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Deutsche Flugsicherung fordert Drohnen-Registrierungspflicht

05.07.2017 | 13:31 Uhr |

Vertreter der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Telekom fordern eine Drohnen-Registrierungspflicht.

Zum Drone Detection Day am Mittwoch haben sich Vertreter der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Deutschen Telekom für eine Registrierungspflicht für Drohnen ausgesprochen. Die vom Bundesverkehrsministerium in diesem Jahr erlassene Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 250 Gramm sei ein erster wichtiger Schritt. Auf diesem müssten aber noch weitere folgen, weshalb eine Registrierungspflicht notwendig sei. Wenn es möglich sei, mit Drohnen eine Straftat zu begehen, dann bestehe auch die Notwendigkeit, einen Täter zweifelsfrei identifizieren zu können, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der DFS und Telekom.

Wichtig sei außerdem auch die Verbesserung der Sichtbarkeit von Drohnen im Luftraum. Für die Flugsicherungstechnik seien zivile Drohnen zu klein und vom Radar nicht erfassbar. "In einem 2016 gestarteten Forschungsprojekt untersuchten die DFS und die Deutsche Telekom deshalb gemeinsam, wie sich Drohnen mittels Mobilfunk orten lassen, um sie in einem Luftlagebild darzustellen. Erste Ergebnisse liegen bereits vor. Die Unternehmen wollen darüber zu einem späteren Zeitpunkt informieren", heißt es in der Mitteilung.

Die DFS und Telekom weisen auch auf die wachsende Gefahr durch Drohnen im Luftraum hin. So habe es im Jahr 2015 bereits 14 Konflikte gegeben und im Jahr 2016 seien 64 Behinderungen gemeldet worden. Bereits nach dem ersten Halbjahr 2017 rechnet die DFS mit einem neuen Höchststand in diesem Jahr. Dazu trägt bei, dass immer mehr Drohnen hierzulande gekauft werden. Im vergangenen Jahr waren es 400.000 Drohnen und diesem Jahr kommen wahrscheinlich um die 600.000 neue Drohnen hinzu. Zuletzt hatte eine Drohne am Londoner Flughafen Gatwick für Verzögerungen gesorgt.

"Die Deutsche Flugsicherung setzt sich für die sichere und faire Integration von Drohnen in den Luftverkehr ein, weil wir vom Potenzial dieser neuen Technologie überzeugt sind", so Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung. Und er fügt hinzu: "Andererseits stellen Drohnen aber auch eine Herausforderung dar. Als DFS wollen wir dazu beitragen, die Sicherheit im Luftverkehr weiterhin auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten.“

Auch viele Unternehmen seien von der steigenden Anzahl von Drohnen besorgt. So würden Automobilhersteller beispielsweise "Paparazzi-Fotos ihrer Erlkönige auf Teststrecken" oder "Energieversorger Sabotage" befürchten. Für die Drohnen-Abwehr hat die Telekom am Drone Detection Day den Magenta Schutzschild einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Über an Gebäude installierte Sensoren können damit anfliegende Drohnen frühzeitig erkannt werden. Die Firmen HP Marketing & Consulting und Rohde & Schwarz stellten ihre Jammer-Abwehrtechnologien vor, mit denen Drohnen aktiv durch Störtechnik abgewehrt werden können. Die Bundesnetzagentur hat die Jammer genehmigt, sie sind in Deutschland aber nur für Behörden mit Sicherheitsaufgaben oder mit behördlicher Genehmigung erlaubt.

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