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CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

18.02.2019 | 11:26 Uhr |

AMD versus Intel - so spannend war es schon lange nicht mehr bei den Desktop-Prozessoren. Wir haben die wichtigsten Modelle der aktuellen CPU-Generationen AMD Ryzen und Intel Coffee Lake sowie die Flaggschiffe Core i9 und Threadripper im großen Vergleichs-Test.

Jahrelang konnte AMD dem scheinbar übermächtigen Konkurrenten Intel bei Desktop-Prozessoren kaum etwas entgegensetzen - in der Ober- und Mittelklasse regierte der Halbleiter-Riese nach Belieben. Doch mit AMDs Ryzen & Threadripper ist das Duell der Erzrivalen spannend wie schon lange nicht mehr: Die aktuelle CPU-Generation von AMD punktet vor allem in Sachen Multi-Core- und Computing-Leistung und kann teilweise doppelt so teure Intel-Modelle hinter sich lassen. Einen schnellen Überblick inklusive Preis-Check bietet die aktuelle Top 10 sowie die folgende Bildergalerie mit allen getesteten CPUs:

Top-10 der besten CPUs

Platz 1: AMD Threadripper 2950X (16 Kerne/32 Threads)  Besten Preis anschauen

Platz 2: AMD Threadripper 2970WX (24 Kerne/48 Threads)  Besten Preis anschauen

Platz 3: AMD Threadripper 1950X (16 Kerne/32 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 4: Intel Core i9-9900K (8 Kerne/16 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 5: Intel Core i9-7900X (10 Kerne/20 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 6: Intel Core i7-8700K (6 Kerne/12 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 7: AMD Threadripper 2990WX (32 Kerne/64 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 8: AMD Threadripper 2920X (12 Kerne/24 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 9: AMD Ryzen 7 2700X (8 Kerne/16 Threads) Besten Preis anschauen

Platz 10: AMD Ryzen 5 2600X (6 Kerne/12 Threads) Besten Preis anschauen

Vier CPU-Kerne reichen für Gamer - noch!

Geht es allerdings ums Gaming, dann geraten die Ryzens häufig (noch) ins Hintertreffen: Intel-CPUs bieten ab Werk meist höhere Taktfrequenzen, von denen aktuelle Spiele mehr profitieren als von mehr Kernen. Für kompromisslose Gamer sind derzeit also Intel-CPUs mit mindestens vier Rechenkernen und Taktraten über vier Gigahertz wie etwa der Core i7-8700K die ideale Wahl. Wer allerdings schon die Spiele-Zukunft im Blick hat, in der das Motto "je mehr Kerne, desto besser" gelten könnte, sollte sich für einen AMD Ryzen 7 2700X entscheiden.

Im folgenden Balkendiagramm, in dem wir den Durchschnitt aller gemessenen Bildraten durch den Straßenpreis teilen, sind diese Tatsachen deutlich erkennbar - oder aber der Preis ist extrem niedrig: Die meiste Spieleleistung pro Euro gibt es mit dem Intel Pentium G4560, der zwar nur vier Threads (2 Kerne / 4 Threads) verarbeiten kann, ab Werk aber mit bis zu 3,5 GHz arbeitet und nur 48 Euro kostet. Es folgt der AMD Ryzen 3 1200, der über vier physikalische Rechenkerne verfügt und mangels SMT (Simultaneous Multithreading) auch nur vier Threads abarbeiten kann. Mit 82 Euro ist das Modell auch nicht allzu teuer. Eher weniger für Gamer geeignet sind im ersten Augenblick die Threadripper-Prozessoren und der Intel Core i9-9900K . Das liegt in erster Linie an den hohen Preisen ab knapp 600 Euro. Wer aber nachträglich noch übertaktet, der kann eine bessere Spieleleistung erzielen.

Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Der Durchschnittswert aller gemessenen Bildraten geteilt durch den Straßenpreis: So viel Spieleleistung erhalten Sie also pro Euro.

Doch das bleibt nicht so. Viele Spieleentwickler haben bereits angekündigt, ihre Titel auf eine bessere Multi-Core-Effizienz zu programmieren. Tatsächlich ist es aktuell sogar so, dass Updates für Software, Spiele und Bios-Versionen auf den Markt kommen, die die Performance auf Ryzen-CPUs verbessern. Wer seine CPU also ein paar Jahre nutzen will, sollte auf ein zukunftssicheres Modell mit mehr als vier Rechenkernen setzen.

Diese Anwendungen profitieren von mehr CPU-Kernen

Von mehr CPU-Kernen profitieren seit jeher Anwendungen aus dem Multimedia-, Industrie- und Wissenschaftsbereich. Auf diese Weise erfolgt  eine schnellere Verarbeitung von hochaufgelösten Fotos und Videos. Auch das Verschlüsseln und Komprimieren von Daten geht dank mehreren CPU-Kernen flotter.

Ebenfalls positiv bemerkbar machen sich mehr Kerne im Multi-Tasking-Betrieb - also wenn Sie beispielsweise zwei Monitore nutzen, im Browser mit vielen offenen Tabs surfen, nebenbei Musik streamen, mit den Freunden in einem Nachrichten-Tool chatten und im Hintergrund auch noch Ihr letztes Gameplay-Video in ein kompatibles Youtube-Format rendern lassen. Mehr als vier CPU-Kerne sorgen hier durchaus für einen spürbaren Leistungsschub. Die Taktfrequenz sollten Sie zwar auch in diesem Fall nicht vernachlässigen, aber sie spielt keine so maßgebliche Rolle wie beim Gaming.

Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.
Vergrößern Das Multi-Core-Ergebnis aus Cinebench R15 geteilt durch den Straßenpreis: So viel Mehrkern-Leistung erhalten Sie also pro Euro.

Wie bereits erwähnt haben die AMD-Ryzen-Modelle in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis eindeutig die Nase vorn, wie auch das obere Balkendiagramm zeigt. In diesem haben wir das Multi-Core-Ergebnis von Cinebench R15 durch den Straßenpreis geteilt: Die höchste Mehrkern-Effizienz gibt es (mit Abstand!) beim AMD Ryzen 5 1600X, dem Sechs-Kern-Prozessor (12 Threads) mit maximal 4 GHz zum Preis von unter 140 Euro! Die erste Intel-CPU in dieser Wertung in Form des Intel Core i5-8400 rangiert erst auf Platz 16! Die geringste Multi-Core-Leistung pro Euro hat der i9-7900X - das zeigt, dass sich Intel für seine Top-Modelle fürstlich entlohnen lässt. Der Threadripper 2990WX platziert sich trotz seiner beeindruckenden Multi-Core-Leistung auch eher im hinteren Feld, was aber auch am Preis von 1788 Euro liegt.

Mehr Prozessor-Leistung durch Übertakten

Wer seiner CPU gratis zusätzliche Leistung entlocken will, sollte sich für einen Prozessor mit freiem Multiplikator entscheiden. Der Multiplikator multipliziert den Systemtakt und definiert letztendlich den Standard-Takt. Beim Intel Core i7-7700K setzt er sich beispielsweise so zusammen: 100 MHz Systemtakt x 42 (Multiplikator) = 4200 MHz respektive 4,2 GHz Basistakt. Ist der Multiplikator entsperrt, kann er einfach nach oben geschraubt werden, was die Taktfrequenz erhöht. Jedoch müssen dafür eine bessere Kühlung und möglicherweise auch ein stärkeres Netzteil her.

AMD kann bei seinen Ryzen-Prozessoren mit einer Besonderheit aufwarten: Alle Modelle aus dieser Generation verfügen über einen entsperrten Multiplikator - egal ob es sich um den 1800X für knapp 290 Euro oder den Quad-Core 1200 für rund 81 Euro handelt. Bei Intel ist das nicht der Fall. Hier müssen Sie Ausschau nach einem X oder K in der Modellbezeichnung halten. Bei Ersteren handelt es sich um die Extreme-Versionen, die in der Regel über 900 Euro kosten! Eine Ausnahme bildet hier das Kaby-Lake-X-Modell Intel Core i7-7740X für 315 Euro.

Eine Besonderheit ist auch der Intel Core i3-7350K. Bei diesem Modell der aktuellen Kaby-Lake-Generation handelt es sich um die erste, übertaktbare Core-i3-CPU. Für diesen Dual-Core-Chip sind aktuell aber auch satte 180 Euro fällig!

Zum ausführlichen Test des Intel Core i3-7350K

Spieleleistung: Die Spitze ist hart umkämpft

Im folgenden Diagramm haben wir alle CPUs anhand eines Wertes miteinander verglichen, und zwar mit der durchschnittlichen Bildrate aus drei Spielen (Witcher 3, Rise of the Tomb Raider & GTA 5) in zwei Auflösungen (Full-HD & Ultra-HD). Das Feld wird mit einem Wert von 86 vom 2700X und dem i7-7700K angeführt. Auffällig ist natürlich auch, dass sich hier viele Intel-Prozessoren herumtreiben, die einfach mit einer besseren Single-Core-Leistung punkten können.

Der Ryzen 2700X und der i7-7700K liefern eine vorbildliche Gaming-Leistung. Der Wert 86 setzt sich dabei folgendermaßen zusammen: Hierbei handelt es sich um die durchschnittliche Bildrate aus drei Spielen (Witcher 3, Rise of the Tomb Raider & GTA 5) in zwei Auflösungen (1080p & 2160p).
Vergrößern Der Ryzen 2700X und der i7-7700K liefern eine vorbildliche Gaming-Leistung. Der Wert 86 setzt sich dabei folgendermaßen zusammen: Hierbei handelt es sich um die durchschnittliche Bildrate aus drei Spielen (Witcher 3, Rise of the Tomb Raider & GTA 5) in zwei Auflösungen (1080p & 2160p).

Testergebnisse in Benchmarks

Das nächste Diagramm ist ebenfalls wieder ein Durchschnittswert, den wir aus allen Resultaten unserer insgesamt sechs Computing- und Synthetik-Benchmarks gebildet haben. Dazu zählen Programme wie Cinebench R15 oder auch 3D Mark. Wenig überraschend besteht die Top-3 nur aus Threadripper-CPUs, der 9900K folgt erst auf Platz 4 und ist tatsächlich sogar leistungsfähiger als der deutlich teurere 7900X.

In Sachen Computing- und Synthetik-Tests führen die Threadripper-Prozessoren, vor allem unser neuer Testsieger, der 2950X, kann sich deutlich an die Spitze setzen. Der Wert setzt sich folgendermaßen zusammen: Hierbei handelt es sich um die durchschnittliche Punktzahl aus sechs Computing-Tests, wie zum Beispiel Cinebench R15, 3D Mark Fire Strike oder Kryptographie-Tests.
Vergrößern In Sachen Computing- und Synthetik-Tests führen die Threadripper-Prozessoren, vor allem unser neuer Testsieger, der 2950X, kann sich deutlich an die Spitze setzen. Der Wert setzt sich folgendermaßen zusammen: Hierbei handelt es sich um die durchschnittliche Punktzahl aus sechs Computing-Tests, wie zum Beispiel Cinebench R15, 3D Mark Fire Strike oder Kryptographie-Tests.

Desktop-Prozessoren: Viel Leistung

Bemerkenswert: AMD holt sich den ersten Platz mit dem Threadripper 2950X und erweist sich damit als würdiger Nachfolger des 1950X. Er macht vieles besser als der Vorgänger, beispielsweise sind die Taktraten höher. Auf Platz 2 und 3 folgen ebenfalls Threadripper-CPUs, allerdings dicht gefolgt von den neuen und leistungsfähigen Intel-Modellen wie dem 9900K. Und das sind die herausragenden CPUs des Vergleichs-Tests:

Preis-Leistungs-Sieger: AMD Ryzen 5 1600X

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600X.
Vergrößern Der Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD 5 1600X.

Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger ist der AMD Ryzen 5 1600X für nur 139 Euro. Der virtuelle 12-Kerner stellt die gleichteure Intel-Konkurrenz in den Schatten und erreicht in Sachen Multi-Core-Leistung hervorragende Ergebnisse. Tatsächlich erhalten Sie mit diesem Modell die aktuell höchste Mehrkern-Performance pro Euro - mit Abstand!  Weiterer, positiver Punkt: Mit 12 Threads erweist sich dieses Modell als überaus zukunftssicher.

Der beste Preis: AMD Ryzen 5 1600X

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 5 1600X

Etwas überrascht waren wir allerdings in Sachen Leistungsaufnahme: So ist der Verbrauch zwar nicht extrem hoch, aber nur leicht geringer als beim Flaggschiff Ryzen 7 1800X, der sogar über zwei zusätzliche Rechenkerne verfügt. Für einen Sechskerner ist die Energieeffizienz aber vollkommen in Ordnung!

Test-Sieger: AMD Ryzen Threadripper 2950X

Der Test-Sieger ist der AMD Ryzen Threadripper 2950X.
Vergrößern Der Test-Sieger ist der AMD Ryzen Threadripper 2950X.

Der AMD Ryzen Threadripper 2950X macht so ziemlich alles besser als sein Vorgänger 1950X und verdient sich so den Testsieg! Selbst in Sachen Multi-Threading können wir einen Leistungsanstieg messen. Und da es nur wenig Anwendungen gibt, die die Anzahl der Kerne respektive Threads tatsächlich ausreizen, ist noch kein Performance-Limit in Sicht. Aber auch die höheren Taktraten machen sich deutlich bemerkbar und sorgen somit auch für höhere Bildraten in Spielen. AMD integriert sogar verschiedene Betriebsmodi, um für verschiedene Einsatzszenarien jeweils richtig gerüstet zu sein. Und wer mag, kann den Prozessor dank des entsperrten Multiplikators auch noch weiter übertakten.

Der beste Preis: AMD Threadripper 2950X

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen Threadripper 2950X

Hinzu kommt eine starke, aber nicht unbedingt erschwingliche Plattform (X399), die unter anderem in Kombination mit dem 2950X mit 64 PCI-Express-Lanes und dem Quad-Channel-Modus beim RAM aufwarten kann. Nur sollte man einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch in Kauf nehmen. Aktuell gibt es die CPU für nur 804 Euro, was für die gezeigte Leistung und den Ausstattungsumfang nicht extrem teuer ist - vor allem in Hinblick auf die teurere, aber nur selten schnellere Konkurrenz.

Attraktiver Preis: Intel Pentium G4560

Der Intel Pentium G4560 erhält den Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Der Intel Pentium G4560 erhält den Award "Attraktiver Preis".

Für nur 67 Euro gibt es zwar kein Performance-Monster, doch gepaart mit einer starken GPU bildet der Intel Pentium G4560 eine solide Grundlage. Klar müssen Sie dafür bei extrem aufwendigen Titeln einige Abstriche hinnehmen, wie zum Beispiel gelegentliche Einbrüche der Bildrate bei vollen Multiplayer-Partien. Hinzu kommt noch, dass die CPU wenig Strom verbraucht und sogar aktuelle Techniken wie HDR (High Dynamic Range) und H.265 beherrscht.

Der beste Preis: Intel Pentium G4560

Zum ausführlichen Test des Intel Pentium G4560

Doch da der Pentium nur mit zwei Rechenkernen ausgestattet ist, hat er bei der Multimedia- und Computing-Leistung fast durchweg das Nachsehen, wenn man ihn mit der Konkurrenz vergleicht - da hilft auch das integrierte Hyperthreading nicht, dass den Chip vier Threads abarbeiten lässt. Und Sie ahnen es wohl bereits: Wirklich zukunftssicher ist der G4560 nicht. Aber mit rund 48 Euro machen Sie auch nicht viel kaputt.

Attraktiver Preis: AMD Ryzen 3 2200G

Ideal für besonders kostengünstige Gaming-PCs ohne Grafikkarte: Der AMD Ryzen 3 2200G erhält den Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Ideal für besonders kostengünstige Gaming-PCs ohne Grafikkarte: Der AMD Ryzen 3 2200G erhält den Award "Attraktiver Preis".

Trotz weniger Radeon-Vega-Grafikkerne und fehlendem SMT kann sich die Leistung des AMD Ryzen 3 2200G sehen lassen, vor allem im Hinblick auf den sehr günstigen Preis von aktuell 100 Euro! Die AMD-CPU kann sogar eine separate Grafikkarte obsolet machen, wenn sowieso nur weniger aufwendige Spiele wie DOTA 2 gezockt werden sollen oder zunächst das Geld für eine Grafikkarte fehlt. Ein vergleichbares Produkt von Intel gibt es aktuell noch nicht auf dem Markt.

Der beste Preis: AMD Ryzen 3 2200G

Zum ausführlichen Test des AMD Ryzen 3 2200G

Unter dem Gesichtspunkt " Gaming-PC ohne Grafikkarte " ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des AMD Ryzen 3 2200G auf jeden Fall unschlagbar. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie den PC auch mit schnellem DDR4-Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Modus betreiben und in ausreichend großer Kapazität bestücken. Unsere Empfehlung: mindestens 8 GB mit 2933 MHz.

Herausragendes Tempo: Intel Core i9-9900K

Der Intel Core i9-9900K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".
Vergrößern Der Intel Core i9-9900K erhält aufgrund seiner guten Ergebnisse in der Spiele-Wertung den Award "Herausragendes Tempo".

Der Intel Core i9-9900K ist in Sachen Single-Core-Leistung aktuell nicht einzuholen, was sich vor allem positiv beim Gaming bemerkbar macht oder eben in Anwendungen, die stark von einem hohen Takt abhängig sind. Doch auch in Sachen Multi-Threading kann der neue Prozessor sogar den AMD Ryzen 7 2700X schlagen, teilweise aber auch nur knapp. Schön finden wir außerdem, dass Intel wieder auf einen verlöteten Heatspreader setzt. In den Tests konnten wir deshalb auch einen Unterschied bei den Betriebstemperaturen feststellen.

Der beste Preis: Intel Core i9-9900K

Zum ausführlichen Test des Intel Core i9-9900K

Im Vergleich zum 8700K steigt der Strombedarf, aber er hält sich immer noch in Grenzen und liegt auch noch deutlich unter der Ryzen-CPU. Ein Schlag ins Gesicht ist allerdings der Preis: Während der 2700X mit einer durchaus vergleichbaren Leistung nur 331 Euro kostet, verlangt Intel stolze 594 Euro, also fast Doppelte (!), für den 9900K - für die gezeigte Performance einfach viel zu viel Geld. Dennoch: Der Award "Herausragendes Tempo" ist der CPU sicher.

Aktuelle CPU-Technik: Diese Begriffe sollten Sie kennen

Level-3-Cache: Hierbei handelt es sich um einen Pufferspeicher, der sich zwischen dem Prozessor und dem Arbeitsspeicher befindet. Darin werden die wichtigsten Befehle zwischengespeichert, damit die CPU nicht auf den langsameren Arbeitsspeicher zurückgreifen muss, wodurch eine Verzögerung im Programmablauf entstehen würde. Der Cache innerhalb von Prozessoren teilt sich in mehrere Stufen auf und übernimmt teilweise auch zusätzliche Aufgaben als nur das reine Zwischenspeichern. Der Level-3-Cache spielt insbesondere bei Mehrkernprozessoren eine wichtige Rolle, da er die vorhergehenden Caches miteinander abgleicht, um die Daten konsistent zu erhalten. Auf diese Weise vereinfacht und beschleunigt der L-3-Cache den Datenaustausch zwischen den CPU-Kernen.

Multicore: Dieser Ausdruck bedeutet, dass sich in einem Prozessor mehrere CPU-Kerne befinden. Passende Anwendungen können somit die Aufgaben auf mehrere Kerne verteilen, um sie schneller abarbeiten zu können.

Simultaneous Multithreading: Diese Technik wird auch oft mit SMT abgekürzt und steht für die Fähigkeit eines Prozessors, mehrere Aufgaben (Threads) gleichzeitig verarbeiten zu können, um sie schneller berechnen zu können. SMT stellt jedem Rechenkern deshalb einen virtuellen Partner zur Seite. Intel nennt die Technik Hyperthreading, AMD nutzt die offizielle Bezeichnung.

Sockel: Der Sockel ist der Steckplatz für den Prozessor, der sich auf dem Mainboard befindet. Erst der Sockel stellt die Verbindung zum System über den direkten Kontakt her. Verschiedene Prozessorgenerationen setzen in der Regel auch neue Sockel voraus, da sich häufig die Anzahl und die Anordnung der Kontakte und auch die Betriebsspannung der Chips ändern. Alte CPUs passen also nur selten in neue Sockel und umgekehrt. Bei Intel ist ein geläufiger Sockel beispielsweise 1151 (Kaby Lake), bei AMD ist es AM4 (Ryzen).

TDP: Die „Thermal Design Power“ bezeichnet die maximale Verlustleistung eines Prozessors, die in Watt angegeben wird. Mit dieser Angabe wird die maximal abgegebene Wärmeleistung eines Prozessors definiert, die etwas unterhalb der maximalen, elektrischen Leistungsaufnahme liegt. So bezieht sich der TDP beispielsweise auch auf die höchstmögliche Kernspannung und die Temperatur einer CPU. Allerdings herrscht kein einheitlicher Standard bei der Angabe der TDP. Genau so wenig sagt der Wert auch etwas über den Stromverbrauch der CPU in unterschiedlichen Betriebszuständen aus. Oft steht der TDP für die maximale Abwärme bei Nutzung durchschnittlicher Programme, weshalb rechenintensivere Anwendungen diesen Wert oft überschreiten. Dennoch ist sie ein guter Hinweis darauf, um ein System planen zu können.

Thermal Throtteling: Dieses Phänomen tritt ein, wenn der Prozessor kritische Temperaturen erreicht und zum Selbstschutz die Taktraten herunterfährt. Mit dieser Drosselung gehen auch gewisse Leistungseinbußen daher. Im schlimmsten Fall schaltet sich die CPU dank interner Schutzmechanismen automatisch ab, um irreparable Schäden zu vermeiden.

Turbo-Taktrate: Viele Prozessoren von AMD und Intel verfügen nicht nur über eine grundlegende Taktfrequenz, sondern auch über einen sogenannten Turbo-Takt. Bei AMD heißt die Technik „Turbo Core“, bei Intel „Turbo Boost“, die bei beiden Herstellern ähnlich funktionieren. Dieser Turbo übertaktet den Prozessor vollautomatisch über die Basis-Taktrate hinaus, um Software, die nicht auf Multicore-Ausführung angepasst ist, schneller verarbeiten zu können.

Der Unterschied zum manuellen Übertakten ist der, dass der Turbo-Takt nur temporär zum Einsatz kommt und keine heftigen Performance-Schübe ermöglicht. Außerdem bewegt sich der Turbo immer im Rahmen der TDP.

XFR: Bei AMDs neuen Prozessoren auf Basis der Zen-Architektur stößt man häufig auf diese Abkürzung, die ausgeschrieben „Extended Frequency Range“ bedeutet. Damit bezeichnet der Hersteller eine Übertaktungstechnik, die die Taktraten über den angegebenen Turbo-Takt hinaus anhebt – sofern für eine ausreichende Kühlung gesorgt ist und genügend Energiereserven zur Verfügung stehen. Bei Ryzen-CPUs mit einem X in der Modellbezeichnung taktet XFR etwas höher als bei Modellen ohne diesen Zusatz im Namen.

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