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Der Arbeitsplatz der Zukunft wird vor allem mobil

29.11.2017 | 13:00 Uhr | Hermann Roden

Durch den rasanten technischen Fortschritt hat sich die Arbeitswelt in den letzten Jahren sehr verändert. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird vor allem mobil sein.

Früher war der Arbeitsweg oft schon vorgegeben: Kinder traten beruflich in die Fußstapfen ihrer Eltern. Sie blieben am selben Ort und wechselten nur selten den Arbeitgeber. Generationen von Familien im selben Betrieb oder gar Familienunternehmen mit jahrzehntelanger Tradition waren keine Seltenheit.

Das änderte sich in den letzten 30 Jahren: Berufliche Selbstverwirklichung trat stärker in den Vordergrund und die Globalisierung eröffnete tausendundeine Möglichkeit für jeden Einzelnen. Ich-AGs, Freelancer und Firmengründer prägen viele Berufswünsche.

Mit dieser Entwicklung veränderte sich auch der Arbeitsplatz als solcher. Aus Bürotürmen und endlosen Fluren wurden Co-Working-Spaces und Cafés, in denen man sich trifft und arbeitet. Manche Menschen bezeichnen sich sogar als „Digital Nomads“ – digitale Nomaden, die an den Stränden oder Bergen dieser Welt oder eben auf Reisen arbeiten und leben. Wohlfühlen und in entspannter Atmosphäre arbeiten ist heute die Devise. Wie konnte sich in so kurzer Zeit die Arbeitswelt verändern? Ganz einfach: Durch den rapiden technologischen Fortschritt der letzten Jahre.

Überall verbunden mit Künstlicher Intelligenz

Technologie bedeutet heute vor allem Internet und Algorithmen. Laptop oder Smartphone können heute mehr leisten als für die erste bemannte Landung auf dem Mond notwendig war.

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist vor allem mobil. Ob zu Wasser, zu Land oder in der Luft: Mittels leistungsstarker Hardware und fast überall zugänglicher WLAN-Netzwerke kann man von überall arbeiten. Damit Mitarbeiter aber zusammen an ihren Projekten arbeiten können, muss die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Dafür gibt es etliche Kommunikationstools oder gleich eigens geschaffene Intranet-Lösungen, die alles in einem bieten.

Manche Menschen kommen mit Email, Instant-Messenger und Cloudspeicher gut klar. Andere wiederum bevorzugen es, die komplette Kommunikation sowie die relevanten Dokumente und Projektarbeiten in einem digitalen Work-Hub zu haben, weil das übersichtlicher und sicherer ist und gleichzeitig auch IT-Fragmentierung vorbeugt.

Eine weitere Entwicklung zum Arbeitsplatz der Zukunft sind Künstliche Intelligenz und Big Data. Schon heute schreiben Programme Bestseller-Bücher, 3D-Drucker bauen Häuser oder Anwendungen übersetzen Texte auf höchstem Niveau. Doch welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf Unternehmen und ihre Mitarbeiter?

Ganz konkret wäre es denkbar, dass Bedürfnisse von Unternehmen schon im Voraus planbar und einsetzbar werden. Beispielsweise wird Künstliche Intelligenz beim Finanzmanagement helfen und Tipps geben, wie man Ressourcen am besten einsetzt oder wo gerade Geld unnötig verschwendet wird. Der Optimierungsprozess wird automatisiert. Im Personalbereich ist ein aktueller Trend beispielsweise „HR Analytics“. Diese datengetriebene Zukunft des Personalwesens möchte Projekte optimaler zusammenstellen oder Stellen effektiver besetzen.

Aufgaben sind heute zumeist verschachtelter und weitgreifender als frühere Routinearbeiten. Das führt dazu, dass Teams immer komplexer werden und Führungskräfte über deren Zusammenstellung Kopfschmerzen bekommen. Die Analyse von entsprechenden Metadaten, die vorher gesammelt wurden, kann diesen Prozess vereinfachen, indem sie auf akkurate Art und Weise die richtigen Leute für das richtige Projekt und Team identifiziert – unabhängig von der Abteilung, der Position oder dem Titel. Die Teams kommen so nach Stärken und Schwächen zusammen und formen die zeit- und kostengünstigste Alternative für ein Projekt.

Ein weiteres Beispiel sind Assistenzsysteme, wie sie heute schon in Smartphones eingesetzt werden, und die in Zukunft wahrscheinlich Chatbots noch weiter verfeinern und ihre Antworten menschlicher, schneller und besser machen.

Wer weiß - vielleicht treffen wir uns alle in ferner Zukunft auch in einer virtuellen Realität zum Arbeiten – eine Vision, die unsere derzeitige Vorstellungskraft noch überschreitet.

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Technologisch, datengetrieben, ortsunabhängig

Der eigene Arbeitsplatz und die gesamte Arbeitswelt werden eine Verlagerung erfahren. Die letzte große Verschiebung ging von den handwerklichen, industriell produzierenden Berufen hin zu Dienstleistungen und Kopfarbeit. Wir erleben gerade eine Weiterentwicklung dessen, da in Zukunft die technischen Spezialistenberufe (beispielsweise Programmierer) die Arbeitswelt dominieren werden.

Daten sind der Rohstoff, mit dem wir vorrangig arbeiten werden – und dies bereits heute schon tun. Daten zu sammeln, auszuwerten und zu interpretieren wird das Berufsbild von morgen prägen. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist zudem ortsunabhängig. Beständige, schnelle Internetverbindungen machen alles mobil, und dank moderner Kommunikationslösungen und Social-Collaboration-Software lassen sich Projekte global einfacher bearbeiten.

Große und kleine Unternehmen haben mittlerweile haben die immense Bedeutung der Digitalisierung erkannt. Ob künstliche Intelligenz eines Tages unsere Arbeit übernehmen wird und wir uns zurücklehnen können, bleibt abzuwarten. Denn der Mensch braucht eine Aufgabe. So sagte schon Shakespeare: „Die Arbeit, die uns freut, wird zum Vergnügen.“

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