Die meisten Hersteller empfehlen, die Kamera beim Parken nicht eingeschaltet zu lassen, da dies die Autobatterie stark belastet. Zudem wird bei vielen Autos der Zigarettenanzünder nicht mehr mit Strom versorgt, wenn Sie den Motor abstellen. Möchten Sie Ihre Kamera im Dauerbetrieb laufen lassen, sollten Sie sie also von einem Techniker fest verkabeln lassen.

Dies ist besonders praktisch, wenn die Bordsteckdose Ihres Autos eingeschaltet bleibt, wenn Sie den Motor ausschalten. So kann die Dashcam die Autobatterie nämlich nicht leeren, falls Sie sie aus Versehen eingeschaltet lassen.

Benötige ich WLAN?

Bei Dashcams mit integriertem WLAN-Modul können Sie eine App installieren und sich so die Aufnahmen von Ihrem Smartphone oder Tablet aus anschauen. Die Datenübertragung über WLAN kann aber nervtötend langsam sein und zudem sind die Videos nur in der App verfügbar und nicht leicht teilbar.

Oft ist es viel einfacher, die Micro-SD-Karte zu entnehmen (oder gleich die ganze Cam vom Armaturenbrett nehmen) und die Daten so auf einen PC oder Laptop übertragen. In jedem Fall sehen Sie so viel mehr Details, als wenn Sie die Aufnahmen auf dem niedrig auflösenden Display der Dashcams betrachten.  

Brauche ich eine SD-Karte?

Da die meisten Kameras über keinen eingebauten Speicher verfügen, werden Sie nicht um den Kauf einer SD-Karte herumkommen. Viele Dashcams sind nur mit 32-GB-Karten kompatibel, da sie SDXC nicht unterstützen. Prüfen Sie dies vor dem Kauf einer größeren Karte. Bei den meisten Kameras reicht eine 32-GB-Karte für vier bis fünf Stunden Aufnahmen.  

Zubehör

Das enthaltene Zubehör unterscheidet sich von Cam zu Cam. Sicher enthalten ist jedoch ein langes Stromkabel, das um die Windschutzscheibe herum gelegt wird und an die 12V-Bordsteckdose angeschlossen wird. Leider fügen die Hersteller stattdessen kein langes USB-Kabel bei, so könnten Sie einen 12V-USB-Adapter mit mehreren Ausgängen nutzen.

Wenn Sie das mitgelieferte Kabel verwenden, können Sie die Bordsteckdose leider nicht mehr für andere Zwecke wie das Laden Ihres Smartphones verwenden.

Die besten Dashcams 2018

Unsere Tech-Advisor-Kollegen haben eine Vielzahl von Dashcams getestet und das sind die besten:

Nextbase 312GW

Tech-Advisor-Bewertung: 4,5/5

Die Nextbase 312GW ist eine hervorragende Allround-Dashcam. Sie bietet tagsüber qualitativ hochwertige Aufnahmen, ist einfach zu bedienen und dank der Magnethalterung können Sie die Cam schnell abnehmen und wieder anbringen, ohne das Gerät zu entkabeln.

Die Dashcam verfügt über ein integriertes GPS-Modul und ist einfach zu installieren: Alle Einstellungen sind werkseitig vorgenommen und Sie müssen die Cam nur noch an der Windschutzscheibe anbringen und an den Strom anschließen.

Solange Sie keine Videoaufnahmen mit 60 fps benötigen (die Cam unterstützt 30 fps bei Full HD, was in der Regel ausreicht), ist das Gerät für die meisten Nutzer eine sehr gute Wahl, es sei denn Sie haben ein begrenzteres Budget.  

Nextbase 312GW
Vergrößern Nextbase 312GW
© Nextbase

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Nextbase 412GW

Tech-Advisor-Bewertung: 4,5/5

Achtung Verwechslungsgefahr: Im Gegensatz zur 312GW von oben kostet die 412GW etwas mehr, löst jedoch mit 2.560 x 1.440 Pixel - auch als Quad HD bezeichnet - auf. Im Gegensatz zum günstigeren Modell nimmt sie auch Full-HD mit 60 fps auf.

Die Cam verfügt über GPS und WLAN - genau wie die 312 GW - und die gleiche praktische Magnethalterung. In der Packung enthalten sind jedoch zwei Halterungen: eine zum Kleben und eine mit Saugnapf. So können Sie die Kamera ganz einfach in mehreren Autos verwenden.

Bei Tageslicht ist die Videoqualität hervorragend (etwas detailreicher als bei der 312GW), nachts unterscheiden sich die Aufnahmen kaum. Mit beiden Cams machen Sie keinen Fehler.

Nextbase 412GW
Vergrößern Nextbase 412GW
© Nextbase

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Nextbase 512GW

Tech-Advisor-Bewertung: 4 / 5

Die Nextbase 512GW ist zweifelsohne eine sehr gut Dashcam, jedoch auch teurer als die 312GW und die 412GW desselben Anbieters. Hier bekommen Sie aber mehr Funktionen: einen Polarisator zur Verringerung von Spiegelungen, einen automatischen Parkmodus sowie einen Anschluss für eine rückwärtige Kamera (diese wird von Nextbase jedoch noch nicht angeboten).

Wenn Sie so viel Geld investieren möchten (ca. 170 Euro), werden Sie nicht enttäuscht werden.

Nextbase 512GW
Vergrößern Nextbase 512GW
© Nexbase

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Mio MiVue 618

Tech-Advisor-Bewertung: 4 / 5

Die MiVue 618 ist eine formschöne Dashcam, die einfach zu bedienen ist und einige nützliche Funktionen bereithält wie beispielsweise Blitzerwarnung.

Die Bildqualität ist nicht die beste, doch wenn Sie nicht gerade vorhaben, die Aufnahmen für die Erstellung von Filmen zu verwenden, ist das nicht so schlimm. Wichtige Details sind immer noch gut zu erkennen.

Mio MiVue 618
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© Mio

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DDPai X2 Pro

Tech-Advisor-Bewertung: 4/5

Die X2 Pro hat keinen Bildschirm und nur einen Button, die Installation geht also sehr einfach von der Hand. Mitgeliefert wird eine rückwärtige Kamera, die mit einem langen Kabel verbunden ist und aus dem Heck heraus Aufnahmen erstellt.

Mit dem Wireless-Button können Sie auch Fotos schießen, wenn Sie etwas Interessantes entdecken. Außerdem ist die App eine der besten für den Download von Videos und Fotos auf Ihr Smartphone.

Die X2 Pro ist jedoch ziemlich teuer und wenn Ihr Auto über zwei Bordsteckdosen verfügt, lohnt es sich möglicherweise eher, zwei separate Dashcams zu kaufen.

DDPai X2 Pro
Vergrößern DDPai X2 Pro
© Ddpai

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Asus Reco Classic

Tech-Advisor-Bewertung: 4/5

Die Reco Classic ist eine tolle Dashcam, die sowohl bei Tag als auch nachts qualitativ hochwertige Aufnahmen ermöglicht. Sie ist nicht die günstigste Cam, aber wenn man berücksichtigt, dass sie GPS bietet, stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Über eingebautes WLAN verfügt die Reco Classic zwar nicht, das ist aber nicht weiter schlimm, denn es geht sowieso schneller, Videos mit einem USB-Kabel zu übertragen.

In einigen Ländern werden Sie auch mit Hilfe des GPS-Standorts vor Blitzern gewarnt.

Asus Reco Classic
Vergrößern Asus Reco Classic
© Asus

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JooVuu X

Tech-Advisor-Bewertung: 4 / 5

Die JooVuu X leistet als Dashcam gute Arbeit und bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man berücksichtigt, dass sie sowohl über GPS als auch über WLAN verfügt und dank eines “richtigen” Akkus auch als Actioncam eingesetzt werden kann.

Das Fehlen eines eines kleinen Status-LCD-Displays ist zwar schade, aber durchaus zu verschmerzen. Die Bildqualität ist beeindruckend und der zeitenbasierte Moduswechsel ist ein echtes Plus. Dieser sorgt dafür, dass die Cam automatisch zwischen 60 fps tagsüber auf 30 fps nachts wechselt.

Als Actioncam profitiert sie von ihrer geringen Größe und ihrem leichten Gewicht. Zum Schutz der JooVuu X bräuchten Sie dann eigentlich ein Case, das gibt es jedoch leider nicht zu kaufen. Zum Austausch des Akkus benötigen Sie außerdem einen Schraubenzieher, das ist etwas umständlicher als zum Beispiel bei der SJCam SJ5000X.

JooVuu X
Vergrößern JooVuu X
© Joovuu

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Nextbase 112

Tech-Advisor-Bewertung: 3,5/5

Die Nextbase 112 ist der Nachfolger des 102er-Modells. Die günstige Kamera hat die gleiche, schnell anzubringende Halterung wie die 412GW. Sie lässt sich also schnell abnehmen, um Videodateien zu übertragen oder Fotos zu schießen.

Die 112 ist die einzige Dashcam in unserem Vergleich, die nur mit 1.280 x 720 Pixel aufnimmt, was sich natürlich in detailärmeren Aufnahmen widerspiegelt. Dabei ist die Qualität der Aufnahmen tagsüber durchaus brauchbar. Nachts nimmt der Detailgrad jedoch merklich ab und Sie müssen wirklich Glück haben, relevante Details zu erkennen.

Extra-Funktionen wie WLAN oder GPS bietet die Cam nicht. Genauso wenig können Sie Ihre Aufnahmen auf dem 2 Zoll großem Display betrachten. Doch die Nextbase 112 ist eine ordentliche und kompakte Dashcam, die einfach zu bedienen ist.  

Wir empfehlen Ihnen jedoch, etwas mehr Geld für eine 1080p-Cam in die Hand zu nehmen. Ist Ihr Budget begrenzt, dann können Sie hier aber ruhigen Gewissen zugreifen.   

Nextbase 112
Vergrößern Nextbase 112
© Nextbase

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SJCAM SJ5000X Elite

Tech-Advisor-Bewertung: 4/5

Die SJCAM SJ5000X Elite ist nicht für jeden das Richtige, doch wenn Sie kein GPS brauchen und eine Kamera bevorzugen, die sowohl als Actionkamera als auch als Dashcam verwendet werden kann, ist die SJCAM SJ5000X Elite eine gute Wahl. Leider nimmt die Cam Videos nicht in 4K auf, dafür müssten Sie deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.

SJCAM SJ5000X Elite
Vergrößern SJCAM SJ5000X Elite
© Sjcam

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Vantrue X3

Vantrue verkauft auf Amazon eine Reihe verschiedener Dashcams, wovon die X3 eine der besten ist. Die X3 bietet eine ganze Reihe toller Features, darunter WLAN und hochauflösende Videoaufnahmen mit 1440p bei 30 fps. Die Videos der 170-Grad-Weitwinkel-Kamera sind ausgesprochen scharf, Details aus dem Straßenverkehr lassen sich so mühelos erkennen.  

Wenn der erweiterbare interne Speicher voll ist, werden alte Aufnahmen dank Loop Recording überschrieben. Die Vantrue X3 verfügt über ein eingebautes WLAN-Modul, so können Sie die Cam direkt von Ihrem Smartphone aus bedienen.

Wenn Sie parken, schaltet die X3 automatisch in den Parkmodus. Videoaufnahmen werden durch die Motion-Detection-Technologie automatisch gestartet, sobald sich etwas vor Ihrem Auto bewegt.

Mit ca. 130 Euro ist die X3 zwar nicht gerade die günstigste Cam, doch in Punkto Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Vantrue-Cam eine sehr gute Wahl.

Vantrue X3
Vergrößern Vantrue X3
© Vantrue

Jetzt bei Amazon ansehen (ca. 130 Euro)

Zum Teil handelt es sich bei diesem Artikel um eine Übersetzung des Artikels “The best dash cams for 2018” unserer englischen Schwesterpublikation Tech Advisor.

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