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Corsair One Elite: Kompakter Gaming-PC mit GTX 1080 Ti und i7-8700K im Test

25.05.2018 | 11:10 Uhr |

Test: In ein Alu-Gehäuse mit einem Volumen von nur 12 Litern packt Corsair in den One Elite je eine Flüssigkühlung für CPU und Grafikkarte unter. Wie es um die Temperaturen und die Leistung stehen, klärt unser Test.

Der Corsair One Elite ist zwar kompakt, dennoch kann sich das Gehäuse schon in Sachen Design deutlich von der grauen Masse der Komplett-PCs abheben: Das turmartige Case besteht fast komplett aus Aluminium und fasst ein Volumen von nur 12 Liter. An der Front gibt es auch LED-Streifen, die aber nicht RGB-beleuchtet sind, was bei Corsair fast schon eine Besonderheit ist: Der Hersteller setzt nach eigenen Angaben lieber auf eine eher zurückhaltende und ästhetische Darstellung, die eines wahren Oberklasse-Geräts würdig sein soll.

TEST-FAZIT: Corsair One Elite

Beim Design und der Materialwahl hat Corsair wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Der Corsair One Elite ist nicht nur überaus kompakt, sondern auch sehr hochwertig - sowohl in Sachen Verarbeitung, als auch beim Material. Und auch die Kühlung hat der Hersteller ziemlich gut gelöst, denn die stärksten Komponenten werden hier beide mit einer jeweils eigenen Wasserkühlung gekühlt. Bei der Hardware selbst gibt es nur schwer etwas auszusetzen, denn Corsair setzt hier durchgehend auf leistungsfähige Komponenten der Oberklasse. Kein Wunder, dass sich der Corsair One Elite auch fürs Gaming in Ultra-HD eignet. Außerdem verbraucht er dabei vergleichsweise wenig Strom und dreht auch beim Betriebsgeräusch nicht übermäßig auf.

Aber leider kostet der Corsair One Elite stolze 3200 Euro. Wer den PC mit den gleichen Komponenten baut und immer die günstigsten Preise wählt, muss nur rund 2300 Euro bezahlen – ein wirklich krasser Preisunterschied. Corsair lässt sich die auffällige Optik und kompakte Bauweise also sehr teuer bezahlen. Ein weiterer Minuspunkt: An die Hardware kommt man nur sehr schlecht ran, was natürlich dem Formfaktor geschuldet ist.

Pro:

+ kompaktes, hochwertiges Alu-Gehäuse

+ Ultra-HD-taugliche Spiele-Leistung

+ zwei Flüssigkühlungen (CPU und Grafikkarte)

Contra:

- sehr teuer

- Hardware-Wechsel nur schwer möglich

Der Corsair One Elite erhält den PC-WELT-Award "Top Design".
Vergrößern Der Corsair One Elite erhält den PC-WELT-Award "Top Design".

Was verbirgt sich in diesem riesigen Koffer, den Fritz von Corsair bekommen hat? Der Arbeitsspeicher für die Höllenmaschine? Die neuste Gaming-Maus? Oder das größte Netzteil der Welt?
Natürlich alles Quatsch - Corsair hat uns sein neustes Highend-Gaming-PC-Modell geschickt, den Corsair One Elite. Der kommt in einem ziemlich ungewöhnlichen Gehäuse, ist mega kompakt und mit einer GTX 1080 Ti und einem Intel Core i7-8700K mit jeweils einer separaten Wasserkühlung absolut top ausgestattet. Was der Spaß kostet und ob Fritz trotzdem was an dem Teil auszusetzen hat, erfahrt Ihr in diesem Video.

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Eine wahre Herausforderung: Kühlung auf engstem Raum

Bei einem so kleinen Gehäuse ist es natürlich eine kleine Herausforderung alle Teile ordentlich zu kühlen. Corsair setzt deshalb nicht nur auf Luft, sondern auch auf Wasser: Die Kühlung von CPU und Grafikkarte erfolgt jeweils über eine eigene All-in-One-Wasserkühlung, die jeweils über einen 240 Millimeter großen Slim-Radiator verfügen. Im Deckel befindet sich zusätzlich ein 140-Millimeter-Lüfter, der saugend arbeitet und die Abwärme der Komponenten nach außen leitet.

Die Zusammenstellung des Corsair One Elite mit zwei Wasserkühlungen. Dieses Bild stammt noch von der Vorgänger-Generation, die unter anderem ein 400-Watt-Netzteil nutzte. Der Aufbau an sich hat sich aber kaum geändert.
Vergrößern Die Zusammenstellung des Corsair One Elite mit zwei Wasserkühlungen. Dieses Bild stammt noch von der Vorgänger-Generation, die unter anderem ein 400-Watt-Netzteil nutzte. Der Aufbau an sich hat sich aber kaum geändert.
© Corsair

Kamineffekt, unterstützt durch saugenden Lüfter und Alu-Gehäuse

Corsair setzt hier also auf den Kamineffekt: Kühle Außenluft dringt an den Seiten ein, die warme Luft steigt nach oben und wird zusätzlich noch durch den saugenden Lüfter im Deckel beschleunigt und abgeführt. Zusätzlich besteht ja auch das komplette Gehäuse aus Aluminium, was somit ebenfalls als Wärmeleiter fungiert und die Abwärme nach oben führt.

Dieser Lüfter im Deckel saugt die Abwärme der Komponenten nach außen.
Vergrößern Dieser Lüfter im Deckel saugt die Abwärme der Komponenten nach außen.
© Corsair

Anschlüsse und Ausstattung

Bei den Frontanschlüssen gibt es neben einem USB-3.0-Anschluss auch noch eine HDMI-2.0-Buchse, was vor allem für Besitzer von Virtual-Reality-Headsets ein komfortables Feature darstellt. Denn sie müssen ihr VR-Headset dann nicht mehr umständlich hinten am PC anschließen. An der Rückseite gibt es noch weitere Anschlüsse wie Displayport, Gigabit-Ethernet, WLAN-ac und auch USB-Typ-C, sogar im flotten USB -3.1-Generation-2-Standard. Alles in allem sind also genügend Anschlüsse vorhanden.

In Sachen Schnittstellen müssen Anwender beim Corsair One Elite kaum auf etwas verzichten.
Vergrößern In Sachen Schnittstellen müssen Anwender beim Corsair One Elite kaum auf etwas verzichten.
© Corsair

Corsair One Elite mit High-End-Hardware

Doch jetzt zu den verbauten Komponenten: Der Corsair One Elite ist das Top-Modell des aktuellen Line-Ups und besitzt deshalb auch nur Top-Hardware. An die Hardware kommt der Anwender heran, indem er zuerst den oberen Deckel mit aufmontiertem Lüfter über ein Klippsystem und ohne Werkzeug löst und anschließend je zweit Schrauben pro Seite löst. Als Prozessor kommt ein Intel Core i7-8700K mit entsperrtem Multiplikator, sechs Kernen, 12 Threads und einer Boost-Taktrate von stolzen 4,7 GHz zum Einsatz. Der CPU stehen 32 GB DDR4-2666er RAM zur Seite, die natürlich aus eigenem Hause stammen. 

Links die technischen Daten der eingebauten Prozessors, rechts die Temperaturen nach stundenlanger Spiele-Last.
Vergrößern Links die technischen Daten der eingebauten Prozessors, rechts die Temperaturen nach stundenlanger Spiele-Last.

Bei der Grafikkarte handelt es sich um eine Nvidia Geforce GTX 1080 Ti mit 11 GB GDDR5X Grafikspeicher. Neben der Wasserkühlung für die GPU selbst ist hier noch ein extra Lüfter verbaut, der die Spannungswandler der Grafikkarte kühlt. Als Mainboard setzt Corsair auf ein platzsparendes Mini-ITX-Modell mit dem Intel-Z370-Chipsatz, das von MSI stammt.

Links die technischen Daten der eingebauten Grafikkarte, rechts die Temperaturen nach stundenlanger Spiele-Last.
Vergrößern Links die technischen Daten der eingebauten Grafikkarte, rechts die Temperaturen nach stundenlanger Spiele-Last.

Genug Datenspeicher dank M.2-SSD und HDD

Genügend Speicherplatz gibt es ebenfalls: Zum einen dank einer über NVMe angebundenen M.2-SSD von Corsair mit 480 Gigabyte Kapazität sowie zum anderen über eine 2,5-Zoll-HDD mit satten zwei Terabyte Speicherplatz. Als Netzteil muss hier natürlich ein kompakteres Modell nach dem SFX-Standard verbaut sein. Wenig überraschend ist, dass es von Corsair selbst stammt: Zum Einsatz kommt hier das vollmodulare SF500 mit 500 Watt Leistung und einer 80-Plus-Gold-Zertifizierung.

In so ein kleines Gehäuse passt nur ein SFX-Netzteil (Corsair SF500). Links daneben befindet sich auch die 2-TB-HDD.
Vergrößern In so ein kleines Gehäuse passt nur ein SFX-Netzteil (Corsair SF500). Links daneben befindet sich auch die 2-TB-HDD.

Komponentenwechsel: Nicht gerade einfach

Doch was ist mit dem Tauschen von Komponenten? Corsair stellt eine extra Anleitung auf seiner Webseite zur Verfügung, die Ihnen Schritt für Schritt beschreibt, wie Sie den Arbeitsspeicher und den Datenspeicher, also SSD oder HDD, selbst tauschen können. Dabei geht auch nicht die Garantie flöten. Legen Sie allerdings Hand an Grafikkarte, CPU oder andere Teile, erlischt die Garantie. Generell ist aber das Tauschen der Komponenten ziemlich fummlig und umständlich, da Corsair hier alles auf engstem Raum unterbringen musste.

Der Tausch der Komponenten erweist sich als recht umständlich, da Corsair alles auf engstem Raum unterbringen musste.
Vergrößern Der Tausch der Komponenten erweist sich als recht umständlich, da Corsair alles auf engstem Raum unterbringen musste.

Alles auf einem Blick dank vorinstalliertem Diagnose-Tool

Im Preis des Corsair One Elite ist auch Windows 10 Home (64 Bit) ingegriffen, das ab Werk natürlich schon mit allen Treibern bestückt und eingerichtet ist. Zusätzlich befinden sich zwei doch recht nützliche Tools von Corsair auf dem PC: Das Programm namens Link listet Details zur CPU, den Festplatten, der Grafikkarte, des Mainboards und des GPU-VRM-Lüfters an. Die Werte erhebt das Tool in Echtzeit und der Anwender erhält einen guten Überblick über Temperaturen, Lüfterdrehgeschwindigkeiten und Auslastungen.

Die VRMs (Spannungswandler) der eingebauten Nvidia Geforce GTX 1080 Ti kühlt ein extra Lüfter.
Vergrößern Die VRMs (Spannungswandler) der eingebauten Nvidia Geforce GTX 1080 Ti kühlt ein extra Lüfter.

Zusätzlich gibt es noch die Anwendung namens Diagnose, die von PC-Doctor stammt. Hier erhält der User jede Menge Infos über Speicherplatz, Updates, Netzwerk-Traffic oder auch weitere Daten zu Windows und der verbauten Hardware. Auch auf fehlende System-Backups weist Diagnose hin. Dank beider Tools ist es also nicht unbedingt nötig, fürs Monitoring des Systems zusätzliche Programme von Drittanbietern zu installieren.

Vorinstalliert ist unter anderem ein Tool namens Diagnose, das von PC-Doctor stammt und relevante Daten zum System darstellt.
Vergrößern Vorinstalliert ist unter anderem ein Tool namens Diagnose, das von PC-Doctor stammt und relevante Daten zum System darstellt.

Corsair One Elite: Fordernde Tests in Ultra-HD

Was der Corsair One Elite wirklich drauf hat, klären wir jetzt. Legen wir zuerst los mit Gaming-Tests - und da es sich ja um das teure Top-Modell handelt, führen wir die Benchmarks auch in Ultra-HD, also in 3840 x 2160 Pixel durch.

Starten wir zunächst Assassin‘s Creed Origins, dem neusten Teil der Attentäter-Geschichte. Wir nutzen hier die Voreinstellungen "Extrem hoch" und starten dann den integrierten Benchmark. Am Ende des Tests erhaltet Sie recht ausführliche Ergebnisse wie zum Beispiel die niedrigsten und maximalen Bilder pro Sekunde. In unserem Testlauf kommen wir auf durchschnittlich 51 Bilder pro Sekunde. Für so ein aufwendiges Spiel bei so hohen Grafikdetails und in Ultra-HD ist das ein ziemlich gutes Ergebnis und lässt sich definitiv als spieletauglich bezeichnen.

In Assassin's Creed: Origins schafft der Corsair One Elite eine durchschnittliche Bildrate von 51 Bildern pro Sekunde - und zwar in Ultra-HD mit maximalen Grafikdetails!
Vergrößern In Assassin's Creed: Origins schafft der Corsair One Elite eine durchschnittliche Bildrate von 51 Bildern pro Sekunde - und zwar in Ultra-HD mit maximalen Grafikdetails!

Das nächste Spiel ist der Klassiker Witcher 3. Auch hier testen wir in Ultra-HD mit maximalen Details. Denn auch für aktuelle Systeme ist Witcher 3 immer noch recht fordernd. Wir reiten für unsere Bildratenmessungen mit Plötze zuerst durch einen dichten Wald, dann parallel zu einem Dorf raus auf eine offene Fläche mit jeder Menge KI um den Charakter herum, wie zum Beispiel die Schafe oder Wächter und Dorfbewohner. Das Ergebnis: 49 Bilder pro Sekunde im Schnitt, was für die Grafikeinstellungen und die Auflösung ebenfalls ziemlich gut ist.

Auch in Witcher 3: The Wild Hunt drehen wir die Grafikdetails auf Maximum und spielen in Ultra-HD.
Vergrößern Auch in Witcher 3: The Wild Hunt drehen wir die Grafikdetails auf Maximum und spielen in Ultra-HD.

Wir testen auch mit dem synthetischen DirectX-12-Benchmark Timespy von 3D Mark. Dieser Test schöpft die neuen Funktionen der aktuellen DirectX-12-Schnittstelle ziemlich gut aus, wie zum Beispiel Asynchronous Computing und Multi-Threading. Das Ergebnis beläuft sich auf 9337 Punkte. Im Online-Vergleich ist das sogar besser als ein 4K-Gaming-PC (nach dem Urteil des 3D Mark).

Umwelt-Eigenschaften im Test

Kommen wir jetzt aber zu den Temperaturen: Bei der CPU messen wir nach unseren Testläufen und Belastungstests 84 Grad Celsius, bei der Grafikkarte sogar nur 59 Grad Celsius. Wir dürfen also behaupten, dass das Kühlsystem des Corsair One Elite gut aufgegangen ist, denn die Temperaturen sind zu keinem Zeitpunkt kritisch - sehr gut gemacht, Corsair! Und was uns dabei auch noch aufgefallen ist: Der PC arbeitet selbst bei voller Auslastung sehr, sehr leise.

Der Stromverbrauch ist für die gezeigte Leistung recht zurückhaltend.
Vergrößern Der Stromverbrauch ist für die gezeigte Leistung recht zurückhaltend.

Und wie steht es um den Stromverbrauch? Den haben wir während des Benchmarks von Assassin’s Creed Origins getestet, der während des Durchlaufs zwischen 333 und 353 Watt pendelte. Für die gezeigte Leistung ist das sogar vergleichsweise zurückhaltend.

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