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CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

24.05.2017 | 14:14 Uhr |

AMD versus Intel - so spannend war es schon lange nicht mehr bei den Desktop-Prozessoren. Wir haben die wichtigsten Modelle der aktuellen CPU-Generationen AMD Ryzen und Intel Kaby Lake sowie das Flaggschiff Core i7-6950X im großen Vergleichs-Test.

Jahrelang konnte AMD dem scheinbar übermächtigen Konkurrenten Intel bei Desktop-Prozessoren kaum etwas entgegensetzen - in der Ober- und Mittelklasse regierte der Halbleiter-Riese nach Belieben. Doch mit der Ryzen-Generation, die AMD Anfang März 2017 aus dem Hut zauberte, ist das Duell der Erzrivalen spannend wie schon lange nicht mehr: Die Ryzen-CPUs punkten vor allem in Sachen Multi-Core- und Computing-Leistung und können teilweise doppelt so teure Intel-Modelle hinter sich lassen.

Update vom 24. Mai 2017: Es gibt vier Neuzugänge aus der Mittelklasse: Den Intel Core i5-7400, i5-7600 und den AMD Ryzen 5 1400 und 1600 - letzterer Sechs-Kern-Prozessor kostet nur 220 Euro und beeindruckt mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis, der den vorherigen Preisträger 1500X  mehr als deutlich ablösen kann.

Einen schnellen Überblick inklusive Preis-Check über die aktuelle Top 14 bietet die folgende Bildergalerie:

Vier CPU-Kerne reichen für Gamer - noch

Geht es allerdings ums Gaming, dann geraten die Ryzens häufig (noch) ins Hintertreffen: Intel-CPUs bieten ab Werk meist höhere Taktfrequenzen, von denen aktuelle Spiele mehr profitieren als von mehr Kernen. Zudem sind viele Spiele auf Intel-CPUs abgestimmt, während erst wenige Titel die Gaming-Leistung der noch jungen Ryzen-Prozessoren optimal nutzen. Für Gamer sind derzeit also (noch) Intel-CPUs mit vier Rechenkernen und Taktraten um die 4 Gigahertz wie etwa der Core i7-7700 die ideale Wahl.

Im folgenden Balkendiagramm, in dem wir den Durchschnitt aller gemessenen Bildraten durch den Straßenpreis teilen, sind diese Tatsachen deutlich erkennbar: Die meiste Spieleleistung pro Euro gibt es mit dem Intel Core i5-7400, der zwar nur vier Threads (4 Kerne / 4 Threads) verarbeiten kann, ab Werk aber mit bis zu 3,5 GHz arbeitet und 175 Euro kostet. Quasi gleichauf liegt der Intel Core i3-7350K, der nur über zwei physikalische Rechenkerne verfügt, dank Hyperthreading aber vier Aufgaben parallel abarbeiten kann. Dafür arbeitet er aber mit einem hohen Takt von bis zu 4,2 GHz und ist mit knapp 190 Euro etwas teuer.

Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.

Doch das bleibt nicht so. Viele Spieleentwickler haben bereits angekündigt, ihre Titel auf eine bessere Multi-Core-Effizienz zu programmieren. Tatsächlich ist es aktuell sogar so, dass Updates für Software, Spiele und Bios-Versionen auf den Markt kommen, die die Performance auf Ryzen-CPUs verbessern. Wer seine CPU also ein paar Jahre nutzen will, sollte auf ein zukunftssicheres Modell mit mehr als vier Rechenkernen setzen.

Mit den AMD Ryzen-Chips kommt endlich wieder Bewegung in den CPU-Markt. Die Achtkerner der 1700er-Serie sind in Sachen Preis-Leistung auf jeden Fall konkurrrenzfähig. Aber gerade für Gamer stellt sich die Frage: Soll ich jetzt einen neuen Ryzen-Chip kaufen? Oder doch lieber bei Intel bleiben? Welche Modelle empfehlenswert sind und warum es sich lohnen könnte noch etwas mit dem Kauf zu warten, erfahren Sie in diesem Video.

Diese Anwendungen profitieren von mehr CPU-Kernen

Von mehr CPU-Kernen profitieren seit jeher Anwendungen aus dem Multimedia-, Industrie- und Wissenschaftsbereich. Auf diese Weise erfolgt  eine schnellere Verarbeitung von hochaufgelösten Fotos und Videos. Auch das Verschlüsseln und Komprimieren von Daten geht dank mehreren CPU-Kernen flotter.

Ebenfalls positiv bemerkbar machen sich mehr Kerne im Multi-Tasking-Betrieb - also wenn Sie beispielsweise zwei Monitore nutzen, im Browser mit vielen offenen Tabs surfen, nebenbei Musik streamen, mit den Freunden in einem Nachrichten-Tool chatten und im Hintergrund auch noch Ihr letztes Gameplay-Video in ein kompatibles Youtube-Format rendern lassen. Mehr als vier CPU-Kerne sorgen hier durchaus für einen spürbaren Leistungsschub. Die Taktfrequenz sollten Sie zwar auch in diesem Fall nicht vernachlässigen, aber sie spielt keine so maßgebliche Rolle wie beim Gaming.

Viel Leistung für wenig Geld soll die Mittelklasse-Reihe Ryzen 5 von AMD bieten. Und tatsächlich lesen sich die Specs der Ryzen-5-CPUs gut: 4 bzw. 6 Kerne, die dank Simultaneous Multithreading doppelt so viele Threads abarbeiten können sowie eine ordentliche Taktrate. Und das Ganze zu Preisen, die auf dem Niveau eines Intel Core i5-7600K bzw. i5-7500 liegen. Aber kann AMD halten was sie versprechen? Wie sieht die tatsächliche Leistung aus? Dazu haben wir den Ryzen 5 1500X und 1600X ausführlich getestet und vergleichen ihn in der Spieleleistung mit dem Intel Core i5-7600K und dem Intel Core i5-7500.

Wie bereits erwähnt haben die AMD-Ryzen-Modelle in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis eindeutig die Nase vorn, wie auch das untenstehende Balkendiagramm zeigt. In diesem haben wir das Multi-Core-Ergebnis von Cinebench R15 durch den Straßenpreis geteilt: Die höchte Mehrkern-Effizienz gibt es (mit Abstand!) beim AMD Ryzen 5 1600, dem Sechs-Kern-Prozessor (12 Threads) mit maximal 3,6 GHz zum Preis von nur 220 Euro! Rein aus dieser Wertung heraus betrachtet landet das erste Intel-Modell erst auf Platz 6! Der günstigste Octa-Core-Prozessor Ryzen 7 1700 kostet derweil nur zirka 345 Euro - etwas vergleichbar Günstiges mit diesem Ausstattungsumfang hat Intel aktuell nicht zu bieten. Die geringste Multi-Core-Leistung pro Euro hat der 6950X - das zeigt, wie überteuert Intels Desktop-Flaggschiff ist.

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 7 1700

Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.

Mehr CPU-Leistung durch Übertakten

Wer seiner CPU gratis zusätzliche Leistung entlocken will, sollte sich für einen Prozessor mit freiem Multiplikator entscheiden. Der Multiplikator multipliziert den Systemtakt und definiert letztendlich den Standard-Takt. Beim Intel Core i7-7700K setzt er sich beispielsweise so zusammen: 100 MHz Systemtakt x 42 (Multiplikator) = 4200 MHz respektive 4,2 GHz Basistakt. Ist der Multiplikator entsperrt, kann er einfach nach oben geschraubt werden, was die Taktfrequenz erhöht. Jedoch müssen dafür eine bessere Kühlung und möglicherweise auch ein stärkeres Netzteil her.

Die neuen AMD Ryzen CPUs haben eine Besonderheit: Alle Modelle verfügen über einen freien Multiplikator und lassen sich daher für noch mehr Leistung übertakten. Dafür hat AMD mit dem Master Tool eine eigene Software veröffentlicht. Wie Sie damit Ihre Ryzen-Chips ganz einfach übertakten, zeigen wir Ihnen in diesem Video .

AMD kann bei seinen Ryzen-Prozessoren mit einer Besonderheit aufwarten: Alle Modelle aus dieser Generation verfügen über einen entsperrten Multiplikator - egal ob es sich um das Top-Modell 1800X für über 500 Euro oder den Quad-Core 1500X für 200 Euro handelt. Bei Intel ist das nicht der Fall. Hier müssen Sie Ausschau nach einem X oder K in der Modellbezeichnung halten. Bei Ersteren handelt es sich um die Extreme-Versionen, die in der Regel über 1000 Euro kosten! So, wie der einzige Intel-Prozessor in diesem Test, der über mehr als vier Kerne verfügt, der Intel Core i7-6950X. Er kostet knapp 1800 Euro, bietet dafür aber zehn Kerne und kann 20 Threads parallel verarbeiten.

Eine Besonderheit ist auch der Intel Core i3-7350K. Bei diesem Modell der aktuellen Kaby-Lake-Generation handelt es sich um die erste, übertaktbare Core-i3-CPU. Für diesen Dual-Core-Chip sind aktuell aber auch satte 185 Euro fällig!

Zum ausführlichen Test des Intel Core i3-7350K

Benchmark-Check: Die Messergebnisse aller 10 Prozessoren im Test finden Sie in folgender Bildergalerie. Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte zuerst auf "Vergrößern" und danach rechts unten auf "Zum Original-Bild":

Desktop-Prozessoren: Überaus leistungsfähig und effizient

Die aktuellen CPU-Generationen von AMD und Intel sind überaus leistungsfähig, ohne dabei extrem viel Strom zu verbrauchen. Die hohe Energieeffizienz haben sie vor allem der 14-Nanometer-FinFET-Fertigung zu verdanken. Einzig die Extreme-Edition 6950X knackt die 300-Watt-Marke deutlich. Bei der Gaming-Leistung hat zwar Intel größtenteils die Führung inne, aber AMD ist nicht viel schlechter. Und durch weitere Optimierungen respektive Updates dürften Spiele das Potenzial der Ryzen-CPUs mittelfristig besser ausschöpfen.

Definitiv lässt sich aber festhalten: CPUs mit mehr als vier Kernen sind weitaus zukunftssicherer - die günstigste Variante in diesem Test kommt von AMD in Form des Hexa-Core-Modells Ryzen 5 1600X (6 Kerne / 12 Threads) für 270 Euro. Auch in Sachen Computing-Leistung kann AMD die Konkurrenz fast durchweg schlagen. Da wir die Spieleleistung in unserer Testwertung aber mit 60 Prozent stärker gewichten, kann Intel die ersten beiden Plätze belegen. Auf Platz 3 folgt aber schon der AMD Ryzen 1800X.

Mit den Ryzen-CPUs will AMD endlich wieder zu Intel aufschließen und mit dem Top-Modell Ryzen 7 1800X könnte das sogar gelingen. Zum Preis von 559 Euro bekommt man einen 8-Kerner, der besonders bei der Multi-Core-Performance neue Rekorde aufstellt. Aber wie sieht es mit der Spiele-Leistung und vor allem der Temperatur und dem Stromverbrauch aus? Kann AMD Intel hier wirklich Paroli bieten? Wir haben den neuen AMD Ryzen 7 1800X im Video getestet.

Preis-Leistungs-Sieger: AMD Ryzen 5 1600

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600.
Vergrößern Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600.

Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger AMD Ryzen 5 1600 kostet 220 Euro. Der virtuelle 12-Kerner stellt die gleichteure Intel-Konkurrenz in Form des Core i5-7600 in den Schatten und erreicht in Sachen Multi-Core-Leistung hervorragende Ergebnisse. Tatsächlich erhalten Sie mit diesem Modell die aktuell höchste Mehrkern-Performance pro Euro - mit Abstand, wenn wir uns noch einmal wiederholen dürfen. Weiterer, positiver Punkt: Mit 12 Threads erweist sich dieses Modell als überaus zukunftssicher.

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 5 1600

Selbst in Sachen Stromverbrauch geht der Hexa-Core-Prozessor ziemlich effizient ans Werk: Die Messung unserer Testplattform ergibt eine maximale Leistungsaufnahme von nur 256 Watt. Nur bei der Spieleleistung muss sich der Ryzen 5 1600 dem Intel-Mitbewerber fast immer geschlagen geben, allerdings ist die Differenz nicht groß. Dank zu erwartender Optimierungen in Form von Updates dürfte die Leistung in naher Zukunft noch steigen.

Test-Sieger: Intel Core i7-6950X

Der Test-Sieger ist der Intel Core i7-6950X.
Vergrößern Der Test-Sieger ist der Intel Core i7-6950X.

Intels Extreme-Version 6950X auf Basis der Broardwell-E-Architektur kostet rund 1800 Euro und ist damit unverschämt teuer - da darf man den Test-Sieg fast schon erwarten. Er ist mit satten zehn Kernen ausgestattet und kann dank Hyperthreading 20 Threads bewältigen. Die CPU-Kerne teilen sich einen 25 MB großen Level-3-Cache. Die Taktraten sind mit 3,0 und 3,5 GHZ (Base und Boost) vergleichsweise zahm - deshalb auch die eher schwachen Werte bei den Single-Core-Tests.

Dafür zieht der 6950X bei Anwendungen davon, die von mehr Kernen profitieren: So kann er rund 752 Megapixel pro Sekunde verarbeiten. Der zweithöchste Wert kommt vom Octa-Core-Modell Ryzen 7 1800X, der „nur“ 457 Megapixel pro Sekunde schafft. Dafür ist der 6950X das einzige Modell, dass die 300-Watt-Grenze (gesamte Test-Plattform) deutlich überschreitet. Kein Wunder bei einer TDP von 140 Watt!

Attraktiver Preis: AMD Ryzen 7 1800X

Der AMD Ryzen 7 1800X erhält den Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Der AMD Ryzen 7 1800X erhält den Award "Attraktiver Preis".

Das derzeitige Top-Modell der Ryzen-Generation, der 1800X, erhält von uns den PC-WELT-Award „Attraktiver Preis“. Die CPU kostet zwar über 500 Euro, was einem im ersten Moment wohl eher wenig attraktiv erscheinen mag. Doch wir begründen das folgendermaßen: Es handelt sich hierbei um einen Octa-Core-Prozessor, der 16 Threads abarbeiten kann und mit Taktfrequenzen zwischen 3,6 und 4,0 GHz läuft - im Idealfall sind dank der XFR-Technik sogar 4,1 GHz drin. Die TDP beläuft sich auf fast schon bescheidene 95 Watt, der freie Multiplikator erlaubt noch weiteres Übertakten.

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 7 1800X

Schielen wir herüber zu Intel, dann bleibt die einzig vergleichbare, aktuell verfügbare Wahl der Intel Core i7-6900K, der allerdings über 1100 Euro kostet. Zwar verfügt diese über die gleiche Anzahl an Kernen und Threads, taktet jedoch geringer (3,2 bis 3,7 GHz) und besitzt eine TDP von satten 140 Watt. Tatsächlich ist er in den Tests der Fachmedien in einigen Multi-Core-lastigen Anwendungen sogar dem 1800X unterlegen. Unterm Strich bekommen Sie mit dem AMD Ryzen 7 1800X sehr viel Rechenleistung fürs Geld.

Herausragendes Tempo: Intel Core i7-7700K

Der Intel Core i7-7700K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".
Vergrößern Der Intel Core i7-7700K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".

Der Intel Core i7-7700K arbeitet bereits ab Werk mit hohen Taktraten von 4,2 und 4,5 GHz. Ausgestattet ist er mit vier Rechenkernen, insgesamt sind aber acht Threads möglich. Im Vergleichstest darf sich der Prozessor mit der höchsten Punktzahl (86) bei der Spieleleistung brüsten. Selbst der 6950X kommt in dieser Wertung auf lediglich 83 Punkte - damit verdient sich der 7700K den Award „Herausragendes Tempo“. Gamer holen sich mit dem übertaktbaren i7 derzeit also die schnellste Spiele-CPU in den Gaming-Rechner.

Zum ausführlichen Test des Intel Core i7-7700K

Vergleichsweise moderat ist der Preis von 360 Euro! Ebenfalls sehr gut schneidet die CPU in Sachen Leistungsaufnahme ab: Die Testplattform nimmt maximal 252 Watt auf, was für die gezeigte Leistung überaus effizient ist. Und der freie Multiplikator macht das Übertakten einfacher.

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