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Darum geht Netflix in 4K am PC nur mit Intel

22.06.2017 | 09:53 Uhr |

Sie fragen sich, warum Sie am PC keine Netflix-Streams in UHD erhalten, obwohl die Grafikkarte neu ist. Die Antwort finden Sie im Tipp.

Sie wollen Ihre Netflix-Serien nicht nur am Fernseher, sondern auch am Rechner in Ultra-HD-Auflösung genießen. Den 4K-Monitor und eine aktuelle Grafikkarte haben Sie sich bereits besorgt. Dazu sind Sie mit Windows 10 auch in Sachen Betriebssystem auf dem aktuellen Stand. Deshalb wundern Sie sich, dass das Streaming in der hohen Auflösung nicht funktioniert.

Dass Sie trotz aller Investitionen in ein aktuelles PC-System auf die Full-HD-Auflösung bei der Wiedergabe von Netflix-Inhalten zurückgeworfen werden, liegt zuvorderst an Ihrem Prozessor. Denn der US-Anbieter hat die Wiedergabe ausschließlich an Intels Kaby-Lake-Prozessorengeneration (Core i-7000) angepasst. CPUs der Mitbewerber AMD und Nvidia bleiben derzeit komplett außen vor, auch wenn sie mit HDCP 2.2 den vorausgesetzten Kopierschutz unterstützen. Ihr Manko: Sie beherrschen kein Play Ready 3.0 SL3000, Kaby-Lake hingegen schon.

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Play Ready ist eine DRM-Technik (Digital Rights Management) von Microsoft, die bereits seit 1999 von Filmstudios und Anbietern von digitalen Inhalten eingesetzt wird. In der Version 3.0 erreicht Play Ready ein nächstes Sicherheitsniveau (Security Level), das mit SL3000 den Anforderungen der Produzenten von UHD-Inhalten genügen soll. Es setzt nicht nur bestimmte Software, sondern auch bestimmte Hardware am Abspielort voraus – TEE oder Trusted Execution Environment.

HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection) ist eine hardwarebasierte Verschlüsselung, die Intel im Jahre 2001 eingeführt hat. Die aktuelle Version 2.2 kommt zum Einsatz, um 4K-Inhalte zu schützen. Viele UHD-Fernseher können bereits mit HDCP 2.2 umgehen, da sie HDMI-Schnittstellen in der Version 2.0 mitbringen. UHD-Desktop-Monitore allerdings setzen vielfach noch auf HDMI 1.4. Sie umgehen das Problem, wenn Sie Display und Rechner statt über HDMI per Displayport verbinden.

Die Vorgaben an Ihren PC gelten in jedem Fall - egal, ob Sie die Netflix-Inhalte per Windows-10-App oder den Edge-Browser streamen wollen. Die Grafikkartenhersteller Nvidia und AMD sind laut eigenen Beteuerungen an einer Lösung des Problems dran. Sie versprechen, dass sich Polaris- und Pascal-Grafikkarten durch Treiber-Updates mit Microsoft Play Ready 3.0 kompatibel machen lassen. Einen genauen Zeitpunkt dafür geben sie jedoch nicht an. Ob ein aktueller Treiber allein schon ausreichen wird, bleibt zudem abzuwarten. Denn eventuell muss auch Windows 10 eine Aktualisierung erhalten. Dazu kommt, dass auch Netflix die GPUs erst noch zertifizieren muss.

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