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Die beste Antiviren-Software für Windows 10 fürs Büro

04.04.2018 | 11:11 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 16 Antiviruslösungen fürs Firmennetz unter Windows 10 getestet. Vier Produkte haben die volle Punktzahl erreicht, ein Zertifikat haben alle erhalten.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat im Januar und Februar erneut Antiviruslösungen für Firmen unter Windows 10 (64 Bit) unter die Lupe genommen. Mit 12 Herstellern, die 15 Produkte für diesen Zertifizierungstest eingereicht haben, ist das Testfeld so groß wie nie zuvor. Hinzu kommt zum Vergleich Microsoft Windows Defender Antivirus. Neu dabei sind enSilo sowie ein zweites Bitdefender-Produkt mit dem Namenszusatz „Elite“. Das AVG Business-Produkt firmiert seit dem letzten Jahr unter der Schwestermarke Avast. Der vorherige Test unter Windows 10 (64 Bit) fand im letzten Herbst statt. Im Januar waren Firmenlösungen unter Windows 7 auf dem Prüfstand.

Getestet wird in den Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 4800 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 228 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt mindestens 17,5 Punkte erzielen.

Antivirus-Software für Unternehmen - Testergebnisse
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© AV-Test

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten erfüllt. Die Spitze bilden diesmal die beiden Kaspersky-Produkte, Symantecs Cloud-Lösung und Trend Micro Office Scan. Diese vier Kandidaten haben die volle Punktzahl erzielt. Mit einem halben Punkt Abstand folgen die Standard-Produkt von Bitdefender und Symantec. Diese sechs Prüflinge erhalten das Prädikat „Top Product“. Weitere sechs Produkte haben immerhin bei der Schutzwirkung die volle Punktzahl erreicht. Anders ausgedrückt: Nur vier Lösungen haben Punktabzüge beim Schutz vor Malware hinnehmen müssen, drei davon nur einen halben Punkt.

Der Neuzugang enSilo, mit Hauptsitz in San Francisco, ist wie Palo Alto Networks ein Vertreter der noch jungen Gruppe der „Next Gen“ Antiviruslösungen. Sie kommen ohne die traditionellen Virensignaturen aus, die auch bei den etablierten Herstellern längst an Bedeutung verloren haben. Mit einem Platz im Mittelfeld feiert enSilo einen achtbaren Einstand. Für Palo Alto Networks Traps reicht es hingegen wieder nur zur Roten Laterne.

Allerdings ist enSilo die stärkste Systembremse im Testfeld, was sich jedoch nur in bestimmten Situationen bemerkbar macht. Das betrifft die Software-Installation sowie das Starten gängiger Programme wie Office. Auch G Data, McAfee, Microsoft, Palo Alto Networks und Sophos treten kräftiger auf die Bremse als der Rest, vorwiegend bei der Software-Installation, Sophos auch beim Surfen im Web. G Data bremst auch bei Kopiervorgängen auf einem schnellen PC merklich. Beim Kopieren von Dateien und bei Downloads bleiben alle übrigen Produkte unauffällig.

Drei Testkandidaten sind ganz ohne Fehlalarme durch alle Prüfungen gekommen: Trend Micro Office Scan und die beiden Kaspersky-Produkte. McAfee ist mit nur einem Fehlalarm kaum schlechter. F-Secure hat mit insgesamt 31 falsch positiven Befunden den Höchstwert abgeliefert, Palo Alto Networks, beim letzten Mal noch Rekordhalter mit 80 Fehlalarmen, begnügt sich diesmal mit 15 falschen Diagnosen. Zu den acht Fehlalarmen, die Bitdefenders Standard-Lösung produziert hat, kommen bei der Elite-Version noch weitere vier hinzu. Diese sind bei Installation und Nutzung legitimer Software aufgetreten.

Seqrite mit 11 und G Data mit 10 falschen Befunden machen ebenfalls zu viel Lärm um nichts. Die sieben Fehlalarme bei enSilo sowie je sechs bei Microsoft und Avast bewegen sich an der Grenze des Vertretbaren. Meist sind die falschen Befunde bei einem System-Scan aufgetreten. Während des Besuchs legitimer Websites hat keines der Schutzprogramme unangebrachte Warnmeldungen von sich gegeben.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während das AV-Test Institut alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Dies führt zu kleineren Änderungen der Reihenfolge im unteren Teil der Tabelle.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Kaspersky Endpoint Security 10.3

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Small Office Security 5

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Symantec Endpoint Protection Cloud 22.11

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Trend Micro Office Scan 12.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Bitdefender Endpoint Security 6.2

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Symantec Endpoint Protection 14.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Avast Antivirus Business 17.8 & 17.9

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Microsoft Windows Defender 4.12

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

McAfee Endpoint Security 10.5

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

Ensilo 2.7

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

Bitdefender Endpoint Security Elite 6.2

6,0

5,5

4,5

16,0

16,8

Seqrite Endpoint Security 17.00

5,5

6,0

5,0

16,5

16,5

Sophos Endpoint Security and Control 10.7

5,5

5,0

6,0

16,5

16,5

F-Secure Client Security 13.10 & 18.2

6,0

5,5

3,0

14,5

15,9

G Data AntiVirus Business 14.1

5,5

5,0

5,0

15,5

15,9

Palo Alto Networks Traps 4.1

4,5

5,0

5,0

14,5

14,1

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