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Das bringen hohe Monitor-Bildwiederholraten

28.09.2017 | 15:10 Uhr |

Derzeit steigen die Bildwiederholraten bei Monitoren rasant an. Bis zu 250 Hertz sind hier drin. Der Tipp klärt auf, was Ihnen das bringt.

Aktuell schrauben die Hersteller die Bildwiederholfrequenz von Monitoren in die Höhe. Besonders bei Gaming-Bildschirmen sind Angaben wie 120, 144 oder gar 240 Hertz zu finden. Sie fragen sich, ob Sie diesen Zahlen vertrauen können und ob die schnellen Bildwechsel außer beim Spielen wirklich Sinn machen.

Die Bildwiederholfrequenz bei Displays sorgt dafür, dass die Trägheit des Auges überwunden wird. Ab einer Wiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde empfindet das Auge die Darstellung als flüssig. Allerdings gilt das nicht für jeden Bildinhalt. Für schnelle Bewegungen reichen 60 Hertz oft nicht aus. Das fällt Ihnen etwa auf, wenn im Fußballspiel der Ball länger durch die Luft fliegt. Aber auch in der täglichen Arbeit am Monitor stören langsame Bildwechsel. Scrollen Sie im Webbrowser auf einer Seite nach unten, kommt es oft vor, dass die Schrift während des Vorgangs unscharf wird.

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Eine hohe Bildwiederholfrequenz hilft, diese Phänomene zu begrenzen. Bei einem Bildschirm mit einer Wiederholrate von 144 Hertz wird alle sieben Millisekunden ein neues Bild angezeigt. Ein Display mit 200 Hertz erhöht die Frequenz auf fünf Millisekunden. Durch die Schnelligkeit gewinnt der gezeigte Inhalt gerade dann an Schärfe, wenn er schnelle Bewegungen enthält. Um eine hohe Bildwiederholrate ausreizen zu können, muss die Grafikkarte des Rechners die schnellen Bildwechsel unterstützen können.

Allerdings bedeutet eine hohe Bildwiederholfrequenz nicht automatisch, dass alles am Schirm scharf dargestellt ist. Denn dafür muss ein Monitor zusätzlich auch sehr schnell zwischen den Bildern umschalten können. Dazu muss sich das Flüssigkristall so schnell ansteuern lassen, dass es stets im richtigen Moment das LED-Backlight durchlässt. Gibt es hier Verzögerungen, kommt es trotz an sich hoher Frequenzen zu Bewegungsunschärfen, da sich Bilder quasi überschneiden – spricht: das alte Bild ist noch vorhanden, wenn das nächste aufgebaut wird. Gut sehen Sie das, wenn die Kamera beispielsweise etwas flotter über ein Ziegeldach schwenkt und die Bereiche zwischen den Ziegeln unscharf zu erkennen sind. Die Hersteller von Displays versuchen den Effekt dadurch zu verhindern, dass sie das Backlight des Monitors kurzzeitig abschalten. So wird die Umschaltzeit des Panels ausgeblendet. Die Bewegung wird für den Zuschauer schärfer. Der Fachbegriff dafür ist Blinking Backlight. Sie finden auch Bezeichnungen wie Ultra Low Motion Blur oder Dynamic Accuracy.

Die schnellsten Bildwechsel erreichen TN-Panels. Deshalb sind sie für echte Gamer immer noch die erste Wahl. Ihre Schwächen liegen in der Farbdarstellung und in den Blickwinkeln. Hier sind die langsameren Paneltypen wie IPS und VA vorne. Gleichzeitig erreichen diese Panels die schnellen Bildwechsel von TN nicht. Ein ultraschneller Bildschirm, der explizit zum Spielen gedacht ist wie etwa der AOC Agon AG251FG mit 240 Hertz, setzt deshalb immer noch auf ein TN-Panel.

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