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CPU-Lieferprobleme: Intel investiert eine Milliarde Dollar

01.10.2018 | 11:19 Uhr | René Resch

Intel gesteht die Lieferengepässe ein und investiert eine Milliarde US-Dollar in Halbleiterwerke, um Produktion anzukurbeln.

Seit geraumer Zeit wird in den Medien von Liefer-, Kapazitäts- und Produktions-Problemen bei Intel-CPUs berichtet. Eine Bestätigung seitens Intel blieb aus, Auswirkungen auf Prozessorpreise sind jedoch spürbar - sie explodierten teilweise um bis zu 50 Prozent gegenüber dem letzten halben Jahr, wenn CPUs überhaupt noch erhältlich waren. In der Zwischenzeit konnte AMD von den Problemen bei Intel deutlich profitieren. Nun gesteht Intel erstmals öffentlich seine andauernden Lieferengpässe.

Bob Swan, seit drei Monaten Interims-CEO und zudem Finanzchef bei Intel, hat sich in einem offenen Brief zu den Problemen geäußert. Nach seinen Aussagen brummt die Nachfrage im Desktop- und Server-Markt. Das Geschäft mit Datenzentren sei bis Juni um rund 25 Prozent gewachsen, im Cloud-Bereich sogar um 43 Prozent. Zudem seien im 2. Quartal weltweit erstmals seit sechs Jahren die Auslieferungen gestiegen.

Intel investiert eine Milliarde US-Dollar in Halbleiterfabriken

Laut Swan will Intel sich nun auf die Produktion von Xeon- und Core-CPUs aus dem High-Performance-Sektor konzentrieren und geht zudem die eigene CPU-Knappheit an. Intel kündigt an, eine Milliarde US-Dollar in Fabriken zu investieren, um den Wafer-Ausstoß zu steigern, und will so mehr Prozessoren in den Handel bringen. Genau geht es um vier Halbleiterwerke in Irland, Israel und zwei Fabriken in den USA. Hier soll die 14-Nanometer-Produktion nach oben geschraubt werden.

Und auch beim für Intel momentan noch problematischen 10-Nanometer-Prozess werden die Probleme angegangen und soll die Produktion besser werden. Swan geht davon aus, dass die Massenproduktion 2019 anlaufen kann.

Ob die Investitionen nicht reichlich zu spät kommen, wird sich zeigen. AMD verkauft seine Prozessoren zu tollen Konditionen und kann immer liefern. Von den für 1. Oktober angekündigten neuen Intel-CPUs Core i9-9900K und i7-9700K und dem Z390-Chipsatz ist in den Online-Shops hierzulande noch nicht viel zu sehen. Wie wir damals berichteten, könnte sich die Auslieferung und Verfügbarkeit der neuen Top-CPUs noch bis 2019 hinziehen.

Passend dazu: CPUs: Intels Probleme verhelfen AMD zu Höhenflug


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