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CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

23.05.2018 | 11:34 Uhr |

AMD versus Intel - so spannend war es schon lange nicht mehr bei den Desktop-Prozessoren. Wir haben die wichtigsten Modelle der aktuellen CPU-Generationen AMD Ryzen und Intel Coffee Lake sowie die Flaggschiffe Core i9 und Threadripper im großen Vergleichs-Test.

Jahrelang konnte AMD dem scheinbar übermächtigen Konkurrenten Intel bei Desktop-Prozessoren kaum etwas entgegensetzen - in der Ober- und Mittelklasse regierte der Halbleiter-Riese nach Belieben. Doch mit AMDs Ryzen & Threadripper ist das Duell der Erzrivalen spannend wie schon lange nicht mehr: Die aktuelle CPU-Generation von AMD punktet vor allem in Sachen Multi-Core- und Computing-Leistung und kann teilweise doppelt so teure Intel-Modelle hinter sich lassen. Update vom 18. Mai 2018: Die Ryzen-CPUs der zweiten Generation, AMD Ryzen 7 2700X und AMD Ryzen 5 2600X, mischen sich unter die Top 5, während die günstigen AMD Ryzen 5 2400G und das 90-Euro-Schnäppchen Ryzen 3 2200G das AMD-Portfolio nach unten abrunden: Die integrierte Vega-Grafik ist konkurrenzlos schnell, doch die CPU-Leistung lässt sich eher der Einsteiger- bis Mittelklasse zuordnen. Neu im Vergleichstest ist auch der entsperrte Intel Core i5-8600K, der sich Platz 6 sichern kann. Einen schnellen Überblick inklusive Preis-Check über die aktuelle Top 26 bietet die folgende Bildergalerie:

Vier CPU-Kerne reichen für Gamer - noch!

Geht es allerdings ums Gaming, dann geraten die Ryzens häufig (noch) ins Hintertreffen: Intel-CPUs bieten ab Werk meist höhere Taktfrequenzen, von denen aktuelle Spiele mehr profitieren als von mehr Kernen. Für kompromisslose Gamer sind derzeit also Intel-CPUs mit mindestens vier Rechenkernen und Taktraten über vier Gigahertz wie etwa der Core i7-8700K die ideale Wahl. Wer allerdings schon die Spiele-Zukunft im Blick hat, in der das Motto "je mehr Kerne, desto besser" gelten könnte, sollte sich für einen AMD Ryzen 7 2700X entscheiden.

Im folgenden Balkendiagramm, in dem wir den Durchschnitt aller gemessenen Bildraten durch den Straßenpreis teilen, sind diese Tatsachen deutlich erkennbar - oder aber der Preis ist extrem niedrig: Die meiste Spieleleistung pro Euro gibt es mit dem Intel Pentium G4560, der zwar nur vier Threads (2 Kerne / 4 Threads) verarbeiten kann, ab Werk aber mit bis zu 3,5 GHz arbeitet und nur 48 Euro kostet. Es folgt der AMD Ryzen 3 1200, der über vier physikalische Rechenkerne verfügt und mangels SMT (Simultaneous Multithreading) auch nur vier Threads abarbeiten kann. Mit 81 Euro ist das Modell auch nicht allzu teuer. Eher weniger für Gamer geeignet sind im ersten Augenblick der 16- und 10-Kerner AMD Ryzen Threadripper 1950X respektive Intel Core i9-7900X. Das liegt in erster Linie am Preis von jeweils knapp 900 Euro, und auch die Taktraten sind nicht allzu hoch. Wer aber übertaktet, der kann eine besser Spieleleistung erzielen.

Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.

Doch das bleibt nicht so. Viele Spieleentwickler haben bereits angekündigt, ihre Titel auf eine bessere Multi-Core-Effizienz zu programmieren. Tatsächlich ist es aktuell sogar so, dass Updates für Software, Spiele und Bios-Versionen auf den Markt kommen, die die Performance auf Ryzen-CPUs verbessern. Wer seine CPU also ein paar Jahre nutzen will, sollte auf ein zukunftssicheres Modell mit mehr als vier Rechenkernen setzen.

Diese Anwendungen profitieren von mehr CPU-Kernen

Von mehr CPU-Kernen profitieren seit jeher Anwendungen aus dem Multimedia-, Industrie- und Wissenschaftsbereich. Auf diese Weise erfolgt  eine schnellere Verarbeitung von hochaufgelösten Fotos und Videos. Auch das Verschlüsseln und Komprimieren von Daten geht dank mehreren CPU-Kernen flotter.

Ebenfalls positiv bemerkbar machen sich mehr Kerne im Multi-Tasking-Betrieb - also wenn Sie beispielsweise zwei Monitore nutzen, im Browser mit vielen offenen Tabs surfen, nebenbei Musik streamen, mit den Freunden in einem Nachrichten-Tool chatten und im Hintergrund auch noch Ihr letztes Gameplay-Video in ein kompatibles Youtube-Format rendern lassen. Mehr als vier CPU-Kerne sorgen hier durchaus für einen spürbaren Leistungsschub. Die Taktfrequenz sollten Sie zwar auch in diesem Fall nicht vernachlässigen, aber sie spielt keine so maßgebliche Rolle wie beim Gaming.

Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.

Wie bereits erwähnt haben die AMD-Ryzen-Modelle in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis eindeutig die Nase vorn, wie auch das obere Balkendiagramm zeigt. In diesem haben wir das Multi-Core-Ergebnis von Cinebench R15 durch den Straßenpreis geteilt: Die höchte Mehrkern-Effizienz gibt es (mit Abstand!) beim AMD Ryzen 5 1600, dem Sechs-Kern-Prozessor (12 Threads) mit maximal 3,6 GHz zum Preis von unter 150 Euro! Die erste Intel-CPU in dieser Wertung in Form des Intel Pentium G4560 rangiert aufgrund des günstigen Preises von nur 48 Euro dennoch erst auf Platz 8. Die geringste Multi-Core-Leistung pro Euro hat der i9-7900X - das zeigt, dass sich Intel für seine Top-Modelle fürstlich entlohnen lässt. Der Threadripper 1950X liegt in diesem Diagramm sogar über einem Intel Core i5-7600, obwohl das AMD-Modell über 850 Euro kostet!

Mehr Prozessor-Leistung durch Übertakten

Wer seiner CPU gratis zusätzliche Leistung entlocken will, sollte sich für einen Prozessor mit freiem Multiplikator entscheiden. Der Multiplikator multipliziert den Systemtakt und definiert letztendlich den Standard-Takt. Beim Intel Core i7-7700K setzt er sich beispielsweise so zusammen: 100 MHz Systemtakt x 42 (Multiplikator) = 4200 MHz respektive 4,2 GHz Basistakt. Ist der Multiplikator entsperrt, kann er einfach nach oben geschraubt werden, was die Taktfrequenz erhöht. Jedoch müssen dafür eine bessere Kühlung und möglicherweise auch ein stärkeres Netzteil her.

AMD kann bei seinen Ryzen-Prozessoren mit einer Besonderheit aufwarten: Alle Modelle aus dieser Generation verfügen über einen entsperrten Multiplikator - egal ob es sich um den 1800X für knapp 290 Euro oder den Quad-Core 1200 für rund 81 Euro handelt. Bei Intel ist das nicht der Fall. Hier müssen Sie Ausschau nach einem X oder K in der Modellbezeichnung halten. Bei Ersteren handelt es sich um die Extreme-Versionen, die in der Regel über 900 Euro kosten! Eine Ausnahme bildet hier das Kaby-Lake-X-Modell Intel Core i7-7740X für 315 Euro.

Eine Besonderheit ist auch der Intel Core i3-7350K. Bei diesem Modell der aktuellen Kaby-Lake-Generation handelt es sich um die erste, übertaktbare Core-i3-CPU. Für diesen Dual-Core-Chip sind aktuell aber auch satte 180 Euro fällig!

Zum ausführlichen Test des Intel Core i3-7350K

Desktop-Prozessoren: Überaus leistungsfähig und effizient

Die aktuellen CPU-Generationen von AMD und Intel sind überaus leistungsfähig, ohne dabei extrem viel Strom zu verbrauchen. Die hohe Energieeffizienz haben sie vor allem der 14-Nanometer-FinFET-Fertigung zu verdanken. Nur die Testplattform mit dem Intel Core i7-8700K knackt die 300-Watt-Marke, vor allem aufgrund des hohen Boost-Taktes von 4,7 GHz. Ist der Threadripper 1950X eingebaut sind es knapp 350 Watt und die Negativ-Krone darf sich der 7900X aufsetzen, der die Testplattform auf 367 Watt treibt.

Definitiv lässt sich aber festhalten: CPUs mit mehr als vier Kernen sind weitaus zukunftssicherer - die günstigste Variante in diesem Test kommt von AMD in Form des Hexa-Core-Modells Ryzen 5 1600 (6 Kerne / 6 Threads) für 145 Euro. Auch in Sachen Computing-Leistung kann sich AMD breit machen, doch dank Coffee Lake kann Intel auch in diesem Punkt wieder aufholen.

Bemerkenswert: AMD holt sich mit den ersten Platz mit dem Threadripper 1950X. Und das, obwohl wir eigentlich die Gaming-Leistung mit 60 Prozent stärker gewichten und er in dieser Kategorie nicht unbedingt glänzen kann. Doch in Sachen Computing konnte die Monster-CPU dermaßen hohe Ergebnisse abliefern, dass sie diesen Umstand wieder ausgleichen konnte. Auf Platz 2 und 3 folgen dann aber Intel-CPUs, die sich entweder dank einer sehr hohen Spieleleistung oder einer guten Kombination aus beiden Faktoren aufs Siegertreppchen stellen dürfen. Und das sind die herausragenden CPUs des Vergleichs-Tests:

Preis-Leistungs-Sieger: AMD Ryzen 5 1600

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600.
Vergrößern Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600.

Unser Preis-Leistungs-Sieger ist und bleibt AMD Ryzen 5 1600 für nur 145 Euro. Der virtuelle 12-Kerner stellt die gleichteure Intel-Konkurrenz in Form des Core i5-7600 in den Schatten und erreicht in Sachen Multi-Core-Leistung hervorragende Ergebnisse. Tatsächlich erhalten Sie mit diesem Modell die aktuell höchste Mehrkern-Performance pro Euro - mit Abstand, wenn wir uns noch einmal wiederholen dürfen. Weiterer, positiver Punkt: Mit 12 Threads erweist sich dieses Modell als überaus zukunftssicher.

Der beste Preis: AMD Ryzen 5 1600

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 5 1600

Selbst in Sachen Stromverbrauch geht der Hexa-Core-Prozessor ziemlich effizient ans Werk: Die Messung unserer Testplattform ergibt eine maximale Leistungsaufnahme von nur 256 Watt. Nur bei der Spieleleistung muss sich der Ryzen 5 1600 dem Intel-Mitbewerber fast immer geschlagen geben, allerdings ist die Differenz nicht groß. Dank zu erwartender Optimierungen in Form von Updates dürfte die Leistung in naher Zukunft noch steigen.

Test-Sieger: AMD Ryzen Threadripper 1950X

Der Test-Sieger ist der AMD Ryzen Threadripper 1950X.
Vergrößern Der Test-Sieger ist der AMD Ryzen Threadripper 1950X.

AMDs Monster-CPU Threadripper 1950X kostet 859 Euro und walzt die Konkurrenz mit den bisher besten gemessenen Computing- und Multimedia-Ergebnissen platt. Der Prozessor ist mit satten 16 Kernen ausgestattet und kann dank Hyperthreading 32 Threads bewältigen. Die CPU-Kerne teilen sich einen 33 MB großen Level-3-Cache. Die Taktraten sind mit 3,4 und 4,0 GHZ (Base und Boost) vergleichsweise zahm - deshalb auch die eher schwachen Werte bei den Single-Core-Tests.

Der beste Preis: AMD Threadripper 1950X

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen Threadripper 1950X

Wie bereits erwähnt zieht der 1950X bei Anwendungen davon, die von mehr Kernen profitieren: So kann er über 824 Megapixel pro Sekunde verarbeiten. Der zweithöchste Wert kommt vom Octa-Core-Modell Ryzen 7 1800X, der „nur“ 457 Megapixel pro Sekunde schafft. Dafür gönnt sich der 1950X auch einiges an Strom, die Testplattform kommt auf knapp 350 Watt. Kein Wunder bei einer TDP von 180 Watt!

Attraktiver Preis: Intel Pentium G4560

Der Intel Pentium G4560 erhält den Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Der Intel Pentium G4560 erhält den Award "Attraktiver Preis".

Für nur 48 Euro gibt es zwar kein Performance-Monster, doch gepaart mit einer starken GPU bildet der Intel Pentium G4560 eine solide Grundlage. Klar müssen Sie dafür bei extrem aufwendigen Titeln einige Abstriche hinnehmen, wie zum Beispiel gelegentliche Einbrüche der Bildrate bei vollen Multiplayer-Partien. Hinzu kommt noch, dass die CPU wenig Strom verbraucht und sogar aktuelle Techniken wie HDR (High Dynamic Range) und H.265 beherrscht.

Der beste Preis: Intel Pentium G4560

Zum ausführlichen Test des Intel Pentium G4560

Doch da der Pentium nur mit zwei Rechenkernen ausgestattet ist, hat er bei der Multimedia- und Computing-Leistung fast durchweg das Nachsehen, wenn man ihn mit der Konkurrenz vergleicht - da hilft auch das integrierte Hyperthreading nicht, dass den Chip vier Threads abarbeiten lässt. Und Sie ahnen es wohl bereits: Wirklich zukunftssicher ist der G4560 nicht. Aber mit rund 48 Euro machen Sie auch nicht viel kaputt.

Attraktiver Preis: AMD Ryzen 3 2200G

Ideal für besonders kostengünstige Gaming-PCs ohne Grafikkarte: Der AMD Ryzen 3 2200G erhält den Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Ideal für besonders kostengünstige Gaming-PCs ohne Grafikkarte: Der AMD Ryzen 3 2200G erhält den Award "Attraktiver Preis".

Trotz weniger Radeon-Vega-Grafikkerne und fehlendem SMT kann sich die Leistung des AMD Ryzen 3 2200G sehen lassen, vor allem im Hinblick auf den sehr günstigen Preis von aktuell 90 Euro! Die AMD-CPU kann sogar eine separate Grafikkarte obsolet machen, wenn sowieso nur weniger aufwendige Spiele wie DOTA 2 gezockt werden sollen oder zunächst das Geld für eine Grafikkarte fehlt. Ein vergleichbares Produkt von Intel gibt es aktuell noch nicht auf dem Markt.

Der beste Preis: AMD Ryzen 3 2200G

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 3 2200G

Unter dem Gesichtpunkt " Gaming-PC ohne Grafikkarte " ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des AMD Ryzen 3 2200G auf jeden Fall unschlagbar. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie den PC auch mit schnellem DDR4-Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Modus betreiben und in ausreichend großer Kapazität bestücken.Unsere Empfehlung: mindestens 8 GB mit 2933 MHz.

Herausragendes Tempo: Intel Core i7-8700K

Der Intel Core i7-8700K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".
Vergrößern Der Intel Core i7-8700K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".

Der Intel Core i7-8700K arbeitet bereits ab Werk mit hohen Taktraten von 3,7 und 4,7 GHz. Ausgestattet ist er mit sechs Rechenkernen, insgesamt sind aber 12 Threads möglich. Kein Wunder also, dass der Prozessor nicht nur eine mustergültige Spieleleistung, sondern auch eine gute Multimedia- und Computing-Leistung an den Tag legt - damit verdient sich der 8700K den Award „Herausragendes Tempo“. Gamer holen sich mit dem übertaktbaren i7 derzeit also die schnellste Spiele-CPU in den Gaming-Rechner.

Der beste Preis: Intel Core i7-8700K

Zum ausführlichen Test des Intel Core i7-8700K

Vergleichsweise moderat ist der Preis von 337 Euro! Doch es gibt auch einen Nachteil: Aufgrund der hohen Taktraten und vielen CPU-Kerne zieht die CPU ordentlich Strom. Und der freie Multiplikator macht das Übertakten einfacher.

Aktuelle CPU-Technik: Diese Begriffe sollten Sie kennen

Level-3-Cache: Hierbei handelt es sich um einen Pufferspeicher, der sich zwischen dem Prozessor und dem Arbeitsspeicher befindet. Darin werden die wichtigsten Befehle zwischengespeichert, damit die CPU nicht auf den langsameren Arbeitsspeicher zurückgreifen muss, wodurch eine Verzögerung im Programmablauf entstehen würde. Der Cache innerhalb von Prozessoren teilt sich in mehrere Stufen auf und übernimmt teilweise auch zusätzliche Aufgaben als nur das reine Zwischenspeichern. Der Level-3-Cache spielt insbesondere bei Mehrkernprozessoren eine wichtige Rolle, da er die vorhergehenden Caches miteinander abgleicht, um die Daten konsistent zu erhalten. Auf diese Weise vereinfacht und beschleunigt der L-3-Cache den Datenaustausch zwischen den CPU-Kernen.

Multicore: Dieser Ausdruck bedeutet, dass sich in einem Prozessor mehrere CPU-Kerne befinden. Passende Anwendungen können somit die Aufgaben auf mehrere Kerne verteilen, um sie schneller abarbeiten zu können.

Simultaneous Multithreading: Diese Technik wird auch oft mit SMT abgekürzt und steht für die Fähigkeit eines Prozessors, mehrere Aufgaben (Threads) gleichzeitig verarbeiten zu können, um sie schneller berechnen zu können. SMT stellt jedem Rechenkern deshalb einen virtuellen Partner zur Seite. Intel nennt die Technik Hyperthreading, AMD nutzt die offizielle Bezeichnung.

Sockel: Der Sockel ist der Steckplatz für den Prozessor, der sich auf dem Mainboard befindet. Erst der Sockel stellt die Verbindung zum System über den direkten Kontakt her. Verschiedene Prozessorgenerationen setzen in der Regel auch neue Sockel voraus, da sich häufig die Anzahl und die Anordnung der Kontakte und auch die Betriebsspannung der Chips ändern. Alte CPUs passen also nur selten in neue Sockel und umgekehrt. Bei Intel ist ein geläufiger Sockel beispielsweise 1151 (Kaby Lake), bei AMD ist es AM4 (Ryzen).

TDP: Die „Thermal Design Power“ bezeichnet die maximale Verlustleistung eines Prozessors, die in Watt angegeben wird. Mit dieser Angabe wird die maximal abgegebene Wärmeleistung eines Prozessors definiert, die etwas unterhalb der maximalen, elektrischen Leistungsaufnahme liegt. So bezieht sich der TDP beispielsweise auch auf die höchstmögliche Kernspannung und die Temperatur einer CPU. Allerdings herrscht kein einheitlicher Standard bei der Angabe der TDP. Genau so wenig sagt der Wert auch etwas über den Stromverbrauch der CPU in unterschiedlichen Betriebszuständen aus. Oft steht der TDP für die maximale Abwärme bei Nutzung durchschnittlicher Programme, weshalb rechenintensivere Anwendungen diesen Wert oft überschreiten. Dennoch ist sie ein guter Hinweis darauf, um ein System planen zu können.

Thermal Throtteling: Dieses Phänomen tritt ein, wenn der Prozessor kritische Temperaturen erreicht und zum Selbstschutz die Taktraten herunterfährt. Mit dieser Drosselung gehen auch gewisse Leistungseinbußen daher. Im schlimmsten Fall schaltet sich die CPU dank interner Schutzmechanismen automatisch ab, um irreparable Schäden zu vermeiden.

Turbo-Taktrate: Viele Prozessoren von AMD und Intel verfügen nicht nur über eine grundlegende Taktfrequenz, sondern auch über einen sogenannten Turbo-Takt. Bei AMD heißt die Technik „Turbo Core“, bei Intel „Turbo Boost“, die bei beiden Herstellern ähnlich funktionieren. Dieser Turbo übertaktet den Prozessor vollautomatisch über die Basis-Taktrate hinaus, um Software, die nicht auf Multicore-Ausführung angepasst ist, schneller verarbeiten zu können.

Der Unterschied zum manuellen Übertakten ist der, dass der Turbo-Takt nur temporär zum Einsatz kommt und keine heftigen Performance-Schübe ermöglicht. Außerdem bewegt sich der Turbo immer im Rahmen der TDP.

XFR: Bei AMDs neuen Prozessoren auf Basis der Zen-Architektur stößt man häufig auf diese Abkürzung, die ausgeschrieben „Extended Frequency Range“ bedeutet. Damit bezeichnet der Hersteller eine Übertaktungstechnik, die die Taktraten über den angegebenen Turbo-Takt hinaus anhebt – sofern für eine ausreichende Kühlung gesorgt ist und genügend Energiereserven zur Verfügung stehen. Bei Ryzen-CPUs mit einem X in der Modellbezeichnung taktet XFR etwas höher als bei Modellen ohne diesen Zusatz im Namen.

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