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DDoS-Tool-Entwickler zu zwei Jahren Haft verurteilt

26.04.2017 | 14:34 Uhr |

Der Entwickler des Hacker-Tools TitaniumStresser wurde in Großbritannien zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Mit gerade einmal 15 Jahren entwickelte Adam Mudd in seinem Kinderzimmer das Hacker-Tool TitaniumStresser. Nutzer konnten sich für eine bestimmte Zeit bei dem Dienst einmieten und ihn zur Ausführung so genannter DDoS-Attacken nutzen. Diese distributed denial-of-service Angriffe schicken Webservern so viel Anfragen oder Datenmüll bis sie in die Knie gehen. Ziel dieser Attacken ist es, auf den Servern laufende Websites zeitweise offline gehen zu lassen.

Mit Mudds Tool TitaniumStresser wurde das Ausführen von DDoS-Attacken zum Kinderspiel. Der Hacker vermietete das Tool an Interessenten und verdiente allein damals rund 300.000 US-Dollar mit seinen zweifelhaften Diensten. Laut den Strafverfolgungsbehörden wurden im Zeitraum von Ende 2013 bis März 2015 mehr als 1,7 Millionen DDoS-Angriffe weltweit über den TitaniumStresser ausgeführt. Das Tool soll mehr als 112.000 zahlende Nutzer gehabt haben. Diese hatten wiederum rund 660.000 unterschiedliche IP-Adressen im Visier.

Zu den Opfern von TitaniumStresser gehörten unter anderem Minecraft, Xbox Live und TeamSpeak. Auch das MMORPG RuneScape wurde mehrmals zum Opfer der DDoS-Attacken. Laut den Betreibern sei durch das Tool ein Umsatzverlust von rund 200.000 Euro entstanden.

Der inzwischen 20 Jahre alte Mudd wurde in dieser Woche von einem Gericht in Großbritannien zu 24 Monaten Haft verurteilt . Er wurde unter anderem der Geldwäsche für schuldig befunden und hat in drei Fällen gegen den U.K. Computer Misuse Act verstoßen. Mudds Fall wurde nach dem Jugendstrafrecht verhandelt. Wäre er im Tatzeitraum bereits volljährig gewesen, hätten ihm bis zu sechs Jahre Haft gedroht.

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