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Das müssen Sie beim Kauf von M.2-SSDs beachten

28.06.2017 | 15:10 Uhr |

M.2-SSDs können zwar schneller sein als klassische SSDs - allerdings gibt es beim Kauf auch mehr zu beachten.

Sie wollen sich eine M.2-SSD zulegen, sind sich aber nicht sicher, worauf Sie dabei achten müssen. Der Tipp erklärt die Feinheiten von Schnittstellen, Übertragungstempo und Formfaktoren.

Die M.2-Bauform für SSDs setzt sich immer mehr durch. Grund hierfür ist der geringere Platzbedarf und die höheren Datenraten, sofern die Steckkarten die richtigen Protokolle unterstützen. Darüber hinaus erweist sich der M.2-Standard als äußerst flexibel und wird auch für andere Lösungen wie Bluetooth, Wifi, NFC, oder auch Digitalradios als Erweiterungskarte genutzt. Übrigens: Vor einigen Jahren hörte M.2 noch auf die Bezeichnung NGFF, was für „Next Generation Form Factor“ steht. Die offizielle Umbenennung durch die zuständige Normungsorganisation erfolgte im Jahre 2013.

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Nicht verwechseln dürfen Sie mSATA und M.2. Ersteres Format unterstützt nur die Kommunikation über SATA-Schnittstellen und kommt daher auf die gleichen Datenraten wie regulär angeschlossene 2,5-Zoll-SSDs. M.2 hingegen unterstützt neben SATA auch noch das weitaus schnellere PCI-Express-Interface, worüber beispielsweise auch Grafik- oder Soundkarten kommunizieren: Über SATA angeschlossene Speicher können bis zu 600 MB/s erreichen. Höhere Datenraten erreichen Sie über PCI-Express: Bei x2-Anbindung sind es bis zu 1000 MB/s, bei maximal möglicher x4-Anbindung klettert die Datenrate auf satte 2000 MB/s. Die künftigen M.2-Karten, die die dritte PCI-Express-Generation unterstützen und voll angebunden sind, werden es sogar auf bis zu 4000 MB/s bringen.

Damit unerfahrene Nutzer nicht versehentlich mSATA-Steckkarten in einen M.2-Anschluss stecken (oder umgekehrt), weisen die Anschlüsse unterschiedliche Kerben auf. Neben der flotteren Datenübertragung entfallen bei M.2-SSDs auch noch die üblichen Strom- und Datenkabel - die kleine Karte wird einfach in den entsprechenden Steckplatz eingebaut und ist dann sofort betriebsbereit. Auch die Installation von speziellen Treibern oder Konfigurationsschritten entfallen, da die Speicher-Module die im Betriebssystem integrierten AHCI-Treiber nutzen können.

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Bevor Sie sich aber eine M.2-SSD zulegen, müssen Sie erst einmal Ihre vorhandene Hardware überprüfen: Checken Sie im Handbuch oder auf der offiziellen Webseite Ihres Mainboard-Herstellers, ob Ihre Hauptplatine überhaupt einen M.2-Steckplatz besitzt. Das ist meist ab dem Intel-Chipsatz Z97 und neueren FX-990-Chipsätzen von AMD der Fall. Wichtig dabei ist auch noch zu prüfen, ob der Steckplatz über SATA oder PCI-Express kommuniziert. Denn eine PCIe-M.2 funktioniert nicht in einem lediglich über SATA angebundenen Anschluss. Weiterhin müssen auch die goldenen Kontakte (Steckverbinder) an der M.2-SSD selbst zu Ihrem Mainboard-Steckplatz passen. Die Anzahl der Pins auf den Steckverbinder entscheidet auch darüber, wie schnell die kleine Flash-Karte Daten überträgt (siehe Abbildung). B-markierte Verbinder können via SATA oder PCIe-x2 kommunizieren. M-markierte Stecker unterstützen neben SATA auch noch PCIe-x4 und somit die theoretisch aktuell maximale Geschwindigkeit.

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Haben Sie diese Hürden genommen, bleibt noch ein letztes Detail zu beachten: die Länge der M.2-Karte. Die Länge und Breite der M.2-Speicher lassen sich oft schon bei der Modellbezeichnung ableiten: So ist eine „M.2 2280“-Karte 22 Millimeter breit und 80 Millimeter lang. Die Länge variiert von 30 bis 110 Millimeter. Je länger ein Modul ist, desto mehr Speicher-Chips lassen sich darauf unterbringen, was wiederum zu einer höheren Speicherkapazität führt. Beachten Sie bitte auch, dass M.2-Module nicht Hot-Plug-fähig sind, sich also nicht einfach während des laufenden Betriebs ein- oder ausstecken lassen.

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