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CCleaner 5.45: Vorsicht vor neuer Version - hier gibt´s die alte

03.08.2018 | 09:52 Uhr |

Die neue Version 5.45 von CCleaner ist verfügbar und enthält "Verbesserungen", die uns gar nicht gefallen. Die Details. Update, 03.08.2018.

Update, 3.8., 9:50 Uhr: Statement von Avast hinzugefügt
Das (auch unter PC-WELT.de-Lesern) sehr beliebte Reinigungstool CCleaner sorgt in der neuen Version 5.45 mit einigen fragwürdigen "Verbesserungen" für Diskussionsstoff. Die Website Ghacks.net hat sich die Änderungen genauer angeschaut und warnt vor der Installation von CCleaner 5.45. Die Software CCleaner gehört seit einiger Zeit Avast.

In den Veröffentlichungsnotizen zur neuen Version ist die Rede davon, dass nun mehr Informationen über die Nutzung und den Nutzer der Software gesammelt werden. In den Optionen lässt sich die Überwachung unter "Überwachung aktivieren" erst deaktivieren, wenn auch die Systemüberwachung deaktiviert wird. Beim nächsten Systemstart sind die entsprechenden Haken wieder da und müssen erneut manuell entfernt werden.

Außerdem lässt sich CCleaner 5.45 nicht mehr beenden. Das Fenster besitzt ein "X"-Knopf, allerdings wird damit nur das Fenster des Tools geschlossen und CCleaner bleibt im Hintergrund aktiv. Bei einem Rechtsklick auf das CCleaner-Icon in der Systray gibt es im Kontextmenü ebenfalls keine Möglichkeit, CCleaner zu beenden.

Wer CCleaner komplett beenden will, ist damit gezwungen, folgenden Umweg zu gehen: Monitoring-Funktion in CCleaner deaktivieren, im Task-Manager unter "Autostart" den Eintrag von CCleaner auf "deaktiviert" stellen und dann unter Prozesse den Task "CCleaner" beenden.

In früheren Gratis-Versionen von CCleaner konnte der Nutzer noch in den Optionen unter Privatsphäre entscheiden, ob anonymisiert Daten über ihn gesammelt und verwendet werden dürfen. Der Eintrag "Privatsphäre" existiert in den Optionen der Gratis-Version weiterhin, bietet aber keine Auswahlmöglichkeiten mehr an.

In diesem Beitrag im Forum von CCleaner geben die Entwickler von Piriform zu, dass die Analytik-Funktionen der Gratis-Version von CCleaner mit der Version 5.45 erweitert wurden, betonen allerdings auch, dass alle vom Tool gesammelten Informationen anonymisiert übertragen werden. Die Informationen dienen demnach dazu, "um einen besseren Einblick in die Interaktion unserer Benutzer mit der Software zu erhalten." Es würden auch keine persönlichen Informationen der Nutzer gesammelt. Allerdings ist dem Forums-Beitrag nicht zu entnehmen, was für Informationen genau gesammelt, wo gespeichert und wie geschützt werden. Den Datenschutzbestimmungen ist unter Punkt 7 zu entnehmen, dass die Daten innerhalb der "Avast Group" ausgetauscht werden.

In dem Beitrag räumen die Entwickler auch ein, dass sie nach dem negativen Feedback der Nutzer über die Version 5.45 zum Entschluss gekommen sind, nachzubessern. Die Verknüpfung der erweiterten Analytik-Funktionen mit Active Monitoring sei vorschnell erfolgt.

In der kommenden Version sollen Active Monitoring (Säuberungs-Alarme) und Heartbeat (anonymisierte Nutzerdaten-Sammlung) voneinander getrennt werden. Die Nutzer sollen dann entscheiden können, welche der beiden Funktionen sie nutzen möchten. Die neue Version von CCleaner soll im Laufe der nächsten Wochen erscheinen.

CCleaner 5.44 in der PC-WELT-Download-Datenbank

Bis zur Veröffentlichung einer neuen Version von CCleaner bieten wir Ihnen in der PC-WELT Download-Datenbank weiterhin CCleaner 5.44 an.

Update, 3.8.: Statement von Avast

Von Avast/CCleaner erreichte uns folgendes Statement von Paul Yung, Vicepresident Products bei CCleaner:

“Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung von CCleaner, um unseren Kunden einen starken Nutzen zu bieten und haben im diesem Zuge in der Version 5.45 neue Funktionen eingeführt, die darauf ausgerichtet sind, uns akkuratere Daten zu liefern, die uns helfen sollen, Bugs in der Software schneller zu finden, sowie zu verstehen, welche Funktionen genutzt werden und welche nicht.
Die Informationen, die wir durch diese neuen Funktionen sammeln, sind aggregiert und anonym, damit wir Gesamttrends erkennen können. Dies hilft uns, unsere Software zu verbessern, um unseren Nutzern schließlich ein besseres Produkt zu bieten. Dabei sammeln wir keine Informationen, die uns einzelne Personen und deren Nutzergewohnheiten identifizieren lassen.

Wir schätzen das Feedback unserer Nutzer und arbeiten momentan an der nächsten CCleaner-Version, die die Cleaning-Funktion innerhalb unserer "Active-Monitoring"-Funktion von der "Analytics-Reporting"-Funktion separieren wird. Auch wird die nächste CCleaner-Version mehr Kontroll-Optionen für Nutzer bieten, welche die Software auch dann beibehalten wird, wenn der Nutzer CCleaner schließt und dann wieder öffnet.
Um Transparenz zu schaffen, werden wir auch ein Informationsblatt bereit stellen, in dem wir erklären werden, welche Daten wir für welchen Zweck sammeln und wie wir diese verarbeiten. Wir gestalten auch die Dateneinstellungen in CCleaner um, damit diese klar und einfach zu verstehen sind. Es braucht manchmal etwas Zeit, Software zu bauen, anzupassen und zu testen, aber wir arbeiten hart daran, unsere nächste Version so bald wie möglich bereitzustellen." Paul Yung, VP Products


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