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Belgien: EA hält an Lootboxen fest und wird verklagt

12.09.2018 | 14:05 Uhr |

EA kam der Forderung belgischer Behörden, den Verkauf von Lootboxen zu unterbinden, nicht nach und wird nun verklagt.

Update: Der Streit um Lootboxen geht in die nächste Runde. Wie Eurogamer nun berichtet , haben die belgischen Behörden den Fall nun an Strafverfolgungsbehörden übergeben, da der Handel mit Lootboxen nicht eingestellt wurde. Wie schon damals angekündigt, wolle EA, trotz der Deklarierung als Glücksspiel samt Verbot durch belgische Behörden an ihrer Lootbox-Strategie festhalten.

Unternehmen wie Valve, 2K Games und Blizzard gaben den Forderungen der Behörden nach, der Kauf von Lootboxen oder Handel mit Gegenständen wurde in Spielen wie Dota 2, CS:Go, NBA 2K oder Overwatch unterbunden. Neben diesen Spielen gerieten auch Spiele von EA ins Visier der belgischen Behörden, darunter Star Wars Battlefront 2 sowie Fifa 18. Die Lootboxen aus Battlefront 2 wurden auf Druck der Fans hin schon früher entschärft. Der Verkauf von Packs für den Ultimate-Team-Modus in Fifa 18 besteht allerdings weiterhin, und auch in Fifa 19 will EA daran nichts ändern.

EA auf Konfrontationskurs

Laut einem Bericht des belgischen Nieuwsblads sehe EA keinen Handlungsbedarf. Nach eigener Einschätzung handelt es sich bei den vertriebenen Packs oder Lootboxen nicht um Glücksspiel wie Roulette oder Ähnlichem, weil die Spieler genau wissen, wie viele Objekte eine Lootbox oder ein Kartenpaket in zum Beispiel Fifa enthält.

Die belgische Glücksspiel-Kommission sieht die Sache natürlich anders und da EA den Forderungen nicht nachkam, wird der Fall nun an Strafverfolgungsbehörden des Landes übergeben und die Sache wird höchstwahrscheinlich, wenn sich die dafür zuständige Staatsanwaltschaft dazu entscheidet, vor Gericht gebracht.

News vom 13.07.2018: Spiele-Kommissionen in Belgien und den Niederlanden haben vor kurzem Lootboxen als illegales Glücksspiel eingestuft und verschiedene Publisher daraufhin aufgefordert diese aus ihren Spielen zu entfernen oder anzupassen, andernfalls würden Strafen drohen. Wir berichteten im April 2018 bereits darüber.

Im Speziellen ging es dabei um Lootboxen aus den Spielen Fifa, Overwatch, Star Wars: Battlefront 2 und Counter-Strike: Global Offensive.

Valve reagiert auf die Aufforderung

Valve hat nun mit einem jüngst veröffentlichten Update für Counter-Strike: Global Offensive neben Gameplay-Anpassungen auch die Möglichkeit gestrichen, in Belgien und den Niederlanden Lootboxen zu öffnen.

Bereits im Juni schloss Valve den Item-Handel für Dota 2 und CS:Go für niederländische Spieler. Damals kritisierte der Steam-Betreiber die niederländische Behörde, weil Aussagen über die Rechtslage zu den Glücksspiel-Lootboxen nur grob beschrieben wurden. Mittlerweile dürfen niederländische Spieler wieder am Marktplatz teilnehmen und Items kaufen, ausgenommen natürlich Lootboxen.

Andere Publisher haben noch nicht nachgezogen

Seitens Blizzard gab es in Bezug auf Overwatch bisher keine Stellungnahme. EA hat gegenüber Seeking Alpha betont, dass sie die zuständigen Behörden überzeugen will, Fifa Ultimate Team nicht als illegales Glücksspiel einzustufen. Ein Erfolg seitens EA bleibt hier jedoch fraglich.

Passend dazu: Lootboxen könnte Verbot in Deutschland drohen

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