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Datenpanne: Telekom-Shop gibt versehentlich Kundendaten auf USB-Stick weiter

19.02.2019 | 11:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Telekom-Shop hat Kunden-Daten versehentlich auf einem USB-Stick weitergegeben: Fotos, Videos, Passwörter, Namen und Telefonnummern. Update: Stellungnahme der Deutschen Telekom.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. berichtet über eine schwere Datenschutz-Panne in einem Telekom-Shop in Schwentinental, einer Stadt in Schleswig-Holstein. Demnach hat eine Kundin in einem Telekom-Shop eine Datenkopie vom Gerätespeicher ihres Smartphones anfertigen lassen. Diese Kopie erhielt sie in dem Telekom-Shop auf einem USB-Stick. Doch auf diesem Stick befanden sich noch viele weitere Daten. Die nicht der Kundin gehören.

Die fremden Daten auf dem USB-Stick der Telekom umfassen laut der Verbraucherzentrale „hunderte Urlaubsbilder, private Nachrichten und Anrufprotokolle von fremden Menschen“. Der USB-Stick enthält insgesamt Kopien der Smartphone-Gerätespeicher von sieben Kunden, wie die Verbraucherschützer mitteilen. Offenbar hatten diese Telekom-Kunden ebenfalls Sicherungskopien ihrer Smartphones in dem Shop abspeichern lassen. Neben Fotos und Videos sind auch Passwörter für Online-Konten sowie Namen und Telefonnummern aus Anrufprotokollen unter den weitergegebenen Daten. Betroffen sind nach Schätzung der Verbraucherschützer insgesamt mehrere hundert Menschen.

Fazit der Verbraucherschützer: Die Datenpanne des Telekom-Shops bedeutet einen massiven Verstoß gegen Datenschutzgesetze. Obendrein bedeutet die Weitergabe der Daten „in einigen Fällen ein Sicherheitsrisiko mit kaum abschätzbaren Folgen“. „Personenbezogene Daten wie Namen, Telefonnummern oder Bilder dürfen Unternehmen nur zweckgebunden speichern“, betont Dr. Boris Wita, Jurist bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Das heißt, nach dem Übertragen vom Smartphone auf den USB-Stick für den Kunden hätten die Dateien direkt gelöscht werden müssen“, so Wita.

Die Verbraucherzentrale und der Bundesdatenschutzbeauftragte prüfen nun, ob eine Abmahnung und ein Bußgeld infrage kommen. „Möglicherweise ist das bisher Bekannte nur die Spitze des Eisbergs und es sind noch mehr Menschen betroffen“, fürchtet Wita.

Die Verbraucherzentrale ruft Verbraucher auf, ihre Speichermedien aus Telefonanbieter-Shops daraufhin zu prüfen.

Update: Stellungnahme der Deutschen Telekom

Georg von Wagner, Pressesprecher der Deutschen Telekom, kommentiert den Vorfall auf unsere Nachfrage folgendermaßen: „Datenschutz hat bei uns oberste Priorität. Wir prüfen derzeit den Vorgang und stehen dazu mit der zuständigen Aufsichtsbehörde BfDI (Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit) in Kontakt. Der vorgegebene Prozess sieht vor, dass vom Kunden gewünschte Datentransfers von einem Endgerät zum anderen über neue, unbenutzte USB-Sticks erfolgen, die der Kunde kauft. So ist ausgeschlossen, dass Daten Dritter auf dem Stick gespeichert sind. Warum im Telekom Shop Schwentinental von diesem Standardprozess abgewichen wurde, prüfen wir derzeit.“


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