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City-Notbrems-Assistent: Im Winter überfordert

31.01.2019 | 14:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der City-Notbrems-Assistent im Auto kann Leben retten. Doch bei winterlichen Straßenverhältnissen kommt er an seine Grenzen.

Moderne Fahrer-Assistenzsysteme kommen bei schlechtem Wetter schnell an ihre Grenzen. Einfachstes Beispiel ist der Spurhalte-Assistent: Ist die Autobahn schneebedeckt, ist der Spurhalte-Assistent wirkungslos, weil er die weißen Fahrbahnmarkierungen nicht vom weißen Schnee unterscheiden kann – dieses offensichtliche Problem kennt man aber als Fahrer und kann sich darauf einstellen. Doch wie verhält sich der lebensrettende City-Notbrems-Assistent im Winter? Denn hier kann der Fahrer die Grenzen des Systems nicht so leicht erkennen. Der ADAC hat deshalb die Funktionsfähigkeit eines City-Notbrems-Assistenten auf glatter Fahrbahn getestet.

Der ADAC testet den City-Notbrems-Assistenten des Audi A6. Ist die Fahrbahn rutschig und die Außentemperatur bei -1 Grad Celsius, bremst der Audi bei 25 km/h und 45 km/h zwar, doch er kommt ins Rutschen und kollidiert mit der stehenden Fahrzeugattrappe, allerdings mit verringerter Geschwindigkeit. Daraus folgert der ADAC: „Umweltparameter wie Außentemperatur, Nässe oder Eisglätte fließen also beim Notbrems-Assistenten nicht in die Berechnung des Bremswegs ein. Sonst hätte der Audi die Vollbremsung früher eingeleitet.“ Technisch wäre das nach Meinung des ADAC durchaus möglich, „zum Beispiel über ESP-Sensorik, den Regensensor oder den Außentemperaturfühler.“

Beim Euro-NCAP-Test, der Witterungsverhältnisse nicht berücksichtigt, haben immerhin zwei Drittel der im Jahr 2018 getesteten Notbrems-Assistenten überzeugt. Aber dieser Test ist eben sehr theoretisch angelegt und spiegelt nicht immer das tatsächliche Verkehrsgeschehen wider. „Für den Euro-NCAP-Test des City-Notbrems-Assistenten fährt das Testfahrzeug mit schrittweise steigender Geschwindigkeit von 10 bis 50 km/h auf eine stehende Fahrzeugattrappe zu und muss durch eine selbstständige Bremsung den Aufprall vermeiden. Die Versuche finden dabei ausschließlich auf trockener Oberfläche und bei Temperaturen zwischen 5 °C und 40 °C statt.“, erklärt der ADAC. Der oben erwähnte Audi A6 bremste dabei rechtzeitig ab und kam vor dem Hindernis zum Stehen.

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