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CPU-Temperatur über die Kernspannung senken

23.05.2018 | 13:44 Uhr |

Eine zu hohe Temperatur verkürzt die Lebensdauer eines Prozessors. Falls der Chip ständig oder regelmäßig über einen längeren Zeitraum mit über 70 bis 80 Grad Celsius (je nach Modell) läuft, empfiehlt es sich, für eine effektivere Kühlung zu sorgen. Hierfür haben Sie mehrere Möglichkeiten.

So können Sie den CPU-Kühler durch ein effektiveres Modell ersetzen oder gleich auf eine Wasserkühlung umsteigen. Wenn Sie das nicht möchten, dann können Sie zusätzliche Gehäuselüfter einbauen, die einen konstanten Luftstrom im Systeminneren erzeugen und somit ständig für kühle Luft von außen sorgen.

Etwas ungewöhnlicher ist dagegen eine andere Methode, bei der Sie die Kernspannung der CPU reduzieren. Diese Maßnahme sorgt nicht nur für niedrigere Betriebstemperaturen, sondern auch für einen geringeren Stromverbrauch.

Die Kernspannung wird auch VCore oder Core Voltage genannt und bezeichnet die Versorgungsspannung, mit der das Mainboard den Prozessor für den Betrieb versorgt. Die maximale Kernspannung ist vom Hersteller festgelegt und in den technischen Spezifikationen als VID (Voltage Identification Definition) angegeben.

Jedes CPU-Modell hat eine individuelle VID. Doch nicht jeder Prozessor schöpft die angegebene Spannung wirklich aus, um stabil zu arbeiten. Der Grund: Selbst CPUs des gleichen Typs unterscheiden sich in Details. Abhängig von der Qualität des Siliziums benötigen manche Chips niedrigere, manche höhere Spannungen. Hersteller wie AMD und Intel geben daher eine VID an, mit der der Prozessor garantiert laufen wird.

Der VCore selbst pendelt hingegen zwischen verschiedenen Werten. Die Taktfrequenz und Auslastung bestimmen, ob die Kernspannung höher oder niedriger ist. Standardmäßig übernimmt das Mainboard automatisch die Anpassung des VCores. Der Anwender bekommt davon nichts mit und muss in der Regel auch nicht eingreifen.

Beim Undervolting senken Sie die Kernspannung (VCore) Ihres Prozessors. Die Folge: Sie sorgen für eine niedrigere Temperatur und sparen so auch Strom.
Vergrößern Beim Undervolting senken Sie die Kernspannung (VCore) Ihres Prozessors. Die Folge: Sie sorgen für eine niedrigere Temperatur und sparen so auch Strom.
© IDG

Wollen Sie den VCore verändern, müssen Sie in das Bios gehen. Dort lässt er sich auslesen und wird in der Regel mit drei Nachkommastellen in Volt angegeben, also zum Beispiel „1,124 v“. Der Eintrag ist ab Werk ausgegraut. Teils erkennen Sie ihn als „Auto“. Das weist auf die automatische Verwaltung durch die Hauptplatine hin. Wenn Sie die Kernspannung manuell verändern wollen, ist das Umstellen auf die Option „Manual“ (oder ähnlich) erforderlich. Besonders beim Overclocking (Übertakten) muss der Wert häufig angepasst werden. Wer die Taktfrequenzen seiner CPU jedoch nur in einem vergleichsweise geringen Maße erhöhen möchte, der muss nicht unbedingt den VCore anpassen. Falls Sie aber das maximal Mögliche in Sachen Takt aus dem Chip herausholen wollen, dann müssen Sie auch an die Kernspannung heran.

Anstatt an das Maximum zu gehen, können Sie den VCore auch absenken. Dieser Vorgang wird als Undervolting bezeichnet. Abhängig von der jeweiligen CPU lassen sich so niedrigere Temperaturen und eine geringere Leistungsaufnahme realisieren. Wir empfehlen Ihnen, die Spannung in den kleinstmöglichen Schritten zu reduzieren, also stets um 0,01 Volt. Speichern Sie die Änderungen im Bios, notieren Sie sich den Wert und wechseln Sie danach zurück zum Betriebssystem, um den Rechner zu testen. Dazu spielen Sie beispielsweise ein aufwendiges Spiel oder lassen einen Benchmark wie 3D Mark in Schleife laufen. Stürzt der Rechner dabei nicht ab, können Sie die Spannung noch etwas weiter senken. Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis der Computer abstürzt. Booten Sie dann wieder ins Bios und erhöhen Sie die Voltzahl auf genau den Stand, auf dem das System noch stabil gelaufen ist.

Durch Undervolting senken Sie die Hitzeentwicklung und können den Stromverbrauch sichtlich reduzieren. Beachten Sie jedoch unbedingt, dass falsch eingestellte Spannungen nicht nur ein instabiles System, sondern auch irreparable Schäden an der CPU zur Folge haben können. PC-WELT kann keine Haftung bei eventuellen Defekten übernehmen.

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