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Deutscher Computerspielpreis 2017: Gewinner und Gala-Eklat

27.04.2017 | 15:01 Uhr |

Portal Knights räumt den Preis für das beste deutsche Spiel ab. Mimimi Entertainment lehnt seinen Gamedesign-Preis jedoch ab.

Am gestrigen Abend wurde im Rahmen einer Gala der Deutsche Computerspielpreis 2017 verliehen. Der von den Branchenverbänden BIU e.V. und GAME e.V. gemeinsam mit dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, getragene Preis ist eine Initiative der deutschen Politik und Wirtschaft. In 14 Kategorien wurden herausragende deutsche und internationale Spieleproduktionen ausgezeichnet.

Durch den Abend im Westhafen Event & Convention Center in Berlin führte Moderatorin Barbara Schöneberger. Zu den Laudatoren gehörten unter anderem Olivia Jones und Kurt Krömer. Im Rahmen der Gala wurden Preisgelder in Gesamthöhe von 550.000 Euro vergeben.

Der Deutsche Computerspielpreis wurde in 14 Kategorien verliehen.
Vergrößern Der Deutsche Computerspielpreis wurde in 14 Kategorien verliehen.
© Franziska Krug/Getty Images for Quinke Networks

Während der Verleihung kam es im Verlauf des Abends jedoch zum Eklat. Das in München ansässige Entwicklerstudio Mimimi Productions verweigerte auf der Bühne die Annahme des mit 40.000 Euro dotierten Preises für das beste Gamedesign in Shadow Tactics: Blades of the Shogun. Lead Designer Dominik Abé begründete die Entscheidung des Teams lediglich mit der Aussage „Leider können wir heute keine Preise annehmen“. Ein Begründung dafür lieferte Abé nicht.

Laut Recherchen des Spielemagazins GameStar könnten Unstimmigkeiten während der Hauptjury-Sitzung des Computerspielpreises Grund für die Entscheidung des Entwicklers sein. Eine interne E-Mail von Stefan Marcinek, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Games-Branche (GAME), gibt Hinweise auf Auffälligkeiten bei den Stimmprotokollen. So hätten in den meisten Kategorien Stimmen gefehlt. Diese seien aufgrund der knappen Ergebnisse jedoch besonders wichtig gewesen. Trotz der Ungereimtheiten sei eine Neuabstimmung abgelehnt worden. Da gemeinschaftlich keine Lösung gefunden werden konnte, habe der GAME-Vorstand beschlossen, die Vergabe der Preise in den drei unklaren Kategorien nicht mitzutragen. Diese Entscheidung hat den Mutmaßungen zufolge zur Verweigerung des Preises seitens Mimimi Productions geführt.

Die übrigen 13 Preisträger zeigten sich im Rahmen der Verleihung von den Unstimmigkeiten unbeeindruckt. Zum besten deutschen Spiel wurde das Action-Rollenspiel Portal Knights gekürt. Wie die Jury in ihrer Erklärung erläutert, könne der Titel große und kleine Spieler gleichermaßen begeistern.

Den Preis für das beste internationale Spiel heimste Nintendos The Legend of Zelda: Breath of the Wild ein. Als bestes internationales Multiplayer-Spiel wurde Overwatch ausgezeichnet. Die beste internationale Spielwelt zeichnet laut Auffassung der Jury das Action-Adventure Uncharted 4: A Thief’s End. Der Publikumspreis, der anhand einer Online-Abstimmung ermittelt wurde, ging an das Rollenspiel The Witcher 3: Blood and Wine. Mit dem Sonderpreis der Jury wurde das Computerspielemuseum Berlin bedacht. Nach Auffassung der Jury macht das Museum digitale Spielkultur auf eine einzigartige Weise erlebbar und bildet damit seit genau 20 Jahren eine Begegnungsstätte für Jung und Alt.

Alle Preisträger im Überblick:

  1. Bestes Deutsches Spiel: Portal Knights

  2. Bestes Nachwuchskonzept: DYO

  3. Bestes Kinderspiel: She Remembered Caterpillars

  4. Bestes Jugendspiel: Code 7 – Episode 0: Allocation

  5. Beste Innovation: VR Coaster Rides und Coastiality App

  6. Beste Inszenierung: Robinson: The Journey

  7. Bestes Serious Game: Debugger 3.16: Hack’n’Run

  8. Bestes Mobiles Spiel: Glitchskier

  9. Bestes Gamedesign: Shadow Tactics: Blades of the Shogun

  10. Bestes Internationales Spiel: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

  11. Bestes internationales Multiplayer-Spiel: Overwatch

  12. Beste internationale neue Spielewelt: Uncharted 4: A Thief’s End

  13. Publikumspreis: The Witcher 3: Blood and Wine

  14. Sonderpreis der Jury: Computerspielemuseum, Berlin

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