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Deutschland liefert Telekom-Hacker nach Großbritannien aus

01.09.2017 | 16:04 Uhr |

Nach seiner Verurteilung in Deutschland wird Daniel K. nun nach Großbritannien ausgeliefert, wo er ebenfalls angeklagt werden soll.

Ende Juli 2017 wurde der Brite Daniel K. vor dem Landgericht Köln zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt . Der 29-Jährige hatte im November 2016 im Zuge eines Hacker-Angriffs fast eine Million Telekom-Router lahmgelegt. Bei rund 1,25 Millionen Kunden waren daraufhin Telefon, Fernsehen und Internet gestört. Der geständige Daniel K. sagte vor Gericht aus, dass er den Hacker-Angriff im Auftrag eines liberianischen Telekommunikationsunternehmens ausgeführt habe, das einen Konkurrenten ausbremsen wollte. Der unter den Pseudonymen „Spiderman“ und „Peter Parker“ bekannte Hacker hatte die Router daraufhin attackiert und wollte sie in ein Botnetz integrieren. Der Telekom war dadurch ein Schaden „im sechsstelligen Bereich bis in den Millionenbereich“ entstanden, hieß es bei der Urteilsverkündung.

Daniel K. saß nach seiner Verurteilung in Köln in Deutschland in Auslieferungshaft. Großbritannien hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, dem die deutsche Justiz nun nachgekommen ist. Der Hacker wurde heute an Großbritannien ausgeliefert . Dort erwarten ihn weitere Anklagen. Der Brite soll für weitere Angriffe auf Banken verantwortlich sein. K. wird vorgeworfen, Barclays und die Lloyds Banking Group angegriffen und anschließend erpresst zu haben. Der Hacker könnte den Angaben zufolge außerdem für eine Attacke auf den liberischen Internetanbieter Lonestar MTN verantwortlich sein. Die Beweislage wird in diesem Fall jedoch noch geprüft.

Nach dem Telekom-Angriff im November war das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) in Zusammenarbeit mit der Telekom dem Hacker auf die Schliche gekommen. Er wurde im Februar auf einem Londoner Flughafen verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert.  

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