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Deutschland gründet Agentur für Cybersicherheits-Forschung

29.08.2018 | 16:31 Uhr |

Deutschland bekommt eine weitere IT-Einrichtung: Die „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“ wird von Bundesverteidigungsministerium und Bundesinnenministerium betrieben und soll die Grundlagenforschung bei der Cybersicherheit vorantreiben. Eine Art deutsche DARPA.

Die US-Armee gründete bereits 1958 die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz DARPA (ursprünglich nur ARPA), für Forschungszwecke. Das wohl bekannteste Projekt der DARPA war das Arpanet, der Vorläufer unseres Internets. Auch die Roboter-Wettbewerbe machten die DARPA weltweit bekannt. Jüngst stellte die DARPA Fahrzeuge vor, deren Reifen während der Fahrt ihre Form ändern können.

Deutschland soll jetzt eine ähnliche Einrichtung mit dem Schwerpunkt auf der Grundlagenforschung für Cybersicherheit bekommen. Das gemeinsame „Kind“ von Innen- und Verteidigungsministerium heißt laut augengeradeaus „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen.

200 Millionen Euro stehen der neuen Agentur in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung, die die Rechtsform einer GmbH hat. Zum Vergleich: Die DARPA hat jedes einzelne Jahr mehrere Milliarden Dollar zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die Personalkosten der Agentur, aber vor allem Forschungsvorhaben finanziert werden - auch wenn der Ausgang der geförderten Forschungsvorhaben unsicher ist, sprich: die Forschungen keine verwertbaren Ergebnisse liefern sollten. Dafür soll die Agentur geeignete Start-ups aufspüren.

Um das Aufspüren von Sicherheitslücken geht es demnach bei der neuen Agentur nicht, unter anderem dafür hat die Bundeswehr ja eine eigene Truppe, die sich allerdings noch im Aufbau befindet. Generell für Cybersicherheit ist zudem das BSI zuständig.

Stattdessen soll sich die neue Agentur anscheinend auch mit Quantencomputern beschäftigen, mit denen sich Verschlüsselungssysteme knacken lassen. Außerdem soll es um die Entwicklung von Internet-Systemen gehen, bei denen die Daten immer im eigenen Einflussbereich bleiben, wie augengeradeaus ausführt, also zum Beispiel ausschließlich über Wege und Router in Europa laufen und nicht über Russland, China oder die USA.

Da die Agentur als GmbH privatwirtschaftlich organisiert ist, soll sie schneller als eine Behörde reagieren können. Wo die neue Agentur angesiedelt wird, ist noch unbekannt. Zudem muss noch der Haushaltsausschuss des Bundestages zustimmen.

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