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Daten simpel auf Micro-SD-Karte auslagern

17.12.2018 | 14:06 Uhr |

Die meisten Smartphones werden mit einem Erweiterungsslot für eine Micro-SD-Karte ausgestattet. Wir sagen Ihnen, wie Sie diesen zusätzlichen Speicherplatz optimal nutzen.

Die Micro-SD-Karte ist seit den Anfängen der Android-Smartphones und -Tablets ein beliebtes Mittel, um deren Speicherkapazität zu erweitern. Die neuen Modelle haben zwar zwischen 64 und 128 GB internen Speicher, günstigere Geräte jedoch oft weniger. Wenn Sie also eine größere Anzahl an Fotos, MP3-Dateien oder gar Filmen speichern möchten, stößt der verfügbare Gerätespeicher schnell an seine Grenzen. Hier hilft es dann, die Daten auf die Speicherkarte auszulagern.

Lesetipp: Micro-SD-Karten unter Android optimal nutzen

Speicherverwaltung unter Android 5

Ab Android können Sie Medien von zentraler Stelle auf die Micro-SD-Karte zu verschieben.
Vergrößern Ab Android können Sie Medien von zentraler Stelle auf die Micro-SD-Karte zu verschieben.

Gab es bei Android 4.4 noch Probleme mit dem Auslagern auf die Speicherkarte, hat Google ab Android 5 die Speicherverwaltung und damit auch die Nutzung der Micro-SD-Karte technisch neu aufgesetzt. Ist eine Micro-SD-Karte eingelegt, finden Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones im Menü „Speicher“ zusätzliche Funktionen: An zentraler, übergreifender Stelle existiert der Punkt „Medien verschieben“, mit dem Sie anwendungsübergreifend Bilder, Filme und Ihre Musik auf die Micro-SD-Karte auslagern können.

Wenn Sie diese Aktion auswählen, sehen Sie in einer Übersicht, wie viel freier Speicherplatz Ihnen auf der Micro-SD-Karte zur Verfügung steht. In einer Listendarstellung hat Android im Hintergrund die Anzahl der Objekte und deren Speicherbedarf zusammengestellt. Sie können getrennt nach den Gruppen Bilder, Filme und Musik entscheiden, ob Sie diese auf die Micro-SD-Karte verschieben möchten.

Für die Verwaltung der Micro-SD-Karte stellt Ihnen Android 5 zwei weitere Menüpunkte zur Verfügung: das Trennen und das Formatieren der Micro-SD-Karte. Beim Trennen werden alle Apps, die Sie auf die Micro-SD-Karte verschoben haben, geordnet beendet. Mögliche Zwischenstände sind somit gespeichert, und Sie haben einen sauberen Wiederaufsetzpunkt, wenn Sie die Anwendung erneut starten. Ein solches Vorgehen ist notwendig, wenn Sie Ihre Micro-SD-Karte im laufenden Betrieb wechseln möchten.

Ob sich eine App auf die Micro- SD-Karte verschieben lässt, sehen Sie in der Detailansicht.
Vergrößern Ob sich eine App auf die Micro- SD-Karte verschieben lässt, sehen Sie in der Detailansicht.

Benötigen Sie einen schnellen Weg, um die Inhalte einer Micro-SD-Karte zu löschen und den vollen Speicherplatz wieder zur Verfügung zu haben, dann nutzen Sie die Funktion „SD-Karte löschen“. Sie dient zum Formatieren der eingelegten Micro-SD-Karte. Nach der Aktion steht die komplette Speicherkapazität zur Nutzung bereit. Damit Sie nicht versehentlich Ihre Daten löschen, lässt sich Android die Aktion über eine explizite Nachfrage vor der Ausführung noch einmal bestätigen.

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Apps verschieben: Mit Bordmitteln oder Extra-App

Der App Mgr III bietet Ihnen die Möglichkeit, nahezu alle Apps auf die Micro-SD-Karte zu verschieben.
Vergrößern Der App Mgr III bietet Ihnen die Möglichkeit, nahezu alle Apps auf die Micro-SD-Karte zu verschieben.

Eine Anwendung muss bestimmte Grundvoraussetzung erfüllen und die Berechtigungen bei der Installation abgefragt haben, damit sie sich auf die Micro-SD-Karte verschieben lässt. Ist dies gegeben, steht Ihnen die Option in der Detailansicht der App-Verwaltung zur Verfügung. In der Rubrik „Speicher“ finden Sie eine Schaltfläche „Auf Telefon verschieben“, mit der Sie die App samt ihren Inhalten auf den externen Speicher verschieben.

Übrigens: Es gibt auch verschiedene externe Anwendungen, die App-Daten auf die Micro-SDKarte verschieben. Eine der bekanntesten Apps ist App Mgr III (ehemals App 2 SD). Sie funktioniert ab Android 2.x bis hin zu Android 8. Weitere Infos zur App sowie Lösungen zu Problemen erhalten Sie auf der Detailseite der App im Google Play Store.

Ab Android 6: Mehr Optionen für die Micro-SD-Karte

Ab Android 6 können Sie die Micro-SD-Karte sowohl als tragbaren wie auch als internen Speicher einsetzen.
Vergrößern Ab Android 6 können Sie die Micro-SD-Karte sowohl als tragbaren wie auch als internen Speicher einsetzen.

Bei Android 6 hat Google die Speicherverwaltung erneut deutlich verbessert: Sie können die Micro-SD-Karte wie gehabt als tragbaren Speicher verwenden, sie taucht als Datenträger auf dem PC auf, wenn Sie das Smartphone per USB anstecken. Alternativ lässt sich die Micro-SD-Karte als interner Speicher einrichten. Sie wird dann mit Ihrem Mobilgerät verknüpft und kann in keinem anderen Smartphone ohne vorheriges Formatieren verwendet werden. Darüber hinaus ist auch kein Auslesen an Ihrem Computer möglich.

Diese Option wirkt sich unter Umständen positiv auf die Arbeitsgeschwindigkeit Ihres Smartphones aus, da Sie für viele Apps direkt entscheiden können, auf welchem Datenträger das Programm und die dazugehörigen Daten abgelegt werden sollen.

Für eine Vielzahl von Apps haben Sie die Möglichkeit, den Speicherort individuell festzulegen.
Vergrößern Für eine Vielzahl von Apps haben Sie die Möglichkeit, den Speicherort individuell festzulegen.

Und so geht’s: Nach Einlegen der Speicherkarte werden Sie gefragt, wie Sie sie verwenden möchten. Zur Auswahl stehen „Auswerfen“ (das sichere Entfernen), „Formatieren“ (als gewöhnlicher Datenträger) und „Als intern formatieren“. Wählen Sie diese Option, um die Karte als internen Speicher zu konfigurieren.

Möchten Sie eine App darauf verschieben, gehen Sie über „Einstellungen –> Apps“ in die Detailansicht der App und wählen den Punkt „Speicher“ aus. Wenn die App flexibel verschiebbar ist, sehen Sie unterhalb des Menüpunkts „Genutzter Speicher“ entsprechend eine „Ändern“-Schaltfläche. Im sich öffnenden Dialogfenster wählen Sie anschließend den Speicherort aus, auf dem Sie Programm und Daten ablegen möchten.

A1-Standard lässt Apps schneller starten

Seit Android-Version 5.1 enthalten die SD-Spezifikationen auch eine Angabe zur Anwendungs-Leistungsklasse („App Performance“), die mit dem Buchstaben „A“ und der Klassifizierung angegeben wird. Ähnlich der Geschwindigkeitsklasse, die Aufschluss über die minimale Übertragungsrate beim sequenziellen Schreiben gibt, liefert die Anwendungs-Leistungsklasse einen Mindestwert für die Input/Output Operations per Second (IOPS, Ein- und Ausgabebefehle pro Sekunde): Je höher der IOPS-Wert ist, desto schneller arbeitet eine Karte. A1 (Class 1) bedeutet beispielsweise, dass eine Karte beim sequenziellen Schreiben mindestens 10 MBit/s überträgt und mindestens 1500 Lese- und 500 Schreib-IOPS. A2 (Class 2) bringt es theoretisch auf 4000 IOPS beim Lesen und 2000 IOPS beim Schreiben. In der Praxis hat dies zur Folge, dass Apps deutlich schneller starten. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie die Karte als internen Speicher formatieren (s.o.).

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