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CPU-Benchmark 2020: Prozessoren im Vergleich-Test

11.07.2020 | 08:35 Uhr | Sebastian Schenzinger

AMD Ryzen oder doch lieber Intel Core? Mit unserem CPU-Vergleichs-Test 2020 finden Sie den optimalen Prozessor. Zudem geben wir anhand unserer Benchmarks Kaufempfehlungen für jeden Preisbereich.

Der Prozessor ist die zentrale Recheneinheit - quasi das Herzstück - eines jeden Computers. Jahrelang konnte AMD dem scheinbar übermächtigen Konkurrenten Intel bei Desktop-Prozessoren kaum etwas entgegensetzen - in der Ober- und Mittelklasse regierte der Halbleiter-Riese nach Belieben. Doch mit den Ryzen- und Threadripper-CPUs der 3. Generation hat es AMD tatsächlich geschafft, das Blatt zu wenden und den Erzkonkurrenten Intel in vielen Bereichen zu überholen. Wir haben die aktuellen Desktop-CPUs von AMD und Intel im Test, um Ihnen die Kaufentscheidung anhand unserer Performance-Messungen zu erleichtern. Einen schnellen Überblick über die derzeit besten CPUs liefert die folgende Bildergalerie:


Update: 09.07.2020

Auf dem CPU-Markt hat sich in den letzten drei Monaten einiges getan. Intel hat seine 10. Generation der Core-i-Prozessoren - Comet Lake-S - veröffentlicht (Testbericht zum  10900K & 10600K  sowie 10400F & 10100 ) und von AMD gibt es mit dem Ryzen 3 3100 und dem Ryzen 3 3300X zwei neue Einsteigermodelle ( zum Testbericht ). Am 07.07.2020 hat AMD dann außerdem noch drei beliebte Modelle als XT-Variante neu aufgelegt ( zum Testbericht ). 

Kurz zusammengefasst: Der Core i9-10900K ist die neue schnellste Gaming-CPU. Die zwei zusätzlichen Kerne und den höheren Takt hat sich Intel jedoch mit einer ziemlich hohen Leistungsaufnahme erkauft. Ein ähnliches Bild zeichnen die Ryzen 3000 XT Prozessoren, wie der Ryzen 9 3900XT. Der Performancezuwachs im Vergleich zu den Vorgängern hält sich in Grenzen, der Preis ist wiederum zum Marktstart deutlich zu hoch. Wenn Sie sich sowieso zu den preisbewussten Gamern zählen, sollten Sie eher einen Blick auf die beiden neuen Einsteiger-CPUs von AMD werfen. 

Die Preise für Prozessoren sind in den letzten zwölf Wochen deutlich gefallen, so gut wie jedes Modell ist jetzt um mindestens zehn Euro günstiger als noch im April. Besonders der Preis der Intel CPUs hat sich seit dem Start von Comet Lake-S drastisch reduziert. So kostet der Core i7-10700K sechs Wochen nach dem Release bereits satte 124 Euro weniger und auch für das Topmodell, den Core i9-10900K, müssen Sie jetzt 52 Euro weniger zahlen. Das ehemalige Flaggschiff, der Core i9-9900K, befindet sich im Abverkauf und ist im Preis um 63 Euro gefallen.

Auf Seiten von AMD sind die größten Gewinner der Ryzen 9 3950X (-34 Euro) und der Ryzen 5 3400G (-36 Euro). Die APU dringt dadurch so langsam wieder in Preisregionen vor, in der man ihr eine Kaufempfehlung aussprechen kann, nachdem sie monatelang deutlich zu teuer gewesen ist. Gestiegen sind dagegen die Preise des Ryzen 5 1600 [12nm] (+7 Euro) und des Ryzen 5 2600 (+20 Euro). Die ehemaligen Einsteigermodelle erfahren langsam aber sicher ihre Ablöse durch die beiden neuen Ryzen 3 3000 Modelle.

Laut der aktuellen Roadmap von AMD soll bereits Ende des Jahres die nächste CPU-Generation mit der Zen-3-Architektur auf den Markt kommen. Gerüchtehalber sollen die Instructions per Cycle (IPC) um 20 Prozent steigen und die Taktraten sich um 200 bis 300 MHz erhöhen. Ebenfalls gegen Ende 2020 wird Intel vermutlich seine Rocket Lake Prozessoren der Welt präsentieren. Durch eine neue Architektur sollen auch hier eine deutliche IPC-Steigerung möglich und PCIe 4.0 mit an Bord sein.


2020 - das Ende der Quad-Cores?

AMD hat seine Ryzen Prozessoren mit jeder neuen Generation stetig optimiert und an den IPC (Instructions per Cycle) sowie dem Boost-Takt geschraubt. Dennoch haben die Konkurrenzprodukte von Intel beim Gaming nach wie vor die Nase vorne - wenn auch nur noch knapp. Das liegt daran, dass viele Spiele immer noch von einer hohen Taktrate mehr profitieren als von vielen Rechenkernen. Allerdings legen die Spielehersteller bei ihren Produkten immer mehr Wert auf den Support von Multi-Cores. Das hat zur Folge, dass bereits im Jahr 2020 ein Quad-Core je nach Spiel an seine Grenzen stoßen kann.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Intel Core i3-9350K - ein Quad-Core ohne Hyper-Threading. Im Spiel Metro Exodus, welches nur wenige CPU-Kerne beansprucht, rechnet der Core i3-9350K nur minimal langsamer als sein großer Bruder, der Core i5-9600K, und kann sogar AMDs Ryzen 5 3600X schlagen. Werfen wir jedoch einen Blick auf die FPS-Werte von The Division 2, dann können wir einen signifikanten Einbruch erkennen. Plötzlich liegt der Quad-Core über 40 Prozent hinter dem Hexa-Core zurück und sogar AMDs APU Ryzen 5 3400G zieht Dank Simultaneous Multithreading vorbei - bei deutlich niedrigeren Taktraten. Ein sehr ähnliches Bild zeigte sich auch beim Test des AMD Ryzen 3 3100 und des Ryzen 3 3300X.

Gerade die Tatsache, dass die kommenden Konsolen in Form der Xbox Series X und der PlayStation 5 einen Octa-Core-Prozessor auf Basis von Zen 2 verbaut haben sollen, spricht dafür, dass viele CPU-Kerne in Zukunft immer wichtiger sein werden. Aus diesen beiden Gründen können wir Quad-Cores (gerade ohne Simulataneous Multithreading) für Gamer nur noch eingeschränkt empfehlen. Diese Einschränkung betrifft nämlich vor allem aktuelle AAA-Spiele, deren Engines auf die Verwendung von vielen Rechenkernen optimiert sind. Für ältere Games oder nicht so anspruchsvolle Online-Titel ist ein Quad-Core durchaus noch ausreichend.


Spiele-Performance der Prozessoren auf einen Blick

In der folgenden Bildergalerie finden Sie die durchschnittliche Spieleleistung der Prozessoren in Full-HD und in QHD. Um einen möglichst fairen Vergleich zu ermöglichen, testen wir alle CPUs nach unserem neuen Testverfahren unter den gleichen Voraussetzungen in zehn Spielen aus den unterschiedlichsten Genres. Unsere detaillierten Messergebnisse können Sie am Ende des Artikels finden.
Durch die Pfeile können Sie zwischen den Messergebnissen in Full-HD und QHD umschalten. Mit einem Klick auf "zur Bildergalerie-Großansicht" in der rechten unteren Ecke gelangen Sie zu einer besser lesbaren Version der Diagramme.

Hinweis: Für die Comet Lake-S Prozessoren kam als Mainboard ein ASUS ROG Maximus XII Extreme zum Einsatz.

In der Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) kann sich der Intel Core i9-10900K mit einem Vorsprung von knapp zehn Prozent vor AMDs schnellster Gaming-CPU, dem Ryzen 9 3950X, an die Spitze setzen. Abgesehen vom alten Hexa-Core i5-9400 und den beiden Quad-Cores i3-10100 und i3-9100 liegen tatsächlich alle Intel Prozessoren vor den Konkurrenzprodukten. Bei zunehmender Auflösung spielt die CPU-Leistung jedoch eine immer geringere Rolle, da die Grafikkarte der limitierende Faktor ist. Trennen den Ryzen 5 3600X vom Intel Core i9-10900K in Full-HD noch 15 Prozent, so sind es in QHD (2560 x 1440) nur noch zehn Prozent. Erhöhen wir die Auflösung weiter auf UHD (3840 x 2160), dann beträgt der Leistungsunterschied sogar nur noch drei bis vier Prozent. Aus diesem Grund haben wir auch davon abgesehen, alle Prozessoren zusätzlich noch in 4K zu testen.

Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen: AMD kommt Intel mit Zen 2 in der Spiele-Performance zwar sehr nahe, wenn Sie jedoch die bestmögliche Spiele-Leistung haben wollen, müssen Sie nach wie vor zu einer Intel-CPU greifen. Diesen Vorsprung hat Intel mit Comet Lake-S zunächst noch einmal etwas erhöht, bis AMD ihn mit den XT-Prozessoren wieder leicht schrumpfen ließ. Je höher Ihre angestrebte Monitorauflösung ist, desto "unwichtiger" ist die Leistung des Prozessors, um möglichst hohe FPS-Werte zu erhalten. Dementsprechend lohnt es sich mehr, in eine teurere Grafikkarte als in einen teureren Prozessor zu investieren. Ein teurerer Prozessor hält dafür dann aber ein bis zwei Jahre länger durch, bis Sie wieder aufrüsten müssen. Aber wie sieht es denn aus, wenn Sie mit Ihrem System nicht nur zocken, sondern auch produktiv arbeiten wollen.


Diese Anwendungen profitieren von mehr CPU-Kernen

Von mehr CPU-Kernen profitieren seit jeher Anwendungen aus dem Multimedia-, Industrie- und Wissenschaftsbereich. Auf diese Weise erfolgt zum Beispiel eine schnellere Verarbeitung von hochaufgelösten Fotos oder Videos. Auch das Verschlüsseln und Komprimieren von Daten geht dank mehreren CPU-Kernen flotter. Wenn Sie gerne Spiele streamen, profitieren Sie ebenso von vielen Rechenkernen, da Sie den Stream auf der CPU berechnen lassen können und somit Last von der Grafikkarte nehmen. Folgende Grafik veranschaulicht die durchschnittliche Multithreading-Leistung der Prozessoren aus fünf synthetischen Benchmarks und Anwendungstests.

Wenig verwunderlich haben der AMD Ryzen 9 3950X und der Ryzen 9 3900X(T) bei diesen Tests deutlich die Nase vorne. Doch auch die restlichen Prozessoren von AMD veweisen die Konkurrenz von Intel auf ihre Plätze. Hinweis: Die hell visualisierten Prozessoren konnten wir mangels Test-Samples leider noch nicht nach dem neuen Testverfahren prüfen.
Vergrößern Wenig verwunderlich haben der AMD Ryzen 9 3950X und der Ryzen 9 3900X(T) bei diesen Tests deutlich die Nase vorne. Doch auch die restlichen Prozessoren von AMD veweisen die Konkurrenz von Intel auf ihre Plätze. Hinweis: Die hell visualisierten Prozessoren konnten wir mangels Test-Samples leider noch nicht nach dem neuen Testverfahren prüfen.

Wenig verwunderlich führen der Ryzen 9 3950X und der Ryzen 9 3900X(T) das Feld deutlich an. Das Erstaunliche daran ist, dass die Single-Core-Performance und die damit verbundene Spieleleistung trotzdem sehr hoch ausfallen. In der Vergangenheit haben sowohl AMD als auch Intel auf eine Consumer-Plattform und auf eine High-End-Desktop-Plattform (HEDT) gesetzt. Daran hat AMD im Grunde auch nichts geändert, da es mit AM4 weiterhin ein Consumer-Produkt und mit sTRX4 eine Plattform für Kreative gibt - aber die bisher klar definierte Grenze ist verschwommen.

Früher galt: Consumer-Produkte sind gut fürs Gaming auf Grund ihrer hohen Taktraten, aber wegen der geringen Kernanzahl nur bedingt für Videoschnitt oder 3D-Rendering geeignet. HEDT-Prozessoren wiederum zeichneten sich durch viele CPU-Kerne bei vergleichsweise geringem Takt aus, wodurch sie im Gaming-Bereich deutlich das Nachsehen hatten. Wenn Sie also sowohl zocken als auch produktiv arbeiten wollten, haben Sie bisher entweder zwei PCs benötigt oder in einem der Bereiche deutliche Abstriche bei der Rechenleistung hinnehmen müssen. Mit dem Ryzen 9 3950X und dem Ryzen 9 3900X(T) ist das nicht länger der Fall, da die drei Prozessoren das beste aus beiden Welten vereinen.

Intel ist mit der Veröffentlichung der Comet Lake-S Prozessoren einen wichtigen Schritt gegangen und hat allen Core-i-CPUs Hyper-Threading spendiert. Bei der neunten Generation war dies noch den Core-i9-Modellen vorbehalten. Dadurch steigt vor allem die Anwendungsleistung deutlich wie der Vergleich zwischen dem Core i5-9600K und dem Core i5-10600K oder dem Core i3-9100 und dem Core i3-10100 zeigt. Für die Konkurrenzmodelle von AMD, den Ryzen 5 3600X beziehungsweise den Ryzen 3 3300X, reicht es jedoch trotz höherer Taktraten nicht ganz.


Leistungsaufnahme der Prozessoren

Bei jeder neuen CPU-Generation stellt sich die Frage: Haben die Hersteller die Mehrleistung durch eine Verbesserung der Architektur erzielt oder indem sie eine höhere Leistungsaufnahme in Kauf genommen haben. Im Idle oder bei geringer Auslastung sind die Prozessoren mittlerweile alle sehr gut optimiert und nehmen nur noch wenige Watt auf. Aber wie sieht es bei einer Spiele-Session oder einem Rendering-Programm aus? Wir haben uns dieser Frage angenommen und die durchschnittliche Leistungsaufnahme im Spiel Shadow of the Tomb Raider sowie die maximale Leistungsaufnahme beim Multi-Core-Rendering in Cinebench R15 ermittelt. Die Ergebnisse sehen Sie in folgender Bildergalerie.

Bei der durchschnittlichen Leistungsaufnahme in Spielen lässt sich beobachten, dass die Prozessoren mit Simultaneous Multithreading effizienter arbeiten als die Prozessoren ohne virtuellen Kerne. So liegt der Ryzen 5 3600X vor dem Core i5-9600K und der Core i9-9900K vor dem Core i7-9700K. Der Ryzen 9 3950X und der Ryzen 9 3900X benötigen dagegen im Schnitt 20 Watt mehr als der Core i9-9900K, obwohl Spiele so viele Cores aktuell noch gar nicht ansprechen können. Einsames Schlusslicht ist in dieser Disziplin Intels Core i9-10900K. 

Bei maximaler Auslastung zeigt sich, wie effizient die neuen Ryzen Prozessoren arbeiten. Im Cinebench R15 trennen den Ryzen 7 3700X nur wenige Punkte vom Intel Core i9-9900K, die maximale Leistungsaufnahme fällt dabei aber 33 Prozent niedriger aus. Nur knapp über der maximal gemessenen Wattzahl des Core i9-9900K liegen der Ryzen 9 3950X mit 16-Kernen und der Ryzen 9 3900X mit 12-Kernen, deren Rechenleistung auf Grund der Core-Anzahl im Multi-Threading jedoch deutlich höher ausfällt. Die beiden Neulinge Ryzen 3 3100 und Ryzen 3 3300X passen allerdings nicht ganz in das Schema. Hier liegt die Leistungsaufnahme gerade bei Vollauslastung im Verhältnis zur erbrachten Leistung deutlich höher als bei den großen Brüdern. Mit dem Ryzen 9 3900XT hat AMD das Energieeffizienzlevel noch einmal ein kleines bisschen steigern können.

Bei den erst kürzlich veröffentlichten Comet Lake-S CPUs fällt die Leistungsaufnahme des Core i5-10600K und des Core i9-10900K teils deutlich höher aus als bei der Vorgängergeneration. Das liegt nicht nur an einer erhöhten TDP (PL1), sondern auch an einem deutlich erhöhtem Power-Limit-2 (PL2). So viel Watt dürfen die neuen Prozessoren über einen Zeitraum von maximal 56 Sekunden gemäß Spezifikation von Intel aufnehmen. Beim Core i9-10900K liegt dieser Wert bei 250 Watt und damit doppelt so hoch wie die TDP von 125 Watt. Beim Core i9-9900K lag der Faktor zwischen PL1 und PL2 noch bei 1,25. Mehr Informationen hierzu bekommen Sie im separaten Testbericht . Dass die Comet Lake-S Prozessoren auch durchaus sparsam sein können, beweisen der Core i3-10100 und der Core i5-10400F im Test

Unsere Kaufempfehlungen in jedem Preisbereich

Für viele ist es nicht interessant, welcher Prozessor die meiste Leistung für das entsprechende Aufgabenfeld mit sich bringt, sondern welche CPU das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Aus diesem Grund haben wir aus unseren Messwerten einen Preis-Leistungs-Index gebildet. Dieser setzt sich in einem Verhältnis von 70:30 aus der Spieleleistung und der Anwendungsleistung zusammen. Die beste Spiele-CPU und die beste Anwendungs-CPU bilden dabei jeweils den Maßstab mit 100 Punkten. Ein Beispiel: Unser Test-Sieger, der Ryzen 9 3950X hat eine Spiele-Leistung von 90,1 Punkten und eine Anwendungs-Leistung von 100 Punkten. Daraus ergibt sich ein Gesamtwert von 93,07 Punkten. Um das Euro-pro-Leistungs-Verhältnis zu erhalten, teilen wir den aktuellen Straßenpreis (Stand 09.07.2020) jeder CPU durch ihre Gesamtrechenleistung, das Ergebnis sehen Sie in folgender Grafik.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Prozessoren setzt sich aus dem aktuellen Straßenpreis geteilt durch die Spieleleistung und die Anwendungsleistung (Verhältnis 70:30) zusammen. Hinweis: Die hell visualisierten Prozessoren konnten wir mangels Test-Samples leider noch nicht nach dem neuen Testverfahren prüfen.
Vergrößern Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Prozessoren setzt sich aus dem aktuellen Straßenpreis geteilt durch die Spieleleistung und die Anwendungsleistung (Verhältnis 70:30) zusammen. Hinweis: Die hell visualisierten Prozessoren konnten wir mangels Test-Samples leider noch nicht nach dem neuen Testverfahren prüfen.


Einsteiger-CPUs bis 100 Euro

Im Preisbereich bis 100 Euro haben Sie aktuell die Wahl zwischen dem Core i3-9100F (ab 65 Euro), der APU Ryzen 3 3200G (ab 79 Euro) und dem Ryzen 3 3100 (ab 101 Euro). Der Intel Core i3-9100F schneidet in unserem Preis-Leistungs-Vergleich zwar am besten ab, allerdings können wir auf Grund der anfangs erwähnten Gründe für das Jahr 2020 einen Quad-Core ohne Hyper-Threading nicht mehr uneingeschränkt empfehlen. Wenn Sie vor haben, vor allem Retro-Spiele oder Indie-Games zu zocken, die nicht so anspruchsvoll sind, dann ist der Core i3-9100F dennoch eine Überlegung wert. 

Zum Ryzen 3 3200G sollten Sie nur dann greifen, wenn Sie sich einen PC ohne dedizierte Grafikkarte zusammenstellen wollen. Als APU ist der AMD Prozessor nämlich Dank der integrierten Grafikeinheit Vega 8 wirklich empfehlenswert. Wenn Sie jedoch auf der Suche nach einem günstigen und spieletauglichen Prozessor sind, dann sollten Sie besser zum Ryzen 3 3100  greifen. Die CPU verfügt über 4 Kerne (8 Threads) und taktet immerhin mit bis zu 3,9 GHz. Sollte Ihnen die Taktfrequenz irgendwann nicht mehr ausreichen, haben Sie sogar noch die Möglichkeit die CPU zu übertakten, das ist bei Intels Einsteiger-CPUs nicht möglich. Selbst mit dem Boxed-Kühler ist dadurch eine Leistungssteigerung von zehn Prozent möglich. Allerdings müssen wir auch an dieser Stelle wieder hinzufügen, dass die Zeit der Quad-Cores gezählt ist.


Gaming-Einstieg bis 150 Euro

Wenn Sie bereit sind, bis zu 150 Euro auszugeben, haben Sie wiederum sechs Prozessoren zur Auswahl: den Ryzen 5 1600 [12nm] (ab 115 Euro), den Core i3-10100 (ab 120 Euro), den Ryzen 5 3400G (ab 129 Euro), den Ryzen 3 3300X (ab 132 Euro), den Ryzen 5 2600 (ab 139 Euro) und den Core i5-9400F (ab 141 Euro). Sowohl der Core i3-10100 als auch der Ryzen 3 3300X sind neu mit dabei und liefern sich direkt ein enges Duell. In der Spieleleistung liegen die beiden Kontrahenten gleich auf, bei den Anwendungstest zieht der AMD Prozessor dann allerdings um guten 15 Prozent davon, dafür ist er aber auch teurer. Für den Aufpreis von aktuell zwölf Euro erhalten Sie jedoch auch noch die Möglichkeit, den Prozessor zu übertakten.

Die beiden Prozessoren Ryzen 5 1600 [12nm] und Ryzen 5 2600 galten lange Zeit als die absoluten Preis-Leistungs-Hits. Allerdings ist deren Preis in den letzten Wochen etwas angestiegen und im gleichen Zug der Preis der anderen Einsteigermodelle gefallen. Der Vorteil der beiden Prozessoren liegt darin, dass sie jeweils über sechs Kerne mit Simultaneous Multithreading verfügen - die Taktraten liegt allerdings bei maximal 3,9 GHz. Das führt dazu, dass der Ryzen 3 3100 in Spielen um 16 bis 19 Prozent die Nase vorne hat, in Anwendungen liegt er dann aber um sieben bis zehn Prozent zurück. Für einen reinen Gaming-PC empfehlen wir deshalb zum Ryzen 3 3300X zu greifen, wenn Sie mehr Rechenkerne benötigen, dann ist der Ryzen 5 1600 AF immer noch eine gute Wahl.

Der Core i5-9400F beherrscht zwar kein Hyper-Threading, taktet dafür aber im Boost bis auf 4,1 GHz hoch. Daraus resultiert eine knapp fünf Prozent höhere Spieleleistung im Vergleich zum 3300X. Bei den Anwendungen liegt der Intel Prozessor dann aber etwa zehn Prozent hinter AMDs Konkurrenz, weshalb das Preis-Leistungs-Verhältnis etwas schlechter ist. Deutlich im Preis gefallen ist AMDs APU Ryzen 5 3400G . Hier sollten Sie aber nur dann zugreifen, wenn Sie die integrierte Grafikeinheit auch wirklich benötigen, da die reine Prozessorenleistung und daraus resultierend das Preis-Leistungs-Verhätlnis schlechter ausfällt.


Preis-Leistungs-Prozessoren bis 200 Euro

Weiter geht es mit vier Prozessoren bis 200 Euro: Core i5-10400(F) (ab 164 Euro), Ryzen 5 3600 (ab 164 Euro), Core i5-9600K(F) (ab 188 Euro) und Ryzen 5 3600X (ab 189 Euro). Aus der Preis-Leistungs-Sicht liegt der Core i5-10400F vorne und er bietet außerdem eine gut sieben Prozent höhere Spieleleistung im Vergleich zum Ryzen 5 3600 . In den Anwendungstests zieht er dann allerdings um gute zehn Prozent den kürzeren und die CPU lässt sich im Gegensatz zu AMDs Konkurrenz nicht übertakten. Der Ryzen 5 3600X ist letztendlich nur ein ab Werk übertakteter Ryzen 5 3600, welcher durch den höheren Takt eine etwas bessere Performance abliefert. Den Aufpreis von 25 Euro rechtfertigt das aber in keiner Weise, vor allem weil Sie den Ryzen 5 3600 auch manuell übertakten können und dann die gleiche Leistung wie beim Ryzen 5 3600X erhalten. Vom älteren Core i5-9600K(F) können wir nur abraten. In Spielen ist er nur marginal schneller als der Core i5-10400(F) und bei den Anwendungen fehlen ihm die sechs zusätzlichen Threads durch Hyper-Threading.


Zukunftssichere Prozessoren ab 300 Euro

Nach den Prozessoren bis 200 Euro gibt es einen größeren Sprung. Los geht es erst wieder ab 250 Euro mit dem Core i5-10600K(F) (ab 257 Euro). Es folgen der Ryzen 7 3700X (ab 285 Euro), der Ryzen 7 3800X (ab 309 Euro), der Core i7-9700K(F) (ab 350 Euro) und der Core i7-10700K(F) (ab 368 Euro). Bis auf den Core i5-10600K(F) sind alle Prozessoren Octa-Cores, der Core i7-9700K(F) unterstützt allerdings kein Hyper-Threading. Unsere Empfehlung in diesem Preissegment ist der Ryzen 7 3700X , er bietet eine gute Spieleleistung, liegt in der Multithreading-Performance auf Augenhöhe mit dem deutlich teureren Core i7-10700K und ist zudem zukunftssicher. Das liegt daran, dass der Ryzen 7 3700X in einer etwas abgewandelten Form auch in den kommenden Konsolen Xbox Series X und PlayStation 5 zum Einsatz kommt. 

Wenn Sie mit Ihrem PC nur zocken wollen, sollten Sie zum Core i5-10600K greifen. Dieser bietet je nach Auflösung eine sechs bis neun Prozent höhere Spieleleistung, im Anwendungsbereich hat er dann allerdings deutlich (26 Prozent) das Nachsehen. In unserem Preis-Leistungs-Ranking liegt er sogar vor dem Ryzen 7 3700X. Der ältere Core i7-9700K liefert sowohl in Spielen als auch in Anwendungen einen vergleichbare Leistung, ist allerdings deutlich teurer und bekommt deshalb keine Empfehlung mehr. Vom Ryzen 7 3800X raten wir ebenso ab, sofern er nicht zum gleichen oder günstigeren Preis als der Ryzen 7 3700X erhältlich ist. Letztendlich ist es nämlich nur ein ab Werk übertakteter Ryzen 7 3700X. Durch den starken Preissturz in den letzten Wochen hat sich mittlerweile auch der Core i7-10700K(F) eine Kaufempfehlung verdient. In der Anwendungsleistung liegt er genau zwischen dem Ryzen 7 3700X und dem Ryzen 7 3800X, hängt diese dann aber bei der Spieleleistung um knapp zwölf Prozent ab.

Das Beste vom Besten ab 400 Euro

Kommen wir schlussendlich zu den leistungsstärksten Consumer-CPUs ab 400 Euro: Ryzen 9 3900X (ab 409 Euro), Core i9-9900K(F) (ab 450 Euro), Core i9-10900K(F) (ab 497 Euro), Ryzen 9 3900XT (ab 519 Euro) und Ryzen 9 3950X (ab 769 Euro). Hier hängt eine Empfehlung sehr stark vom Anwendungsgebiet ab - gut sind alle CPUs. Wenn Sie die beste Gaming-CPU Ihr Eigen nennen wollen, dann sollten Sie zum Core i9-10900K  greifen. Der Core i9-9900K(F) dagegen hat ausgedient, da sein Nachfolger, der Core i7-10700K(F), nicht nur minimal schneller, sondern zudem auch günstiger ist. 

Wenn Sie mit Ihrem PC nicht nur zocken sondern auch produktiv arbeiten wollen, dann sollten Sie zum Ryzen 9 3900X greifen. Dieser eignet sich dank seiner 12 CPU-Kerne auch ideal für Streamer. Der AMD Prozessor ist in Spielen - gerade ab QHD-Auflösung - nur unwesentlich langsamer als der Core i9-10900K, dabei allerdings 88 Euro günstiger und in Anwendungen, welche 24 Threads ansprechen können, dem Intel Konkurrenten überlegen. Der erst vor kurzem veröffentlichte Ryzen 9 3900XT kann sich vom Ryzen 9 3900X nur minimal absetzen und ist in Anbetracht des mageren Leistungsplus aktuell definitiv zu teuer. Der Ryzen 9 3950X schließlich ist unser aktueller Test-Sieger, allerdings richtet er sich auch an ein sehr spezielles Publikum. Hier sollten Sie nur zugreifen, wenn Sie Anwendungen benutzen, die alle 16 Kerne (32 Threads) auch ansprechen können, ansonsten sind der Ryzen 9 3900X oder der Core i9-10900K(F) die bessere Wahl.


Mehr Prozessor-Leistung durch Übertakten

Wer seiner CPU zusätzliche Leistung gratis entlocken will, sollte sich für einen Prozessor mit freiem Multiplikator entscheiden. Der Multiplikator multipliziert den Systemtakt und definiert letztendlich den Standard-Takt. Beim Intel Core i9-9900K setzt er sich beispielsweise so zusammen: 100 MHz Systemtakt x 36 (Multiplikator) = 3600 MHz respektive 3,6 GHz Basistakt. Ist der Multiplikator entsperrt, kann er einfach nach oben geschraubt werden, was die Taktfrequenz erhöht. Jedoch brauchen Sie dafür ein passendes Mainboard, das OC unterstützt, eine bessere Kühlung und möglicherweise auch ein stärkeres Netzteil.

AMD kann bei seinen Ryzen-Prozessoren mit einer Besonderheit aufwarten: Alle Modelle aus Zen-Generationen verfügen über einen entsperrten Multiplikator - egal ob es sich um den Ryzen 3 3100 für 101 Euro oder den 16-Core Ryzen 9 3950X für 735 Euro handelt. Bei Intel ist das nicht der Fall. Hier müssen Sie Ausschau nach einem K oder X(E) in der Modellbezeichnung halten. Bei Zweiterem handelt es sich um die Extreme-Versionen, die nur auf den HEDT-Plattformen zum Einsatz kommen.

Ein weiterer Vorteil bei AMD ist, dass alle AM4-Chipsätze - abgesehen vom A320 - OC unterstützen. Sie sollten beim Kauf dennoch darauf achten, dass die Spannungswandler des Motherboards sinnvoll gekühlt sind, wenn Sie übertakten wollen. Bei Intel müssen Sie zu einem Mainboard mit Z-Chipsatz (aktuell Z490) greifen, um übertakten zu können.


Aktuelle CPU-Technik: Diese Begriffe sollten Sie kennen

Abkürzungen bei Intel: F, K, T, U, H, X und XE
Das Kürzel F bezeichnet alle Intel Prozessoren ohne integrierte Grafikeinheit. Alle CPUs mit K in der Bezeichnung können Sie manuell übertakten. Wenn Sie einen stromsparenden Desktop zusammenbauen wollen, halten Sie nach dem Kürzel T Ausschau, die CPUs sind nämlich auf 35 Watt TDP limitiert. Die Prozessoren mit H im Namen finden in Laptops ihren Einsatz und dürfen sich 35-45 Watt Leistungsaufnahme genehmigen. In Ultrabooks kommen dagegen die U-Modelle mit 15 Watt TDP zum Einsatz. Die High-End-Desktop-Prozessoren tragen das Kürzel X beziehungsweise XE und lassen sich übertakten.

Abkürzungen bei AMD: G, X, H und U
Bei AMD sind die Kürzel sehr ähnlich. H und U kommen ebenso nur in Mobilgeräten zum Einsatz und beschreiben eine beschränkte TDP auf 35 respektive 15 Watt. Desktop-CPUs mit einem X im Namen sind von Haus aus höher getaktet, im Gegensatz zu Intel lassen sich aber auch Prozessoren ohne dieses Suffix übertakten. Alle APUs von AMD tragen das Kürzel G, das bedeutet, dass diese CPUs über eine integrierte Grafikeinheit verfügen.

Level-3-Cache: Hierbei handelt es sich um einen Pufferspeicher, der sich zwischen dem Prozessor und dem Arbeitsspeicher befindet. Darin speichert der Prozessor die wichtigsten Befehle zwischen, damit die CPU nicht auf den langsameren Arbeitsspeicher zurückgreifen muss, da sonst eine Verzögerung im Programmablauf entsteht. Der Cache innerhalb von Prozessoren teilt sich in mehrere Stufen auf und übernimmt teilweise auch zusätzliche Aufgaben als nur das reine Zwischenspeichern. Der Level-3-Cache spielt insbesondere bei Mehrkernprozessoren eine wichtige Rolle, da er die vorhergehenden Caches miteinander abgleicht, um die Daten konsistent zu erhalten. Auf diese Weise vereinfacht und beschleunigt der L3-Cache den Datenaustausch zwischen den CPU-Kernen. AMD hat bei der Ryzen-3000-Generation großen Wert auf den L3-Cache gelegt und diesen im Vergleich zu den Vorgängern verdoppelt bis sogar vervierfacht. AMDs Bezeichnung für den L3-Cache lautet auch Game-Cache.

Multi-Core: Dieser Ausdruck bedeutet, dass sich in einem Prozessor mehrere CPU-Kerne befinden. Passende Anwendungen können somit die Aufgaben auf mehrere Kerne verteilen, um sie schneller abarbeiten zu können.

Simultaneous Multithreading: Diese Technik wird auch oft mit SMT abgekürzt und steht für die Fähigkeit eines Prozessors, mehrere Aufgaben (Threads) gleichzeitig verarbeiten und damit schneller berechnen zu können. SMT stellt jedem Rechenkern dafür einen virtuellen Partner zur Seite. Intel nennt diese Technik Hyperthreading, AMD nutzt die offizielle Bezeichnung.

Sockel: Der Sockel ist der Steckplatz für den Prozessor, der sich auf dem Mainboard befindet. Erst der Sockel stellt die Verbindung zum System über den direkten Kontakt her. Verschiedene Prozessorgenerationen setzen in der Regel auch neue Sockel voraus, da sich häufig die Anzahl und die Anordnung der Kontakte und auch die Betriebsspannung der Chips ändern. Alte CPUs passen also nur selten in neue Sockel und umgekehrt. Bei Intel ist ein geläufiger Sockel beispielsweise 1151v2, bei AMD ist es AM4.

Chipsatz: Für jeden Sockel sind unterschiedliche Chipsätze verfügbar. Diese unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer internen und externen Anschlussanzahl (wie zum Beispiel USB oder SATA), der Anzahl der unterstützen PCIe-Lanes oder auch der Möglichkeit zu übertakten.

TDP: Die „Thermal Design Power“ bezeichnet die maximale Verlustleistung eines Prozessors in Watt. Mit dieser Angabe definieren die Hersteller die maximal abgegebene Wärmeleistung eines Prozessors, die etwas unterhalb der maximalen, elektrischen Leistungsaufnahme liegt. So bezieht sich die TDP beispielsweise auch auf die höchstmögliche Kernspannung und die Temperatur einer CPU. Allerdings herrscht kein einheitlicher Standard bei der Angabe der TDP. Genau so wenig sagt der Wert auch etwas über den Stromverbrauch der CPU in unterschiedlichen Betriebszuständen aus. Oft steht die TDP für die maximale Abwärme bei Nutzung durchschnittlicher Programme, weshalb rechenintensivere Anwendungen wie Spiele diesen Wert oft überschreiten. Dennoch ist sie ein guter Hinweis darauf, um ein System planen zu können.

PL1:  Intel bezeichnet die TDP der CPU im BIOS gerne auch als Power-Limit-1 (PL1). Bei den Comet Lake-S Prozessoren gibt dieser Wert an, wie viel Watt die CPU dauerhaft aufnehmen darf. Dadurch kann es auch passieren, dass sich die CPU heruntertaktet, um den PL1-Wert nicht zu überschreiten.

PL2:  Die Core-i-K-Prozessoren dürfen über einen fest definierten Zeitraum mehr Watt aufnehmen als beim Wert PL1 definiert ist. So liegt das Power-Limit-2 des Core i9-10900K zum Beispiel bei 250 Watt und damit doppelt so hoch wie der PL1-Wert. Bei der neunten Generation der Core-i-Modelle lag der Faktor zwischen PL1 und PL2 noch bei 1,25.

Tau:  Dieser Wert gibt an, über welchen Zeitraum das PL2 anliegen darf. Bei den Comet Lake-S Prozessoren gibt Intel in den Spezifikationen 56 Sekunden an, bei Coffee Lake-R lag dieser Wert noch bei 28 Sekunden.

Thermal Throtteling: Dieses Phänomen tritt ein, wenn der Prozessor kritische Temperaturen erreicht und zum Selbstschutz die Taktraten herunterfährt. Mit dieser Drosselung gehen auch gewisse Leistungseinbußen daher. Im schlimmsten Fall schaltet sich die CPU dank interner Schutzmechanismen automatisch ab, um irreparable Schäden zu vermeiden.

Turbo-Taktrate: Alle aktuellen Prozessoren von AMD und Intel verfügen nicht nur über eine grundlegende Taktfrequenz, sondern auch über einen sogenannten Turbo-Takt. Bei AMD heißt die Technik „Turbo Core“, bei Intel „Turbo Boost“, die bei beiden Herstellern ähnlich funktionieren. Dieser Turbo übertaktet den Prozessor vollautomatisch über die Basis-Taktrate hinaus, um Software, die nicht auf Multicore-Ausführung angepasst ist, schneller verarbeiten zu können.

Der Unterschied zum manuellen Übertakten ist der, dass der Turbo-Takt nur temporär zum Einsatz kommt und keine heftigen Performance-Schübe ermöglicht. Außerdem bewegt sich der Turbo immer im Rahmen der erweiterten TDP.

XFR: Bei AMDs neuen Prozessoren auf Basis der Zen-Architektur stößt man häufig auf diese Abkürzung, die ausgeschrieben „Extended Frequency Range“ bedeutet. Damit bezeichnet der Hersteller eine Übertaktungstechnik, die die Taktraten über den angegebenen Turbo-Takt hinaus anhebt – sofern für eine ausreichende Kühlung gesorgt ist und genügend Energiereserven zur Verfügung stehen. Bei Ryzen-CPUs mit einem X in der Modellbezeichnung taktet XFR etwas höher als bei Modellen ohne diesen Zusatz im Namen.


Unsere Messergebnisse auf einen Blick

Folgend können Sie alle FPS-Werte finden, die wir in den zehn Spielen Assassin's Creed Odyssey, Borderlands 3, Civilization VI Gathering Storm, F1 2019, Far Cry 5, Forza Horizon 4, Metro Exodus, Red Dead Redemption 2, Shadow of the Tomb Raider und The Division 2 ermittelt haben. Die angegebenen Zahlen stellen dabei den Mittelwert aus drei Testdurchläufen dar, um Messfehler auszuschließen und Messtoleranzen auszugleichen. Die Messungen erfolgen bei höchsten Spieldetails in den zwei Auflösungen Full-HD und QHD. Da wir noch nicht alle aufgeführten Prozessoren mangels eines Test-Samples durch unseren neuen Test-Parcours jagen können, fehlen in den folgenden Tabellen einige Modelle.

Spieleleistung FHD

Assassin's Creed Odyssey

Borderlands 3

Civilization VI Gathering Storm

F1 2019

Far Cry 5

Forza Horizon 4

Metro Exodus

Red Dead Redemption 2

Shadow of the Tomb Raider

The Division 2

Ryzen 5 3400G

58,7

84,3

61,6

133,3

91,7

115,4

70,4

80,7

93,3

114,8

Ryzen 3 3100

69,2

90,3

65,5

143,2

99,3

137,8

86,0

85,0

108,3

126,7

Ryzen 3 3300X

75,8

100,9

75,4

173,5

119,6

161,1

96,6

88,0

124,8

136,5

Ryzen 5 3600X

78,6

101,1

84,2

171,1

120,5

160,5

89,2

89,9

130,3

145,4

Ryzen 7 3700X

79,5

104,5

95,0

174,9

121,6

162,6

90,3

89,5

133,8

149,6

Ryzen 9 3900X

80,4

106,1

100,4

179,7

127,1

166,9

90,7

89,7

135,3

150,3

Ryzen 9 3900XT

80,2

108,8

101,5

181,5

128,6

166,7

93,3

91,9

135,8

151,4

Ryzen 9 3950X

80,7

106,3

101,3

181,4

132,3

168,6

91,7

91,3

138,4

152,1

Core i5-9400

75,7

107,4

84,4

174,8

130,6

169,2

96,8

94,3

132,7

137,9

Core i5-9600K

81,7

111,7

92,1

185,5

140,0

178,9

98,5

94,4

137,6

145,7

Core i7-9700K

83,3

113,3

108,7

191,0

149,3

187,2

100,5

94,8

151,5

154,6

Core i9-9900K

86,3

115,3

112,5

195,0

154,8

182,6

99,0

94,8

155,2

154,4

Core i9-9900KS

86,6

115,9

114,8

197,2

164,1

184,1

97,5

95,2

154,8

156,2

Core i3-10100

76,5

99,0

73,3

164,7

122,8

145,3

98,5

92,5

128,3

131,5

Core i5-10400F

86,1

102,1

91,6

188,0

140,9

162,7

99,8

94,8

137,6

144,1

Core i5-10600K

82,0

109,3

98,7

194,0

147,0

178,3

104,3

94,0

145,5

149,6

Core i9-10900K

86,6

113,9

123,6

207,8

161,1

190,3

102,5

97,5

155,5

148,0

Spieleleistung QHD

Assassin's Creed Odyssey

Borderlands 3

Civilization VI Gathering Storm

F1 2019

Far Cry 5

Forza Horizon 4

Metro Exodus

Red Dead Redemption 2

Shadow of the Tomb Raider

The Division 2

Ryzen 5 3400G

51,8

71,5

59,9

118,9

87,3

110,9

64,7

65,6

90,4

102,1

Ryzen 3 3100

61,5

75,6

65,0

140,4

88,1

134,6

78,0

71,7

100,9

97,0

Ryzen 3 3300X

64,4

78,2

74,9

147,2

112,3

149,4

80,3

71,8

109,8

97,8

Ryzen 5 3600X

68,3

78,7

83,9

149,1

113,3

148,9

72,1

66,7

113,4

110,0

Ryzen 7 3700X

70,0

80,0

98,3

150,2

117,7

148,5

73,0

67,0

114,8

111,4

Ryzen 9 3900X

69,9

79,8

99,2

149,8

117,8

151,2

73,3

67,8

115,9

113,3

Ryzen 9 3900XT

67,3

82,8

101,3

154,7

120,7

152,5

76,8

70,8

118,1

112,9

Ryzen 9 3950X

70,5

80,2

102,1

150,9

117,8

153,3

74,0

69,4

116,1

112,8

Core i5-9400

73,1

81,4

81,9

138,7

112,6

155,5

78,8

76,4

113,3

106,4

Core i5-9600K

74,2

81,5

88,7

158,1

118,8

159,0

80,1

76,1

114,8

106,0

Core i7-9700K

74,6

81,9

99,0

156,7

125,5

162,2

76,8

75,9

117,4

106,2

Core i9-9900K

76,8

82,3

100,4

160,2

126,4

160,1

78,2

76,1

116,5

106,9

Core i9-9900KS

76,7

82,7

100,5

162,9

136,2

159,4

78,6

76,0

117,6

107,2

Core i3-10100

64,0

79,9

71,7

159,8

113,8

140,5

82,8

74,0

111,2

100,2

Core i5-10400F

74,1

79,3

91,5

158,3

128,0

150,3

80,2

76,2

118,0

100,7

Core i5-10600K

72,1

81,4

92,1

158,0

130,2

162,6

83,3

75,6

118,6

102,6

Core i9-10900K

74,9

82,0

121,3

155,2

137,6

159,7

84,0

75,0

116,8

101,0

Die CPUs müssen sich bei uns nicht nur in Spielen, sondern auch in synthetischen Benchmarks und praxisnahen Anwendungstests beweisen. Auch diese Messergebnisse bilden sich aus einem Durchschnitt von drei Testdurchläufen.

Anwendungsleistung

7-Zip Benchmark (MIPS)

Blender Benchmark (min)

Cinebench R15 Single Core (cb)

Cinebench R15 Multi Core (cb)

Cinebench R20 Single Core (cb)

Cinebench R20 Multi Core (cb)

Handbrake (min)

Ryzen 5 3400G

33397

37:52:49

158

886

390

1990

79:51

Ryzen 3 3100

39447

34:30:10

179

1009

446

2328

63:24

Ryzen 3 3300X

44191

30:39:56

202

1113

501

2566

60:15

Ryzen 5 3600X

61434

21:19:91

204

1635

507

3739

40:34

Ryzen 7 3700X

80004

16:08:95

206

2109

504

4856

31:25

Ryzen 9 3900X

109049

11:13:55

211

3037

509

6923

22:13

Ryzen 9 3900XT

109049

10:51:84

218

3175

539

7176

21:40

Ryzen 9 3950X

129756

08:23:43

210

3908

532

9117

18:21

Core i5-9400

37821

34:22:58

173

950

423

2318

60:03

Core i5-9600K

41779

31:03:21

199

1049

484

2601

53:37

Core i7-9700K

57202

21:47:01

210

1495

508

3664

38:10

Core i9-9900K

71864

15:20:49

215

2037

514

4898

30:19

Core i9-9900KS

73770

15:17:75

215

2145

514

4952

29:52

Core i3-10100

34466

35:35:42

184

894

430

2186

67:32

Core i5-10400F

52312

24:07:19

186

1316

434

3197

45:52

Core i5-10600K

57275

21:28:09

207

1475

504

3618

41:19

Core i9-10900K

89382

13:46:12

227

2612

535

6068

28:04

Neben der rohen Rechenleistung ist natürlich auch die Leistungsaufnahme der Prozessoren interessant. Diese ermitteln wir in den folgenden Szenarien: Idle (Desktop-Betrieb), die Wiedergabe eines YouTube-Video in Full-HD, der durchschnittliche Verbrauch in zehn Minuten Gameplay sowie der Maximalverbrauch mit dem Titel Shadow of the Tomb Raider und der Maximalverbauch bei Cinebench R15.

Leistungsaufnahme

Idle (W)

Full-HD YouTube (W)

Shadow of the Tomb Raider avg (W)

Shadow of the Tomb Raider max (W)

Cinebench R15 max (W)

Ryzen 5 3400G

5,0

9,4

44,7

59,5

71,5

Ryzen 3 3100

16,6

26,7

48,6

55,9

62,4

Ryzen 3 3300X

15,9

25,5

49,4

67,2

74,5

Ryzen 5 3600X

14,5

24,2

51,4

67,2

82,3

Ryzen 7 3700X

14,3

22,8

61,6

77,2

90,0

Ryzen 9 3900X

13,5

35,2

86,5

97,7

145,3

Ryzen 9 3900XT

16,0

33,8

83,4

100,7

141,7

Ryzen 9 3950X

16,8

36,2

83,5

112,4

143,1

Core i5-9400

7,4

8,3

53,7

63,1

69,6

Core i5-9600K

7,4

7,9

52,4

60,2

71,1

Core i7-9700K

7,4

8,3

66,0

87,0

111,6

Core i9-9900K

7,9

9,4

62,5

85,4

135,6

Core i9-9900KS

7,9

9,4

74,3

102,0

159,2

Core i3-10100

6,6

8,0

42,3

45,3

55,5

Core i5-10400F

6,7

9,3

49,6

58,9

71,5

Core i5-10600K

8,2

18,6

64,3

78,9

106,6

Core i9-10900K

8,8

14,3

103,0

128,2

217,2

So testet PC-WELT Prozessoren

Wir testen alle Prozessoren unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie in folgendem Artikel: Wie PC-WELT Grafikkarten testet

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