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Desktop und Systemzentralen unter Linux Ubuntu und Mint

29.05.2017 | 14:00 Uhr |

Je nach Distribution zeigt Linux einen anderen Desktop (Bedienoberfläche) und bietet andere Einstellungen. Die Grundfunktionen sind zwar ähnlich, es gibt jedoch zahlreiche Unterschiede im Detail.

Wie sich ein Linux-System bedienen lässt und wo die Einstellungen zu finden sind, hängt von der jeweiligen Distribution und der zugehörigen Desktopumgebung ab. Die Entscheidung für einen bestimmten Desktop treffen Sie bereits mit der Wahl des Systems. In diesem Artikel beschränken wir uns auf die Distributionen Linux Mint Cinnamon, Ubuntu und Ubuntu Mate. Linux Mint und Ubuntu Mate basieren beide auf Ubuntu, zeigen aber den Cinnamon-beziehungsweise Mate-Desktop. Die Bedienung dieser Desktops unterscheidet sich teilweise deutlich von einem Standard-Ubuntu 16.04 mit dessen Standarddesktop Unity.

Linux-Anmeldung: Wahl zwischen Anmeldung mit Passwort oder automatischer Anmeldung.
Vergrößern Linux-Anmeldung: Wahl zwischen Anmeldung mit Passwort oder automatischer Anmeldung.

1. Anmelden, Abmelden und Herunterfahren

Ubuntu , Ubuntu Mate und Linux Mint zeigen nach dem Systemstart einen Anmeldebildschirm. Sie sehen den Benutzernamen, den Sie bei der Installation festgelegt haben. Klicken Sie diesen an, tippen Sie das Kennwort ein und bestätigen Sie mit Klick auf „OK“ oder mit Drücken der Eingabetaste. Wenn Sie bei der Installation die Option „Automatisch anmelden“ gewählt haben, entfällt die Anmeldung und Linux zeigt gleich die Desktopoberfläche (-> Punkt 3).

Ubuntu: Bei Ubuntu sehen Sie in der Systemleiste am oberen Bildschirmrand („Panel“) ganz rechts eine Schaltfläche. Nach einem Klick darauf können Sie im Menü zwischen „Abmelden“, „Bereitschaft“ und „Herunterfahren“ wählen. Nach einem Klick auf „Abmelden“ haben Sie die Wahl zwischen „Sperren“ und „Abmelden“. Bei „Sperren“ laufen alle Anwendungen weiter, der Bildschirm ist jedoch blockiert. Geben Sie Ihr Passwort ein, um die Sperre aufzuheben. Nach einem Klick auf „Herunterfahren“ können Sie zwischen „Neu starten“ und „Herunterfahren“ wählen. Ein kurzer Druck auf den Einschaltknopf des PCs oder Notebooks führt zu einem Dialog mit den Optionen „Sperren“, „Bereitschaft“, „Neustart“ und „Herunterfahren“. Eine Konfiguration des Netzschalterverhaltens ist bei Ubuntu nicht vorgesehen.

Ubuntu Mate: Auch hier gibt es rechts oben in der Systemleiste eine Schaltfläche, die zu einem Dialog mit den Schaltflächen „Bereitschaft“, „Neustart“ und „Herunterfahren“ führt. Es erscheint ein Countdown und wenn Sie nichts anderes anklicken, schaltet sich der Rechner nach 60 Sekunden aus. Mit „Abbrechen“ lässt sich der Vorgang stoppen. Wenn Sie den Einschaltknopf des PCs oder Notebooks kurz drücken, erscheint der gleiche Dialog und das Gerät fährt nach 60 Sekunden automatisch herunter. Um das Verhalten des Netzschalters zu ändern, gehen Sie im Menü auf „System -> Einstellungen -> Geräte -> Energieverwaltung“ und dann auf die Registerkarte „Allgemein“. Hinter „Beim Drücken des Ein-/Ausschalters“ können Sie zwischen „Nachfragen“, „Bereitschaft“, „Herunterfahren“ und „Nichts machen“ wählen. „Abmelden“ und „Bildschirm sperren“ finden Sie bei Ubuntu Mate im Menü „System“.

Linux Mint: Hier klicken Sie auf die unterste Schaltfläche im Menü („Beenden“) und dann auf „Rechner ausschalten“, wenn Sie das System herunterfahren möchten. Alternativ können Sie auch den Einschaltknopf des PCs oder Notebooks kurz drücken. Dann erscheint das Fenster mit den Schaltflächen „Bereitschaft“, „Ruhezustand“, „Neu starten“ und „Rechner ausschalten“. Das Verhalten des Netzschalters lässt sich bei Linux Mint konfigurieren, indem Sie im Menü auf „Einstellungen -> Energieverwaltung“ gehen und unter „zusätzliche Optionen“ statt „Fragen“ beispielsweise „Ruhezustand“ oder „Sofort herunterfahren“ wählen.

Systemeinstellungen müssen Sie mit dem Passwort des Systemverwalters bestätigen.
Vergrößern Systemeinstellungen müssen Sie mit dem Passwort des Systemverwalters bestätigen.

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2. Konfiguration des Systems und Berechtigungen

Bei allen Linux-Distributionen können Sie die meisten Einstellungen über eine Zentrale aufrufen – ähnlich der Windows-Systemsteuerung. Benutzer von Linux Mint klicken auf die Menü-Schaltfläche und gehen auf „Einstellungen -> Systemeinstellungen“. Unter Ubuntu klicken Sie in der Starterleiste am linken Bildschirmrand auf das Symbol mit Zahnrad und Schraubenschlüssel. Bei Ubuntu Mate rufen Sie die Einstellungen über das Menü am oberen Bildschirmrand auf. Klicken Sie auf „System -> Steuerzentrale“.

Alle hier verfügbaren Einstellungen lassen sich meist auch direkt ansteuern. Bei Linux Mint finden Sie die passenden Menüeinträge unter „Einstellungen“ und „Systemverwaltung“, bei Ubuntu Mate im Menü „System“. Ubuntu-Benutzer verwenden die oberste Schaltfläche im Ubuntu-Startmenü (die „Dash-Startseite“) und tippen einen Suchbegriff wie „Maus“ oder „Tastatur“ ein.

Es gibt zwei Gruppen von Einstellungen: Die einen betreffen nur den jeweils angemeldeten Benutzer. Dazu gehören etwa die Einstellungen für das Erscheinungsbild und Tastenkombinationen sowie die Mauskonfiguration. Die zweite Gruppe umfasst systemweite Einstellungen, etwa die Konfiguration und Installation von Softwareupdates oder die Einstellungen für Datum und Uhrzeit. Um hier etwas zu ändern, sind immer Administratorrechte erforderlich. Diese fordert Linux entweder direkt an, wenn Sie eine Einstellung aufrufen, oder Sie müssen zuvor auf „Entsperren“ klicken. Sie erhalten die Berechtigung, indem Sie das bei der Installation festgelegte Passwort eintippen und auf „OK“ oder „Legitimieren“ klicken.

Berechtigungen: Standardbenutzer und Systemverwalter

Die Berechtigungen zur Systemverwaltung erhält der bei der Installation eingerichtete Erstbenutzer automatisch. Wenn andere Personen den PC verwenden, empfiehlt es sich, weitere Benutzerkonten anzulegen. Jeder Benutzer kann dann seine individuellen Einstellungen vornehmen und hat Zugriff auf seine eigenen Dateien. Neue Benutzerkonten erstellen Sie bei Linux Mint in den Systemeinstellungen nach einem Klick auf „Benutzer und Gruppen“, bei Ubuntu klicken Sie auf „Benutzer“ und bei Ubuntu Mate gehen Sie auf „System -> Systemverwaltung -> Benutzer und Gruppen“. Über die „+“-oder „Hinzufügen“-Schaltfläche legen Sie einen neuen Benutzer an.

Bei Linux Mint und Ubuntu können Sie hinter „Kontotyp“ den Wert „Standard“ auswählen, wenn der Benutzer keine administrativen Berechtigungen erhalten soll. Andernfalls wählen Sie „Systemverwalter“. In Ubuntu Mate klicken Sie, nachdem Sie das neue Benutzerkonto angelegt haben, hinter „Kontotyp“ auf „Ändern“. Wählen Sie die Option „Desktop-Benutzer“ für Standardberechtigungen oder „Administrator“ für Systemverwalter.

3. Automatisch bei Linux anmelden

Bei privat genutzten PCs ist die automatische Anmeldung praktisch, sofern keine Gefahr besteht, dass jemand unbefugt auf Ihre Dateien zugreift. Eine Option für die automatische Anmeldung wird bereits bei der Installation von Ubuntu, Ubuntu Mate und Linux Mint angeboten. Wenn Sie die Option nicht gewählt haben, lässt sich die Funktion nachträglich aktivieren.

Ubuntu 16.04: Klicken Sie in der Leiste am linken Bildschirmrand auf das Symbol mit dem Zahnrad und dem Schraubenschlüssel. Damit rufen Sie die „Systemeinstellungen“ auf. Klicken Sie im Abschnitt „System“ auf „Benutzer“. Klicken Sie auf „Entsperren“ und bestätigen Sie mit Ihrem Passwort. Beim Benutzer, der automatisch angemeldet werden soll, setzen Sie den Schalter hinter „Automatische Anmeldung“ auf „An“.

Ubuntu Mate: Gehen Sie auf „System -> Systemverwaltung -> Benutzer und Gruppen“. Wählen Sie den gewünschten Benutzer aus. Hinter „Passwort: Beim Anmelden erfragen“ klicken Sie auf „Ändern“. Tippen Sie Ihr Passwort ein und klicken Sie auf „Legitimieren“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Nicht bei der Anmeldung nach einem Kennwort fragen“. Allerdings bewirkt diese Option nur genau das, was in der Beschreibung steht: Bei der Anmeldung wählen Sie den gewünschten Benutzer und klicken auf „Anmelden“. Die Passworteingabe entfällt, aber es erfolgt keine vollautomatische Anmeldung eines bestimmten Benutzers.

Linux Mint: Klicken Sie links unten auf die Schaltfläche „Menü“ und gehen Sie auf „Systemverwaltung -> Anmeldefenster“. Da es sich um eine systemweite administrative Einstellung handelt, müssen Sie das Passwort eintippen, das Sie bei der Installation festgelegt haben, und mit „OK“ bestätigen. Klicken Sie auf „Automatische Anmeldung“, setzen Sie ein Häkchen vor „Automatische Anmeldung aktivieren“ und wählen Sie darunter den Benutzer aus, der automatisch angemeldet werden soll. Die Option „Zeitgesteuerte Anmeldung aktivieren“ ist nützlich, wenn Sie mehrere Benutzerkonten verwenden. Der Anmeldebildschirm zeigt dann einen Count-down. Ist er abgelaufen, wird der gewählte Benutzer automatisch angemeldet. Sie können aber auch einen anderen Benutzernamen anklicken und sich dann mit dessen Passwort anmelden.

Linux Mint: Automatische oder zeitgesteuerte Anmeldung nachträglich aktivieren.
Vergrößern Linux Mint: Automatische oder zeitgesteuerte Anmeldung nachträglich aktivieren.

4. Konfiguration von Hardware und Peripherie

Linux erkennt beim Start automatisch die Grafikkarte und die angeschlossenen Monitore. Die Bildschirmauflösung wird ebenfalls automatisch richtig eingestellt. Die standardmäßig installierten Open-Source-Treiber, etwa für Grafikkarten von Nvidia oder AMD, reichen für einen typischen Büro-oder Surf-PC aus. Es stehen jedoch teilweise optimierte Treiber zur Verfügung, über die sich die Videowiedergabe und Spiele beschleunigen lassen.

Die Konfiguration des Monitors ändern Sie unter Linux Mint bei Bedarf über das Menü und „Einstellungen -> Bildschirm“. Hier können Sie die Auflösung festlegen und auch mehrere Monitore konfigurieren. Die Platzierung der Monitore lässt sich per Drag & Drop ändern und über die Schaltfläche „Als Hauptbildschirm festlegen“ legen Sie den primären Monitor fest. Bei Ubuntu 16.04 finden Sie die gleichen Einstellungen in den „Systemeinstellungen“ nach einem Klick auf „Anzeigegeräte“. Nutzer von Ubuntu Mate gehen im Menü auf „System -> Einstellungen -> Geräte -> Bildschirm“.

Linux Mint: Monitor über Einstellungen -> Bildschirm konfigurieren.
Vergrößern Linux Mint: Monitor über Einstellungen -> Bildschirm konfigurieren.

In den „Systemeinstellungen“ beziehungsweise der „Steuerzentrale“ finden Sie weitere Konfigurationstools für die Hardware. Sie können hier beispielsweise Bluetooth-Adapter aktivieren und Geräte koppeln. Nach einem Klick auf „Klang“ legen Sie die Einstellungen für den Audioadapter fest. Sind mehrere Audioausgänge vorhanden, etwa Analog-und HDMI-Ausgabe, lässt sich hier das gewünschte Audiogerät aktivieren.

Einstellungen für Maus/Touchpad und Tastatur gibt es ebenfalls. Als Linkshänder können Sie beispielsweise die primäre Taste von „Links“ auf „Rechts“ umstellen. Außerdem lässt sich die Zeigergeschwindigkeit anpassen. Für den schnellen Zugriff auf bestimmte Funktionen sind bereits einige Tastenkombinationen vorkonfiguriert. Bei Linux Mint und Ubuntu finden Sie die Einstellungen nach einem Klick auf „Tastatur“ auf der Registerkarte „Tastenkombinationen“ beziehungsweise „Tastaturkürzel“.

Hotkeys einstellen: Ubuntu Mate bietet in der „Steuerzentrale“ ein eigenes Tool in der Rubrik „Geräte“ mit der Bezeichnung „Tastenkombinationen“. Sie können die bereits vergebenen Tastaturkürzel einsehen, diese bei Bedarf ändern und neue anlegen. Gehen Sie bei Linux Mint unter „Kategorien“ beispielsweise auf „Starter“ und klicken Sie auf „Webbrowser starten“. Führen Sie einen Doppelklick auf „WWW“ unter „Tastenkombinationen“ aus. Drücken Sie die gewünschte Tastenkombination, beispielsweise Strg-Alt-W. Mit der Esc-Taste brechen Sie die Aktion ab und mit der Rücktaste löschen Sie eine Tastenkombination. Bei Ubuntu und Ubuntu Mate funktioniert die Zuweisung von Tastaturkürzeln ähnlich, es genügt hier aber, einen Befehl wie „Webbrowser starten“ beziehungsweise „Internetprogramm starten“ anzuklicken und dann die Tastenkombination zu drücken.

Tipp: Ubuntu 16.04 zeigt ihnen einige wichtige Tastaturkürzel in einer Übersicht an, wenn Sie die Super-Taste (Windows-Taste) länger gedrückt halten.

Hotkeys in Linux-Systemen: Vordefinierte Tastenkombinationen oder selbst Tastaturkürzel festlegen.
Vergrößern Hotkeys in Linux-Systemen: Vordefinierte Tastenkombinationen oder selbst Tastaturkürzel festlegen.

5. Desktop nutzen und Programme starten

Die Desktops von Linux Mint und Ubuntu Mate funktionieren ähnlich. Sie bieten Funktionen, wie sie von klassischen Oberflächen und auch von Windows her bekannt sind. Bei Linux Mint sehen Sie auf dem Desktop die Icons „Rechner“ und „Persönlicher Ordner“. Über beide öffnen Sie den Dateimanager, der dann die Laufwerke im PC beziehungsweise die eigenen Dateien wie „Bilder“ und „Dokumente“ anzeigt („home“-Verzeichnis). Bei Ubuntu Mate gibt es nur das Symbol „Persönlicher Ordner von [Benutzername]“, eingelegte CDs oder DVDs erhalten automatisch ein Symbol auf dem Desktop.

Klicken Sie auf einen freien Bereich des Desktops, um das Kontextmenü einzublenden. Bei Linux Mint zeigt es beispielsweise die Einträge „Neuen Ordner anlegen“ und „Neues Dokument anlegen“. Ubuntu und Ubuntu Mate zeigen im Kontextmenü ähnliche Einträge mit abweichenden Beschriftungen. Den Unterschied macht bei Linux Mint und Ubuntu Mate der Menüpunkt „Neuen Starter hier erstellen“ beziehungsweise „Starter anlegen“, den es am Ubuntu-Desktop nicht gibt. Sie können darüber eine Programmverknüpfung am Desktop ablegen. Dazu müssen hinter „Command“ (Ubuntu Mint: „Befehl“) den Namen der ausführbaren Datei eingeben oder über „Browse“ (Ubuntu Mint: „Durchsuchen“) suchen.

In der Regel ist es daher einfacher, einen Programmstarter auf dem Desktop über das Menü zu erzeugen. Bei Linux Mint gehen Sie dazu über das Menü auf das gewünschte Programm und klicken auf die rechte Maustaste. Wählen Sie „Zum Schreibtisch hinzufügen“. Hier gibt es auch den Menüeintrag „Zur Leiste hinzufügen“, der für häufig genutzte Anwendungen empfehlenswert ist.

Das Icon der Anwendung erscheint dann als Schnellstarter in der Leiste am unteren Bildschirmrand. Bei Ubuntu Mate heißen die Kontextmenüpunkte im Menü „Als Starter zum Schreibtisch hinzufügen“ und „Als Starter zur Leiste hinzufügen“.

Ubuntu verfolgt eine andere Desktopphilosophie. Die Oberfläche soll standardmäßig keine Programmstarter enthalten. Sie können aber ein Programm über die oberste Schaltfläche im Unity-Startmenü suchen und starten („Dash-Startseite“). Das zugehörige Symbol erscheint in der Menüleiste, solange das Programm läuft. Klicken Sie das Symbol mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Im Starter behalten“, damit es dauerhaft dort verbleibt. Über den Kontextmenüpunkt „Aus Starter entfernen“ lässt es sich jederzeit wieder löschen.

Suche statt Menü: Ubuntu 16.04 zeigt nur wenige Programme in der Starterleiste.
Vergrößern Suche statt Menü: Ubuntu 16.04 zeigt nur wenige Programme in der Starterleiste.

Programme und Dateitypen: Entweder Sie starten Sie eine Anwendung und öffnen dann die gewünschte Datei, etwa über „Datei -> Öffnen“, oder Sie öffnen eine Datei über den Dateimanager per Doppelklick mit der zugehörigen Anwendung. Welche das ist, können Sie selbst festlegen:

Ubuntu und Linux Mint: Sind mehre Anwendungen installiert, die mit einer bestimmten Datei etwas anfangen können, klicken Sie die Datei im Dateimanager mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü „Öffnen mit“. Es erscheint eine Liste mit den für diesen Dateityp sinnvollen Anwendungen, die Sie per Mausklick auswählen. Die Zuordnung wird dadurch jedoch nicht dauerhaft geändert. Wenn Sie einen Dateityp immer nach Doppelklick mit einer anderen Anwendung öffnen möchten, etwa Bilddateien mit der Bildbearbeitung Gimp statt mit dem Bildbetrachter, dann klicken Sie eine Bilddatei mit der rechten Maustaste an und wählen im Menü „Eigenschaften“. Gehen Sie auf die Registerkarte „Öffnen mit“, wählen Sie die gewünschte Anwendung in der Liste und klicken Sie auf „Als Vorgabe festlegen“.

Ubuntu Mate: Im Kontextmenü von Dateien tauchen meist mehrere Anwendungen auf, mit denen sich der jeweilige Dateityp öffnen lässt. Ist das gewünschte Programm nicht dabei, gehen Sie im Kontextmenü auf „Mit anderer Anwendung öffnen“. Wählen Sie ein Programm in der Liste aus. Im Dialog ist ein Häkchen vor „Diese Anwendung für [Dateityp]-Dateien merken“ gesetzt. Wenn Sie die Zuordnung nicht ändern wollen, entfernen Sie das Häkchen und klicken erst dann auf „Öffnen“. Wie bei den anderen Systemen lässt sich das Standardprogramm auch unter Ubuntu Mate über den Kontextmenüpunkt „Eigenschaften“ auf der Registerkarte „Öffnen mit“ festlegen.

Dateitypen: Per Doppelklick öffnen Sie eine Datei mit der Standardanwendung.
Vergrößern Dateitypen: Per Doppelklick öffnen Sie eine Datei mit der Standardanwendung.

6. Desktop komfortabler einrichten

Linux Mint bietet zahlreiche Optionen zur Gestaltung des Desktops. Die Leiste, die standardmäßig am unteren Bildschirmrand erscheint, lässt sich auch links, rechts oder oben andocken. Sie können außerdem weitere Leisten erstellen und darin Programmstarter oder andere Elemente unterbringen. Um eine neue Leiste anzulegen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich in der Leiste am unteren Bildschirmrand. Klicken Sie auf „Leiste verändern -> Leiste hinzufügen“. Linux Mint zeigt dann die möglichen Leistenpositionen an. Klicken Sie beispielsweise auf den Bereich am linken Bildschirmrand. Klicken Sie die neue Leiste mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Menü „Applets zu Leiste hinzufügen“. Dann gehen Sie in der Liste auf „Leistenstarter“ und klicken auf „Zur Leiste hinzufügen“. Es erscheint ein Programmstarter mit den Standardelementen „Dateien“ (persönlicher Ordner), „Terminal“ und „Firefox“. Sollten sich in der Hauptleiste weitere Starter befinden (-> Punkt 5), können Sie diese mit gedrückter linker Maustaste in den Bereich des Leistenstarters auf der neuen Leiste verschieben.

Wenn Sie möchten, können Sie den „Leistenstarter“ dann aus der Leiste am unteren Bildschirmrand entfernen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste in den Bereich des Starters und wählen im Kontextmenü „Einstellungen -> Leistenstarter entfernen“.

Bauen Sie über „Applets zu Leiste hinzufügen“ weitere Elemente in die neue Leiste ein, beispielsweise „Kalender“ oder „Papierkorb. Die Reihenfolge der Symbole innerhalb des Leistenstarters lässt sich per Drag & Drop ändern, die der anderen Elemente erst, nachdem Sie im Kontextmenü der Leiste den „Leistenbearbeitungsmodus“ aktiviert haben. Bei unseren Tests fehlte bei Linux Mint 18.1 „Serena“ danach allerdings der Kontextmenüpunkt, um den Bearbeitungsmodus wieder abzuschalten. Das gelingt nur über einen Umweg: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen Sie im Menü „Schreibtischeinstellungen“. Klicken Sie im Fenster links oben auf den Pfeil, um zu den Systemeinstellungen zu gelangen. Klicken Sie unter „Einstellungen“ auf „Leiste“ und dann unter „Allgemeine Leistenoptionen“ auf die Schaltfläche „Leistenbearbeitungsmodus“.

Linux Mint und Ubuntu Mate: Mehrere Leisten an den Rändern des Bildschirms verwenden.
Vergrößern Linux Mint und Ubuntu Mate: Mehrere Leisten an den Rändern des Bildschirms verwenden.

Ubuntu Mate: Eine neue Leiste erstellen Sie über den Kontextmenüpunkt „Leiste anlegen“ der bereits vorhandenen Leisten. Die Platzierung erfolgt automatisch. Wählen Sie im Kontextmenü einer Leiste „Einstellungen“. Hinter „Ausrichtung“ legen Sie fest, an welchem Bildschirmrand eine Leiste dargestellt werden soll. Außerdem gibt es Einstellungen für die Größe der Leiste und Sie können ein Häkchen bei „Automatisch verbergen“ setzen. Dann verschwindet die Leiste automatisch und sie taucht wieder auf, wenn Sie mit der Maus an den Rand des Bildschirms fahren.

Wenn Sie bei einem Programm im Menü unter „Anwendungen“ den Kontextmenüpunkt „Als Starter zur Leiste hinzufügen“ wählen, erscheint das Programmsymbol immer in der oberen Leiste. Sie können es dann bei gedrückter linker Maustaste auf eine beliebige andere Leiste ziehen. Über den Kontextmenüpunkt „Zur Leiste hinzufügen“ lassen sich ebenfalls Anwendungsstarter einbauen oder auch andere Elemente wie „Akkuladeanzeige“ oder „Bildschirm sperren“. Jedes Element lässt sich einfach mit der Maus verschieben.

Ubuntu: Bei Ubuntu gibt es die Starterleiste mit dem Unity-Startmenü am linken Bildschirmrand und die Systemleiste am oberen Bildschirmrand, die das Menü der gerade aktiven Anwendungen und Elemente wie die Uhr und Lautstärkeregler anzeigt. Ohne manuelle Eingriffe in die Systemkonfiguration oder zusätzliche Tools lässt sich hier nicht viel konfigurieren und individuelle Erweiterungen sind nicht vorgesehen. Die wenigen Optionen, die es gibt, finden Sie in den „Systemeinstellungen“ nach einem Klick auf „Darstellung“. Auf der Registerkarte „Erscheinungsbild“ lässt sich die Größe der Symbole im Unity-Startmenü festlegen. Klicken Sie auf der Registerkarte „Verhalten“. Hier können Sie „Den Starter automatisch ausblenden“ aktivieren und die Position der Programm-Menüs festlegen – klassisch im Programmfenster oder Ubuntu-typisch in der Systemleiste.

Mehr Platz durch mehrere Arbeitsflächen

Bei vielen Linux-Systemen sind mehrere Arbeitsflächen Standard. Die Funktion ist vor allem bei kleinen Displays nützlich, etwa auf Notebooks. Sie können Programmfenster auf mehreren Arbeitsflächen öffnen oder dorthin verschieben. Wenn Sie die Fenster sinnvoll gruppieren, können Sie schnell zwischen den Arbeitsflächen und damit zwischen den geöffneten Programmfenstern umschalten. Bei Linux Mint und Ubuntu Mate sind bereits mehrere Arbeitsflächen aktiv.

Mit den Tastenkombinationen Strg-Alt-Pfeil-nach-rechts und Strg-Alt-Pfeil-nach-links wechseln Sie die Arbeitsfläche. Umschalt-Strg-Alt-Pfeil-nach-rechts bewegt das gerade aktivierte Fenster auf die nächste Arbeitsfläche und Umschalt-Strg-Alt-Pfeil-nach-links auf die vorherige. Bei Ubuntu Mate sehen Sie rechts unten in der Leiste einen Arbeitsflächenumschalter, über den Sie per Mausklick umschalten können. Linux-Mint-Nutzer bauen den „Arbeitsflächenwechsler“ über den Kontextmenüpunkt „Applets zur Leiste hinzufügen“ einer Leiste ein.

In Ubuntu müssen Sie die Arbeitsflächen erst manuell aktivieren. Gehen Sie in den „Systemeinstellungen“ auf „Darstellung“. Unter „Verhalten“ schalten Sie die Option „Arbeitsflächen aktivieren“ ein. Die Arbeitsflächen sind hier jedoch nicht nebeneinander, sondern quadratisch angeordnet. Deshalb verwenden Sie Strg-Alt in Kombination mit den vier Pfeiltasten, um zwischen den Arbeitsflächen umzuschalten. Entsprechend verschieben Sie Fenster mit Umschalt-Strg-Alt zusammen mit den Pfeiltasten. Im Unity-Startmenü finden Sie ebenfalls einen Schalter für den Desktopwechsel.

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