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Der ideale Gaming-Prozessor: Kauf-Tipps für AMD- und Intel-CPUs ab 60 Euro

11.06.2020 | 09:20 Uhr | Michael Schmelzle

Welche CPU ist ideal für PC-Spiele - wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen und haben für jeden Geldbeutel einen Kauf-Tipp für Sie.

Die CPU-Generation AMD Ryzen 3000 ist wegen des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis ein Verkaufsschlager , extrem beliebt ist der AMD Ryzen 5 3600 für 170 Euro. Ein guter Zeitpunkt also, um das Angebot von AMD und Intel zu vergleichen. Mit unseren aktuellen Empfehlungen finden Sie sofort den idealen Gaming-Prozessor für jeden Geldbeutel. Gleich im Anschluss haben wir noch die wichtigesten Tipps zusammengefasst, die Sie beim Prozessorkauf berücksichtigen sollten. Und das sind unsere aktuellen Kauf-Tipps für Gamer von 60 bis 540 Euro - sortiert nach aufsteigendem Preis:

Gaming-CPUs für Einsteiger

+ hohe Taktrate (3,1 bis 3,4 GHz)
+ 12-nm-Fertigung (AF-Version)
- kein Simultaneous Multithreading (SMT)
- nur vier CPU-Kerne

+ hohe Taktrate (3,6 bis 4,2 GHz)  
- kein SMT
- nur 4 CPU-Kerne

CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

Gaming-CPU für Einsteiger mit Onboard-Grafik

+ hohe Taktrate (3,6 bis 4 GHz)
+ mit spieletauglicher Onboard-Grafik (AMD Radeon Vega 8)
- kein SMT
- nur vier CPU-Kerne

Preisgünstige Gaming-CPUs

+ hohe Taktrate (3,6 bis 3,9 GHz)
+ SMT
+ Multiplikator frei wählbar
- nur 4 CPU-Kerne

+ hohe Taktrate (3,4 bis 3,9 GHz)
+ SMT
+ 6 CPU-Kerne 
+ Multiplikator frei wählbar

Preis-Leistungs-Tipp

+ sehr hohe Taktrate (3,6 bis 4,2 GHz)
+ modernste Technik (z.B. PCIe 4.0)
+ 6 CPU-Kerne  
+ SMT
+ Multiplikator frei wählbar

zukunftssichere Gaming-CPUs

+ sehr hohe Taktrate (3,6 bis 4,4 GHz)
+ modernste Technik (z.B. PCIe 4.0)
+ 8 CPU-Kerne  
+ SMT
+ Multiplikator frei wählbar
- teuer

+ sehr hohe Taktrate (2,9 bis 4,8 GHz)
+ 8 CPU-Kerne  
+ Hyperthreading
- Multiplikator nicht frei wählbar
- teuer

Beste Gaming-CPU

+ sehr hohe Taktrate (3,8 bis 4,6 GHz)
+ modernste Technik (z.B. PCIe 4.0)
+ 12 CPU-Kerne  
+ SMT
+ Multiplikator frei wählbar
- sehr teuer

+ sehr hohe Taktrate (3,7 bis 5,3 GHz)
+ 10 CPU-Kerne  
+ SMT
+ Multiplikator frei wählbar
- sehr teuer

Kaufberatung: Gaming-CPUs

Klar: Je besser die Grafikkarte, desto flüssiger laufen Spiele und desto höher können Sie die Qualitätseinstellungen schrauben. Aber die CPU muss zur Grafikarte passen, sonst bremst der Prozessor die Grafikkarte aus. Als grobe Faustregel gilt: Für einen vernünftigen Gaming-PC sollten rund 60 Prozent Ihres Gesamt-Budgets im Verhältnis 2:1 in die Grakfikkarten-CPU-Kombination fließen. Bei einem 1000-Euro-PC stecken Sie beispielsweise 400 Euro in die Grafikkarte und circa 200 Euro in die CPU.

Wer aktuell die unverschämte Preistreiberei bei Grafikkarten nicht mitmachen will, holt sich für knapp 90 Euro den AMD Ryzen 3 3200G mit spieletauglichen Onboard-Grafikchip und rüstet später mit einer Grafikkarte nach. Allerdings eignet sich der 3200G im Test nur fürs Zocken in Full-HD, zudem müssen Sie bei grafisch anspruchsvollen Spielen die Bildqualität herunterschrauben.

Das sollte eine Gaming-CPU können

Hoher Takt: Wichtigestes Kriterium für einen Gaming-Prozessor ist immer noch eine möglichst hohe Taktfrequenz. Mindestens 3 GHz sollten es schon sein, ideal sind Frequenzen ab 4 GHz. Aufgrund der unterschiedlichen Microprozessor-Architektur ist ein direkter Vergleich der Taktraten, oder besser gesagt der Befehle/Taktzyklus (IPC = Instructions per Cycle) zwischen AMD und Intel schwierig. Ganz grob lässt sich sagen, das AMD den IPC-Wert bei den Ryzen-CPUs mit jeder Generation verbessert hat und mit den aktuellen Ryzen-3000-Modellen nahezu das Niveau von Intel-Prozessoren erreicht hat.

Gute Übertaktbarkeit: Achten Sie beim Kauf einer Gaming-CPU auf die Übertaktungseigenschaften, um die Taktrate noch höher zu schrauben als dies der Hersteller vorgesehen hat. Zu den direkten Faktoren gehören hier ein frei wählbarer Multiplikator, der das Übertakten sehr einfach macht. Bei Intel ist das etwa bei allen Extreme Editions und Modellen mit einem "K" am Ende der Fall, bei AMD besitzen alle Ryzen-Modelle einen frei wählbaren Multiplikator.

Zu den indirekten Faktoren gehört eine stärkere Kühlung. Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit einer Wasserkühlung. Achten Sie aber auch auf eine gute Gehäusedurchlüftung, sonst bringt die beste Wasserkühlung nichts. Hilfreich beim Overclocking (OC) ist auch eine hochwertige Hauptplatine mit robusten Spannungswandlern und zahlreichen Einstellmöglichkeiten im UEFI, damit Sie auch das letzte Quentchen Leistung aus Ihrer CPU kitzeln können.

Mindestens 4 CPU-Kerne: Die meisten anspruchsvollen Spiele sind heutzutage auf 4 bis 6 Prozessorkerne optimiert. Zukunftssicher sind allerdings erst CPUs mit mindestens acht Kerne, da wir glauben, das Octa-Cores in ein bis zwei Jahren zum Standard bei der Spieleentwicklung gehören werden. Dies hat zwei Gründe: Zum einen entwickelt die Gaming-Branche Spiele immer häufiger Plattform-übergreifend - und in der aktuellen Konsolengeneration von Xbox One X und PS 4 sind bereits Achtkerner verbaut.

Zum anderen senkt die vergleichsweise günstige Ryzen-7-Baureihe den Einstiegspreis und sorgt so für eine zunehmende Verbreitung von  Achtkern-CPUs. Den AMD Ryzen 7 2700X bekommen Sie beispielsweise schon für rund 230 Euro - virtuelle Achtkerner ( 4 Kerne mit SMT, also 8 Threads) wie der AMD Ryzen 3 3100 sind sogar schon für knapp 110 Euro zu haben. Für Spieleentwickler lohnt es sich also zunehmend, Games für mehr als vier CPU-Kerne zu optimieren.
Außerdem bieten mehr Kerne einen weiteren wichtigen Vorteil: Sie können mehr Programme effizienter parallel nutzen, ohne dabei das laufende Spiel auszubremsen, beispielsweise mit Team-Speak zocken, Spotify-Playlists anhören oder im Second Screen Whatsapp-Nachrichten lesen und YouTube-Videos abspielen.

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