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Deutsche Verbraucherschützer verklagen WhatsApp

30.01.2017 | 16:12 Uhr |

Die Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt WhatsApp vor dem Landgericht in Berlin. Es geht um die Datenweitergabe.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat gegen WhatsApp eine Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht. Die Verbraucherschützer werfen WhatsApp vor, widerrechtlich die Daten von Nutzern zu sammeln und diese dann an Facebook weiterzugeben.

Das Marktwächter-Team des vzbv hatte WhatsApp bereits im vergangenen September abgemahnt. Die Ende August 2016 von WhatsApp verkündeten geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen, so hieß es seinerzeit in der Mitteilung des Marktwächter-Teams, seien zu großen Teilen unwirksam. WhatsApp ließ die Frist zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung damals verstreichen.

"Unsere Marktwächterexperten haben das Fehlverhalten des Anbieters erfolgreich sichtbar gemacht. Nun treffen wir uns vor Gericht wieder", erklärt Klaus Müller, Vorstand des vzbv, am Montag. Und weiter: "Die Verbraucherzentralen haben auch bei anderen digitalen Großunternehmen schon häufig einen langen Atem bewiesen: Ob Facebook, Google, Amazon oder nun WhatsApp, wir verfolgen Rechtsverstöße – notfalls auch über alle Gerichtsinstanzen."

Ziel sei es, dass hohe Datenschutzniveau in Deutschland und Europa für die Verbraucher zu sichern, denn darauf würden sie vertrauen. Es müsse der Grundsatz weiter gelten, dass die Verbraucher die Hoheit über ihre Daten behalten und damit das Grundrecht auf die informationelle Selbstbestimmung geschützt bleibe. "Das werden die Verbraucherzentralen vor allem in Zeiten von Big Data verteidigen. Jeder Verbraucher muss selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten bestimmen können", so Müller.

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